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Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie

Ich bin so satt.

 
Es gibt "Momente", da ekelt es mich nur noch an - die ganze menschliche Bedürftigkeit, Unzulänglichkeit, all die Illusionen, der erbärmliche, selbstschonende SELBSTBETRUG, all die Ideologien, die Heucheleien, die Manipulationsversuche, die LÜGEN, die Gier, Machtgeilheit, Sucht, die jämmerlichen Kompensationsversuche, die Scham, die Minderwertigkeitskomplexe, die verachtenswerte Angepasstheit, all die Kleinbürgerlichkeit, die Pseudo-"Spiritualität" (Esoterik, religiöser Glaube, Aberglaube ...), der ganze Hedonismus, Eskapismus, die Morallosigkeit, die Egomanie, der Neid, der Hass, die Heulsusigkeit und das verzweifelte Sich-Klammern an seine jeweilige/je persönliche, mickrige, winzige, bedeutungslose Existenz.
 
Als ginge es um etwas. Als gälte sie etwas - auch über ein paar wenige Generationen hinaus. Als hätte es je eine Rolle gespielt, dass "man" existierte - als sei es nicht völlig nichtig.

Als wäre man unverzichtbar, gar "einmalig" - als wiederholte sich nicht alles - so auch Menschen, Charaktere ... .
 
Als wäre es für irgendetwas wichtig oder gar "gut", dass "man" - dass überhaupt ein einziger Mensch - existiert, je existierte - außer eben für all die (Selbst-) Lügen, Märchen, Mythen, Ideologien.
 
Als sei nicht nichts auf dieser dem Menschen wahrnehmbaren, erfass-/erkennbaren ;) Welt so vollkommen überflüssig wie der Mensch.
Als sei er nicht vollständig herausgeworfen, herausgedrückt - aus der "Harmonie" von Tieren, Pflanzen, Elementen.
 
Weil: er ein Tier ist und zugleich einen "Verstand", ein "erweitertes" :D Bewusstsein, ein jedenfalls menschliches, massiv beschränktes Bewusstsein hat - haben muss.
 
Ich hab´ ja wirklich kein Faible für Bibeltexte, aber ich kann nur bestätigen: "Selig sind, die da geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihr."
 
Entweder: Tier und "nur" Tier. Oder "Geist" und nur "reiner" Geist - ohne Physis (jaja, undenkbar, unmöglich - in unseren beschränkten Bewusstseinsgrenzen) - und nein, damit meine ich nicht "Gott" - bewahre.
Aber dieses Halbwesen-/Zwittertum, das ist wahrlich so unerträglich wie untragbar.
 
Es hängt mir so dermaßen zum Halse heraus, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann.
 
Amen.
 
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... Und dann siehst du diese ganzen, endlos vielen normalen Leute - diese Leute, die es sich in ihrem kleinen, piefigen, oberflächlichen Leben so behaglich wie scheubeklappt eingerichtet haben - ihrem Leben, das aus nichts anderem besteht, als Leistungsideologie, Konsum, Konventionen, schönem Schein/Fassade/Oberfläche, Selbstbetrug, bunten Bildchen von "Familie" und all den Szenen, die sie für den Ausdruck oder gar Beweis von Liebe halten.
 
Du siehst diese Leute, wie sie rastlos, ruhelos immer weiter "streben", wie sie wie der Esel der vor ihm baumelnden Karotte folgen - und wie sie aus jedem Tiefschlag, jeder Erschütterung, jedem Scheitern, Versagen, jedem Straucheln, jedem Fallen, jeder Verletzung noch einen glanzvollen Triumph machen, wie sie sich all das mit ihrem Zwangsoptimismus so zurechtinterpretieren, dass/damit es für sie doch noch irgendwie erträglich wird und irgendwie "sinnvoll" erscheint.
 
Zweifel? :D Vergiss es. Nicht bei solchen Kreaturen. Sie ertragen ihn nicht, sie halten ihn nicht aus - nicht ihre Fragen, die sie daher gar nicht erst stellen, nicht ihren Selbstbetrug, den sie deshalb leugnen, nicht ihre je eigene Widersprüchlichkeit, ihre Ambivalenzen, ihre Inkonsequenzen, all ihre Schwächen, Unzulänglichkeiten, Peinlichkeiten, all ihre Kleinheit und Hässlichkeiten - alles wird umgedeutet, hinfrisiert, zugeschüttet, zwangsoptimiert.
 
Sie schonen: s i c h.
Sie schonen sich zu Tode.
 
Diese erbarmungswürdigen Menschlein - die jeden Abgrund scheuen.
Sie haben ja nur dieses eine, kleine "Leben" - dieses eine einzige Mal - oder sie leugnen sogar auch das - weigern sich, diese Tatsache - ihre VERGÄNGLICHKEIT, ihre ENDLICHKEIT - anzuerkennen.
 
Man "muss ja das Beste daraus machen". - Das Beste. Wohlgemerkt. Und: das Leben also als auferlegte Pflicht - die keinen Widerspruch, kein Aufbegehren, kein Klagen duldet - dieses Sich-Wegducken: deuten sie tatsächlich als "Stärke", gar als "Lebenskunst".
 
Es wäre ja amüsant - wenn es nicht so viele wären.
 
So sieht man vor lauter Abziehbildchen den GRUND nicht mehr - den Grund, darauf zu stehen, darauf zu gehen, darauf zu liegen, darauf zu kommen - in ihn zu sinken und: h e r a u s zu fallen.
 
Bewusst. Beherzt.
Wach und couragiert.
 
Nein, verehrter Camus - Sisyphos "muss" man sich nicht als "glücklichen" Menschen vorstellen, sondern als u n b e w u s s t e n. Und das Traurigste: Selbst wenn er träumte, träumte er nur von dem, das er sich vorstellen konnte - blieb er in seinem Käfig gefangen.
 
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