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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

SCHLUSS mit der Gewalt gegen Frauen, mit Frauenhass, Frauenverachtung, Frauenmisshandlung, Frauenunterdrückung und FEMIZID - durch: Männer - weltweit. Noch heute.

 
Männer global mehrheitlich Täter physischer Gewalt, die immer! mit psychisch-emotionaler Gewalt einhergeht, Vergewaltigung, Freier, Prostitution, Pornographie, Femizid
 
Es bedarf nicht nur eines flächendeckenden Anti-Gewalt-Trainings als Prävention, sondern global zugleich eines Anti-Autoritarismus-Trainings sowie der effektiven Vorbeugung pathologischen Narzissmus´ sowie des Chauvinismus´, Machismus´ und des Stärkens von Mitgefühl.
 
"[...] In der Prostitution, der brutalsten Form der sexuellen Ausbeutung, genießt selbst der ansonsten verhasste sächsische Michel als Freier mehr Empathie als die Opfer dieser legalisierten sexualisierten Folter.
 
Seit 2015 wird jedes Jahr zum 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen, die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) "Partnerschaftsgewalt" veröffentlicht. Diese fasst extrahiert aus der Kriminalstatistik für das Vorjahr, 2020 also 2019, Gewaltdelikte zusammen, bei denen Opfer und Tatverdächtige in einer Liebesbeziehung standen.
 
Leider ist die Statistik sehr ungenau, sie gibt nicht einmal über die reale Zahl der Opfer vollendeter Straftaten gegen das Leben Auskunft. Laut dieser Statistik wurden 2019 301 Frauen und 93 Männer Opfer von Mord und Totschlag, 111 Frauen und 29 Männer überlebten diese nicht. Hinzu kommen 6 weibliche und 3 männliche Opfer von Körperverletzung mit Todesfolge. Das Problem: In dieser Statistik tauchen alle Opfer eines Gewaltverbrechens, bei dem eine Person zu Tode gebracht wurde, als Tote auf.
 
Aufschlussreicher ist die Dokumentation von Professorin Kristina Wolff, die Tötungen von Frauen dokumentiert. Allein für den November 2020 listet sie 14 Fälle, in denen Frauen von ihren Nächsten - (Ex)-Partner, Ehemann oder Sohn - umgebracht wurden.
 
Die Spitze des Eisbergs
 
Tötungen sind indes "nur" die Spitze des Eisbergs und neben häuslicher erleben Frauen vielfältige Formen von Gewalt - verbal und tätlich: Als Opfer sexualisierter Gewalt, als Opfer männlicher Gewalt in der Öffentlichkeit, als Opfer religiös/kulturell-patriarchaler Praktiken wie Zwangs- oder Kinder-Ehe sowie Female Genital Mutilation (FGM), weibliche Genitalverstümmelung oder in der Prostitution. [...]
 
Ein Wunder in einer Gesellschaft, in der die Grünen sich immer noch nicht zu keiner klaren Haltung gegen Pädokriminalität durchringen konnten? In der "Loverboys" erfolgreich agieren können, weil gerade Mädchen sehr leicht beeinflussbar sind und Freier sich um sie reißen, je jünger desto besser? In der alljährlich Tausende Männer asiatische Länder bereisen, um dort als "Sex-Touristen" Frauen und Kinder zu vergewaltigen? Weitestgehend juristisch unbehelligt, übrigens. Sind ja anderleuts Kinder in Thailand oder auf den Philippinen…
 
Das Datenmaterial, um diese Problemfelder genau analysieren zu können, ist dürftig, noch schwieriger aber ist die Debatte über diese Probleme. Vor allem im links-grün-liberalen Milieu, dem Teil der Gesellschaft, der sich für deren fortschrittlichsten hält. Häusliche Gewalt wird als "Beziehungsdrama" zum privaten Problem zwischen den Betroffenen abgetan, Ehrenmorde, bzw. die Thematisierung derselben, mit dem Verweis auf die "Beziehungsdramen" als rassistisch abgestempelt, Kinder-Ehe und FGM als putzige kulturelle Eigenart abgetan und Prostitution zu einem "ganz normalen Job" verklärt. Femizide interessieren den linken Mainstream nur dann, wenn Rechtspopulisten diese für ihre - häufig rassistische - Agenda instrumentalisieren und Anlass zum "Kampf gegen Rechts" bieten. [...]
 
Gesamtgesellschaftlich betrachtet werden am häufigsten Männer Opfer von Männergewalt. Zudem bietet uns die PKS "Partnerschaftsgewalt" die Information, dass etwa ein Drittel, sowohl der Opfer als auch der Tatverdächtigen, Nicht-Deutsche sind. Diese machen etwa 12,1% der Gesamtbevölkerung aus (Stand Juni 2020), davon 53% Männer und 47% Frauen. Der Anteil der nicht-deutschen Frauen an der Gesamtgesellschaft beträgt 5,75%, sie schlagen bei den "Straftaten gegen das Leben" (versucht und vollendet) in der Gesamt-Kriminalstatistik für 2019 (nicht die PKS "Partnerschaftsgewalt") mit 2,5% der Tatverdächtigen zu Buche, bei "Mord nach §211 StGB" sind es 1,7% aller Tatverdächtigen. [...]
 
Zu den nicht-deutschen Tatverdächtigen zählen u.a. auch Touristinnen und Touristen, Angehörige ausländischer Streitkräfte, Botschaftsangehörige, Saisonarbeitskräfte, Obdachlose, etc., so dass diese Zahl auch wieder ungenau ist. [...]
 
2019 wurden laut allgemeiner PKS insgesamt 2.713 Personen Opfer von Mord und Totschlag (versucht und vollendet), davon 777 Frauen und 1.936 Männer. Das bedeutet, fast 40% der Frauen, die Opfer von Straftaten gegen das Leben (versucht und vollendet) wurden, wurden es im Rahmen einer Partnerschaft, 6,66% der Männer.
Mit anderen Worten: Eine Partnerschaft kann zum Lebensrisiko werden für eine Frau, insbesondere für nicht-deutsche Frauen, die als Tatverdächtige bei Mord und Totschlag kaum in Erscheinung treten, sehr wohl aber als Opfer vollendeter Straftaten gegen das Leben. [...]
 
Um Missverständnissen vorzubeugen: Gewalt - auch in der Partnerschaft - ist kein nicht-deutsches Problem in Deutschland.
Dass junge, nicht-deutsche Männer die aggressivste Bevölkerungsgruppe ausmachen, bedeutet nicht, dass die anderen Engel wären. Gewalt in Beziehungen geht auch von deutschen Männern aus - und zunehmend auch von Frauen.
Dass diese zunehmend im wahrsten Sinne des Wortes zurückschlagen, mag auf den ersten Blick amüsant anmuten, ist es aber nicht. Dabei ist indes zu beachten, dass es bei Frauen mitunter schlicht Notwehr ist. Solange das gerichtlich geklärt ist, tauchen sie dennoch in der PKS als Täterin auf.
 
Wir brauchen nicht mehr schlagende Frauen, sondern weniger schlagende und vergewaltigende Männer. [...]
 
Bereits im August wurde hier das Thema Femizid, sprich Frauenmord, thematisiert. Zu dem Zeitpunkt verzeichnete Professorin Kristina Wollf, die alle Tötungen von Frauen anhand von Presseartikeln und Mitteilungen der Polizei dokumentiert, 127 getötete Frauen, die meisten davon wurden von ihren (Ex)-Partnern umgebracht.
 
Für November 2020 dokumentierte sie 14 Fälle, in denen Frauen und Mädchen häusliche Gewalt nicht überlebten. Ausgeübt wurde diese tödliche Gewalt primär von den (Ex)-Partnern, aber auch vom Vater oder dem Sohn. Waren es bis zum 18. August 2020 41 Stunden, die auf das Jahr 2020 bezogen durchschnittlich von einem Frauen/Mädchenmord zum nächsten vergingen, so sind es im November 2020 2 Tage. Doch hinter diesen abstrakten Zahlen stehen konkrete Fälle, reale Menschen und Frauenleben, die ausgelöscht wurden:
 
03.11.2020: #Paderborn, †20 Jahre, vom Ehemann erstochen
04.11.2020: #Berlin, †3 Jahre, vom eigenen Vater erstochen
09.11.2020: #Helmstedt, †34 Jahre, vom Lebensgefährten umgebracht
10.11.2020: #Tegernsee, †25 Jahre, vom Ehemann erstochen
10.11.2020: #Schuby, †41 Jahre, vom getrenntlebenden Ehemann umgebracht
10.11.2020: #HersfeldRotenburg, †79 Jahre, vom eigenen Sohn erstochen
11.11.2020: #CastropRauxel, †49 Jahre, vom getrenntlebenden Ehemann umgebracht
18.11.2020: #Delitzsch, Sachsen, †35 Jahre, vom Lebensgefährten erstochen
19.11.2020: #Wattenscheid, NRW, †47 Jahre, vom getrenntlebenden Ehemann umgebracht
21.11.2020: #Vielbaum, Sachsen-Anhalt: †57 Jahre, vom eigenen Sohn erschossen
21.11.2020: #Nürnberg, Bayern: †63 Jahre, vom getrenntlebenden Ehemann erschossen
23.11.2020: #Hüde, Die 33-jährige Jasmin V. Mutter wird erschlagen. Die Mutter von drei Kindern im Alter zwischen 3 und 11 Jahren verstirbt an schweren Kopfverletzungen, ihre Leiche wurde im freien Gelände entsorgt. Der tatverdächtige Ehemann ist in Haft. (Niedersachsen)
23.11.2020: #München, Bayern: †34 Jahre, laut Polizei-PK wahrscheinlich schon vor dem 17. November vom Ehemann erstochen
24.11.2020: #Rodgau, Die 28-jährige Nadira S. wird erschlagen. Die Mutter von zwei Kindern verstirbt an "massiver stumpfer Gewalt gegen den Kopf", ihre Leiche wurde im öffentlichen Gelände entsorgt. Pressemeldungen zufolge wollte sie sich trennen. (Hessen)
 
Professorin Kristina Wolff dokumentierte auch den Fall einer Bonnerin, die nach 44 Ehejahren von ihrem Mann erdrosselt wurde. Als er sie anwies, ihm ein Bier aus dem Keller zu holen, antwortete sie ihm, dass er wahlweise selbst gehen oder sich jemanden organisieren solle, der das für ihn erledigt. Daraufhin sei er eigenen Angaben zufolge in die Garage gegangen, habe ein Nylonseil geholt und sie damit erdrosselt. Vier Minuten lang.
 
Der Tat war ein Streit über die Zukunft des Paares vorausgegangen: Der pensionierte TÜV-Rheinland-Manager hatte sich ein neues, teures Auto angeschafft und beschlossen an die Côte d’Azur zu ziehen. Seine noch berufstätige Ehefrau sah das nicht als ihre Zukunftsperspektive an, womit sie offenbar nach Ansicht ihres Ehemannes ihr Lebensrecht verwirkt hatte.
 
Obwohl er selbst zugab, in die Garage gegangen und das Nylonseil geholt zu haben, mit dem er seine Frau erdrosselte, wurde er nicht wegen Mordes, sondern wegen Totschlags zu 6 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Obwohl das Gericht die Tat als "äußerst" brutal einstufte. Das zeigt, dass Richter bei der Urteilsfindung großen Spielraum haben, bei der Einstufung der Tat und beim Strafmaß. Die tote Frau hatte keine Wahl. [...]
 
Wussten Sie, dass 4 der 5 Opfer des Amokfahrers von Trier weiblich waren? Professorin Kristina Wolff ist dem nachgegangen und sie listet sie in ihrer Dokumentation: Die neun Woche alte Virginia und ihr Vater, Katja L., Ariane T. und eine namentlich nicht bekannte Frau kamen dabei ums Leben. Medienberichten zufolge soll der Amokfahrer im Zickzackkurs durch die Fußgängerzone gerast sein.
Was, wenn er nicht einfach nur Zickzak fuhr, sondern gezielt Frauen ansteuerte? Wer stellt diese Frage? Wer stellt dem Täter diese Frage? Hießen die Toten Ali, Mustafa und Yussuf, würde der Staatsschutz ermitteln. Übrigens auch, wenn sie Ayşe, Fatima und Gül hießen: Als Opfer eines mutmaßlichen rassistischen Anschlags.
Ermordete Frauen werden einfach so hingenommen, als Kollateralschaden einer von Männergewalt geprägten Gesellschaft. Frauenhass als Tatmotiv kommt als verfassungswidrige Kategorie schlicht nicht vor. [...]
 
Insgesamt scheint Gewalt gegen Frauen in der breiten Öffentlichkeit ein eher lästiges Thema zu sein. Die einen skandalisieren Frauenmorde ausschließlich nur dann, wenn ein Ahmed, Mustafa oder Yussuf als Täter ausgemacht werden kann; die anderen skandalisieren nur die Skandalisierung der einen, die Morde selbst scheinen ihnen am Allerwertesten vorbei zu gehen. Laut wird es nur dann, wenn auf den überproportional hohen Anteil von nicht-deutschen Männern an den Tatverdächtigen von (sexualisierten) Gewaltverbrechen hingewiesen wird.
 
Das Problem bei der Wurzel packen
 
Gewalt gegen Frauen beginnt bei verbalen Attacken, Hatespeech im Internet, bedeutet Beschneidung von Frauenrechten in so gut wie allen Lebenslagen, ökonomische Benachteiligung insbesondere von Müttern und älteren Frauen, bis hin zu brutaler Gewalt, die frau nicht überlebt.
 
Kinder sind nach wie vor eine Armutsfalle, vor allem für Frauen, die Mütterfeindlichkeit geht weit bis in feministische Kreise hinein. Andererseits wird den Mädchen ihr Weg als Mutter sozusagen schon in die Wiege gelegt. Kinderlosen Frauen wird das Gefühl vermittelt, keine "richtigen" Frauen zu sein. [...]
 
Nicht die betroffenen Frauen gehören abgestraft, stigmatisiert und gesellschaftlich geächtet - nichts anderes ist eine Unterbringung im Frauenhaus - sondern die Täter. Es muss ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass es Unrecht ist, zuzuschlagen. Das gilt nicht nur für Männer, die Frauen schlagen, sondern auch für Männer, die Männer schlagen/misshandeln, Konflikte gewaltsam austragen, für Frauen, die ihre Männer/Partner misshandeln und für Erwachsene, die Kindern (sexuelle) Gewalt antun. Eltern beiderlei Geschlechts.
Diese Gesellschaft braucht sozusagen ein konsequentes Anti-Gewalttraining, denn wer in der Kindheit Gewalt erfährt, wiederholt dieses Verhaltensmuster mit hoher Wahrscheinlichkeit als Erwachsener."
 
 
Farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
"[...] Die fehlenden Zahlen sind nur ein Versäumnis von vielen: Der Staat scheitert in seiner Aufgabe, die Frauen in diesem Land vor Gewalt zu schützen. Zudem mangelt es an öffentlichem Bewusstsein für das Problem. Wenn wir in den Medien von Frauenmorden lesen, dann häufig nur als Randnotiz, gerne auch mit dem Begriff „Familiendrama“ betitelt. Erst in den letzten Jahren wird vereinzelt von „Femizid“ gesprochen; die Bundesregierung jedoch verweigert bis heute die Anerkennung des Begriffs für Mord an Frauen in Deutschland.

Patriarchales und diskriminierendes Gedankengut
Auch Strafverfolgung und Rechtsprechung sind von patriarchalem und diskriminierendem Gedankengut durchsetzt. Ein Beispiel dafür ist der Fall Juliet H., der gerade in Hamburg verhandelt wird. Juliet H. floh bereits 2017 aus Angst vor ihrem Ex-Partner ins Frauenhaus. Dennoch wurde sie von ihm im Dezember 2018 getötet. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage – nicht wegen Mordes, sondern wegen Totschlags. Die Argumentation: Weil er in der Vergangenheit bereits gewalttätig geworden sei, habe Juliet H. davon ausgehen können, dass er sie erneut angreifen würde. Somit seien die Voraussetzungen zu einer Anklage wegen Mordes nicht gegeben.
 
Juliet H. ist kein Einzelfall. Im Bericht der CEDAW-Allianz, der dem Ausschuss der UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) vorgelegt wurde, steht kritisch: „Trennungstötungen […] werden teils als minder schwerer Fall des Totschlags mit sehr milden Strafen bedacht, weil das Gericht die Motivlage des verlassenen Ex-Partners als nachvollziehbar und strafmildernd wertet.“ [...]
 
„Ziel des Rechts ist es, asymmetrische Machtbeziehungen und Systeme der Ungleichheit zu bekämpfen. Die Justiz hat gegenüber der Gesellschaft die Verantwortung, die Einbeziehung von Vorurteilen, die gegen den Grundsatz der Gleichheit verstoßen, in ihren Gerichtsentscheidungen zu vermeiden.“ Die Richtlinien des mexikanischen Obersten Gerichtshofs zu „Rechtsprechung mit Gender Perspektive“ sind unserer Meinung nach bahnbrechend.
 
Von der mexikanischen Rechtsprechung sollte sich Deutschland eine große Scheibe abschneiden. Denn eine Wiederholung der Tat zu verhindern ist elementare Aufgabe des Staates, mit allen Mitteln der Prävention und Sanktion. Wir brauchen eine offizielle Anerkennung von Femiziden, die über Partnerschaftsgewalt hinausgeht! Wir brauchen Datenerhebung und Forschung, um das Problem bekannter zu machen, und verbindliche Protokolle für Polizei und Staatsanwaltschaft. Auch Richter*innen müssen entsprechend aus- und fortgebildet werden, um Diskriminierung und Re-Viktimisierung durch Gerichtsurteile zu vermeiden.
 
Fangen wir endlich an, frauenverachtende Gewalt in Deutschland ernst zu nehmen!"
 
Quelle: taz.de - "Morde an frauen - Verbrechen mit System", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
Übrigens: So wie jedenfalls die Staatsanwaltschaft Hamburg es mit Mord, Femizid, der im Rahmen von Beziehung durch mehrheitlich bis fast ausnahmslos Männer, Ex-Partner getätigt wird, handhabt, so geht sie auch im Falle von Vergewaltigung im Rahmen von Beziehungen getätigt vor.
Es heißt dann bspw. (wie in meinem Fall), das Opfer habe alles einvernehmlich mitvollzogen, beim Täter habe es deshalb (!) am Vorsatz gefehlt und das Opfer habe sich die Dinge, Zitat aus dem Einstellungsbescheid der Staatsanwaltschaft Hamburg: "möglicherweise unbewusst rückwirkend wahnhaft umgedeutet". Patriarchat.
 
Aktualisierung am 25. Juni 2019
 
Nein, "wir" haben auch in Deutschland kein Problem mit männlicher Gewalt, insbesondere gegen Frauen - bis hin zu "Tötungsdelikten", die dann stets lapidar als "häusliche Gewalt" bzw. Beziehungstat, als "Einzelfälle" abgetan werden und der jeweilige Täter, zumeist ein Mann, tat es "aus Liebe". - Bekanntlich sind es meist (Ex-) Partner von sich getrennt habenden Frauen, die diese "ihre" Frauen vergewaltigen, misshandeln und/oder auch töten. Und es geht um narzisstische Kränkung, Machtansprüche, Besitzansprüche gegen die Frau sowie um Rache. Ja, das hat nach wie vor eine Menge mit vorherrschendem Frauen- und Männerbild zu tun, mit patriarchalem Menschenbild, autoritärem Charakter und pathologischem Narzissmus.
 
Klar, "wir" können das noch endlos leugnen, relativieren, auch nach #metoo weiterhin und: global. Genau das legt dann allerdings nur nochmals demonstrativ offen, w a r u m all das möglich ist, ermöglicht, zugelassen wird, dass es offensichtlich auch n i c h t geändert werden soll. Schon gar nicht durch angemessene PRÄVENTION. Patriarchat.
 
Wann sprechen wir endlich deutlich darüber, dass sexueller "Missbrauch", dass Sexualgewalt, Vergewaltigung weltweit, auch in Deutschland, nach wie vor mehrheitlich (fast ausnahmslos) von Männern getätigt wird - und warum es sich so verhält, warum das "möglich" ist, warum hier nicht angemessen Abhilfe geschaffen wird (gesellschaftlich, politisch, in Schulen, in Elternhäusern/Familien) ... .
 
#metoo hat offenbar ein Mal mehr nicht ausgereicht ... .
 
Da ich (auf facebook) - von einem Mann - bezeichnender Weise gefragt wurde, ob ich alle Männer "unter Generalverdacht stellen" wolle und was ich "tun" wolle - hier meine Replik:
 
Was "ich" "tun will" habe ich in meinem oben stehenden Kommentar bereits formuliert: Information, Aufklärung, Sensibilisierung, Sozialisation - Stichworte Frauenbild, Männerbild, Menschenbild, Konservatismus, Pornographie, Prostitution/"Sexkauf", patriarchale Machtstrukturen in Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft, Geschlechterparität - die nach wie vor auch in Deutschland in den genannten Bereichen n i c h t vorhanden ist - aus bereits genannten Gründen, siehe nochmals die metoo-Bewegung hierzu.
 
Weiterhin wurde geäußert, "Missbrauch" kenne/habe "kein Geschlecht und kein Alter".
 
Das ist nachweislich falsch: Es zeigen sogar die polizeilichen Statistiken auf, dass Sexualgewalt mehrheitlich von Männern getätigt wird - und das rings um den Globus seit Jahrtausenden.
 
Und es sind auch mehrheitlich Männer, die Pornos konsumieren, die "Sexkauf", also Frauenkauf - als Freier - tätigen, siehe auch Escort.
 
Und es sind mehrheitlich Frauen, die Opfer von Sexualgewalt, Vergewaltigung sind.
 
Wer nicht bereit ist, die Ursachen zu erkennen, zu benennen und sie zeitnah adäquat zu beheben - nach wie vor patriarchale Machtstrukturen in allen Gesellschaftsbereichen, Kompensationsverhalten auf Basis von Selbstwertproblematik nicht weniger Männer, siehe auch pathologischen Narzissmus (anti-, dissoziale PKST) - trägt zum Erhalt dieser Missstände je selbst bei.
 
-
 
Nur um eines klarzustellen und nichts (!) zu relativieren:
 
Gewalt gegen Frauen ist kein "muslimisches Problem", sondern ein weltweites und es ist ein männliches, denn Männer sind die Täter dieser Gewalt.
 
Das Patriarchat ist also das Problem, das diesem zugrundeliegende Frauenbild, das durch Männer getätigte Abwerten, Entwerten, Entmenschlichen von Frauen.
 
Zahlen, Daten, Fakten siehe verlinkt.
 
So lange Männer diese Tatsachen weiterhin relativieren oder auch ganz leugnen, ist das Bestätigung ihrer ureigenen Frauenfeindlichkeit und Erhalt genau dieser katastrophalen, unhaltbaren Missstände - des Patriarchats.

Um einem typischen Einwand gleich zuvorzukommen, der verlautbart, es tätigten Frauen mehrheitlich psychische Gewalt, die nicht weniger schädigend sei als physische:
Psychisch-emotionale Gewalt geht physischer fast immer voraus und mit physischer Gewalt geht psychisch-emotionale i m m e r einher. Männer tätigen demnach beides.
 
-
 
"[...] Gewalt in Partnerschaften trifft zu 82 Prozent Frauen, im Ganzen waren es im vergangenen Jahr 104.290 weibliche Opfer. [...]

„Häusliche Gewalt gegen Frauen, gegen Männer, gegen Kinder ist keine Privatsache. Es ist eine Straftat - und sie muss entsprechend verfolgt werden“, sagte Schwesig. Aber zwei Drittel aller Frauen, die schwere Gewalt erlebten, holten keine Hilfe.

BKA-Chef Münch sieht große Dunkelziffer
BKA-Chef Holger Münch, sprach von einem „nicht unerheblichen Dunkelfeld“. Opfer häuslicher Gewalt empfänden ihre Situation oft als ausweglos, deshalb machten sie sich nicht bemerkbar.
 
„Schweigen nützt den Tätern“, sagte Münch. Besonders bei Trennungen entstünden Konflikte. Die größte Tätergruppe sind nach den BKA-Zahlen ehemalige Partner. [...]"
 
Quelle: tagesspiegel.de - "100.000 Frauen von häuslicher Gewalt betroffen"
 
20. November 2018
 
Häusliche Gewalt nimmt zu - Täter sind fast ausnahmslos Männer, Opfer mehrheitlich Frauen, siehe bspw. die PKS.
 
Mit Strafe wird man hier nichts erwirken, verbessern können. Prävention und Täterarbeit ist erforderlich - siehe das Frauenbild und Rollenverständnis von Männern, siehe die Täterpersönlichkeit (häufig liegt eine anti-/dissoziale PKST vor, insbesondere eine narzisstische) und siehe Pornographie und Prostitution, Frauenkauf, die physische und damit stets einhergehende (!) psychisch-emotionale Gewalt gegen Frauen legitimieren, als "normal" erklären, darstellen, verbreiten.
 
"[...] Opfer von Partnerschaftsgewalt sind zu 80 Prozent Frauen. Mehr als 51 Prozent von ihnen haben in einem gemeinsamen Haushalt mit dem Tatverdächtigen gelebt. Das zeigt die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). Demnach wurden 2016 insgesamt 133.080 Personen erfasst, die Opfer von Partnerschaftsgewalt wurden. Knapp 109.000 Opfer waren weiblich. Die PKS erfasste folgende versuchte oder vollendete Delikte gegen Frauen:
 
Vorsätzliche, einfache Körperverletzung: über 69.700
Bedrohung: über 16.700
Gefährliche Körperverletzung: rund 11.900
Stalking: über 7.600
Mord und Totschlag: 357
 
Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung in Partnerschaften sind die Opfer zu fast 100 Prozent weiblich, bei Stalking und Bedrohung in der Partnerschaft sind es fast 90 Prozent. Bei vorsätzlicher, einfacher Körperverletzung sowie bei Mord und Totschlag in Paarbeziehungen sind 81 Prozent der Opfer Frauen. Seit 2012 lässt sich ein kontinuierlicher Anstieg der Opferzahlen von Partnerschaftsgewalt feststellen.
 
Die PKS gibt einen Überblick darüber, in welchem Umfang und mit welchen Ausprägungen Gewalt in Paarbeziehungen bei der Polizei bekannt wurde. Die PKS beschreibt also die bekannten Fälle von Partnerschaftsgewalt - das sogenannte Hellfeld.

Das Dunkelfeld der Partnerschaftsgewalt
Die 2004 veröffentlichte repräsentative Studie "Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland" wurde so konzipiert, dass auch bestehende Dunkelfelder bestmöglich aufgedeckt werden können. Dieser Studie nach haben rund 25 Prozent der Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren mindestens einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexuelle Partnerschaftsgewalt erlebt. Zu einem vergleichbaren Ergebnis für Deutschland kommt auch die im März 2014 veröffentlichte repräsentative Studie der Europäischen Grundrechteagentur zum Ausmaß von Gewalt gegen Frauen in Europa.
 
Bei den körperlichen Übergriffen handelt es sich um ein breites Spektrum unterschiedlich schwerwiegender Gewalthandlungen. Die Übergriffe reichen von wütendem Wegschubsen und Ohrfeigen bis hin zum Schlagen mit Gegenständen, Verprügeln und Gewaltanwendungen mit Waffen. Die Angaben zu sexuellen Übergriffen beziehen sich auf eine enge Definition erzwungener sexueller Handlungen, das heißt Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Zwei Drittel der von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen haben schwere oder sehr schwere körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlitten.

Partnerschaftsgewalt in allen sozialen Schichten
Frauen werden keineswegs nur in sozialen Brennpunkten von ihrem männlichen Partner geschlagen, vergewaltigt, beschimpft oder gedemütigt. Die Studie "Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen", die in 2009 veröffentlicht wurde, belegt, dass auch Frauen in mittleren und hohen Bildungs- und Sozialschichten Opfer von Gewalt werden. Zu den Risikofaktoren gehören neben Trennung oder Trennungsabsicht auch Gewalterfahrungen in der Kindheit und Jugend. [...]"
 
Quelle des zitierten Textes: bmfsfj.de - "Häusliche Gewalt", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
25. November 2018
 
Unter anderem äußerte Giffey sinngemäß (den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr), Frauen sollten dazu ermutigt werden, mehr, öfter Anzeige zu erstatten, wenn sie Opfer von häuslicher und/oder sexueller Gewalt geworden sind. - Wann thematisieren wir öffentlichkeitswirksam(er), aus welchen Gründen Frauen zumeist eben n i c h t Strafanzeige gegen die ihnen mehrheitlich b e k a n n t e n Täter erstatten?
 
Die Gründe hierfür liegen bspw. darin, dass die Frau wirtschaftlich, finanziell vom Mann abhängig ist und/oder sich nicht einfach trennen, nicht einfach gehen kann, bspw. weil sie nicht weiß, wohin, weil sie nicht nur keinen Platz in einem Frauenhaus findet, sondern auch keine bezahlbare Wohnung für sich und ihre Kinder.
Weil Frauen außerdem fürchten, der Mann lasse die Gewalt dann an gemeinsamen/vorhandenen Kindern aus.
Oder auch, weil sie eine Scheidung und alle belastenden Umstände und Folgen derselben fürchten, auch bspw. gerichtliche Sorgerechtsstreits etc..
 
Ein anderer Grund ist, dass die Frau (!) sich schämt, da s i e sich für schuldig hält, was auf intensive Manipulation, gaslighting und victim blaming der Täter zurückzuführen ist.
 
Wann thematisieren wir die Täterpersönlichkeit, dass offenbar viele, wenn nicht alle dieser Männer, die physisch und damit stets (!) einhergehend auch psychisch-emotional gewalttätig werden, häufig, wenn nicht ausnahmslos eine anti-/dissoziale (oder anderweitige) Persönlichkeitsstörung haben, häufig eine narzisstische PKST.
 
Es gibt längst valide Daten hierzu - von Experten, siehe bspw. auf netzwerk B - "Wer sind die Täter", hier sind nicht nur Täter von sexuellem Missbrauch an Kindern, sondern von sexuellem Missbrauch, Sexualgewalt generell gemeint, beschrieben.
Siehe weitere seriöse Quellen zu u.a. der Täterpersönlichkeit, zur gesamten Thematik in meinem blog verlinkt.
 
Wann thematisieren wir öffentlichkeitswirksam, was Frauen "widerfährt", w e n n sie Strafanzeige gegen die Täter erstatten: dass Frauen zumeist von Ermittlungsbehörden (Polizei, Staatsanwaltschaften) nicht geglaubt wird, sie nicht ernstgenommen werden, ihnen von der Anzeige sogar abgeraten wird.
 
Dass die Ermittlungsbehörden häufig offenbar gar nicht(s) ermitteln oder nicht sorgfältig, denn üblicherweise geht man nach dem Opportunitätsprinzip, statt nach dem Legalitätsprinzip vor und üblicherweise werden durch die Exekutive (bio-) deutsche Täter, insbesondere all jene, die dem jeweiligen Opfer b e k a n n t (also gerade nicht fremd) waren/sind, geschont, geschützt.
Verurteilt werden, wenn überhaupt, zumeist nur jene vergleichsweise wenigen Täter, die dem Opfer fremd waren und die (die Täter) überdies einen Migrationshintergrund haben - wir erinnern uns mal eben an den innerhalb auch der deutschen Polizei vorhandenen institutionellen Rassismus, u.a. Amnesty International hat das vor geraumer Zeit bereits angemahnt.
 
Längst müsste angemessen untersucht, eruiert werden, w i e verbreitet Rechtsextremismus und Rassismus in nicht nur der deutschen Bundeswehr verbreitet ist, sondern auch in der deutschen Polizei sowie auch bei Richtern und Staatsanwälten und vor allem: welches Menschen- und Frauenbild diese Staatsdiener haben und wie sich dies durchaus auf ihre Berufstätigkeit auswirkt (trotz des Neutralitätsgebots - es sind diese Staatsdiener auch nur Menschen: mit einem Welt-, Menschenbild, einer politischen Einstellung, persönlichen Erfahrungen, auch sie sind nicht frei von Ressentiments sowie davon, Fehler zu machen). - Gibt es hierzu Evaluation?
 
Es gibt jedenfalls nach wie vor keine tatsächlich unabhängige (!) Kontrolle/Kontrollinstanz der Polizei.
 
Üblicherweise "ermittelt" die Polizei nach erstatteter Strafanzeige, die Staatsanwaltschaft nickt/zeichnet das Ergebnis üblicherweise nur noch ab. Auch hierzu finden sich Quellennachweise zu diesen Fakten in meinem blog (siehe unter "Exekutivgewalt").
 
Auch unter Polizisten, Staatsanwälten, Richtern sind außerdem noch immer die unsäglichen Vergewaltigungsmythen verbreitet und auch unter den genannten Staatsdienern scheint es offenbar wenig bis keine Kenntnis zu bspw. narzisstischer Persönlichkeitsstörung und ihren typischen Folgen (!) zu geben.
 
Und wann wird öffentlichkeitswirksam, d.h. vor allem so, dass es auch in Regierungspolitik ankommt, medial thematisiert, welche Reformen dringend erforderlich sind, damit Frauen tatsächlich Anzeige gegen Täter erstatten können, o h n e durch genau diese Anzeige(n) bzw. das Ermittlungsverfahren inklusive Videovernehmung und aussagepsychologischer Begutachtung (siehe hierzu auch die Gutachter-Problematik, dass und warum die meisten Gutachter gerade n i c h t unabhängig sind, sondern auf Basis von Interessenkonflikten Gefälligkeits-/Tendenzgutachten erstellen - häufig schon deshalb, da ihr jeweiliger Auftraggeber sie für das Gutachten bezahlt) sowie ggf. auch durch einen Gerichtsprozess noch zusätzlich beschädigt zu werden (siehe sekundäre Viktimisierung)?
 
Es gibt auch hierzu längst hervorragende Konzepte, was wie genau zu ändern (möglich, realisierbar) wäre und das zeitnah, siehe in nachfolgendem Link unter "Reformbedarf/Forderungskatalog" auf der Seite #ichhabeangezeigt.
 
Es hilft Frauen vor allem nicht, dass sie von Beginn des Ermittlungsverfahrens an häufig nicht einmal eine Opferschutzanwältin zur Seite haben.
NEIN: Mit Frauen- und weiteren Beratungsstellen allein ist den Frauen gerade n i c h t geholfen, die Anzeige erstattet habenden Frauen benötigen direkt schon vor der Anzeige versierte anwaltliche Beratung, Unterstützung, Begleitung und Rechtsvertretung.
 
Darüberhinaus muss thematisiert werden, w i e Frauen in bspw. der polizeilichen Videovernehmung Suggestivfragen gestellt werden, w i e sie verhört werden, d a s s das passiert und welche Folgen es hat und dass sogar etwaige Beweise (Beweismittel) von "ermittelnder" Polizei vollständig übergangen, ignoriert, nicht einmal auf Beweistauglichkeit geprüft werden - mit entsprechenden Folgen: die Ermittlungsverfahren werden üblicherweise zu Gunsten des jeweiligen Täters eingestellt, die Täter werden nicht verurteilt, tauchen in keiner Kriminalitätsstatistik (als Täter) auf und sie, die Täter, schlussfolgern daraus:
 
Ich kann Frauen nach Belieben misshandeln, missbrauchen, vergewaltigen, erniedrigen, entwürdigen, beschädigen - mir: passiert n i c h t s, für mich, als Täter, hat es keinerlei negative Konsequenzen.
 
Frauen "lernen" daraus: Es ist völlig sinnlos, Anzeige gegen b e k a n n t e Täter (Partner, Ex-Partner, Ehemänner, Verwandte, Bekannte, Arbeitskollegen, Vorgesetzte, Nachbarn, Trainer ...) zu erstatten: die Polizei "ermittelt" so, dass der Täter aktiv geschont, geschützt, entkriminalisiert, also keinesfalls verurteilt wird.
 
Ausdrücklich verweise ich auch an dieser Stelle nochmals auf den unverzichtbaren, informativen Vortrag und Text von Alice Schwarzer "Sexualgewalt und Recht", u.a. zur Täterjustiz und weiteren nach wie vor bestehenden Missständen.
 
Frau Giffey, wann sprechen Sie offen über all diese Ihnen bekannten "Missstände" und: wann beheben Sie sie - angemessen?
 
-
Weder sind Frauenhäuser die alleinige, ausreichende Lösung des bestehenden Missstands, noch schafft Strafe Abhilfe.

Es bedarf der Schuldeinsicht, Reue von und der Wiedergutmachung durch Täter - grundsätzlich.


Es bedarf der Veränderung struktureller Probleme/Gewalt, patriarchaler Strukturen (weltweit nach wie vor bestehend), des einhergehenden, patriarchalen Frauenbildes, des Beendens entsprechend ideologischer, insbesondere auch religiöser Indoktrination von gerade Kindern und Jugendlichen und es bedarf der Täterarbeit, des Erlernens, Wiedererwerbens von Mitgefühl bei Tätern - ein mitfühlender Mensch kann andere Lebewesen nicht quälen, absichtsvoll, wissentlich schädigen. Verweis an dieser Stelle ein Mal mehr auf Arno Gruen.

Es bedarf der Erkenntnis, dass viele Täter (wenn nicht alle Täter von insbesondere Sexualgewalt) persönlichkeitsgestört sind (siehe vor allem anti-/dissoziale, narzisstische Persönlichkeitsstörung).

Und es bedarf auch guter, echter sexueller Aufklärung, Information und entsprechender "Sexualkunde" in gerade auch Schulen - in Deutschland findet üblicherweise kein Sexualkundeunterricht statt, sondern in dem so genannten nur Biologie, Fortpflanzungskunde - es geht darin nicht um Sex, nicht um Konsens, Respekt, Empathie, nicht um Wünsche, Lust, sexuelle Erfüllung, Erotik, Fragen, Zweifel, Ängste, nicht um Sexualpraktiken, je persönliche Grenzen und wie man sie vermittelt, es geht nicht um Masturbation, nicht um Pornographie und nicht um Prostitution/Frauenkauf/Freiertum.
All das wird weiterhin tabuisiert, ignoriert, ausgeblendet, verschwiegen. Mit entsprechenden Folgen.
 
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"[...] Aber aus der Sicht einer jungen Frau in Ägypten, Indien, China, im Iran, in Tschetschenien, Afghanistan, kurzum einem großen Rest der Welt, war dieses Jahr so wie jedes: ziemlich mies, geprägt von Unterdrückung, Ausgrenzung, oft auch von Gewalt und Tod. Dafür steht in erschütternder Weise das Schicksal einer 23-jährigen Studentin aus Delhi, die in einem Bus von einer Horde Männer vergewaltigt und malträtiert wurde. Vor wenigen Tagen starb sie an ihren schweren Verletzungen.
 
In Indien löste dieses Verbrechen heftige Proteste aus, vermutlich auch deshalb, weil diese Frau nicht aus einem Slum kam, sondern aus der Mittelschicht. Und dank einer weltweit vernetzten Öffentlichkeit nehmen an dem Tod der Frau Menschen weit über Indiens Grenzen hinaus Anteil und lassen die Wachsamkeit für solch furchtbare Schicksale wachsen.
 
Ein Verbrechen wie dieses ist in seiner Grausamkeit nicht alltäglich, statistisch gesehen jedoch wird in Indien im Schnitt beinahe jede halbe Stunde eine Frau vergewaltigt. In Russland sterben Schätzungen zufolge jährlich mehr als 14.000 Frauen, weil ihre Männer sie prügeln. Im Iran wurden in diesem Jahr an zahlreichen Universitäten Studentinnen von mehr als 70 Studiengängen ausgeschlossen, weil diese sich angeblich nicht für die weibliche Natur eignen. In Asien werden Millionen weibliche Föten abgetrieben, denn die Nachricht, ein Mädchen zu bekommen, bedeutet für die Eltern meist kein Glück, sondern eine Tragödie wegen der späteren Mitgift, die die Familie womöglich ruinieren wird. In Ägypten wiederum hat sich seit dem Sturz Mubaraks die Situation der Frauen verschlechtert. Die junge Bloggerin Aliaa Elmahdy musste ins Ausland fliehen, nachdem sie aus Protest Nacktfotos von sich veröffentlicht hatte; zudem berichten Aktivistinnen davon, dass die Misshandlungen von Frauen massiv zugenommen haben – und die Polizei nichts dagegen unternimmt.
 
Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen, und sie würde auch Europa nicht auslassen. All diese Taten haben einen gemeinsamen Nenner: den Hass auf Frauen und die Dämonisierung ihrer Weiblichkeit.
 
Oft ist es die Macht der Gläubigen, die das Leben der Frauen verschlimmert, häufig sind es Traditionen, die von Veränderungen abhalten. Immer aber sind es die herrschenden Verhältnisse, die zu ändern niemand bereit ist, der sich darin gut eingerichtet hat.
Dazu gehört auch die Nervosität jener, die jedes Zugeständnis an Frauen, jedes Nach-oben-Kommen als Bedrohung der Männer sehen. Wer staatliche Schritte zur Gleichstellung als eine Einmischung in die sich wunderbar selbst regelnde Gesellschaft verdammt, der hat in aller Regel ein persönliches Interesse: die Machtverhältnisse so zu belassen, wie sie sind.
 
Es heißt jetzt, dass die junge Frau aus Indien nicht umsonst gestorben sei. Dass ihr Kampf weitergehen werde. Nicht umsonst? Und welcher Kampf? [...]
 
Doch die barbarische Idee, Vergewaltiger in Indien chemisch zu kastrieren, wird nichts verändern. Ändern lässt sich nur etwas, wenn Missbrauch geahndet wird, wenn Familien ihre vergewaltigten Töchter nicht als geschändet ansehen, wenn Polizisten Anzeigen ernst nehmen und Behörden Frauen Schutz bieten. Dazu sind politische Entscheidungen notwendig, die weit über Kastrationsfantasien und auch weit über Indiens Grenzen hinausgehen.
 
Als vor fünf Jahren massenhafte Vergewaltigungen international als Kriegsverbrechen anerkannt wurden, war das eine politische Entscheidung; und es ist eine politische Entscheidung, wenn ein Land häusliche Gewalt als Straftat ahndet (was die Hälfte aller UN-Staaten noch nicht tun); es ist eine politische Entscheidung, für welche Projekte das deutsche Entwicklungsministerium Geld ausgibt und für welche nicht; es ist eine politische Entscheidung, zu welchen Bedingungen man die arabischen Länder unterstützt und ob die Einhaltung von Frauenrechten dazugehört. Und es ist auch eine politische Entscheidung, wenn die Kanzlerin bei ihren Besuchen in China, Indien oder Ägypten diese Rechte anspricht.
 
Man muss diese Entscheidungen treffen wollen, die doch nur das Selbstverständlichste verlangen: dass die eine Hälfte der Weltbevölkerung die gleichen Rechte hat wie die andere. Dass die einen nicht über die anderen herfallen im Namen der Ehre – oder in einem Bus."
 
Quelle: zeit.de - "Der Frauenmord"; (farbliche) Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
"[...] Ihr Ehemann und ihre Schwiegermutter mischten ihr während ihrer Schwangerschaft Ei ins Essen. Sie wussten, dass sie darauf allergisch reagiert. Damit hatten sie einen Grund geschaffen, um die angehende Mutter zum Frauenarzt zu schleppen. Der Arzt stellte bei diesem Anlass dann fest, entgegen dem Willen der Mutter, dass sie Zwillingstöchter im Bauch trug. Vermutlich kassierte er für diesen Gesetzesbruch – wie Tausende von Ärzten in Indien und China , die heute täglich das gleiche Verbrechen begehen – eine anständige Bestechungssumme.

Für Khurana begann damals die Zeit ihrer "Folterwochen". Sie wurde in ihr Zimmer eingeschlossen. Sie bekam im eigenen Haus nicht mehr ausreichend zu essen. Und täglich redete ihre Schwiegermutter, eine ehemalige Schuldirektorin, auf sie ein. "Du musst sie beide töten, oder zumindest eine", forderte sie. "Willst du mir nun eine Hand oder beide abhauen lassen?", antwortete Khurana. Mehrmals warf der Ehemann sie die Treppe hinunter, um eine Fehlgeburt einzuleiten. Die Familie drohte, die Zwillinge nach der Geburt zu ertränken. So hatte es die Schwester der Schwiegermutter mit einer ungewollten Tochter früher getan. Khurana war schwach, unterernährt, und die Schwangerschaft plagte sie. Doch sie begriff rechtzeitig, dass sie in einer Familie von Verbrechern lebte – und rettete sich. [...]

Arora humpelt durch die Gassen neben dem Müllberg und führt zu einer Familie, in der sie drei Kinder zur Welt brachte: erst zwei Mädchen, dann einen Jungen. Die alte Hebamme ist eng mit der Mutter befreundet. Man spürt, dass die beiden Frauen ein Geheimnis verbindet. Sie haben es per Hausgeburt geschafft, gegen alle äußeren Zwänge zwei Mädchen zu gebären, von denen das älteste jetzt schon auf dem Bett der Mutter hockt und eifrig Schreiben lernt. Einen Moment lang sind Mutter und Hebamme mit dem Reporter allein in einem gut möblierten Zimmer mit vielen elektrischen Geräten. Da sagt die Mutter schnell: "Das dritte Mädchen hätte ich nicht mehr geschafft. Der Druck war einfach zu groß. Gott sei Dank war es dann wirklich ein Junge. Sonst hätte ich auch abtreiben müssen." Sie spricht wie von einer Selbstverständlichkeit. [...]

Doch für Ärzte in Indien und China sind Abtreibungen längst ein Geschäft, das ihnen jedes Jahr Hunderte Millionen Dollar in die Kassen spült. Die Technik macht ihnen das Geschäft leicht. General Electric und Siemens haben in den vergangenen Jahren in China und Indien neue Ultraschallgeräte entwickeln lassen, die nur einen Bruchteil des Preises der im Westen hergestellten Geräte kosten. Sie verkaufen sich zu Tausenden. Neue Modelle können mobil mit Solarenergie betrieben werden, also auch noch im entferntesten Dorf.

Die große Politik verschweigt die massenhafte Vernichtung der weiblichen Föten bisher konsequent. Finanzieren die Vereinten Nationen eine Tagung zum Thema, dann wie kürzlich im entlegenen Vietnam. In Europa macht sich eine einsame Schweizer Abgeordnete im Europarat für die Sache stark. Sie heißt Doris Stump und hat herausgefunden, dass in Armenien, Albanien, Aserbaidschan und Georgien prozentual ähnlich viele Frauen fehlen wie in Indien und China. [...]"

 
Quelle: zeit.de - "Indien: Der mörderische Makel Frau", farbliche Hervorhebungen (dunkelblau markiert) habe ich vorgenommen.
 
Wir nehmen bitte noch einmal randläufig zur Kenntnis, dass der Mann das Geschlecht des gezeugten/werdenden Kindes bestimmt - seine Spermien. Nicht die Frau - die aber leiden, dafür "bezahlen" muss (auch mit ihrem eigenen Leben) und sogar gezwungen wird, ihre Kinder, ihre Töchter zu töten - sogar dann, wenn sie schon geboren sind. Weil das Patriarchat es so will - in welchem die Frau als "minderwertig" ... gilt.
 
Schau mal - wieder - wie ekelhaft nicht wenige Männer "eingestellt" sind und sich Frauen gegenüber verhalten - von Wertschätzung, Fürsorglichkeit nicht die Spur:
 
"[...] Für viele Frauen beginnt das Martyrium mit einer Schwangerschaft oder der Geburt eines Kindes. Frauen werden in den Augen vieler Männer während der Schwangerschaft "unansehnlich" und irgendwann kommt der Punkt, wo sie sich nicht mehr um ihn kümmern kann, sondern er sich um sie kümmern müsste.
 
Nach der Geburt spielt er zwangsläufig die zweite Geige, viele Frauen haben keine Lust auf Sex - oder Männer nicht auf ihre "ausgeleierten" Frauen. Auch die anfängliche nächtliche Ruhestörung sorgt für Konflikte in den jungen Familien, die mitunter gewalttätig zum Nachteil der Schwangeren oder der jungen Mütter ausgetragen werden. Davon bleiben die Kinder nicht unberührt - auch nicht im Mutterleib.
 
Am lebensbedrohlichsten für Frauen in Partnerschaften ist eine Trennung, der Moment, in dem ER begreift, dass SIE wirklich geht. Fast jeden Tag versucht ein Mann, seine Partnerin umzubringen, jedes dritte Opfer überlebt den Angriff nicht. Hinzu kommt, dass aufgrund des geänderten Sorgerechts Frauen durch gemeinsame Kinder auch an Männer gekettet werden, die ihnen schwere Gewalt antaten oder sogar nach dem Leben trachteten.
 
Denn bei einem Sorgerechtsstreit entscheidet ausschließlich das Verhältnis zwischen Vater und Kind. Das Gewaltverhältnisse zwischen den Eltern, die z. B. durch gemeinsames Sorgerecht zwangsläufig fortgesetzt werden, dem Kindswohl nicht dienlich sind und zudem die Mutter über viele Jahre einem extrem hohen Gewaltrisiko aussetzen, hat sich bis in die Amtsstuben der Justiz offenbar noch nicht rumgesprochen. [...]"

Quelle: heise.de - "Häusliche Gewalt: Alarmierende Fakten", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.

 
Oh ja, es hat sich "in die Amtsstuben herumgesprochen" und gerade genau dort werden männliche Täter geschont, geschützt: indem die Exekutive (Polizei, Staatsanwaltschaften, also die Ermittlungsbehörden) erst gar nicht oder nicht sorgfältig ermittelt - und es gibt in Deutschland keine unabhängige Kontrolle der Polizei, keine entsprechende Instanz/Institution.
 
Die Staatsanwaltschaften wiederum sind auf die Polizei angewiesen, da die Staatsanwaltschaften nicht selbst ermitteln (können), die Ermittlungsergebnisse der Polizei zumeist einfach übernehmen/abzeichnen. Die Folge ist, dass Ermittlungen häufig eingestellt werden, weil es - vorgeblich - keine Zeugen und/oder Beweise der Tat gibt (bei häuslicher und sexueller Gewalt gibt es häufig keine Zeugen) und/oder Beweise als solche nicht anerkannt bzw. vollständig ignoriert werden.
 
Dann ist es auch kein Geheimnis, dass es auch in der Polizei ein Rechtsextremismusproblem, dass es in Deutschland institutionellen Rassismus gibt (siehe bspw. die katastrophale "Aufklärung" des NSU oder auch den Fall von Oury Jalloh ...), dass Polizeibeamte wohl mehrheitlich als mindestens rechts"konservativ" zu bezeichnen sind, dass sie sowie auch Staatsanwälte und Richter bspw. auch der AfD anhängen, für sie kandidier(t)en ... .
 
Die Folge dessen ist wiederum, dass sich das Welt-, Menschen-, Selbstbild von Polizisten, Staatsanwälten, Richtern sowie auch Politikern selbstverständlich auf ihre berufliche Tätigkeit zwangsläufig auswirkt - mit der Folge, dass bestimmte Täter eben geschont, geschützt werden (indem bspw. erst gar nicht angemessen ermittelt wird), dass bestimmte Täter (gerade jene mit Migrationshintergrund) bevorzugt kriminalisiert, auch verurteilt werden, somit in den Statistiken auftauchen, während biodeutsche Täter absichtsvoll entkriminalisiert werden (nicht verurteilt werden, nicht als Straftäter in den Statikstiken auftauchen).
 
Davon abgesehen überrascht es nicht, dass insbesondere Männer, die ein patriarchalisches Welt- und Frauenbild haben, entsprechend "schlecht" mit Frauen umgehen, umgehen zu dürfen glauben und selbstredend sind sämtliche monotheistischen Buchreligionen (Judentum, Christentum, Islam), die sich alle auf das gewaltvolle Alte Testament gründen, maximal patriarchal; und es verhalten sich die solchen Religionen Anhängenden, d.h. durch diese Religionen/Ideologien zumeist seit der Kindheit Indoktrinierten (!) entsprechend.
 
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arte-Dokumentation - "In nomine patris - Die Interessen der Väterbewegung", über die weit verbreitete, männliche Gewalt gegen sich trennende oder getrennt habende Frauen/Partnerinnen und deren Kinder, über Maskulismus ... Unbedingt ansehen.

"[...] Laut der Small Arms Survey machen Femizide fast 20 Prozent der globalen Tötungsdelikte aus, etwa 66.000 Frauen jährlich. Laut eines Berichts der Süddeutschen Zeitung, die sich auf nicht veröffentlichte Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes berief, wurde im Jahr 2011 in jedem zweiten Fall von Femizid, der Ehemann, Freund oder Ex-Partner wegen dringendem Tatverdacht festgenommen. [...]
 
Die Statistik zeigt, dass in Großbritannien im Schnitt jede Woche zwei Frauen von einem Partner oder einem Ex-Partner umgebracht werden (in letzterem Fall meist innerhalb eines Jahres nach der Trennung). Sie zeigt aber auch, dass Femizide in allen Gesellschaftsschichten und Altersgruppen vorkommen—unabhängig vom Wohnort, dem Einkommen, dem kulturellen Hintergrund oder der schulischen Bildung.
 
Der größte Risikofaktor, so scheint es, ist Nähe: 64 Prozent der Frauen wurden von ihrem aktuellen oder einem ehemaligen Partner umgebracht; die verbleibende Mehrheit durch einen Vater, Bruder, Sohn, Kollegen, Angestellten, Kunden oder Freund. Nur ein Bruchteil der Morde (weniger als 10 Prozent) wurden von einem fremden Täter begangen. [...]
 
"(...) Dabei ist es unglaublich wichtig, auf die Beziehung zwischen Opfer und Täter hinzuweisen. Andernfalls sehen wir über die Tatsache hinweg, dass Frauen alarmierend oft von Menschen umgebracht werden, denen sie eigentlich am meisten vertrauen." [...]
 
Dennoch gibt es nach wie vor eklatante Versäumnisse in der Gesetzgebung, da Gewaltdelikte, die gegen Frauen gerichtet sind, nach wie vor nicht als Hassverbrechen anerkannt werden. Das betrifft allerdings nicht nur Großbritannien, sondern Ländern rund um die Welt. In den meisten Fällen schließt Hasskriminalität nur durch Vorurteile motivierte Gewaltverbrechen bezogen auf die Hautfarbe, Religion, Behinderung und Sexualität des Opfers mit ein. [...]
 
„Wir dürfen keine Angst haben zu sagen, dass Frauen Opfer von Gewalt werden, weil sie Frauen sind", sagt Neate, die die Kampagne unterstützt, um Hassverbrechen gegen Frauen in der britischen Gesetzgebung zu verankern. „Gewalt gegen Frauen fußt auf Frauenfeindlichkeit - dennoch weigern wird uns nach wie vor, diese Tatsache anzuerkennen." [...]
 
Die Feindseligkeit und der zum Teil offene Hass, der denjenigen entgegenschlägt, die gegen Gewalt gegen Frauen aktiv werden, macht deutlich, dass Frauenfeindlichkeit nach wie vor weit verbreitet sind. Schon kurz nach Veröffentlichung des Femizidzensus waren die sozialen Medien schon voller beleidigender Kommentare und den üblichen Reaktionen wie „Frauen sind genauso schlimm wie Männer!". [...]"
 
Quelle: broadly.vice.com - "Warum es so wichtig ist, Frauenmorde als Hassverbrechen anzuerkennen"; (farbliche) Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
Nach wie vor bleibt Tatsache, dass Gewalt mehrheitlich von Männern getätigt wird, unabhängig von Kultur, Religion, ethnischem Hintergrund. Mit physischer Gewalt geht btw immer psychisch-emotionale einher. Immer.
 
"[...] Unter denjenigen, die dort mit Pauschalisierungen gegen Migranten und Geflüchtete versuchten, die Frauenbewegung von rechts zu kapern, befanden sich hauptsächlich Männer.

Männer, die sich „von Rockefellers, Rothschilds und anderen Juden“ verfolgt fühlen. Von den Clintons natürlich auch. Und die so ganz nebenbei wie schon bei früheren Gelegenheiten „von ihrem Gott gegebenen Recht Gebrauch machen, ihre Frauen zu beschützen“. Der rechtskonservative Theologe und Publizist David Berger hält eine Rede, erzählt ein bisschen was über „einen künstlichen #MeToo Skandal, der kein Skandal ist“ und darüber das sein Publikum aus „den wahren Feministinnen und Feministen“ besteht. Auf Schildern wird gefragt, „wer unsere Kinder vor Migrantengewalt schützt„. Merkel muss natürlich auch weg. Sogar der Pegida-Gründer Lutz Bachmann hat zwischen (Ermittlungs)verfahren wegen Volksverhetzung die Zeit gefunden, mal vorbeizuschauen.
Eine ganze Menge Männer marschieren mit, die vielfach durch die pauschale Vorverurteilung ihrer migrantischen und geflüchteten Geschlechtsgenossen verbunden sind.
 
Das ist insofern bemerkenswert, als dass gerade Männer von Verallgemeinerungen lieber die Finger lassen sollten. Denn es gibt unzählige Gründe, gegen Männer zu pauschalisieren: Wenn jemand mit einem Schnellfeuergewehr aus einem Hotel in die Menge ballert, seine ehemalige Schule überfällt, einen Menschen mit Säure verätzt oder ein Fahrzeug in eine Menge steuert, dann ist diese Person zumeist männlichen Geschlechts. Gewaltherrscher, Warlords, Drogenbarone, Waffenschmuggler – die offenkundige Gemeinsamkeit liegt nicht in Herkunft oder Hautfarbe begründet, sondern vielmehr in der Geschlechtszugehörigkeit. Frauen begehen nur ein Bruchteil aller Straftaten. Gerade mal 5,3 Prozent der in Deutschland inhaftierten Personen sind Frauen. In Sicherungsverwahrung befinden sich fast ausschließlich Männer. Und seit über 100 Jahren ist die Zahl der weiblichen Verurteilten nahezu gleich geblieben. [...]
 
Wer tatsächlich etwas mit Frauen vorhat, das sind in der Regel männliche (Ex)Partner. Und die müssen dazu weder zugereist sein, noch Hartz IV beziehen oder religiösem Fanatismus frönen. Mann sein genügt.
 
Anstatt also Ressentiments gegen Migranten und Geflüchtete zu schüren oder zu bejahen, sollten wir uns lieber mit problematischen Männlichkeitskonzepten befassen, die viel zu häufig und viel zu zwangsläufig in Gewalt münden. Denn dieses Problem ist sehr real und geht uns alle an."
 
Quelle des zitierten Textes: pinkstinks.de - "Männer raus aus Deutschland!", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 

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