Overblog
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Zur Änderung beim Unterhaltsvorschuss ab Januar 2017

 
Grundsätzlich dürfte Unterhaltsvorschuss und Kindergeld wie auch Unterhalt (bis zur Höhe des - dann angemessenen - Unterhaltsvorschusses) nicht auf Hartz 4 (als Einkommen) angerechnet werden.
 
Hartz 4 müsste aktuell um ca. €200,- monatlich je erwachsener Person erhöht, also bedarfsgerecht an Kosten und Preise angepasst werden und entsprechend hoch müsste folglich der Mindestlohn sein (siehe Lohnabstandsgebot), d.h. erhöht werden, nach grober Berechnung auf aktuell ca. €16,- die Stunde.

Unterhaltsvorschuss muss dann bis zum 18. Lebensjahr gezahlt werden, sofern kein Unterhalt gezahlt wird/werden kann und die Behörden (siehe Beistandschaften bei Jugendämtern) müssten deutlich engagierter den Unterhalt einzutreiben versuchen.
 
In unserem Falle ging es schließlich nur mittels Rechtsanwältin und Pfändungs- und Überweisungsbeschlüssen - das Jugendamt (Beistandschaft) tat zuvor nichts, außer den Vater anzuschreiben.
Der dann schlicht, wie üblich, nicht "mitwirkte".
 
Genützt, geholfen hat es mir nicht, da eben der UHV auf Sozialleistungen angerechnet wurde und wird.
Aber es geht auch "ums Prinzip": Ein Vater, der in der Lage ist, Unterhalt zu zahlen, sollte dies - eigentlich aus freien Stücken - für sein Kind (!) auch tun. Ich rede hier stets vom Unterhalt für die Kinder, nicht die Mütter.
 
Für die Mütter bzw. Eltern, die das Kind überwiegend und angemessen "betreuen", umsorgen ... (mit denen es im eigenen Haushalt lebt), ist ein existenzsicherndes Eltern-, Familien-, Mütter- bzw. Sorge-Gehalt in angemessener Höhe (keine "Herdprämie"!) zu zahlen - existenzsichernd für den alleinerziehenden Elternteil und dessen Kind/er, wiederum also deutlich über Hartz 4-Niveau.
Und das tatsächlich bis mindestens zum 14. Lebensjahr jedes Kindes. Weil es ab dann - je individuell verschieden - eingermaßen selbständig ist, weniger Betreuung (im Alltag) ... bedarf - wobei das wie gesagt individuell sehr variiert und gerade in der Pubertät wiederum vermehrter "Betreuungs-, Zuwendungsbedarf" bestehen kann - die Eltern somit wieder mehr Zeit für eigene Tätigkeiten (bspw. Erwerbstätigkeit) haben.
 
Grundsätzlich ist gerade auch die häusliche Sorge-Arbeit als ARBEIT, als für weltweit jede (!) Gesellschaft unentbehrliche Leistung gesellschaftlich adäquat anzuerkennen und entsprechend angemessen monetär zu honorieren.
 
Außerdem ist sie (die Sorge-Arbeit) gleichberechtigt zwischen den Geschlechtern aufzuteilen, was zweifelsohne ein anderes Arbeiten, Wirtschaften und Zusammenleben/Wohnen erfordert:
Andere Wohnformen, andere Arbeitszeitmodelle, andere Möglichkeiten, erwerbstätig sein zu können bzw. gerade nicht erwerbstätig sein zu müssen (denn Arbeit ist mehr und noch ganz anderes als Erwerbstätigkeit), damit es gerade nicht zu Dreifachbelastungen (Beruf, Kinder/Familie, Haushalt), zu regretting motherhood und zum Mütterburnout kommt.
 
Gerade Frauen müssen eine echte Wahlfreiheit diesbezüglich haben bzw. erhalten: ob und wann sie nach Geburt von Kindern wieder in die Erwerbstätigkeit einsteigen möchten bzw. ob sie ihre Kinder selbst zu Hause betreuen oder fremdbetreuen lassen.

Fremdbetreuung ist, wenn überhaupt, frühestens ab dem Alter von 3 bzw. (je nach Kind) 4 Jahren geboten und hat vorher nicht stattzufinden.

Stattdessen bedarf es anderer Formen des Zusammenlebens in der Art familiärer Strukturen, Wahlverwandschaften - siehe zur groben Orientierung die Mehrgenerationenhäuser, cohousing, siehe außerdem bereits bestehende, alternative Wohnprojekte, die jedoch bisher nur wiederum privilegierten Menschen zugänglich sind.
 
All das wäre möglich, umsetzbar, es setzte allerdings voraus, dass Menschen begreifen, dass auch in der Wirtschaft (gerade dort) das Fürsorgeprinzip Priorität haben, bekommen muss, dass Arbeit außerdem nicht mit Zwang einhergehen muss, sondern Freude machen nicht nur kann, sondern sollte, dass dies eine sinnvolle, sinnstiftende, gemeinwohlfördernde Arbeit sein muss, nur sein kann, dass jeder sich überdies nur nach je eigenen, individuellen Möglichkeiten und Fähigkeiten einbringen kann und ihm eben dies durch (regierungs-) politisch geschaffene Voraussetzungen, Gegebenheiten endlich ermöglicht werden muss.
 
Vertrauen, Kooperation, Solidarität und Bedürfnisorientiertheit - statt Zwang, Druck, Kontrolle, Strafe, Schikane.
 
Menschen außerdem tatsächlich nach ihren je individuellen Fähigkeiten, Interessen und Möglichkeiten "fördern", bedürfnisorientiert und bedarfsgerecht unterstützen - und das auch noch später im Leben, nicht nur bis zum Alter von ca. Mitte/Ende 20.
Und dies überdies so niedrigschwellig und bürokratiefrei wie möglich. Mehr learning by doing, wo möglich, mehr Chancen auf Quereinstiege.
 
Förderung für Menschen ohne Schul- und/oder berufsqualifizierenden Abschluss, statt Ausbeutung durch Leiharbeit, Niedriglöhne, unmenschliche, häufig schädliche, mindestens massiv verbrauchende ... Arbeiten und Arbeitsbedingungen, durch generell Erwerbstätigkeit, die vorrangig dem Erhalt, Fortbestand des Kapitalismus´ und somit dem Privilegienerhalt einiger Weniger dient.

Die Digitalisierung der Arbeit würde, könnte so einiges ermöglichen. Dass Menschen weniger wie Roboter/Maschinen arbeiten und entsprechend leben müssen, sondern bedürfnisorientiert, prosozial, kooperativ, solidarisch, kreativ, schöpferisch aktiv und soziale, zwischenmenschliche Beziehungen wohltuend aufbauen, pflegen, erhalten könnend.

Dass Menschen ein zunehmend anderes, zeitgemäßes Verständnis von Arbeit entwickeln können - Arbeit nicht als Zwang, sondern aus und mit Freude.

Nur da, wo ein Mensch etwas gerne und überzeugt tut, wird er sich engagiert einbringen ..., wird er auch im Rahmen seiner Möglichkeiten Verantwortung übernehmen, leistungsbereit sein.

Jeder Einzelne muss dabei jedoch als Individuum betrachtet werden, d.h. auf seinen bisherigen Lebenslauf, auf je individuelle physische wie psychische "Beschädigungen", Einschränkungen, Umstände muss entsprechend Rücksicht genommen werden.
Kein Paternalismus, sondern Menschlichkeit, Unterstützung, wo nötig, bei größtmöglichem Freiraum (Selbstverantwortung soweit möglich, auf welche Weise jeweils dem Einzelnen möglich, bewältigbar).
 
Es wird all das allerdings ohne einen anderen, kritischen, selbstkritischen Konsum, eine gewisse Selbstbeschränkung, den freiwilligen Verzicht nicht möglich sein.
Prioritäten setzen, sich auf das Wesentliche beschränken, bspw. Ressourcen schonen, Müll vermeiden, langlebige Produkte guter Qualität (in verschiedener Hinsicht: gute Qualität, siehe Herstellung, Vertrieb, Rohstoffe, Gesundheitsaspekte, Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Design, Funktionalität ...) herstellen, nutzen, handeln.
Konsumismus nicht mehr aus Kompensationsgründen, stattdessen ethisch bewusst, verantwortungsvoll und nachhaltig konsumieren.
 
Ja, letztlich kommen wir da um ein BGE, ein emanzipatorisches Grundeinkommen, nicht herum.
 
-
 

Diesen Post teilen

Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post