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Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie

Berichte aus und Einblicke in den Hartz 4-Alltag ... für all jene, die davon noch immer kaum eine Vorstellung haben (wollen?)

 
Ich habe ein paar harmlose, gleichwohl drängende Fragen:
 
Was nützt das "Bildungs- und Teilhabepaket", das monatlich für ein Kind €10,- für Freizeit, für "soziokulturelle Teilhabe" vorsieht, wenn:
davon Folgendes bezahlt werden soll:
 
- Kino- und/oder Theater- oder Konzertbesuch (des Kindes, wenn es noch kleiner ist, kann es dort nicht alleine hingelangen und teilnehmen, wer bezahlt den Eintritt des begleitenden Elternteils sowie die Fahrt zum Veranstaltungsort?)
 
- Vereinsmitgliedschaft: Die monatliche Gebühr mag möglicherweise durch die €10,- gerade gedeckt sein (je nach Verein und Sportart ist sie es aber auch nicht!), aber was ist mit den erforderlichen Geräten, der erforderlichen Bekleidung (bspw. bestimmten Schuhen bei verschiedenen Tanzsportarten oder bestimmter erforderlicher Bekleidung beim Fechten, Reiten oder Kampfsportarten etc.)?
 
- Instrumentalunterricht: Auch hier mag die Gebühr je nach Stadt und Jugendmusikschule vollständig übernommen werden, jedoch nicht übernommen wird die Gebühr für das erforderliche - zu erwerbende oder auszuleihende - Instrument. Die Neuanschaffung ist nicht zu bewältigen und auch "Gebraucht-Instrumente" sind mehrheitlich noch immer zu teuer. Je nach Instrument muss es außerdem "mitwachsen", ist also nach ca. einem Jahr ein neues, größeres erforderlich (siehe bspw. bei der Geige so).
Also läuft es auf die Ausleihe hinaus, diese aber kostet monatlich bereits um die €15,- (manchmal auch mehr) und hinzu kommt die - verpflichtende! - Instrumentenversicherung, die im Jahr ca. €50,- kostet.
Was soll ich mit kostenfreiem Unterricht, wenn ich das Instrument nicht finanzieren kann?
 
Und wenn ich also bereits die BuT-Leistung für den Sportverein in Anspruch nehme - für mein Kind, nicht für mich, klar - dann ist Musikunterricht nicht mehr möglich und umgekehrt.
 
Und überdies ist dann auch keine weitere Freizeitgestaltung mehr finanzierbar, denn ich darf ja monatlich maximal €10,- dafür ausgeben - Zoobesuche, Bootfahren, Kindertheater-/konzertbesuch, Kino oder andere Veranstaltungen sind dann: nicht mehr drin. Ganz einfach.
 
Aber klar, das nennt sich "soziokulturelle Teilhabe". Fürs Kind. Von den Eltern erst gar nicht anzufangen - für die gibt es das schlicht nicht, ist nicht vorgesehen. (Die im Regelsatz veranschlagten €44,60 brauche ich fürs Essen, sorry. - Und nein, weder ich bin übergewichtig noch mein Kind ist es. Das Gegenteil ist eher der Fall. - Ich wiege 50kg bei einer Körpergröße von 1,67m. Ich denke nicht, dass man hier von Übergewicht sprechen kann.)
 
Es geht doch also gar nicht um die "in Armut befindlichen" Kinder, um deren viel zitierte "Förderung".
Man will sie gar nicht wirklich fördern - anderenfalls baute man nicht wissentlich/absichtsvoll all solche "Hürden", Unwegbarkeiten ein!
Man will eben gerade n i c h t, dass sie gleiche oder auch nur annähernd ähnliche Chancen haben/erhalten wie Kinder privilegierter Eltern.
 
Und dann zum ÖPNV:
 
Ich darf für den Posten "Verkehr" (siehe aktuellen Regelsatz) €25,45,- mtl. ausgeben.
Fein. Nenn´ mir eine Stadt in Deutschland, in der man für dieses Geld eine Monatsfahrkarte käuflich erwerben kann: ?
 
In Hamburg kostet die günstigste Monatskarte für den Bereich (Tarifzonen), der erforderlich ist, um sich in der Stadt einigermaßen bewegen zu können bzw. wenn/weil man weit außerhalb des Zentrums wohnt (da es nur dort, wenn, "bezahlbaren Wohnraum" gibt ...) monatlich €60,20. (Im Abo noch etwas günstiger, aber eben bindender, was wiederum "schwierig" ist ... .)
Mit dieser Fahrkarte darf ich zwar auch mit 1 bis 3 Kindern unterwegs sein (bis 14 Jahre), aber nicht in der Zeit vor 9 Uhr sowie zwischen 16 und 18 Uhr (Hauptverkehrszeit also). Wenn man jedoch nachmittags mit Kindern unterwegs ist, fällt die Fahrtzeit meist gerade irgendwie in diese Zeit. Man muss dann jedoch extra Fahrkarten kaufen - für sich und das Kind.
 
Äußerst lukrativ für die Verkehrsdienstleister; für all jene, die sich den ÖPNV finanziell "schlicht" nicht leisten können, bedeutet das Exklusion, soziale Isolation - man bewegt sich nur noch im je eigenen Stadtteil, da man nur Strecken zurücklegen kann, die sich zu Fuß (mit Kind/ern) im Rahmen des Alltags - zu übrigens und überdies jeder Jahreszeit - bewältigen lassen.
 
Mit allen Folgen, die das hat:
 
Arztbesuche außerhalb des Stadtteils sind nicht möglich, Geschäfte aufzusuchen, die sich außerhalb des "eigenen" Stadtteils befinden (und ggf. günstigere Produkte anbieten!), sind nicht erreichbar, Menschen und/oder gar Veranstaltungen zu besuchen, die sich außerhalb des eigenen Stadtteils befinden, sind nicht "kontaktierbar" ... . Und je weiter außerhalb des Stadtkerns man wohnt/wohnen muss (weil nur dort, wenn überhaupt, "bezahlbarer Wohnraum" vorfindbar ist), umso abgeschnittener ... ist man folglich: zwangsläufig.
Ich kann mir nicht einmal ein gebrauchtes Fahrrad leisten, habe deshalb seit mehr als zehn Jahren keines mehr. Ich kann von Glück! sagen, wenn ich wenigstens für meine Tochter - immer wieder - ein secondhand-Rad finde: ihrer jeweiligen Körpergröße/ihrem Alter entsprechend.
Dass ich weder Führerschein noch Auto habe, hatte ich an anderer Stelle bereits erwähnt. Auch das war - beides - finanziell nie möglich (alleinerziehend mit zwei Kindern, mit 19 zum ersten Mal Mutter geworden, ohne Herkunftsfamilie, d.h. ohne familiären, sozialen und/oder finanziellen Rückhalt, stets in eigenem Haushalt lebend, Miete ... zahlen müssend, in Ausbildungen befindlich und jobbend).

Es gibt ein sogenanntes "Sozialticket" (seit einiger Zeit) in Hamburg, damit erhält man eine Vergünstigung auf die Karte in Höhe von €20,40.
Dann müsste ich jeden Monat immer noch €39,80 für also die günstigste Monatskarte zahlen - wo aber der Regelsatz hierfür nur €25,45 monatlich vorsieht. Und im Posten "Verkehr" ist btw auch so etwas wie Anschaffung eines Fahrrades (secondhand, klar) vorgesehen oder auch Reparaturen an selbigem.

Und wenn mein Kind alleine mit der Bahn oder dem Bus fahren würde, müsste es nochmals extra bezahlen, da die Monatskarte ja nur auf mich (mit Lichtbild) ausgestellt ist.
 
-
 
 
Ich lege es nun einfach alles offen - wiederum keinesfalls, um bemitleidet werden zu wollen (bitte also auch nicht zu werden, Danke), sondern um Einblick zu gewähren - ganz basal, ganz anschaulich, ganz lebensnah - ich stelle mich gewissermaßen als Schauobjekt zur Verfügung (ist das auch bereits Prostitution? - Nun, ich erhalte kein Geld und auch sonst nichts dafür, es könnte demnach allenfalls - pathologisiert ;) - unter "krankhaften Lebensumständedarlegungs-Exhibitionismus" fallen) - bittesehr, zu eurem Amüsement ein Mal mehr:
 
Was wir (meine Tochter und ich) an Strom- und Wasserkosten zusätzlich zahlen müssen - das an anderer Stelle fehlt:
 
Nach oben verlinkten Texten fallen in einem Single-Haushalt durchschnittlich monatlich ca. €40,-bis €50,- Stromkosten an.
 
Wir sind zu zweit und haben eine monatliche Strompauschale in Höhe von €50,-. Das dürfte somit im angemessenen Rahmen liegen und wir erhalten Öko-Strom. Ja, auf diesen bestehe ich - "dekadenterweise".
 
Das Jobcenter zahlt monatlich jedoch nur €33,- für Strom, was bedeutet, dass ich jeden Monat €17,- zusätzlich aufbringen muss, um die monatliche Strompauschale an unseren Stromanbieter zahlen zu können. Auf das Jahr gerechnet sind das €204,-.
 
Ähnlich verhält es sich mit dem Wasser. Wir haben eine zentrale Wasserversorgung, leider jedoch einen überdurchschnittlich hohen Wasserverbrauch, obwohl wir bemüht sind, Wasser sparsam zu verwenden, was jedoch aus verschiedenen, u.a. gesundheitlichen Gründen nicht ohne Weiteres möglich ist.
 
Hier gewährt das Jobcenter einen monatlichen Pauschalbetrag (in den Nebenkosten enthalten) in Höhe von €39,- für meine Tochter und mich für Wasserkosten.
Tatsächlich zu zahlen habe ich jedoch je Monat €51,- an die hiesigen Wasserwerke. Es besteht somit eine Differenz von €12,- monatlich, die ich wiederum selbst aufbringen muss, die an anderer Stelle fehlen.
 
Aktuell (Oktober 2016) soll der monatliche Abschlag nun auf €55,- erhöht werden und es ist überdies eine Nachzahlung an die hiesigen Wasserwerke von mir zu leisten - die das Jobcenter ebenfalls nicht übernimmt, da unser Wasserverbrauch "unangemessen hoch" ist.
 
In den Jahren zuvor hatte ich bereits eine monatliche Wasserkostenpauschale von €57,- zu entrichten.
Wenn wir jedoch mit zunächst nur den €12,- Differenz  je Monat (siehe oben) rechnen, sind auch dies im Jahr €144,- die meiner Tochter und mir fehlen.
 
Zusammen mit den zusätzlich zu zahlenden Stromkosten (in Höhe von €204,- jährlich, siehe, wie oben erläutert), sind das jedes Jahr €348,- die uns zum "Leben" fehlen. Und sie fehlen: erheblich!
 
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"[...] Deutschland fällt sozial und politisch immer stärker auseinander: Während das reichste Geschwisterpaar der Bundesrepublik, Stefan Quandt und Susanne Klatten, im Frühsommer 2016 für das Vorjahr allein 994,7 Mio. Euro an Dividenden aus BMW-Aktien bezog, befanden sich fast zwei Mio. Kinder und Jugendliche im Hartz-IV-Bezug. Deren (überwiegend alleinerziehende) Mütter wissen oft gar nicht, wie sie am 20. des Monats noch etwas Warmes auf den Tisch bringen sollen.
 
Eine betroffene Mutter berichtete im Interview, sie sei jedes Mal froh, wenn ihre Tochter oder ihr Sohn nicht zu einem Kindergeburtstag eingeladen würde (weil dann kein Geschenk gekauft und auch keine Gegeneinladung ausgesprochen werden muss). Gibt es etwas Schlimmeres für eine Mutter, als sich wünschen zu müssen, dass ihr Kind möglichst wenig Freundschaften schließt?
 
Wie unsensibel die verantwortlichen Politiker für das Armutsproblem sind und welch hohes Maß an Gleichgültigkeit ihre Parteien gegenüber den davon Betroffenen an den Tag legen, zeigt sich an folgenden Entscheidungen: CDU, CSU und SPD haben die Bundesausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe gekürzt und wollen das Sozialgeld der jüngsten Kinder (von 0 bis 5) im nächsten Jahr um keinen Cent erhöhen.
 
Dabei muss eine alleinerziehende Mutter im Hartz-IV-Bezug, wenn sie Windeln kauft, eine von denselben Regierungsparteien auf 19 Prozent erhöhte Mehrwertsteuer zahlen. Dagegen zahlt ein Reicher, der sich ein Reitpferd kauft, nur 7 Prozent. Und ein ganz Reicher, der sich ein Aktienpaket für 30 Mio. Euro kauft, muss überhaupt keine Umsatzsteuer mehr zahlen, weil die Regierung Kohl die Börsenumsatzsteuer 1991 abgeschafft hat, obwohl es sie am Finanzplatz London bis heute gibt. Mehr muss man über die Steuerungerechtigkeit in Deutschland eigentlich gar nicht wissen.

Den armen Kindern fehlt eine mächtige (Wirtschafts-)Lobby
Wohingegen sehr reiche Eltern auch politisch einflussreich sind. Deswegen kann der Nachwuchs von Familienunternehmern, die in anderen Staaten als „Oligarchen" bezeichnet, bei uns jedoch mit dem Kosenamen „Familienunternehmer" belegt werden, ganze Konzerne erben, ohne Erbschaftsteuer in nennenswerter Höhe zahlen zu müssen. [...]"
 
Quelle: Huffingtonpost - "Die Paternoster-Gesellschaft: Reiche fahren nach oben, Arme nach unten", von Christoph Butterwegge.
 
... ABER, ihr süßen "RECHTSKONSERVATIVEN" AfD-WÄHLER, die ihr mehrheitlich selbst privilegiert seid: macht ruhig einfach weiter, mit eurem ewigen Flüchtlings-bashing, mit SPALTUNG, HETZE (auch über sogen. "Gutmenschen" und "Linksversiffte"), HASS, IGNORANZ, GEIZ, GIER und EGOMANIE. - Ihr habt schon immer mit zweierlei Maß gemessen und eine Doppel- bzw. Scheinmoral an den Tag gelegt: die stets andere, Schwächere verurteilt, erniedrigt, vorführt, ausbeutet und euch selbst schont. - Ihr seid nicht nur hässlich, sondern vor allem: erbärmlich. In all eurer Charakterschwäche, in all eurer Verengtheit des Herzens und Provinzialität des Geistes.
 
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Wieder in eigener Sache/aus dem Hartz 4-Alltag. - Hatte dann einfach mal die entsprechende Behörde auf das BuT angeschrieben, deren Antwort ich heute erhielt (siehe unten ebenfalls einkopiert) - und mittels des angehängten Links (des von der Behörde verlinkten "Faltblattes") kann man sich gerne mal einen winzigen Einblick in den SGB II - und Fachanweisungs-Bürokratiewust verschaffen:
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
folgende Frage: Wenn ein Kind den Beitrag für Instrumentalunterricht an der Jugendmusikschule Hamburg im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets finanziert bekommt, wie verhält es sich hierbei mit der Finanzierung des erforderlichen Musikinstrumentes? Diese ist zusätzlich erforderlich, denn ohne Instrument kann die Förderung - der Instrumentalunterricht - nicht in Anspruch genommen werden.
 
Ein Instrument auszuleihen ist je nach Instrument möglich, kostet aber eine monatliche Gebühr (je nach Instrument unterschiedlich, ab ca. €15,- mtl.), hinzu kommt (auch bei der Jugendmusikschule Hamburg selbst) verpflichtend (!) die Versicherungsgebühr für das Instrument (je nach Instrument im Jahr ca. um die €50,-). Das ist ein Betrag, den man insgesamt im Hartz 4-Bezug nicht aufbringen kann. (Wenn man nicht privat ggf. in irgendeiner Form doch unterstützt wird - bei uns ist dies leider nicht der Fall.)
 
Ein gebrauchtes Instrument ist immer noch ebenfalls zu teuer, da hierfür ein größerer Geldbetrag auf einmal erforderlich ist/verfügbar sein muss. Was ebenfalls mit Alg 2 kaum - bei uns: nicht - möglich ist.
 
Wie kann also die Förderung im Bereich Kultur/Musik/Instrumentalunterricht dann überhaupt in Anspruch genommen werden, wenn kein - erforderliches - Instrument finanziert werden kann? Denn diese Anschaffungs- oder Leihgebühr (siehe oben) ist im BuT nicht enthalten.
Was aber hilft es dann?

Oder gibt es eine gesonderte finanzielle Unterstützungsmöglichkeit für diese Situation? An wen könnte man sich ggf. wenden?
 
Freundliche Grüße
 
 
Deren Antwort:
 
"Sehr geehrte Frau ...,
 
die Leistungen im Rahmen des Bildungspaketes für die soziokulturelle Teilnahme sind im Gesetz leider ausdrücklich auf 10 € pro Monat begrenzt. Darunter fallen auch Kosten für Instrumente. Falls die monatlichen Kosten des Unterrichtes geringer sind (z.B. 6 €), könnte der Rest (4 €) pro Monat für die Instrumente verwendet werden bzw. dafür angespart werden, aber das ist eher eine theoretische Möglichkeit, da in der Praxis die Teilnahmegebühr immer über 10 € liegt.
 
Allenfalls könnte noch eine Hilfe durch eine Stiftung o.ä. in Frage kommen, z.B. bei besonders begabten Kindern. Entsprechende Stiftungen sind mir aber nicht bekannt.
 
Beigefügt ein Faltblatt mit den wichtigsten Informationen. Weitere Einzelheiten finden Sie hier http://www.hamburg.de/basfi/fa-sgbxii-kap03-34/ bzw. hier http://www.hamburg.de/…/fa-sgbi…/5567034/fa-sgbii-28-30-but/ und hier http://www.hamburg.de/bildungspaket
 
Mit freundlichen Grüßen
..."
 
-
 
... Erst vergeht eine für diese Situation (Hartz 4-Bezug, Armut, Niedriglohn ...) lange Zeit des Bangens, Leidens, Entbehrens und der Ungewissheit ... . Dann kommt ein Einzelner (!) mit Glück ggf. endlich doch noch zu SEINEM RECHT und das aber nur, weil bzw. wenn er einen Anwalt hatte, der sich auch tatsächlich für ihn einsetzte.
Wer einen solchen Anwalt nicht findet oder nicht zahlen kann, der: bangt, entbehrt, leidet und wird entwertet - dauerhaft und nicht selten: bis in den Tod. Das: ist Deutschland.
 
In Hamburg kann man sich bspw. nicht selbst einfach einen Anwalt "nehmen". Hier gibt es die ÖRA, die für alle Menschen mit wenig oder keinem Einkommen die Pflichtanlaufstelle ist und mit der ich wie auch Freunde wiederholt negative Erfahrungen gemacht haben.

Eine Erstberatung bei einem Anwalt wird daher immer fällig, wenn man die ÖRA nicht in Anspruch nehmen möchte. Der zu zahlende Betrag für eine solche anwaltliche Erstberatung beläuft sich auf ca. €200,- (mit Mehrwertssteuer). - Dieses Geld kann zumindest ich nicht aufbringen. Überdies ist man als mittelloser Mensch bei zahlreichen Anwälten eben gerade kein gern gesehener Klient/Kunde, denn via später ggf. in Frage kommender PKH (Prozesskostenhilfe) verdienen Anwälte an solchen "Mandanten" einfach nichts - sie sind nicht lukrativ.

All das: weiß "der Staat", wissen die Regierenden und die für die Agenda 2010 Verantwortlichen. Eben deshalb funktioniert es ja: Man nimmt die Leute aus, man betrügt und erniedrigt sie, man schikaniert und zermürbt sie und weiß: sie können sich mehrheitlich eben nicht dagegen wehren. - Es ist ein Wunder, dass es überhaupt so viele erfolgreiche Klagen vor Sozialgerichten gibt. Ich habe es auch mal versucht und bin damit gescheitert.
 
... Und die hiesigen Beratungsstellen für Erwerbslose (bspw. die Arbeitslosentelefonhilfe in Hamburg oder auch Gewerkschaften) machen eben nur sogen. Sozial- keine Rechtsberatung. Sie verweisen dann bei rechtlichen Fragen (und um genau diese geht es zumeist gerade!) im Zusammenhang mit Hartz 4/Alg 2 auf eben die ÖRA. Tja ... .
 
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... Vor allem: wie verlogen und kriminell das ganze System ist - eben weil man an so vielen Stellen damit überhaupt nicht "hinkommt":
 
Du zahlst an mehreren Stellen "drauf": beim Strom (in meinem Fall auch beim Wasser), beim ÖPNV (in meinem/unserem Fall heißt das: nur im Stadtteil unterwegs sein zu können - mit allen negativen Folgen, die das hat ...), auch beim sogen. "Bildungs- und Teilhabepaket" - Freizeit, Kultur, Sport: für die Kinder - was soll da von monatlich €10,- möglich sein, wenn ein Besuch des Kindertheaters schon fast doppelt so viel kostet, auch der Zoobesuch in Hamburg und dann eben schon für den jeweiligen Monat Sportverein oder Musikunterricht gar nicht mehr finanzierbar ist - oder du finanzierst damit den Sportvereinsbeitrag, kannst aber dann nichts anderes mehr machen: nie! Also: die Kinder, von den Erwachsenen gar nicht erst anzufangen. 
 
Und grundsätzlich musst du ja aus dem Regelsatz alles bezahlen - auch Reparaturen oder Neuanschaffungen (hoffentlich gehen Kühlschrank, Waschmaschine, Herd ... nie kaputt!!, aber auch sowas wie Geschirr, Töpfe, Pfannen, Bettwäsche, Möbel ... : ist nach Jahrzehnten zu ersetzen: nicht drin!), auch eben alle Geschenke (W-Nachten, Geburtstag, Kindergeburtstage ...), alle Brillen, Zahnersatz, alle Schuhe, Kleidung, Fahrrad (alles secondhand und so noch: zu teuer!). Von Urlaub, Freizeit, "Kulturteilhabe": nicht zu reden - keine Chance! Und es gibt halt kein "Fördern" - du wirst in Ein-Euro-Jobs gedrückt - oder: sanktioniert, also: vom sogen. Existenzminimum (!) wird noch etwas abgezogen: erst 10%, dann 30, dann 60 bis hin zu 100%-Sanktionen! (Siehe Ralph Boes´ "Geschichte" ... und er ist ja keineswegs alleine betroffen ... .). Und das: AUCH MIT KINDERN IM HAUSHALT!
 
ES IST WAHNSINN, dass das alles möglich und legal ist - seit über zehn Jahren. Und dann sage noch einer, die KINDER müssten "gefördert" werden - die Kinder, die so aufwachsen, mit so vielen Entbehrungen, mit dem Gefühl, nichts wert zu sein (!!!), sind die "psychisch Kranken", die Armen und Depressiven oder Aggressiven von morgen ! ! ! Denn eben: ihre SCHMERZGRENZE wird von Anfang an und permanent überschritten. Das: bleibt nicht folgenlos ... . Da soll sich dann bitte niemand mehr über "Radikalisierung" und/oder Depression und Suizide wundern.
 
Ich habe btw vor Monaten unsere Haftpflichtversicherung gekündigt. - Weil ich die knapp €90,- pro Jahr nicht mehr aufbringen konnte. Angefangen hatte ich mal mit €70,- - vor Jahren, dann stieg der Beitrag Jahr für Jahr an. - Bei den online-Vergleichen günstigerer Anbieter fand ich bisher immer irgendeinen Haken oder stieg erst gar nicht richtig durch - letztlich muss man immer deren "Hefte" anfordern und dann alles minutiös vergleichen - und am Ende komme ich doch unter mindestens €50 bis €60,- nicht weg.
Wenn ich aber bereits für Strom und Wasser je Jahr schon €348,- selbst aufbringen muss (!) - zusätzlich, da das Jobcenter diese Kosten eben nicht trägt - und dann auch noch in monatlichen Raten inzwischen eben doch Schulden abstottern muss und überdies dann auch noch sanktioniert werde - wie aktuell der Fall - dann ist das einfach nicht zu machen, zu "leisten", zu: finanzieren!

Nochmal: Meine Tochter und ich haben für  alles (siehe oben unvollständig aufgezählt) €500,- zur "Verfügung": zusammen.
 
Und dann musst du auch noch "Medizinisches" selbst bezahlen, weil ich z.B. nie je Jahr den Betrag erreicht habe (an Ausgaben), der mich dann für den Rest des Jahres befreien würde (Zuzahlungsbefreiung). - Früher war es mal so, dass man generell einfach befreit war, wenn man erwerbslos war bzw. geringes Einkommen hatte.
 
... Ein Haushalt mit Kind: ohne Haftpflichtversicherung. - Ja, da hilft nur noch "beten" ... .
 
-
 
Und anmerken möchte ich auch nochmal kurz - nur der Vollständigkeit halber:

ES IST NIEMAND DA
, der irgendwie, auf irgendeine Weise "unterstützt" - weder finanziell, noch "sozial". Keine Eltern/Großeltern (der Kinder), keine Kindesväter, die unterstützen können oder woll(t)en - Vater von Sohn wollte nie, tat es folglich nie ("zahlte" den Unterhalt nur via Pfändungs- und Überweisungsbeschluss, Geld war also vorhanden ;) ...), Vater von Tochter will, kann aber selbst aus diversen Gründen nicht.
Und auch nur nochmal zur Erinnerung: Kindergeld und Unterhalt werden voll auf Hartz 4 (Alg 2) angerechnet, also: als Einkommen abgezogen. Das kriegt man nicht "extra dazu".

Und dann lernst du immer wieder Männer kennen, die dich eigentlich nur gratis ficken wollen - die dich für dein Elend noch verachten oder sich darüber insgeheim belustigen, dass du aufgrund (!) deiner ökonomischen und sozialen Situation (und: Isolation als Folge all dessen) eine so unfassbar leichte Beute bist - dass du alles mit dir machen, dich misshandeln und ausbeuten, manipulieren und maximal verschaukeln/hochnehmen lässt - dass du dich auf diese Weise noch zusätzlich erniedrigen und entwerten lässt - trotz all der Sorgen und Nöte, die du auf allen Ebenen hast: finanziell, gesundheitlich und als Alleinerziehende in "Erziehungs-/Fürsorge-Verantwortung" ... . - Nein: w e g e n all dieser Umstände: lässt du es ja mit dir machen.

Und richtig rund läuft es für solche skrupellosen Typen dann, wenn du die SCHULD also stets bei dir selbst suchst bzw. "findest": weil man sie dir eintrichtert! Weil du dich schämen sollst! Weil du NICHTS WERT BIST!

Und dann gibst du: alles, das du hast und kannst - von dem Bisschen, das du nur "hast", das von dir noch übrig ist - nach 23 Jahren Muttersein - "alleinerziehend" in Armut. Mit all den erbrachten Opfern und Verzichten - jahrzehntelangen Entbehrungen. Auch das: ist eine LEISTUNG. Aber das: interessiert kein Schwein.

Nein, du bist für solche Typen das gefundene Fressen, denn sie w i s s en, sie erkennen recht schnell: die ist so am Ende, so verzweifelt - mit der kannst du alles machen! Und sie zieht sich auch noch den Schuh an, sich für alles selbst die Schuld zu geben. Wie praktisch. Wie günstig. Wie bequem. Wie: geil ... ist das denn bitte!?!

Und da sie keine Unterstützung hat und kein Geld, kann sie sich nicht mal auf irgendeine Weise zur Wehr setzen. Sie gilt auch in der Gesellschaft nichts. Man begegnet ihr überall mit Argwohn, mit Ressentiments, mit Ablehnung und (insgeheimer oder offener) Verachtung und Ignoranz.

Und wenn so eine Kuh dann dermaßen blöde ist - wie ich - dann erwartet sie von solchen Typen tatsächlich auch: nichts. Nicht das geringste Bisschen. Sie nimmt selbst/für sich nichts, aber gibt alles.
Sie will nicht "eingeladen" werden, sie lässt sich nichts bezahlen, sie hat Werte, moralische Grundsätze und noch so etwas wie "Reststolz".

Ja: selbstdrandoof. Exakt. - Schlagen müsste man sie: für all ihre Dummheit.
Was das ist, wie man das nennt: Klartext. Ganz einfach. Nicht mehr, nicht weniger.
 
-
 
Ja, es ist mir - inzwischen - verdammt wichtig, all das festzuhalten, zu dokumentieren und es "öffentlich" zu machen. Und ich wiederhole mich:
 
Alle ähnlich "Betroffenen" sollten dies gleichermaßen tun - statt: zu schweigen, sich zu schämen, sich zu verkriechen, in der stillen Kammer zu leiden, sich als "Versager" zu fühlen/dazu erklären zu lassen. - Alle im Hartz 4-Vollzug befindlichen Menschen, alle aufstocken Müssenden, alle Niedriglohnerhaltenden, alle in Armut vegetierenden Senioren ("Rentner"), alle anderweitig von Armut Betroffenen. Denn es hat vor allem POLITISCHE URSACHEN, dass es ihnen so hundsmiserabel geht. Und es ist ihre Armut und ihr Schweigen g e w o l l t. Es wird befördert, forciert. Absichtsvoll. Aus Gründen, die wir mittlerweile doch hoffentlich alle kennen.
 
-
... Und wenn man schließlich da ist, wo sie einen haben wollen:
 
erschöpft - phyisch wie psychisch, ohne realistische (!) Perspektive, daher ohne Zuversicht, wenn man unter Existenzangst leidet, wenn man von allen Seiten nur noch getreten, beschuldigt und im Stich gelassen wird, nicht einmal die ganz basale, schulmedizinische Behandlung erhält (als Kassenpatient, noch dazu im Hartz 4-Bezug), wenn man dann verzweifelt und wütend ist und nicht mehr "fröhlich", "ausgeglichen", "positiv denkend", wenn einem täglich beim Aufstehen schon alles wehtut, obwohl man lebenslang regelmäßig Sport gemacht hat, keine Drogen nimmt, nicht raucht, keinen Alkohol trinkt und auch ernährungsmäßig auf jeglichen Genuss verzichten muss,

wenn man dann alles verweigert, das einem als vorgebliche/vermeintliche "Hilfe" "angeboten" bzw. aufgezwungen wird (damit innerhalb des Systems eben wenigstens das noch stattindet: Pseudo-Symptom"behandlung" - um sagen zu können, man täte ja was ...),
dann:

wird man schließlich als "psychisch krank" erklärt.
Und idealerweise zum Schweigen bringend weggeschlossen.
 
Denn ja, dass sich unter solchen Bedingungen - über viele Jahre (nicht nur eine überschaubare, vorübergehende "Durststrecke" also) - die Persönlichkeit eines Menschen "verändert" - das dürfte, das müsste eigentlich jedem einigermaßen vernünftigen und empathischen (!) Menschen sofort nachvollziehbar sein.
 
Das Gegenteil: ist der Fall. Findet statt.
 
Ja, mal wieder maximales "Selbstmitleid". - Warum? Weil es gerade an allen Fronten wieder ein einziger Kampf ist mit der üblichen, massiven Erniedrigungs-, Bevormundungs-, Druck- und Diffamierungstaktik.
 
Wie lange, glaubt "man", kann ein Mensch dem standhalten?
 
Mit welchen "Nebenwirkungen" und Folgen ... für wen ... ?
 
-
 
Gestern erhielt ich die nächste Sanktionsandrohung - diesmal geht es um 30%, das sind monatlich €121,20 für die Dauer von drei Monaten. Und das bei bereits nur monatlich verfügbaren €500,-: zu zweit (Kind und ich).
Nein, ich kann mir von niemandem etwas leihen. - Keine Ahnung, wie wir das überstehen sollen. ???

Ja, Widerspruch habe ich eingelegt. Der Widerspruch der letzten Sanktion(sanhörung) wurde gerade ebenfalls vor wenigen Tagen (mit entsprechendem Schreiben) abgewiesen. Ich müsste nun den Klageweg beschreiten.
Wir waren gerade erst drei Monate (seit August) um 10% sanktioniert. Nun schließt sich nahtlos die nächste Sanktion an, denn:
Der Widerspruch (wie auch die Klage) bzw. die "Sanktionsanhörung" hat keine aufschiebende Wirkung, d.h. die Sanktion wird in jedem Falle durchgezogen.

Wenn sich irgendwann nach Monaten oder Jahren (siehe Klageweg, Überlastung der Gerichte) herausstellen sollte, dass zu Unrecht sanktioniert wurde, ändert das nichts für Betroffene: das Geld wird in diesen Monaten und Jahren abgezogen, fehlt also jeden Monat zum "Leben".

Und das auch bei Haushalten, in denen Kinder leben. - Ich bin gespannt, wann das Jugendamt nun wieder bei mir anfragt, ob ich mein Kind verhungern lasse ... . - Nein, ich werde angesichts dieses systematischen, staatlich gewollten, legalisierten WAHNSINNS nicht irre ... noch nicht ganz jedenfalls.

Wieviele Sanktionen dürfen eigentlich nahtlos nacheinander verhängt werden? (Ja, ich hab schon einiges recherchiert, danach bisher noch nicht gesucht.)
 
Hintergrund:
Im August sollte ich eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben, die mich in eine Ein-Euro-Job-Maßnahme zwingen wollte. Nachdem ich dies im persönlichen Gespräch (mit auch dem "Teamleiter") abwenden konnte, sollte ich dann unterzeichnen, dass ich einen weiteren Termin beim ärztlichen Dienst der Arbeitsagentur wahrnehme.

Das vorausgegangene ärztliche Gutachten (dessen ausführlicher Teil A mir erst kürzlich - nach extra erfolgen müssender, schriftlicher Anforderung, man bekommt diese Informationen, die eigene Person betreffend, nicht automatisch - übersandt wurde) war massiv fehlerhaft. Zunächst muss ich dieses folglich richtigstellen lassen, bevor ein erneuter Termin beim ärztlichen Dienst erfolgt, in welchem man sich auf das bisherige Gutachten stützt.
 
Mir war jedoch bisher nicht möglich, diese Richtigstellung schriftlich zu verfassen und zu versenden, da ich - aufgrund unseres ohnehin viel zu geringen Hartz 4-Geldes (siehe meine monatlichen Zusatzausgaben für Strom, Wasser und Schuldentilgung ...) sowie aufgrund der gerade erst erfolgten SANKTION - das Geld für die erforderlichen Schreibutensilien (Papier, Druckertinte, Umschläge, Porto) nicht verfügbar hatte.

Außerdem habe ich gesundheitliche Einschränkungen, die mich häufig ans Haus binden sowie ein Kind, das ich alleine zu versorgen habe. - Um behördliche Schreiben verfassen zu können, brauche ich jedoch mehrere Stunden absolute Ruhe/Konzentration - ohne Unterbrechungen, denn es geht dabei letztlich jedes Mal um unser Existenzminimum.
 
Nun erhielt ich am 15.10.2016 ein weiteres Schreiben (datiert vom 11.10.) - den "Verwaltungsakt", weil ich die EGV nicht unterschrieben zurückgesandt und den Gesundheitsfragebogen nicht (zum siebten Mal) ausgefüllt hatte.
In diesem Schreiben wurde ich (von meiner "Arbeitsvermittlerin") aufgefordert, den Gesundheitsfragebogen vollständig ausgefüllt bis zum 20.10.2016 zurückzusenden. - Wieviel Zeit hat man eigentlich, um solchen Aufforderungen nachzukommen? Gilt hier keine Mindestfrist von 10 bis 14 Tagen (für Bedenkzeit, für außerdem den Postweg, der zu berücksichtigen ist)? Ich konnte bisher im Internet hierzu keine Informationen finden.
 
Nachdem ich den Fragebogen nun also nicht bis 20.10. zurückgesandt hatte (weil ich auch die Richtigstellung des ärztl. Gutachtens noch nicht anfertigen und versenden konnte, siehe aus oben genannten Gründen), erhielt ich gestern die Sanktionsandrohung - auf die zu antworten ich nun 14 Tage Zeit habe.
 
Ja, ich saß daher gestern den gesamten Nachmittag bis nachts um 2.20Uhr an dem "Anhörungsschreiben" - meiner Antwort.
Mein Kind hatte gerade Herbstferien - und war gestern vollständig sich selbst überlassen.
Nein, unternehmen konnten wir - wie immer - nichts. Außer - wie immer - hier im Stadtteil spazierenzugehen.
 
Nun folgt also ab November nahtlos die zweite Sanktion - in Höhe von €121,- weniger: jeden Monat - und das vor/bis Weihnachten.
 
Nein: Das hat nichts mit Schikane zu tun. Nicht im Geringsten.
Nein, das Ziel ist nicht, einen fertigzumachen. Keinesfalls.
Nein, das ist nicht von Regierungsseite genau so gewollt.
Ich muss mir das einbilden - das muss an meiner "geistigen Umnachtung" liegen.
 
Wann also erscheint das Jugendamt wieder auf der Bildfläche - mit dem Vorwurf, ich würde mein Kind verhungern lassen und ihm nicht einmal etwas zu Weihnachten schenken ... ?
 
Ja: Ich könnte mittlerweile nicht mehr nur "kotzen" - ich könnte noch ganz anderes ... . - Und man darf sich also bitte über Amokläufe nicht wundern. -> SCHMERZGRENZE: überschritten. Längst und wiederholt.
 
Und ganz nebenbei bemerkt: Selbst wenn ich die "Hamburger Tafel" nutzen wollen würde: ich könnte es gar nicht. Denn die nächste Ausgabestelle ist zu weit entfernt, ist nicht fußläufig erreichbar; ich müsste hierfür mit der U-Bahn fahren - wofür ich keine Fahrkarte habe/mir seit Jahren nicht leisten kann.
 
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Was ich versuche (29.10.2016, siehe oben - aktuell bevorstehende zweite Sanktion, nun in Höhe von 30%, d.h. €121,20 für drei Monate - für genau die Zeit also, in die sowohl Weihnachten fällt als auch der Geburtstag meiner Tochter - was dem Jobcenter selbstverständlich bekannt ist):
 
1. Anhörungsschreiben (gegen die zweite Sanktionsandrohung) und Widerspruch (gegen den Verwaltungsakt - die per Verwaltungsakt verfügte Eingliederungsvereinbarung) ist angefertigt, muss nun dringend/zeitnah an das Jobcenter versandt bzw. persönlich überbracht werden. (Ich hoffe, mein Körper lässt das zu!)
 
2. Frage an die Experten: Sollte ich bei Gericht (Sozialgericht) einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung nach §86b Abs. 1 Ziffer 2 SGG sowie §86b Abs. 2 Satz 1 oder 2 SGG stellen? -> Um damit "Aufschub" zu erhalten bzw. (hoffentlich) bewirken zu können, dass die Leistung trotz (bevorstehender) Sanktion nicht gekürzt wird, bis über meinen Widerspruch entschieden ist/wird?
Wie stehen die Chancen hierfür? Insbesondere, wenn man das ohne Anwalt macht?
 
3. Klageschrift gegen den Widerspruchsbescheid des Jobcenters bezüglich der ersten Sanktion ist angefertigt. Nun muss ich noch die erforderlichen (sehr zahlreichen) Kopien der Anlagen machen (und bezahlen) sowie die Klageschrift im Anschluss so schnell als möglich an das zuständige Sozialgericht übersenden (oder idealerweise persönlich hinbringen - so mein Körper es zulässt).
 
Wie stehen die Chancen für mich in diesem Fall: Klage vor Sozialgericht ohne anwaltlichen Beistand? - Ich habe so gut als mir eben möglich versucht, auf die Punkte des Widerspruchsbescheides (des Jobcenters - womit mein Widerspruch zurückgewiesen wurde) einzugehen und meine Begründung auszuführen sowie meine beantragten Punkte/Ziele vorzubringen.
... Aber: Ich bin eben keine Juristin.
Versuche also, mir mittels dessen, das ich via Internet finden kann, zu behelfen.
 
4. Umgehend muss ich nun auch die Richtigstellung des Ärztlichen Gutachtens des Jobcenters (Teil A) anfertigen und versenden. Da diese gewissermaßen die Grundlage für alles Weitere ist.
Das alles: kostet Kraft, ZEIT (die ich für meine Tochter trotz ihrer Ferien nun nicht habe, ich brauche in den Stunden, da ich die Schreiben anfertigen muss, Ruhe/Konzentration - es ist so schon schwierig genug, ehrlich gesagt, da ich eben nicht juristisch versiert bin), NERVEN und auch GELD (alles in doppelter Ausführung ans Gericht senden, also: ausdrucken und kopieren) ... das ich nicht habe bzw. das uns dann nun wieder "anderswo" fehlt. ... Richtig.

Wie gesagt: Ich warte außerdem aktuell auf die Reaktion des Jugendamtes auf meine ausführliche e-mail an selbiges. Ich sollte mein Schreiben wohl nochmals per Post ans JA schicken. ?
 
Zusätzlich habe ich privat noch einige Probleme zu "bewältigen" ... . Mehrere.
Und das schlechte Gewissen meiner Tochter gegenüber, weil wir in ihren Ferien wie immer NICHTS unternehmen konnten.
Und die Verzweiflung darüber, wie wir die nächsten drei - sanktionierten - Monate überstehen sollen und darüber, wie ich unter diesen Umständen Weihnachten mit ihr/für sie "gestalten" ... soll und: ihren Geburtstag. =´(
 
Aber bitte: ich versuche, mich zu "wehren" und weiterhin zu "kämpfen" (den Behördendruck und die Auseinandersetzungen kenne ich ja bereits "längerfristig" ... wie auch den "Umstand", alles kontinuierlich entbehren zu müssen, ABER: gesünder, vitaler, zuversichtlicher werde ich infolge all dessen gewiss NICHT. Ich bitte um Nachsicht.).
Und ich "vermute" jetzt bereits, dass ich kaum bis keinen "Erfolg" haben werde (mit der Klage ...).
 
Es ist einfach zu viel. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten für alles (nicht "nur" die Kinder) alleine sorgen, alles permanent, ununterbrochen alleine bewältigen zu müssen (Umzüge, Behördenstress, Krankheiten, Existenzsorgen, Entbehrungen, Jobs ...). - Ich bin auch einfach keine 20 mehr.
Ich hätte einfach wenigstens phasenweise gerne wenigstens ein bisschen sozialen und/oder finanziellen Rückhalt, Beistand, Unterstützung gehabt.
Aber Beschuss von allen Fronten - permanent. Wie gesagt: auch privat nun (wieder).
Und vor allem: Absolut keine Aussicht auf Verbesserung der Situation - nicht ansatzweise, nicht im Mindesten irgendeine Entlastung, Erleichterung, Regenerationsmöglichkeit, "Erheiterung" - gerade auch für meine Tochter: WAS SOLL ICH IHR DENN SAGEN ? ! ?
 
Ich k a n n ihr nicht (mehr) vormachen, dass "alles gut" ist oder wird und dass ich "topfit" bin ... . - Ich kann ihr keine Zuversicht, Sicherheit "bieten" - ich schwimme selbst: massiv und so lange einfach schon.
Bei meinem Sohn war ich noch jünger, hatte noch "Zeit", noch Möglichkeiten und nutzte sie auch (Jobs, Ausbildungen, Umzüge).
Jetzt: sieht das ganz anders aus.
 
Sorry für wieder Selbstmitleid. - Ich habe keine "freien Kapazitäten/verfügbaren Ressourcen" mehr. Es tut mir leid.
 
Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass es überhaupt keine Gerechtigkeit für Menschen wie mich gibt, dass Ziel von Hartz 4-Vorgängen ist, die Menschen systematisch zu vernichten. Dass es keine wirkliche "Handhabe", kein Mittel gibt, sich wirklich zur Wehr setzen zu können - rechtsstaatlich, juristisch, legal - gegen diesen Vernichtungsfeldzug, dass man dieser Willkürherrschaft vollständig hilf- und schutzlos ausgeliefert ist. Eben weil es die Sanktionen gibt und weil Widersprüche und Klagen nicht mal aufschiebende Wirkung haben (in Hartz 4) und weil das bedeutet, dass Menschen leiden, hungern, krank werden - nicht "nur" psychisch (Ängste, Depressionen ...), sondern auch physisch.
 
Sie hätte die Sanktion jetzt nicht verhängen müssen: vor Weihnachten und dem Geburtstag meiner Tochter.
Sie weiß genau, was das für uns bedeutet ... .
Sie tat es trotzdem.
 
Und schon letztes Jahr hatte ich kurz vor Weihnachten weniger Geld überwiesen bekommen, da war es ein Fehler des Jobcenters (Leistungsabteilung), aber der wurde eben erst nach Weihnachten "korrigiert" - es kann mir keiner mehr erzählen, dass all das nicht Absicht, Taktik ist.
 
Also: Wo ist der gratis Giftbecher? ! DAS ist es doch, was sie erreichen wollen: VERNICHTUNG.
Nein, das hat keinerlei Bezüge zum National"sozialismus". Absolut nicht.
 
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06. November 2016
 
Ein weiterer, sehr trauriger Tag.
Meine Tochter muss heute ihre Meerschweinchen abgeben. - Wir können sie finanziell nicht mehr "tragen". Insbesondere jetzt nicht mehr, da wir bereits sanktioniert sind und es die nächsten drei Monate nahtlos - um dann je Monat zu €121,20 - sein werden.
 
Das ist für meine Tochter unsagbar traurig ... . Sie musste sich bereits mehrmals von Meerschweinchen trennen (gestorben, Umzug und auch bereits, weil ich mich aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen nicht (mehr) kümmern konnte, als sie noch jünger war). Eigentlich war ich daher fest entschlossen, definitiv kein Haustier mehr anzuschaffen.
Doch sie war sehr traurig darüber und hatte (und hat nach wie vor) verschiedene, schwere Belastungen in den vergangenen Jahren zu "bewältigen".

Sie hat keine Großeltern, ihr Vater, an dem sie sehr hängt, kann sich aus Gründen eigenen Beschädigtseins ... absolut nicht um sie kümmern. Ihr großer Bruder (23 Jahre alt) verweigert ihr jeglichen Kontakt/Umgang - ohne, dass sie ihm irgendetwas "getan" hätte - er hat schlicht "keinen Bock".
 
Es gibt also keine anderen Bezugspersonen für meine Tochter (seit sie auf der Welt ist) als mich. Und ich bin physisch wie psychisch inzwischen erheblich "angeschlagen" - vor allem aufgrund unserer "ökonomischen" Situation - mit all den Repressalien, all den Entbehrungen seit so langer Zeit (da ich auch mit Sohn bereits alleinerziehend war, ohne Familie, ohne Kindesvater und immer in Ausbildungen und jobbend - also damals bereits ökonomisch arm).
 
Haustiere sind in/mit Hartz 4 übrigens (im Regelbedarf) nicht vorgesehen - auch nicht für einsame, sozial (aufgrund u.a. ihrer finanziellen Situation!) isolierte Menschen. Auch nicht für KINDER - die angeblich in ihrer Entwicklung GEFÖRDERT werden "müssen" - gerade die "armen" Kinder Alleinerziehender ... wie es sich immer wieder so heuchlerisch vernehmen lässt.
Nein, Haustiere gelten in Hartz 4 sogar als Vermögen, das man "einsetzen" muss - die Tiere also zu verkaufen versuchen.

Niemanden interessiert es, was das mit Menschen, insbesondere mit Kindern macht ... - all diese Entbehrungen (kein Urlaub, keine Ausflüge, keine Unternehmungen, überhaupt nichts, das das Leben erfreulich macht - nur Tag ein, Tag aus, Monat für Monat, Jahr für Jahr vor sich hin vegetieren und Pflichten erfüllen), all diese psychischen und - spätestens durch Sanktionen - auch physischen BESCHÄDIGUNGEN - absichtsvoll, gewollt. Systematisch. Agenda 2010. Niedriglöhne. Hartz 4.
 
Nun hatte ich mich dann doch nochmal von ihr überreden lassen, zwei Meerschweinchen anzuschaffen (man darf sie ja nicht einzeln halten).
Es war das alleine schon ein erheblicher Kraftakt (wie bezahlen? Auch den Käfig? Woher bekommen? Wie transportieren, da weiter weg und kein Auto? ...)
Es klappte dann schließlich doch - mit Glück - und sie freute sich sehr und hängt eben sehr an den Tieren, da sie überhaupt sehr empfindsam ist und einfach "sonst nichts hat", wie sie so wörtlich selbst sagt und außerdem ihr ihre Meerschweinchen "immer weggenommen werden".

Wir haben nun Tage darüber nachgedacht, wie es sich vielleicht doch machen lässt, sie zu behalten - es geht nicht.
Die Tiere kosten (Futter, Einstreu, Heu) je Monat um die €40,-. Das mag für andere ein Klacks sein - für uns ist es Geld, das uns fehlt - in den kommenden, sanktionierten Monaten: auch und gerade für Lebensmittel.
Es geht einfach nicht. Es geht nicht.
Sie weint nun seit Tagen. Am Donnerstag sollten die Tiere bereits abgeholt werden - es ging nicht, sie war so verzweifelt, hatte schon Bauchschmerzen ... .

Nun haben wir die Abholung auf heute verschoben.
Es wird heute nicht "besser", leichter gehen.
Ich sitze hier selbst heulend, während ich das schreibe.
Ich habe nichts, das ich meiner Tochter geben kann. Nicht die geringste Freude, nicht den geringsten Halt.
Nichts.

Es sind keine Menschen da, es ist kein Geld da, es gibt immer nur Verzicht - auf alles.
Und keine Perspektive darauf, dass es sich je nochmal bessern könnte. Weder finanziell, noch gesundheitlich.
Man denkt an so einiges, das man besser nicht denken sollte, dürfte ...
Ich kann einfach nicht mehr.
 
Es ist Vernichtung. "Auf Raten". - Mir: wären tatsächlich die Gaskammern oder Giftbecher lieber. Aber genau das würde ja zu schnell gehen, wäre zu wenig qualvoll. Man soll so lange als möglich leiden - gerade mit Kindern - gerade: die Kinder.
Ich weiß nicht, wie lange ich dem noch "standhalte". Ich weiß es nicht.

Und sie vergisst es nicht ... ihre Tiere ... Sie wird mir (wie früher so bereits) noch Wochen und Monate und noch nach Jahren sagen, dass sie sie so vermisst und sie wird, wie damals, bitterlich weinen ... und ich ertrage es nicht mehr mein Kind immer nur leiden zu sehen.

Ja, das klingt nach Übertreibung - aber es geht dabei eben nicht "nur" um zwei Meerschweinchen. Es geht darum, dass dieses Kind keinerlei Halt hat, keinerlei Sicherheit, keine Leichtigkeit in ihrem Leben, keine Aussicht auf IRGENDETWAS Schönes, Erfreuliches ... . Sie ist überall und von allem ausgegrenzt. Auch in der Schule (die Einzige, deren Mutter alleinerziehend ist, die Einzige, die kein Auto zu Hause hat, die Einzige, die noch nie verreist ist usw.).
 
Was ist das für eine Kindheit? Wo es häufig dann noch nicht mal für das Nötigste reicht? Wo es Glück ist, ob ich secondhand eine warme Jacke in ihrer Größe für sie finde, die ich auch bezahlen kann - und so: mit allem, mit allem, das ein Kind braucht (Möbel, Kleidung, Spielsachen, Fahrrad) - immer ist es Glück, wenn ich etwas finde, das ich dann auch bezahlen kann. Vieles "findet sich" immer wieder nicht. Und alles andere "Normale" findet ohnehin nie statt (Freizeit - Kultur): nicht einmal für DAS KIND.
 
Und was wird ihre Zukunft sein? Ich werde ihr nichts geben, sie in nichts unterstützen können. Ich habe wie gesagt kürzlich unsere Haftpflichtversicherung gekündigt, weil ich sie nicht mehr zahlen kann.
 
Dieses Kind darf einfach NICHTS haben und behalten, an dem ihr Herz hängt. (Vor zwei Jahren wäre ihr Vater fast gestorben - Intensivstation ... .)
 
Womit soll ich sie aufheitern? Vorlesen, Brettspiele spielen, spazierengehen. Mehr: geht nicht. Selbst basteln kostet das Material, wofür wir das Geld schon nicht haben. Ich komme - ohne Fahrkarte - ja nicht einmal aus unserem kleinen, außerhalb gelegenen Stadtteil heraus ... .
 
Und nach dieser Sanktion wird meine "Fallmanagerin" (?) den nächsten Grund SUCHEN und finden, uns dann um 60% zu sanktionieren. Sie wird es tun. Das ist mir jetzt klar.
Und dann: kommt die 100% Sanktion - mit Kind.
Und ja: Von Lebensmittelgutscheinen kann ich nicht das kaufen, das mein Kind nur isst und auch keine Strom- und Wassergebühren mehr zahlen (die jeden Monat natürlich vom Konto abgebucht werden - auf welches dann aber vom Jobcenter nichts mehr überwiesen wird). Und ja: Von Lebensmittelgutscheinen kann man kein Toilettenpapier, kein Duschgel, keine Zahnpasta, kein Putzmittel und keine "Damenhygieneartikel" kaufen. - Soll ich dann, wenn ich blute (und ich habe btw eine Gerinnungsstörung ... sorry, für Direktheit), Handtücher in den Slip legen? ?
 
Ja: ES IST VERNICHTUNG. ES IST FASCHISMUS.

Und niemand will etwas davon wissen - alle sehen weg, alle, die in der Position wären, etwas daran ändern zu können - und sei es durch die nächsten Bundestagswahlen.
 
Es sind ja nur die Unterschichtler, die UNTERMENSCHEN, UNWERTES LEBEN. Es ist GUT, RICHTIG UND WICHTIG, SIE ZU VERNICHTEN - W E G MIT DIESEM D R E C K!
 
Nicht wahr? - Das: ist offenbar die deutsche Mentalität.
Denn in Frankreich läuft es - wie immer - ganz anders (siehe die nuit debout - sie haben es wenigstens versucht!! Und siehe, dass dortige "Jobcenter"-Angestellte kollektiv VERWEIGERN, die Leistungbeziehenden zu sanktionieren!)
 
Was soll ich meinem Kind sagen? - Nein, auswandern können wir nicht. Wohin? Wie?
Wir lassen uns vernichten. Wie Etliche andere auch.
 
Zuletzt hatte ich es über "rightmart" (GmbH) versucht - das war meine letzte Hoffung: anwaltlicher Beistand, kostenfrei.
Nein, aus diversen Gründen hilft man mir nicht. Warum genau, habe ich übrigens nicht verstanden. Es sah mir nach Abwimmeln aus. Vielleicht zu komplex, daher zu zeitaufwändig, daher abgelehnt, aussortiert.
 
Schönen Sonntag noch.
 
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... Ich warte sowieso im Grunde nur auf den Tag, da man mir dann auch noch meine Tochter entzieht - mit der Begründung, es seien ja - sanktioniert - keine angemessenen Lebensverhältnisse für ein Kind - "das werde ich doch sicher einsehen". Ich würde also ihr Kindeswohl damit gefährden.

Wie gesagt: So läuft das. Im Rechtsstaat Deutschland. Ich wiederhole mich: Ziel ist: die Vernichtung der UNTERMENSCHEN. Nur eben schön fein säuberlich - LEGAL. - Ich bitte euch: Merkt ihr es nicht? Wollt ihr es nicht wahrhaben, sehen, erkennen?!

ARBEIT MACHT FREI.
 
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14. November 2016
 
1. Widerspruch gegen die erste Sanktion (in Höhe von 10%, also jeweils €40,40 für drei Monate) wurde zurückgewiesen (von der Widerspruchsstelle des Jobcenters). Klage habe ich erhoben, liegt dem Sozialgericht Hamburg vor (Mitteilung vom Gericht über den dortigen Eingang/Erhalt der Klage habe ich auch bereits erhalten).
Die Klage habe ich ohne anwaltliche Hilfe verfasst, mache mir daher keine großen Illusionen hinsichtlich ihres Erfolgs vor Gericht, wollte es aber wenigstens versuchen.
 
2. Verwaltungsakt als Ersatz einer Eingliederungsvereinbarung kam neulich. Die "Anhörung über den möglichen Eintritt einer Sanktion" (weil ich die ursprüngliche EGV - aus Gründen - nicht unterschrieben habe - wer es genauer wissen möchte, darf mich gerne fragen ...) habe ich (längst) geschrieben (macht man immer schriftlich) und persönlich bei dem für mich zuständigen Jobcenter abgegeben (wegen Eingangsstempel, genau).
 
3. Widerspruch gegen oben genannten Verwaltungsakt habe ich erhoben, per Einwurfeinschreiben versandt. Alles fristwahrend, klar.
Hierfür hatte ich die Hilfe von "rightmart" Rechtsanwalts-GmbH erbeten - auf rightmart wurde ich via facebook (Danke für den Hinweis, Ralph Boes) aufmerksam.
rightmart hatte zunächst mitgeteilt, mir nicht helfen zu können bzw. dass es nicht empfehlenswert sei, gegen den Verwaltungsakt Widerspruch einzulegen.

Ich hatte dann im net abermals recherchiert und fand mehrere Beschlüsse verschiedener Sozialgerichte, die verlautbaren, dass es rechtswidrig ist, die Prüfung der Erwerbsfähigkeit zum Gegenstand einer EGV oder eines die EGV ersetzenden Verwaltungsaktes zu machen.
Mit dieser und noch weiterer ausführlicher ;) Begründung versah ich meinen Widerspruch. Sandte einen Link mit den Gerichtsentscheidungen auch an rightmart.
 
Daraufhin erhielt ich eine Rückmeldung von rightmart, dass man sich entschlossen habe, mich in meinem Widerspruch nun doch zu unterstützen - man hatte ein entsprechendes Fax an das Jobcenter gesandt.
Für diese Unterstützung bin ich tatsächlich sehr dankbar, da sie gänzlich kostenfrei (!) erfolgt und für mich immens wichtig ist - mit Anwalt "im Hintergrund" hat man nachweislich ganz andere/bessere bzw. überhaupt "Chancen", zu seinem Recht zu kommen. Außerdem ist es sehr erleichternd, e n d l i c h nicht mehr alleine gegen das Jobcenter ankämpfen zu müssen, sondern das Gefühl von (kleinem) Rückhalt zu haben - wenngleich ich die "Vorarbeit" ja bereits selbst geleistet hatte (die Gerichtsbeschlüsse gesucht und in den Widerspruch eingebracht - nur kann ich das natürlich alles nicht so rechtlich wasserdicht formulieren wie es ein Rechtsanwalt für Sozialrecht kann).
 
Ich warte nun auf den Sanktionsbescheid des Jobcenters. Denn:
Jeder Widerspruch wie auch die Klage(n) vor Gericht haben in Hartz 4 (SGB II) KEINE AUFSCHIEBENDE WIRKUNG. - Die Sanktionen werden also trotzdem in jedem Falle vollzogen. Das Geld fehlt somit für Monate (die Klagen bei Gericht liegen auch zwei bis drei Jahre, weil die Gerichte so überlastet sind).
 
Die zweite Sanktion beläuft sich auf nun 30%, wie kürzlich bereits mitgeteilt - also €121,20 für abermals drei weitere Monate - über Weihnachten und Geburtstag meiner Tochter und jetzt, in der Winterzeit, da ich für meine Tochter warme Kleidung (secondhand, wie stets - in ihrer Größe nur noch schwer zu finden!) und Schuhe kaufen musste - was bedeutet, dass ich selbst nach wie vor mit Halbschuhen herumlaufe - und ich erledige ja alles zu Fuß, bei jeder Jahreszeit (weil kein Auto und kein Geld für den ÖPNV).
Nur so zur Info.
 
Das Geld f e h l t uns also nun auch für Weihnachten und Geburtstag und sicher auch noch für so manch anderes, Lebensnotwendiges ... . An dieser Stelle möchte ich das nicht vertiefen. - Ich habe sonst wieder das Jugendamt am Hals, das mir mit "Hilfen zur Erziehung" unter die Arme greifen will oder mir Kindeswohlgefährdung vorwirft - mit Folgen ... ... ... . Nein, Geld erhält man von dort nicht.
Aber man wird für die Vergehen der Jobcenter (Sanktionen, daraus folgende Not) selbst verantwortlich gemacht. So perfide läuft das in Deutschland. Tatsächlich.
 
4. Gegen den Sanktionsbescheid muss ich dann wiederum Widerspruch einlegen (alle anderen Hartz-Geschädigten kennen das Procedere aus eigener Erfahrung, ihnen muss ich es nicht erklären).
Hierfür sagte rightmart mir weitere Unterstützung zu - vielen Dank dafür!
 
5. Gegen die Kürzung des Geldes (der laufenden Hartz 4-"Leistung") kann ich versuchen, eine einstweilige Anordnung bei Gericht zu erwirken/zu beantragen (nach §86b SGG).
Hierbei kann/wird rightmart mir jedoch nach eigener Aussage nicht helfen - es sei sehr schwer, mit einem solchen Antrag Erfolg zu haben (dann ohne Anwalt: umso mehr, schätze ich).

Ich muss es dennoch versuchen, denn es sind insgesamt €363,60 die uns in den kommenden drei Monaten fehlen werden - und das ist in Hartz 4 EIN VERMÖGEN!!!
Ich kann mir jedoch nirgendwoher Geld leihen, daher kann ich es nur über den Antrag versuchen.
 
6. Die Druckertintenpatrone (Schwarz) ist schon wieder fast leer.
 
7. Meine Tochter ist immer wieder sehr traurig, weint dann auch - weil wir "nie etwas Schönes zusammen machen können" ... ... ... .
 
8. Ich bin gespannt, was noch passiert. - Werden wir die Wohnung verlieren? Wird mir meine Tochter vom Jugendamt genommen?
 
ALLES ist möglich, ALL DAS ist LEGAL: in Deutschland 2016.
 
Ja, man verliert die Zuversicht und das Selbstwertgefühl. Vollständig. - Nach so vielen Jahren ... ... ...
 
Vor allem, wenn/weil man mit all dem so lange schon absolut alleine dasteht, es bewältigen muss. Und niemand anderer (BEZUGSPERSONEN!) wenigstens meine Tochter ein bisschen auffangen, aufheitern kann.
 
Noch mal: Hier geht es nicht um Mitleiderheischenwollen. - Danke, nein.
Hier geht es um Information und DOKUMENTATION.
 
Niemand soll sagen können, er habe davon nichts gewusst.
Und ich: will und werde das nie vergessen.
 
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01. Dezember 2016
 
Zur Vervollständigung der Dokumentation des bisherigen Hergangs:
 
Jippiiee - vorhin Jobcenterpost aus´m Briefkasten geholt - verheißt grundsätzlich nichts Gutes, aber: ABHILFEBESCHEID! - Das bedeutet (wenn nicht noch irgendwas Bescheuertes kommt - denen ist alles zuzutrauen): KEINE WEITERE SANKTION! - Jedenfalls ist erst mal die bisher angedrohte abgewendet.
 
Und warum?: WEIL ICH ANWALTLICHE UNTERSTÜTZUNG HATTE. Zum ersten Mal überhaupt (gegenüber dem Jobcenter). :)
 
rightmart sei Dank!
 
Ja, ich habe es nur den Anwälten von rightmart Rechsanwalts GmbH Bremen (gleich nochma bisschen Werbung machen ;) ) zu verdanken, dass das nun so ausgegangen ist!
 
Das heißt im Klartext: Ohne Anwalt: keine Chance!

Ein anderer Widerspruch von mir wurde abgewiesen (vor einiger Zeit bereits). Damals hatte ich keine anwaltliche Unterstützung.
 
Und das heißt vor allem: dass die Jobcenter unzweifelhaft Sanktionen verhängen, OBWOHL SIE WISSEN (die Sachbearbeiter), DASS DIESE RECHTSWIDRIG SIND!
 
Die Leute werden ja "geschult", sie haben auch nicht nur selten mit diversen Fällen und Konstellationen zu tun. Sie kennen das SGB II und die "Fachlichen Hinweise" zu selbigem.
 
Noch deutlicher: DIESES VORGEHEN IST KRIMINELL. Es werden vonseiten der Jobcenter Vorgehensweisen an den Tag gelegt (betrifft ja nicht nur mich, sondern etliche andere Menschen im Hartz 4-Vollzug gleichermaßen), von denen die dort Arbeitenden selbst genau wissen, dass sie rechtswidrig sind - dennoch wird all das durchgeführt: in erheblichem Ausmaß.
Der Staat betrügt also seine eigenen Bürger - auch hier/ein Mal mehr. Und das im großen Stil.

Nur dass es sich hier eben um sehr viele Menschen handelt, die weder die Gesetze (genau) kennen noch die Möglichkeit haben, sich zur Wehr zu setzen - weil sie bspw. die Bescheide nicht verstehen, weil sie selbst nicht Widersprüche (alleine) formulieren können, weil sie sich nicht zuvor informieren können (da sie bspw. keinen PC und/oder Internetzugang - m e h r - haben ...), weil sie sich keinen Anwalt leisten können (ist nicht so einfach und nicht überall möglich: mit Beratungshilfeschein, siehe bspw. in Hamburg und Bremen - da gibt es den nicht, sondern die doofe "ÖRA").
Und genau darum weiß man - in den Jobcentern und der Bundesagentur für Arbeit ... . Man nutzt also die Unwissenheit und die fehlende Wehrhaftigkeit der Betroffenen skrupellos aus.
 
Das heißt im Klartext: "Man" (Exekutive) versucht es einfach: die Leute auszunehmen, zu betrügen (siehe falsche Bescheide, falsche Berechnungen, daher zu wenig ausgezahltes Geld sowie rechtswidrige Sanktionen und diverse andere Schikanen).

"Man" beugt die Gesetze also nicht einfach "nur" - man BRICHT sie - ganz ohne irgendeine negative Folge, Strafe, Konsequenz. - Ganz: "LEGAL". - Und man hat hierfür überdies noch Weisung von ganz oben, es auf genau diese Weise zu tun, anzuwenden, durchzusetzen - zu: VOLLZIEHEN, VOLLSTRECKEN.
 
Und man macht das andauernd - bei Millionen Menschen - bei gerade ausgerechnet jenen, die ohnehin NICHTS haben, daher auch nichts gelten und vor allem: sich eben deshalb häufig gerade n i c h t zur Wehr setzen können (Anwalt ...). Seit Jahren.
 
... Hätte ich nun also keine anwaltliche Hilfe gehabt, wäre die Sanktion verhängt/vollstreckt worden. - Obwohl sie nachweislich RECHTSWIDRIG ist (gewesen wäre).
 
Und das passiert: j e d e n Tag ... in Deutschland.

Und kein Jobcentermitarbeiter wird d a f ü r sanktioniert. Sie dürfen das, sie müssen das genau so machen.
 
Ich weiß ja, dass es keiner mehr hören/lesen kann/will, aber ... das ist Faschismus.
 
… Das heißt natürlich nicht, dass sie mich jetzt "in Ruhe lassen". ... ... ... Aber es heißt immerhin, dass ich zumindest für die nächsten drei Monate wohl - hoffentlich - nicht gekürzt werde.
 
Es muss auf politischer Ebene verändert werden, d.h. die Sanktionen grundsätzlich vollständig abgeschafft. Denn das (vorgebliche) Existenzminimum (das aufgrund der viel zu niedrigen Regelbedarfe ohnehin nicht dem tatsächlichen Minimum entspricht) kann und d a r f nicht gekürzt/gemindert werden. - Da dies gegen das Grundgesetz verstößt (Menschenwürde, Sozialstaatsprinzip ...).
 
"Ruhe" wird hier allerdings erst einkehren, wenn Hartz 4 durch ein menschenwürdiges, daher sanktionsfreies Existenzminimum ersetzt wird. (Man kann es auch BGE nennen, ja.) Und wenn die Leute nicht mehr länger belogen, für dumm verkauft werden ... . - Es müsste so vieles geändert werden (Bildungspolitik, Gesundheitspolitik, "Arbeitspolitik", Außenpolitik, Wirtschaftspolitik, Verknüpfungen zwischen Politikern und Wirtschaft ...). Und der "Witz" ist: es wäre möglich. Es ist nur nicht gewollt.

Es gäbe dann im je individuellen Leben immer noch Etliches zu "bewältigen" - ohne jede Frage. Aber einiges würde immerhin Erleichterung, Entlastung bringen können und manches überhaupt erst möglich machen - das auf politischer Ebene entschieden bzw. geändert werden muss/müsste.

Es wird ohne mehr "Basisdemokratie" nicht gehen ... .
 
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19.12.2016
 
Heute erhielt ich ein Schreiben des Sozialgerichts Hamburg zu meiner Klage (erhoben im Oktober 2016) - Folgendes wird darin mitgeteilt:
"Mangels Nachweises eines wichtigen Grundes vermag das Gericht nach derzeitigem Erkenntnisstand keine Erfolgsaussicht für Ihre Klage erkennen."
(Das Wörtchen "zu" haben sie vergessen, ja.)
"Bitte teilen Sie dem Gericht binnen eines Monats mit, ob Sie die Klage zurücknehmen. Hierfür können Sie den beigefügten Vordruck verwenden."
 
Jo, deutlicher geht´s auch kaum mehr. Fehlt eigentlich nur noch, dass sie einem Geld dafür zahlen, dass man die Klage(n) zurücknimmt oder erst gar keine erhebt. Im Anhang befindet sich noch die Kopie der Beklagten (des Jobcenters Hamburg), die natürlich beantragt hat, die Klage abzuweisen.
 
Begründung:
"Neue rechtserhebliche Gesichtspunkte wurden nicht vorgetragen. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird daher auf den Inhalt des beigefügten Vorgangs sowie die Ausführungen im angefochtenen Widerspruchsbescheid verwiesen."
 
Antwortschreiben ans Gericht habe ich bereits verfasst. Natürlich nehme ich meine Klage n i c h t zurück. Aber: machen wir uns nichts vor - das Ding ist gegessen. Ich habe zwar also nochmal einen Versuch gestartet (indem ich begründete, warum ich die Klage nicht zurücknehme und warum meines Erachtens durchaus ein "wichtiger Grund" für die Klage vorliegt ...), aber:
 
OHNE ANWALT KEINE CHANCE.
 
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Zum Artikel: Ja, wer bitte kennt diese Abläufe nicht - der/die in Hartz 4 versucht, umzuziehen oder es muss!? Das ist doch ein weit verbreitetes, längst bekanntes Problem. Natürlich wird man schikaniert. Natürlich gibt es kaum noch bis keine Wohnungen, die jobcentergerecht sind. Natürlich darf man eigentlich ohnehin nur umziehen - in eine andere Stadt oder auch ein anderes Bundesland - wenn: man dort einen (existenzsichernden) Job nachweisen kann/antritt.

Natürlich wird man gezwungen, aus- und umzuziehen, wenn jemand die Wohnung verlässt/auszieht (bspw. volljährige Kinder ...) und sie deshalb als nicht mehr "angemessen" gilt - und man hat nur 6 Monate Zeit, eine neue - jobcentergerechte - Bleibe zu finden. Und natürlich hilft einem das Jobcenter oder Wohnungsamt oder wer immer NICHT bei der Suche und auch ein Wohnberechtigungsschein und Wohnungsbaugesellschaften: helfen nicht bei der Wohnungsfindung.

Und wenn man eine Wohnung findet, liegt sie in der abgeschiedenen Wallachei - in der man ohne Auto zur sozialen Isolation ... verdammt ist.
 
Willkommen in der Hartz-Realität.
 
Und ein Kommentar von mir auf Saskia Freytag:
 
Saskia Freytag - em, welche Verwandten, welche Familie?
Und wenn ich vom SoVD oder VDK Unterstützung möchte, muss ich zahlendes Mitglied werden - kostet im Jahr ca. €72,-, für jede anwaltliche Tätigkeit (Widerspruch, Schreiben, Klagen), muss man dort selbst als Mitglied (!) extra zahlen (geht von ca. €50 bis über €100,-, ich habe mich telefonisch bei beiden gerade kürzlich informiert). Sorry, d a s ist mit/in Hartz 4 nicht möglich. Mir zumindest nicht.
Und inwiefern kann "Tacheles e.V." für mich gegenüber dem für mich zuständigen Jobcenter oder Sozialgericht als Rückhalt/Beistand aktiv werden? - Das ist nicht zu leisten, eben.

In Hamburg und Bremen gibt es außerdem keinen Beratungshilfeschein - ich kann also nicht einfach zu einem Anwalt gehen, sondern muss zur ÖRA - und nicht nur ich habe mit dieser wiederholt negative Erfahrungen gemacht - dort wird man häufig gerade nicht tätig, hinsichtlich Schriftverkehr mit dem Jobcenter und klagen können/dürfen sie meines Wissens ohnehin nicht. Es geht da um außergerichtliche Einigungen.
 
Wenn ich mir also nicht einen Fachanwalt selbst leisten kann, w i e soll ich mich also genau wehren können?

Ich habe mehrere Widersprüche eingelegt - sie wurden bis auf eine Ausnahme (weil online-Anwalt involviert ;) ) abgewiesen.
Zwei Klagen laufen aktuell beim Sozialgericht - ich wurde vom Gericht aufgefordert, meine Klage(n) s e l b s t - mittels dafür vorgesehenem Vordruck/Formular - zurückzunehmen, was ich selbstredend nicht tat - aber: So läuft das.
 
Der Spruch mit den Fesseln ist daher vollumfänglich unangemessen und eigentlich schon unverschämt. Ich spüre "meine" Fesseln: ständig. Täglich. Rund um die Uhr. Seit Jahren. Man nennt sie MATERIELLE ARMUT und Hartz-VOLLZUG.
 
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Berichte aus und Einblicke in den Hartz 4-Alltag ... für all jene, die davon noch immer kaum eine Vorstellung haben (wollen?)
Ich wiederhole es noch ein Mal: Ich warte auf den Tag, an dem die "Kunden" (die Hartz 4-"Leistungen"beziehenmüssenden) ihre Kundennummer auf den Unterarm tätowiert bekommen (und wie gesagt: jedes Kind hat bereits (s)eine eigene Nummer) und - zuvor - einen Aufnäher an ihre Kleidung anbringen müssen - ein "U".
 
(Ein "U"? Warum ein "U"? - Für: UNTERMENSCH. Alternativ böte sich auch die Buchstabenkombination "zv" an - "zu vernichten".)
 
Ich bitte hierbei ausdrücklich zu beachten, dass etliche der verhängten Sanktionen de facto/nachweislich RECHTSWIDRIG sind und im Wissen darum - trotzdem! - verhängt werden.

Ich bitte außerdem darum, sich abermals zu vergegenwärtigen, dass ein Existenzminimum eben dies ist: das absolute Minimum, das aus logischen Gründen also nicht gekürzt werden k a n n / darf (dürfte ...).

Und ich bitte zu berücksichtigen, dass dieses aktuell als Existenzminimum Geltende/Festgelegte bereits auf unlauteren Berechnungen beruht, daher ohnehin deutlich (!) zu gering, zu niedrig ist.
 
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" »Familien brauchen finanzielle Unterstützung. Familienförderung ist keine soziale Wohltat, sondern ein gerechter Ausgleich für die enormen Leistungen, die die Familien erbringen.«
So steht es im Parteiprogramm der regierenden CDU. Nun lässt sich darüber streiten, wie familienfreundlich die Politik der CDU tatsächlich ist. Eltern, die Hartz IV beziehen, können jedenfalls nicht mit besonderer Unterstützung rechnen.
 
Die staatlichen Zuwendungen für Arbeitslosengeld-II-Bezieher sind sehr knapp bemessen, das gilt für Bürger mit und ohne Kinder. Und wenn Hartz-IV-Empfänger ihre sogenannten Pflichten nicht erfüllen, werden sie mit Geldentzug bestraft. Auch das gilt für Menschen mit und ohne Kinder. Im vorigen Jahr gab es jeden Monat durchschnittlich rund 132 000 Hartz-IV-Bezieher, die mit Sanktionen belegt wurden. Etwa weil sie nicht zu einem Termin beim Jobcenter erschienen waren oder ein Arbeitsangebot abgelehnt hatten. Unter den Bestraften waren monatlich 42 700 Arbeitslosengeld-II-Empfänger, die mit Kindern in einem Haushalt lebten. Das zeigt eine Sonderauswertung von Daten der Bundesagentur für Arbeit für das Kooperationsprojekt »O-Ton Arbeitsmarkt«. Die Daten sollen am Montagnachmittag veröffentlicht werden und liegen dem »neuen deutschland« bereits vor.
 
Demnach gab es im vorigen Jahr monatlich 2600 Hartz-IV-Empfänger mit Kindern, die gar keine Zahlungen mehr erhielten - darunter 220 Alleinerziehende. In den Fällen würden den Betroffenen auch Miet- und Heizkosten nicht mehr erstattet. Diese Kürzung müsse aber durch eine entsprechend höhere Zahlung an die anderen Haushaltsmitglieder ausgeglichen werden, weil ansonsten eine rechtswidrige Sippenhaftung entstünde, erläutert Stefan Sell, Direktor des Instituts für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung der Hochschule Koblenz. [...]
 
Stefan Sell hält die Sanktionspraxis der Jobcenter prinzipiell für fragwürdig. Bei der staatlichen Grundsicherung gehe es um ein Grundrecht auf Gewährleistung des Existenzminimums. »Wie kann das unterschritten oder gar vollständig entzogen werden?« Es werde Zeit, dass das Bundesverfassungsgericht abschließend kläre, ob die Sanktionen zulässig sind, sagte Sell dem »nd«.
 
Für eine Abschaffung der Hartz-IV-Sanktionen sprechen sich die Grünen und die Linkspartei aus. SPD und CDU/CSU halten an den Strafen fest."
 
Quelle: neues-deutschland.de - "Jobcenter kürzen Zehntausenden Familien Hartz IV-Zahlungen"
 
Auch Nachfolgendes nochmal kurz zur Erinnerung und Übersicht:
 
"[...] Kritik am Arbeitslosengeld II
 
Allgemeine Kritikpunkte
 
Allgemein wird an den Hartz-Reformen kritisiert, dass die aus dem Hartz-Konzept entwickelten Gesetze für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (2003–2005) ihre Absichten verfehlt hätten. Das erklärte Ziel, die Arbeitslosigkeit zu halbieren und vor allem Langzeitarbeitslosigkeit zu reduzieren, sei bisher nicht erreicht worden. Dies gelte auch für das Ziel der deutlichen Entlastung öffentlicher Kassen durch die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Die tatsächliche Senkung der Arbeitslosigkeit in Deutschland ab 2006 führen die Kritiker ausschließlich auf die konjunkturelle Entwicklung[95], demografische Entwicklungen und kosmetische Änderungen der Arbeitslosenstatistik[96] zurück. Weitere Kritik allgemeiner Art am Arbeitslosengeld II beinhalten die folgenden Vorwürfe:
  • das ALG II habe einen Bruch mit sozialstaatlichen Grundprinzipien wie Lebensstandardsicherung, Bestandsschutz, Qualifikationsschutz und Berufsschutz vollzogen.
  • das ALG II halte einen zu geringen Abstand zum Nettoeinkommen aus niedrig entlohnter Beschäftigung oder auch zu normalen Erwerbseinkommen bei größeren Familien (Nichteinhaltung des sogenannten Lohnabstandsgebots).
  • ALG II richte den Fokus der gesellschaftlichen Diskussion auf eine Missbrauchsdebatte, die von den Ursachen und Folgen sowie von der Lösung des Problems der Massenarbeitslosigkeit ablenke sowie Millionen Menschen unter Generalverdacht stelle.[97]
  • ALG II verstärke die Existenzangst. Die Arbeitslosengeld-II-Regelungen würden von vielen Betroffenen nicht mehr als soziales Netz empfunden.[98]
  • ALG II führe zu einer finanziellen Benachteiligung von Familien und Partnerschaften, die offen zueinander stünden, im Vergleich zu solchen, die sich wahrheitswidrig als alleinstehend oder -erziehend ausgäben.[99]
  • ALG II führe zu Verarmung und Prekarisierung; es treibe breite Bevölkerungsschichten an den Rand oder in die Armut;[100] besonders gravierend sei dieses Problem für Kinder und kinderreiche Familien,[101] da die Reform zur Zunahme von Kinderarmut und zukünftig von Altersarmut führe. Gemäß Aussage von Oskar Lafontaine in Bezug auf die prekären Arbeitsverhältnisse von Hartz-IV-Aufstockern sowie 1 Euro-Jobbern sagt dieser: "Lieber arbeitslos, als gedemütigt" und macht damit deutlich, dass es sich bei der staatlichen Regulierung um Arbeit ohne Würde (Zitat) handelt.[102]
  • der durch die Hartz-Reform gestiegene Sanktionsdruck auf Arbeitslose, jegliche Arbeit anzunehmen, senke (so auch die gewerkschaftliche Sicht) massiv den Spielraum für Bewerbende, beim Arbeitsvertrag eigene Ansprüche durchzusetzen. Dadurch komme es zur Ausweitung der Erwerbsarmut. Arbeitnehmer mit gewerkschaftlichem oder Betriebsrats-aktivem Lebenshintergrund und Ambitionen würden durch die Masse der sich untertariflich verkaufenden Bewerber aus dem Arbeitsmarkt ausgeschlossen.
  • Der Richter am Bundesgerichtshof a.D. und ehemalige Bundesabgeordnete der Linken Nešković hält die Sanktionen für verfassungswidrig, da durch die Sanktion die Gewährung bzw. Nichtgewährung der Grundsicherung an ein bestimmtes Verhalten, nicht aber an den tatsächlichen Bedarf gekoppelt werde. Die Menschenwürdegarantie des Grundgesetzes verlange aber nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts die Sicherstellung des Existenzminimums in jedem Einzelfall.[103]
  • Kritik äußerte der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte an dem Grundsicherungssystem der Bundesrepublik Deutschland. Beziehern der Grundsicherung, Sozialhilfe und Hartz IV werde auf diese Weise kein „angemessener Lebensstandard“ gewährt. Der UN-Ausschuss zeigte sich zu tiefst besorgt, da zahlreiche bereits beanstandete Missstände nicht beseitigt und Empfehlungen der UN nicht umgesetzt wurden.[104]
Christian Rickens (Der Spiegel) resümierte anlässlich '10 Jahre Hartz IV' einen sozialpolitischen Skandal[105]
 
Kritik an der praktischen Umsetzung
  • Das ALG II impliziere eine an Geschlechterrollenstereotypen ausgerichtete, unzureichende Förderung für Alleinerziehenden mit kleinen Kindern und für in Partnerschaft lebenden Frauen, da arbeitsmarktpolitische Ziele mit Gleichstellungszielen konkurrierten,[106]
  • Teilweise seien Bescheide fehlerhaft und rechtswidrig erlassen worden, vor allem kurz nach Inkrafttreten der Hartz IV-Reform. Schwerwiegende Verwaltungsmängel hätten, so die Kritiker, diese erste Phase im Jahr 2005 gekennzeichnet, in der nach verschiedenen Erhebungen etwa 90 Prozent der Bescheide fehlerhaft gewesen seien;[107][108] die Zahl der Verfahren vor Sozialgerichten nahm allein im Jahr 2006 um 50 Prozent zu.[109] Von Januar bis April 2007 wurden vor den Sozialgerichten 16.375 Klagen endgültig erledigt. Dabei wurde der Klage in lediglich 4 % der Fälle (586) ganz stattgegeben, eine teilweise Stattgabe erfolgte nur in 2 % der Fälle (339). Der überwiegende Teil der Klagen wurde durch Anerkenntnis/Rücknahme erledigt (13.126 oder 80 %) beziehungsweise durch Urteil/Gerichtsbescheid abgewiesen (2.329 Fälle oder 14 %). Am 18. Juni 2010 wurde am bundesweit größten Sozialgericht Berlin die 100.000. Klage eines Hartz-IV-Beziehers eingereicht. Etwa die Hälfte der Kläger erzielt derzeit „zumindest einen Teilerfolg“.[110]
  • Auch die Praktiken des zurückweichenden Konzepts,[111] der vertreibenden Hilfe und der Verfolgungsbetreuung (siehe dort) waren Gegenstand von Kritik.
  • Nach Angaben der Berliner Zeitung kassieren die Jobcenter-Chefs in Berlin bis zu 4000 Euro Prämie für rigoros durchgesetzte Einsparungen die auch Sanktionen einschließen, nach einer vertraulichen Anweisung des Bundesarbeitsministeriums.[112] Harte Hartz-IV-Sanktionen drängen nach Einschätzung der Wohnungslosenhilfe vor allem auch unter 25-Jährige auf die Straße.[113]
Vor allem von Juristen wird die Verwaltungspraxis der Jobcenter und die daraus resultierende massive Belastung der Sozialgerichte kritisiert. Alleine im Jahr 2009 wurden 143.000 Klagen gegen die Jobcenter eingereicht, die Erfolgsquote liegt bei 48,9 Prozent.[114] Zum November 2015 hat das Bundessozialgericht 777 Urteile zum Arbeitslosengeld II gefällt. Dies liege nach Ansicht von Juristen vor allem an der Abschottungspraxis der Jobcenter, sodass viele Streitigkeiten, die früher formlos geklärt werden konnten, heutzutage vor Gericht ausgetragen werden müssen. Außerdem werden Anträge häufig gar nicht erst bearbeitet, sodass sich Antragsteller erst mit Untätigkeitsklagen wehren müssen, bevor das Amt überhaupt reagiert. Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hat die Klage eines Leistungsbeziehers auf Veröffentlichung der Telefonlisten der Jobcenter-Mitarbeiter mit der Begründung abgelehnt, die Veröffentlichung dieser Telefonlisten gefährde die Sicherheit und Existenz der Bundesrepublik Deutschland.[115]
 
Kritik an der Leistungsberechnung
  • Berechnung und Höhe der Regelleistung. Die Regelleistungshöhe wird sowohl von Wohlfahrts- und Erwerbsloseninitiativen als auch von Wirtschaftsverbänden kritisiert; jene halten die Regelleistungshöhe für zu niedrig, während diese sie als zu hoch ansehen. Der Senat 11b des Bundessozialgerichts hatte keine Bedenken gegen die Verfassungskonformität der aktuellen Höhe der Regelleistung,[116] während der 14. Senat die Regelung, wonach das Sozialgeld für Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres auf nur 60 vom Hundert der für alleinstehende Erwachsene maßgebenden Regelleistung festgesetzt ist, für verfassungswidrig hält.[117] Das Hessische Landessozialgericht war der Ansicht, dass die Höhe der Regelleistung und des Sozialgeldes nicht das soziokulturelle Existenzminimum von Familien mit Kindern decke und daher gegen das Grundgesetz verstoße. Beide Gerichte hatten die Frage der Verfassungsmäßigkeit dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vorgelegt.[118] Dieses hat zwar die Berechnung, aber nicht die Höhe der Regelleistung und des Sozialgeldes für verfassungswidrig erklärt sowie eine Härtefallregelung eingeführt. In seinem Beschluss vom 23. Juli 2014 bezeichnet das Bundesverfassungsgericht die Regelbedarfsleistungen als "derzeit noch verfassungsgemäß". Soweit die tatsächliche Deckung existenzieller Bedarfe in Einzelpunkten jedoch zweifelhaft sei (etwa bei den Kosten für Haushaltsstrom, Mobilität und die Anschaffung von langlebigen Gütern wie Kühlschrank und Waschmaschine), habe der Gesetzgeber eine tragfähige Bemessung der Regelbedarfe bei ihrer anstehenden Neuermittlung auf der Grundlage der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2013 sicherzustellen.[119] Ein Wohlfahrtsverband kritisierte Ende 2014, dass die Bundesregierung noch nicht auf die Aufforderungen des Bundesverfassungsgerichtes reagiert habe.[120]
  • Regelsatz unzureichend für gesunde Kinderernährung. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) der Universität Bonn gelangte 2007 in umfangreicher Studie zum Ergebnis, dass ALG II nicht ausreiche, um Kinder und Jugendliche ausgewogen zu ernähren. Der Gesetzgeber veranschlagt für Nahrung und Getränke bei 14- bis 18-Jährigen lediglich 3,42 Euro pro Tag. Selbst wer nur beim Discounter kaufe, müsse jedoch im Schnitt 4,68 Euro täglich ausgeben, um den Appetit eines Teenagers mit ausgewogener Kost zu stillen. Kinder und Jugendliche aus niedrigen sozialen Schichten litten heute zwei- bis dreimal so häufig unter Fettleibigkeit wie besser situierte Altersgenossen.[121]
  • Abkoppelung vom Versicherungssystem. Eine Kritik am Arbeitslosengeld II besagt, dass mit der Hartz-IV-Reform und der Abschaffung der Arbeitslosenhilfe viele früher langjährig Berufstätige finanziell mit Menschen gleichgestellt würden, die nie oder nie längere Zeit gearbeitet hätten. Dies betreffe vor allem Arbeitssuchende, die im höheren Alter arbeitslos würden und deswegen trotz Berufserfahrung schlechter eine neue Stelle fänden. Die Ursache des kritisierten Zustands sei - so die Kritiker -, dass die Höhe des Arbeitslosengeldes II vom früheren Arbeitslohn unabhängig sei. Der Gesetzgebers begegnet diesem Effekt mit einem speziellen Förderprogramm für ältere Arbeitslose.[122]
  • Zwangsumzüge. Die nur teilweise Übernahme der Kosten von großen und teuren Wohnungen wird als Zwang zum Umzug in eine kleine und billige Wohnung angesehen und kritisiert, da der Wohnungsmarkt vor allem in Ballungsregionen nicht genügend geeignete Wohnungen bereitstelle und die erhöhte Nachfrage nach billigem Wohnraum zu erneuten Zwangsumzügen führe. Nach einer im März 2007 vorgestellten Marktübersicht des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) für Nordrhein-Westfalen habe die Einführung von Arbeitslosengeld II in den vergangenen zwölf Monaten in NRW zu Mietsteigerungen bei einfach ausgestatteten Wohnungen in Höhe von sieben bis elf Prozent geführt. Viele Arbeitslosengeld-II-Empfänger hätten in kleinere Wohnungen umziehen müssen, durch die größere Nachfrage seien Mieten gestiegen.[123]
  • Unzureichende regionale Differenzierung. Kritisiert wird die nur wenig differenzierte Berechnung der Regelleistung, weil sie die großen regionalen Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten in den verschiedenen Regionen nur unzureichend berücksichtige.[99]
  • Privilegierung von Vermögen; kritisiert wird das Missverhältnis zwischen der rigiden Anrechnung von (Erwerbs-) Einkommen und den vergleichsweise großzügigen (bedingungslosen) Vermögensfreibeträgen in beträchtlicher Höhe, wie beispielsweise bei selbstgenutzten Eigenheimen.
Auf Kritik stieß, dass Geld für Alkohol und Nikotin aus der Berechnungsgrundlage gestrichen wurde.[124][125]
Kritik an Instrumenten zur Eingliederung in Arbeit
Auch mehrere im SGB II vorgesehene Instrumente zur Eingliederung von Arbeitslosen ins Erwerbsleben werden von Arbeitsloseninitiativen, Linkspartei und dem DGB als Gegner der Hartz-IV-Reform kritisch gesehen:
  • Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung werden vor allem wegen des Verdachts auf die Vernichtung von regulären Arbeitsplätzen kritisiert und als „1-Euro-Jobs“ gebrandmarkt, weil die Gemeinnützigkeit und vor allem Zusätzlichkeit der geschaffenen Stellen nicht ausreichend kontrolliert werde oder zum Teil gar nicht kontrolliert werden könne. Kritisch gesehen werden weiter von Teilen der Politik die niedrige Entschädigung und die Rechtsstellung der so Beschäftigten.
die Ausgestaltung der „aktivierenden“ Maßnahmen und Instrumente zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt, insbesondere die nach Auffassung der Kritiker übermäßige Betonung des Forderns bei nach deren Meinung gleichzeitiger Bei- oder Nachordnung des Förderns[126] entgegen dem ausgeglichenen Leitbild des „Förderns und Forderns“. [...]"
 
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitslosengeld_II#cite_note-104
 
... Und dann möchte ich heute (11.10.2016) noch etwas POSITIVES in eigener Sache mitteilen - falls allerdings "das Amt" mitliest, ist es damit wahrscheinlich ganz schnell wieder vorbei - oder: falls mich wieder jemand DENUNZIERT. (Aus Neid, Rache, Dummheit oder anderen niederen Beweggründen - wie bisher so geschehen.) - Trotzdem ist es mir ein Anliegen, es "euch" mitzuteilen:
 
Meine Tochter hat ein "Privileg" - als armes "Unterschichtenkind": Sie spielt Geige. Seit etwas mehr als einem Jahr.

Die Unterrichtsgebühr (für Gruppenunterricht) zahlt die Stadt. Die erste Geige mussten wir selbst finanzieren. War ein Industrieprodukt - totaler Schrott. Mehrmals mussten wir bei Geigenbauern Nachbesserungen (kostenpflichtig) vornehmen lassen. Die Geigenlehrerin drückte beide Augen feste zu und versuchte, mit dem Instrument Unterricht zu machen, weil sie wusste/weiß, dass wir uns nichts anderes leisten konnten/können.
Überdies ist "unsere" Geigenlehrerin ein herausragend toller, guter Mensch. Ich kann es gerade nur in diesen unbeholfenen Worten ausdrücken. Und wir haben EIN RIESEN GLÜCK - bei allem anderen "Pech" ... - dass wir diese Frau als Geigenlehrerin bekommen haben!!! Und wir sind dafür sehr, sehr, sehr dankbar. Denn es geht hierbei nicht (nur) um Geigenunterricht, sondern etwas ganz anderes:
 
darum, dass meine Tochter tatsächlich in dieser Frau eine Art Bezugsperson bekommen hat! Dass diese tolle Frau ein sehr empathischer, reflektierter, herzensguter Mensch ist (selbst btw nicht reich, selbst alleinerziehend mit zwei Kindern!).
Und es geht darum, dass meine Tochter durch diesen "Kontakt" (Unterricht) ein Stück weit "Teilhabe" und Normalität erfährt, erlebt, vor allem
 
DAS STÄRKEN IHRES SELBSTWERTGEFÜHLS
 
... das auf andere, inzwischen so vielfältige Weise bereits beschädigt wurde/wird (durch Armut, Ausgrenzung, Entbehrungen, einhergehendes mobbing in der Schule und weil sie keine "Familie", "soziales Netz" ... hat/haben kann).
 
Nun brauchte sie eine größere Geige und ich wusste nicht, wie finanzieren (selbst gebrauchte Instrumente sind zu teuer, auch die Ausleihe - siehe, was ich gestern/unten dazu schrieb - und wir wollten nicht nochmal ein solches Schrottinstrument anschaffen, selbst das wäre aktuell nicht finanzierbar gewesen).
Ihre Geigenlehrerin hat dann einen "Stifter" aufgetrieben !!!, der diese Gebühr übernahm. - großes Glück, große Hilfe! Sonst hätte sie die Geige aufgeben müssen - was sie selbst (!) absolut nicht will. Sie hat sich das Instrument btw selbst ausgesucht - und sprach schon im Kindergarten immer wieder davon, dass sie "Geige spielen" will. Es kam dies ganz von ihr selbst.
Dieser Stifter fällt nun jedoch aus. ... (Gründe darzulegen, führte nun zu weit ab.)
Ich kann es absolut nirgendwo mehr "abzwacken". Wieder die Situation: sie muss die Geige also jetzt wohl aufgeben.
Ich kann kaum vermitteln, wie traurig, wie schädlich, folgenreich das für meine Tochter gewesen wäre, da dieser Geigenunterricht für sie eine Art Anker, eine kleine "Insel" ist - zum Auftanken ... ... ... !
(Und sehr wahrscheinlich wird sie sich noch später im Leben genau daran erinnern ... ... ... . )
Überdies unterrichtet die Lehrerin sie im Einzelunterricht (auf eigene Entscheidung ...), obwohl ihr nur Gruppenunterricht "zusteht".
 
Nun hat diese Lehrerin, diese Frau, organisiert, dass meine Tochter weiterhin Geige spielen kann. Die Geigenbauerin, von der wir das Instrument leihen, hat sich nun bereit erklärt, ihr die Leihgebühr zu erlassen ! ! ! Dies verdanken wir einzig dem Engagement, dem Bemühen, der unersetzlichen, unbezahlbaren, unvergleichlichen Unterstützung dieser Frau: der Geigenlehrerin meiner Tochter.
 
Was ich sagen möchte: Es sind diese vermeintlich "kleinen", immens großen, wichtigen, gewichtigen Dinge, Erfahrungen, die "Hoffnung" und Halt geben, die Last und Druck herausnehmen - die dazu führen, dass man den "Glauben" und "Willen" nicht ganz aufgibt. Die so unentbehrlich sind: für eine gesunde, gute Entwicklung von Kindern ! ! !
 
Ich weiß nicht, wie ich mich je erkenntlich zeigen kann bei dieser Frau. Jedenfalls bin ich ihr von Herzen dankbar.
 
Sie müsste das nicht tun, sie hat genug eigene Dinge zu bewältigen. Sie verdient nicht daran, sie hat keinen Vorteil davon. Sie sieht nur, was "hier los ist" und es ist ihr ein Anliegen, zu helfen: einem KIND!

Sie weiß, was alles daranhängt und was dieser Unterricht, dieser Kontakt für meine Tochter alles bedeutet, was er ihr alles gibt, wie wichtig er tatsächlich für sie ist. Aber sie macht kein Aufhebens darum. Sie agiert "im Hintergrund" und präsentiert mir dann das Ergebnis: ihres Engagements.
 
DAS IST EMPATHIE. DAS IST MITGEFÜHL. DAS IST HERZENSGÜTE. DAS IST CHARAKTERSTÄRKE.
 
Und ein Mal mehr: ist es eine Frau ... . Die hilft. ... ... ...
 
Danke. !
 
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