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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Was ist unter welchen Umständen aus welchen Gründen Vergewaltigung, sexuelle Gewalt, Sexualgewalt - insbesondere im Falle von den Opfern bekannten Tätern

update 16 März 2022
 
Wer sind denn - weltweit - fast ausnahmslos Täter von Vergewaltigung? Exakt: Männer.
Warum setzen wir also nicht hier an: beim Selbst-, Männer-, Frauen-, Menschenbild von Männern?
Weil das das eigene Selbstbild, Rollenverständnis, Sozial- und Sexualverhalten in Frage stellte? ;)
 
Um es nochmal deutlicher zu machen:
 
Nur weil deutsche Männer Frauen nicht im Wald, Park, einer Gasse vergewaltigen, sondern dies in der Wohnung an der (Ex-) Partnerin, Bekannten ... tätigen, im Verborgenen, ohne Zeugen und Beweise, ist es deshalb nicht "weniger" Vergewaltigung.
 
Nur weil (auch) deutsche Männer Pornos produzieren, konsumieren, also gefilmte Vergewaltigung, und wenn sie Freier sind, also Vergewaltigung gegen Bezahlung tätigen, ist das nicht "weniger" Vergewaltigung.
Aber d i e s e Täter werden aus bekannten Gründen nicht verurteilt.
 
Und um "es": Vergewaltigung auch für jene ggf. doch endlich verständlich zu machen, die es aus Gründen der mangelnden Empathie und/oder ihres geradezu eingravierten autoritär-patriarchalen Menschen-, Männer-, Frauenbildes, Weltbildes bisher (vorgeblich, scheinbar) nicht verstehen:
 
Jeder Mensch muss gelegentlich essen bzw. hat Appetit, aber er möchte dann und das und jeweils! soviel von dem essen (können, dürfen), das ihm wohltut, das er selbst auswählt: Art, Menge, Zeitpunkt, Häufigkeit der Nahrungsaufnahme. Er möchte nicht "zwangsernährt" werden.
 
Auf Sex bezogen:
Nein, auch und gerade eine Prostituierte hat als Prostituierte nicht Sex. Sie verkauft nicht "nur" ihren Körper, sondern ihre Gesamtperson, denn sie i s t nicht bloß ein gegen Bezahlung benutzbarer Körper, sondern eine Persönlichkeit - kein Gegenstand.
 
Würde die "Bezahlung" wegfallen, täte sie mit Sicherheit nicht das, das der Freier bei ihr bestellt hat, das sie ihm NUR WEGEN der Bezahlung zur Verfügung stellt - sie täte es ohne Bezahlung nicht:
 
- mit ihm: den s i e sich NICHT aussucht
- in diesem Moment
- auf diese Weise.
 
Es liegt weder in Prostitution noch in Porno - der nichts anderes als gefilmte Prostitution/Vergewaltigung ist - sexueller, also e c h t e r, tatsächlicher Konsens zugrunde.
Und nur dann, wenn sexueller Konsens zugrundeliegt, ist es Sex.
Alles andere ist Vergewaltigung. Immer.
 
Und genau diese wird - von mehrheitlich Männern, weltweit, nach wie vor - auch und gerade in Beziehungen getätigt, zumeist geht grooming, gaslighting, Überreden, Manipulation voraus. Siehe Täterpersönlichkeit: Narzissmus, Autoritarismus.
 
Zu einem noch immer verbreiteten Missverständnis:
 
Solche Männer - wie bspw., aber nicht nur Freier - sind keineswegs "zu dumm" zu masturbieren, aber Masturbation ermöglicht ihnen nicht, was sie wollen, befriedigt diese Kompensationswünsche nicht:
 
Es geht dabei grundsätzlich nicht um Sex, sondern um erweiterte Masturbation des Mannes - mit der Frau (gleich, ob Prostituierte oder Beziehungspartnerin, Affäre, ons) als fleischlicher Erfüllungsgehilfin, als belebtes Objekt, Gebrauchs-, Missbrauchsgegenstand.
 
Womit gegen das Menschenwürdeprinzip verstoßen wird, wonach kein Mensch als Objekt, als Mittel behandelt, missbraucht, misshandelt werden darf.
 
Sex kann nicht gekauft, schon gar nicht erzwungen werden, auch nicht mittels Bezahlung. Sex ist keine Dienstleistung:
 
Mann kauft, misshandelt, vergewaltigt stets die jeweilige Frau, Prostiuierte, denn nur mit bzw. an ihr, in ihr und durch sie als Person, Gesamtpersönlichkeit, Individuum, Mensch, Lebewesen kann die "Interaktion", hier die Misshandlung, Vergewaltigung getätigt werden.
 
Mann kann nicht nur einzelne ihrer Körperteile zur Benutzung kaufen, benutzen, sondern es ist stets die gesamte Frau, Person, Persönlichkeit (physisch und psychisch-emotional) betroffen, benutzt, in ihrer Integrität verletzt, versehrt - beschädigt.

Es geht dabei um ausschließlich seine, des Mannes, Triebbefriedigung und mehr noch um Macht, Kontrolle, Unterwerfung.
Nicht selten liegt Frauenhass, ein konservativ-reaktionäres, jedenfalls autoritär-patriarchales Frauenbild, Menschenbild und eine narzisstische Täterpersönlichkeit zugrunde.
 
Es ist also Gewalt: physische ("sexuelle", sexualisierte) und damit stets einhergehend auch psychisch-emotionale. Vergewaltigung.
 
Denn Sex ist Sex und eben nicht Gewalt.
 
Mit Romantik oder gar Liebe hat all das daher augenfällig genau nichts zu tun. Man kann weder Liebe noch Sex kaufen - mann kauft s i c h aus Kompensationsgründen (aufgrund je persönlicher charakterlicher, psychisch-emotionaler, sozialer Unzulänglichkeiten, Defizite) Frauen: als Objekte - zum "Missbrauch", für legalisierte Vergewaltigung.

Und diese tätigen Männer als Freier wie auch als Pornokonsumenten, Pornodarsteller, Pornoproduzenten, Zuhälter und auch als "ganz normale" Beziehungspartner zu Hause.
 
Schluss mit Vergewaltigungsmythen:
Vergewaltigung ist es nicht "erst" oder nur dann, wenn der Täter die Frau prügelt, würgt oder mit einer Waffe bedroht.
 
-
In Kurzfassung:
 
Sex ist es nur dann, wenn das, das geschieht, von allen Beteiligten mit psychischem und physischem Wohlgefühl, Wohlbefinden getan, erlebt wird - ohne Widerwillen, ohne Angst, ohne Ekel, ohne Druck, Zwang, Ausbeutung, ohne physische und/oder psychisch-emotionale Schmerzen, ohne Gewalt.
 
Nur dann: ist das, das die jeweils Beteiligten miteinander (!) sowohl aktiv als auch passiv tun, erleben, tatsächlich freiwillig und konsensual.
 
Alles andere, inklusive BDSM: ist Vergewaltigung.
 
Auch dann, wenn es vor laufender Kamera geschieht, Porno, und/oder wenn dafür mit Geld "bezahlt" wird - Bezahlung ist nicht ansatzweise Entschädigung für die zugefügte bzw. erlittene Sexualgewalt, mit der zwangsläufig  i m m e r auch psychische Gewalt einhergeht, erlitten wird.
 
Die Bezahlung ist zusätzliche Entwertung.
Bezahlung ersetzt grundsätzlich nicht, nie, in keinem Kontext, das erforderliche, gebotene prosoziale, respekt- und rücksichtsvolle, empathische Verhalten.
 
-
Es ist eigentlich, tatsächlich ganz einfach, es bedarf lediglich des Respekts, der Achtung, Wertschätzung und der Empathie - prosozialen Verhaltens.
 
"[...] Asking for consent isn’t hard or awkward. In fact, it makes doing sexy stuff less awkward and less confusing because when there’s clear consent, you know for sure that the person you’re with is down to do the same thing you are.
 
Consent is:  
 
Freely given. It’s not okay to pressure, trick, or threaten someone into saying yes. And you can’t give consent if you’re drunk, high, or passed out.
Reversible. It’s okay to say yes and then change your mind — at any time! Even if you’ve done it before, and even if you’re both naked in bed.
Informed. You can only consent to something if you have all the facts. For example, if someone says they’ll use a condom and then they don’t, there isn’t full consent.
Enthusiastic. When it comes to sex, you should do stuff you WANT to do, not things people expect you to do. If someone doesn’t seem enthusiastic (meaning happy, excited, or energized), stop and check in.
Specific. Saying yes to one thing (like going to the bedroom to make out) doesn’t mean you’re saying yes to other things (like having sex).
 
There are laws about who’s able to consent. If the person you’re with is...
  • Drunk or high
  • Asleep or passed out
  • Below the legal age of consent or much younger than you
  • Disabled in a way that affects their ability to understand you
...then they can’t consent, and it’s not okay for you to do anything sexual with them. [...]
  • Remember: consent for 1 sexual thing doesn’t mean consent for all sexual things.
  • It’s okay for you or the person you’re with to say “stop” at any time. Pay attention to what you partner says, and how happy they seem about it.
Let’s say you hooked up with someone, and everything went great. A few weeks later you think you and that person might hook up again. You need to ask for consent all over again. It’s not enough to get consent just once — consent needs to happen every time.
 
You also have the right to say “no” to anything at any time, even if you’ve done it in the past. Even if you’re seriously dating someone and you’ve done something a bunch of times, it’s still important to ask for consent, and to check in with each other.
 
If you ask for consent and someone says no, try not to take it too personally. It doesn’t mean there’s something wrong with you, and it doesn’t necessarily mean that the person doesn’t like you, either. Different people have different boundaries.
 
But once you know a person isn’t cool with what you’re asking, stop asking. Don’t try to make them feel bad for saying no to you, or try to convince them that they’re wrong or missing out. That’s disrespectful, and not fun at all. [...]"
 
https://www.plannedparenthood.org/learn/teens/sex/all-about-consent
 
Übrigens:
 
Jeder Sexualgewalt, Vergewaltigung tätigende Mann weiß sehr genau, dass er vergewaltigt - immer. Auch, wenn er etwas anderes behauptet oder vorgibt, es sei alles "einvernehmlich" geschehen, die Frau habe alles "freiwillig" gemacht und/oder zugelassen.
 
Nein. Ein Mann, der Sexualgewalt tätigt, w i l l genau das: erniedrigen, entwerten, demütigen, missbrauchen, beschädigen: die Frau. Gleich, ob sie ihm fremd oder - wie in den meisten Fällen - bekannt ist.
 
Ein Mann, der Sexualgewalt tätigt, genießt genau das: die Frau zu demütigen, zu missbrauchen, zu beschädigen.

Er ist an i h r e r sexuellen Erfüllung, an ihren Wünschen, Bedürfnissen, Präferenzen und Grenzen nicht im Mindesten interessiert bzw. überschreitet ihre Grenzen gezielt - entweder allmählich oder sofort vollständig. Meist geht er dabei manipulativ vor, damit er nicht im Vorhinein bereits physische Gewalt anwenden muss und nicht sofort als Gewalttäter, Vergewaltiger erkannt wird.
Er tätigt daher grooming, gaslighting - intensive Manipulation, Täuschung, Verstellung ... .
 
Ein Mann, der Sexualgewalt tätigt, will der jeweiligen Frau, die er missbraucht, beschädigt, nicht wohltun, er w i l l, dass sie leidet: physisch und psychisch-emotional, denn genau das "braucht", geniesst er, d a s ist es, das ihn geil macht und zutiefst befriedigt. Nicht: Sex mit der Frau, seinem Opfer, sondern Gewalt, Missbrauch, Entwertung.

Er braucht das zu seiner Kompensation.
 
Ein solcher Mann k a n n gar keinen S e x.
Sex befriedigt ihn nicht, langweilt ihn, strengt ihn an, ekelt ihn an. So auch die sexuelle e c h t e, nicht vorgespielte, vorgetäuschte Lust der Frau. Denn er kommt mir ihrer sexuellen Potenz, ihrer Lust, ihren Wünschen, Erwartungen, ihrem Körper, ihrer Vulva nicht im Geringsten "zurecht" - er ist ein sexueller Dilettant, Stümper, ein Frauenhasser. - Eine arme Wurst.
 
Siehe pathologischen, malignen Narzissmus, antisoziale PKST und Sadismus. Kompensationsverhalten (Streben nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung ...) aufgrund bestehender, ausgeprägter Selbstwertproblematik, massiven Minderwertigkeitskomplexen.
 
-
Nein, dieses Urteil überrascht mich nicht im Mindesten.
Wie gesagt: Das Problem ist nun nicht mehr das Gesetz, die Gesetzesgrundlage, sondern die Exekutive - das fängt bei den polizeilichen Ermittlungen und Vernehmungen (der Opfer, der geschädigten Frauen!) an - wie diese vonstattengehen ... - und hört mit entsprechendem Richterurteil auf.
 
Oder das Verfahren wird zuvor eingestellt, weil Aussage gegen Aussage steht, es weder Beweise noch Zeugen gibt/gab und man "im Zweifel für den Angeklagten", zu also seinen Gunsten entscheidet - und damit alle Opfer, alle beschädigten Frauen damit noch ein zusätzliches Mal beschämt, erniedrigt, verhöhnt, vorführt und massiv belastet. Vor allem: zum Schweigen bringt. Und genau d a r u m geht es.
 
Denn wer diese Prozedur ein Mal mitgemacht hat und der Täter also staatlich geschont und geschützt wird, der bzw. die wird "beim nächsten Mal" nicht mehr Strafanzeige gegen den/die Täter erstatten.
 
Und wir wissen, wie häufig Frauen Opfer von männlicher Gewalt, auch gerade sexueller Gewalt werden - nicht selten: wiederholt in ihrem Leben und vor allem: sehr häufig innerhalb von Beziehungen. Gerade diese Täter werden jedoch am seltensten - wenn überhaupt - verurteilt (siehe Statistik).
 
Und selbst wenn es Beweise gibt: wird auch dann durch die Exekutivorgane das Geschehen so "interpretiert" bzw. so manipulativ gefragt, dass der Täter wiederum geschont, geschützt, d.h. nicht verurteilt wird.
 
Jeder nicht verurteilte Täter lernt daraus Folgendes:
Ich kann mich Frauen gegenüber so schäbig und so gewaltvoll verhalten (wie ich will ...), sie sogar physisch und psychisch misshandeln und das überdies wiederholt - mir passiert n i c h t s.
 
Und genau das ist die Aussage, die "message", die vermittelt werden soll.
 
Ja: Patriarchat. Immer wieder. Immer noch. Strukturelle Gewalt.
 
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Was ist unter welchen Umständen aus welchen Gründen Vergewaltigung, sexuelle Gewalt, Sexualgewalt - insbesondere im Falle von den Opfern bekannten Tätern
Und so auch mit Sexualgewalt, Vergewaltigung. Man sagt: "Sie wurde vergewaltigt.", "Ich wurde vergewaltigt." Statt: Er vergewaltigte.
 
Ja: Der Fokus müsste endlich vor allem mal auf die Persönlichkeitsstruktur der Täter gelegt werden - auf die Gemeinsamkeiten, die Täter haben, kennzeichnen. Das könnte vorbeugen und Frauen schützen helfen - und das g e r a d e innerhalb von Beziehungen, wo die meiste häusliche und sexuelle Gewalt getätigt wird.
 
Worum es geht:

Den bzw. die Täter in den Blick zu nehmen, statt sie hinter den Opfern, den Geschädigten, verschwinden zu lassen und sie, die Täter, damit zu schützen, zu schonen, aus der Verantwortung zu entlassen, sie unsichtbar zu machen - was transportiert (und transportieren s o l l), dass die Opfer letztlich mehr oder weniger selbst schuld seien, dass sie außerdem - siehe Opferbegriff und was damit häufig assoziiert wird - wohl zu schwach, dumm oder anderweitig unfähig waren, die Tat zu vermeiden, zu verhindern - als sei eben dies die Aufgabe der Opfer - was sie de facto keinesfalls ist.

Es wird begrifflich zumeist nicht unterschieden zwischen Opferrolle, die Menschen einnehmen (möchten), die sich selbst zu Opfern stilisieren, ohne tatsächlich Ge-/Beschädigte zu sein (siehe victim blaming - die Täter-Opfer-Umkehr zu Manipulationszwecken, aus taktischen Gründen) und Opferstatus, den eben jene zweifelsohne tatsächlich "innehaben", die ge-/beschädigt wurden: von einem Täter.

Sie sind also nur deshalb Opfer, w e i l es eine Tat und somit einen (oder mehrere) Täter gab bzw. gibt. - Sie wären ohne diesen Täter folglich keine Opfer (geworden).

Davon aber lenkt genau diese Strategie - absichtlich - ab: Indem Opfer in den Vordergrund gestellt und damit instrumentalisiert, vorgeführt und zusätzlich beschämt und beschädigt werden. Keineswegs geht es hierbei um Mitgefühl für Opfer - denen verächtliches, überhebliches Mitleid nicht im Mindesten hilft.
Es geht wie gesagt darum, den Blick vom Täter wegzuführen - um ihn zu schützen, zu decken, zu schonen. Auf diese Weise bleibt der Täter unbehelligt und kann sich so seiner Verantwortung, auch seiner Schuld also, sehr leicht und bequem entziehen.

Und dem Opfer wird noch zusätzlich, noch ein weiteres Mal der "Schwarze Peter" zugeschoben. Denn es ist nun das Opfer, das sich rechtfertigen, erklären und eben vorführen und beschämen lassen muss.
 
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