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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Kalendersprüche - sabethanisch kommentiert :)

Die Welt: fängt halt nicht erst mit die eigene Behaglichkeit störenden Vorkommnissen vor der eigenen Haustür an. Zu blöd aber auch. ;)

Die Welt: fängt halt nicht erst mit die eigene Behaglichkeit störenden Vorkommnissen vor der eigenen Haustür an. Zu blöd aber auch. ;)

Kalendersprüche - sabethanisch kommentiert :)
Klingt auf den ersten Blick fast sympathisch. Aber dann spüren wir, dass da irgendetwas nicht stimmig ist:
 
Das buddhistische "Loslassen" ist uns Menschen schlicht nicht möglich.
 
Wenn wir tatsächlich alles losließen, würde nichts uns mehr etwas bedeuten, etwas wert sein, uns am Herzen liegen können.
Wir könnten dann - konsequent zu Ende gedacht - nicht einmal mehr an unserem Selbsterhalt interessiert bzw. um diesen bemüht sein (Grundbedürfnisse erfüllen, aber eben auch Gefühle, auch das Abwenden von Schmerz, von Verletzungen, Krankheit ...). Wir würden foglich über kurz oder lang sterben, uns selbst (wissentlich) vernichten.

Und ähnlich verhält es sich mit dem "Lebe im Jetzt" - das ist uns schon deshalb nicht möglich, weil unser Denken immer in die Zukunft ausgerichtet ist und gleichermaßen in die"Vergangenheit, da es für Geschehnisse, Phänomene Ursachen und Zusammenhänge sucht und unsere angelegte Neugier, Wissbegierigkeit lässt uns eben "suchen", forschen, erkunden, hinterfragen, ergründen ... . Damit hängt auch die Sinnsuche zusammen.
 
Es liegt schlicht in unserem menschlichen Bewusstsein begründet (conditio humana), dass wir suchen, fragen, ergründen etc..

Und wenn man dennoch die Möglichkeit hätte, alles einfach geschehen-, zuzulassen (ohne es zu werten oder irgendetwas "festhalten", d.h. erhalten zu wollen, damit zwangsläufig es bereits bewertet habend), wäre man kein Mensch (mehr) - könnte man kein Mensch (mehr) sein. Eher eine Art Roboter. Man wäre nicht "beseelt".

Es liegt in unserer menschlichen Natur begründet, dass wir denken, fühlen, zweifeln, fragen, suchen - nicht nur, aber auch nach "Sinn".

Die Frage ist also eher, ob und unter welchen Umständen man sich ggf. in etwas verrennt, nicht aber, dass man grundsätzlich "sucht", wertet, erhalten will - denkt, fühlt, Bedürfnisse und Wünsche hat.
 
Die Dinge auf uns zukommenlassen: Ja, hierbei allerdings bleibt uns zumeist auch nichts anderes übrig. Eben deshalb haben wir ja den Wunsch, "Einfluss nehmen", verstehen zu können, eben weil wir uns den Geschehnissen, Widerfahrnissen nicht so ausgeliefert fühlen wollen (daher ja auch religiöser Glaube, Esoterik, Aberglaube) - wiederum, weil das mit natürlichem Selbsterhalt (Lebenstrieb) zu tun hat.
 
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Kalendersprüche - sabethanisch kommentiert :)
Es liegt in der Kindheit begründet. Immer. Überall. - Hier: läuft noch immer so entsetzlich viel falsch.
 
Aber manches auch schon richtig. - Und ja, Menschen kommen nicht als unbeschriebenes Blatt zu Welt. Es gibt einige, die empfindsamer und empathischer bzw. mitfühlender sind als andere - noch immer sind diese Menschen beklagenswerterweise in der Minderheit und sehr oft haben sie unter ihrem Sosein zu leiden - weil die Anderen, die vermeintlich "Starken" sie quälen. Vielleicht, weil sie selbst diese Empfindsamkeit zu sehen, zu erleben ... nicht aushalten können. Was herausfordert, was mit eigenen Defiziten konfrontiert, wird daher - nach wie vor - bequem und selbstschonend abgewertet, aussortiert, vernichtet. Im Großen wie im "Kleinen".
 
Siehe jedoch Arno Gruen:
"Der mitfühlende Mensch kann Kriege verhindern." 
 
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Kalendersprüche - sabethanisch kommentiert :)
Nicht wirklich. ;) Ist klar, wie es gemeint ist, aber es ist leider völlig falsch formuliert und das stellt - so - gerade keine vernachlässigbare Nebensächlichkeit dar. Denn:
 
Niemand kann je sehen, hören, fühlen was/wie ein anderer Mensch (dies tut). - Was aber möglich ist, ist, nachzufühlen, wie sich das, das man von sich selbst kennt, für einen anderen Menschen (oder mehrere) anfühlen, anhören, aussehen ... kann, könnte.
Die Grundlage für Mitgefühl (nicht nur Einfühlungsvermögen) ist stets das je eigene Fühlen (-können und -wollen) - und kann dies nur sein.
 
Eben deshalb kann ich letztlich nie wissen, nie (nach-) fühlen, wie sich etwas für jemand anderen genau anfühlt, aussieht etc., siehe das Problem der Qualia, siehe auch Intersubjektitivät bzw. deren Grenzen, Hürden.
 
Und eben deshalb kann sich niemand je anmaßen, über auch das Leid, den Schmerz eines anderen jemals befinden, entscheiden, urteilen, werten zu können - zu dürfen.
 
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Nein, nur und immer mit den je eigenen. - Es sind die eigenen Schmerzen, die man beim Leid des Anderen fühlt. - "Mehr": geht nicht, "mehr" bedarf es allerdings auch nicht: für Mitgefühl.
 
Wer mit dem Schmerz des Anderen "in Kontakt kommt", wird mit seinen eigenen Schmerzen (auch: Schwächen, Unzulänglichkeiten!) konfrontiert, mit seinen eigenen Zweifeln, Ängsten, Sorgen, Befürchtungen und seiner Verantwortung.
 
Das alles ist nicht selten unbequem, anstrengend und eben: schmerzhaft. Deshalb wird das Mitgefühl verweigert - weil man die Zugangsleitung zum eigenen Schmerz (siehe oben) gekappt hat bzw. kappen möchte. - Man möchte es in erster Linie also sich selbst leicht(er) machen, leider geht das ebenfalls nicht selten zu Lasten anderer (Leidender ...). D a s macht solche Verweigerung, Verdrängung, Ignoranz, Gleichgültigkeit, Härte, Kälte gegenüber dem Anderen, seinem Leid, seiner Not, so unmoralisch, unethisch, verwerflich.
 
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Kalendersprüche - sabethanisch kommentiert :)
Das ist eine so basale wie weise wie essentielle Aussage und Erkenntnis.
Die sich anschließende Frage müsste lauten:
 
Was kann/muss getan bzw. unterlassen werden, damit es Menschen möglich ist/wird, mit sich selbst "in Frieden zu kommen" und was muss getan bzw. unterlassen werden, damit Menschen hiervon nicht
abgehalten, daran gehindert werden - welche äußeren gesellschaftlichen, politischen, sozialen, persönlichen Umstände, erleichtern, befördern dieses "In-Frieden-mit-sich-Kommen" - schon von klein auf übrigens? ...
 
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Take me home (on) country roads ... down to my boat on the river `cause I´m an uptowngirl on fascination street. :P

Take me home (on) country roads ... down to my boat on the river `cause I´m an uptowngirl on fascination street. :P

Kalendersprüche - sabethanisch kommentiert :)
Der Selbstwert (das Selbstwertgefühl) kommt durch die Betrachtung von außen: zu einer bestimmten Lebensphase - der Kindheit (und Jugend).
 
Wenn du zu dieser Zeit (überwiegend, grundsätzlich oder wiederholt sehr intensiv) abgewertet wurdest - von deinen Bezugspersonen vor allem, aber nicht nur von diesen - so wirst du niemals "lernen" können, deinen tatsächlichen Wert zu erkennen.
 
Wer sich etwas anderes einredet tut es genaus deshalb: aus (erlittenem) Schmerz betrügt/belügt er sich selbst - schlicht, um es irgendwie ertragen, um mit den Verletzungen, der Entwertung, dem Versehrtsein irgendwie "umgehen", damit weiterexistieren zu können. Und nichts anderes findet in Therapie statt.
 
Für manche Verletzungen gibt es keine Heilung, es gibt allenfalls Symptombehandlung.
 
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Das ist eine nett gemeinte Botschaft, aber natürlich unrealistisch.
 
Bedingungslos wird man, wenn überhaupt je, allenfalls von den eigenen Eltern geliebt - wenn man Glück hat.
 
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Das ist das Kernproblem, ja. Genau das. Nicht nur in den Schulen, sondern auch in der Erwerbsarbeit.

Das ist das Kernproblem, ja. Genau das. Nicht nur in den Schulen, sondern auch in der Erwerbsarbeit.

Über den Erfolg
 
Es gibt allerdings auch den Erfolg, der sich weniger eigener Leistung, Disziplin, eigenen Durchhaltevermögens, eigener Courage etc. verdankt als viel mehr der Leistung anderer und auch dem Glück, dem Zufall bzw. den passenden Beziehungen, Kontakten, Mentoren.
 
Und umgekehrt gibt es Menschen, die eine Menge leisten, durchhalten, ertragen, bewältigen ... und dennoch keinen "Erfolg" haben, sondern unter ihren Lebensbedingungen - trotz aller Anstrengungen - massiv leiden (müssen). Ja, das hat eine Menge mit gesellschaftlichen, mit politischen Gegebenheiten, Bedingungen zu tun und auch damit, dass Reichtum sich mehrheitlich vererbt, wie Armut auch. Und schließlich ist immer auch die Frage, was für wen als "Erfolg(serlebnis)" gilt und was für wen aus welchen Gründen nicht ..., siehe wiederum Prägung, Sozialisation, Gesellschaft, Leistungsideologie.
 
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Kalendersprüche - sabethanisch kommentiert :)
So sehr ich Camus verehre, sollte dieser Ausspruch tatsächlich auf ihn zurückgehen, kann ich ihm hierin nicht folgen. - "Der" Mensch macht Dinge nicht kompliziert, weil er so viel Freude daran hat, sondern er hat mit Gegebenheiten, Vorkommnissen, Phänomenen, Widerfahrnissen, zu tun, die sich ihm - in seiner menschlichen Natur/Verfasstheit (conditio humana) - als komplex darstellen.
 
Ja, wir haben halt nun mal ein "weiteres" Bewusstsein (als eine Fruchtfliege ...). So lange wir also Mensch(en) mit wachem, d.h. nicht durch Krankheit, Demenz, Hirnschädigungen oder Drogen/Subtanzen ... erheblich eingeschränkten bzw. veränderten, Bewusstsein sind, werden wir aus diesem "Zustand" nicht herauskommen (können). - Wie?
 
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Kalendersprüche - sabethanisch kommentiert :)
Aktionismus ist nicht immer das Mittel der Wahl.
 
Und häufig kann "ich" alleine nicht tun, das ausreichen würde/könnte, Dinge zu verändern. - Aber eben dies suggeriert der Satz: Du (alleine!) bist verantwortlich, nur (!) Du kannst/könntest eigentlich etwas verändern, wenn du es denn nur wolltest, wenn du denn den Willen, die Disziplin hättest, die Leistung erbrächtest usw.. Ja, so leicht macht man sich das gerne - und es führt nirgendwohin oder aber es zieht negative Folgen nach sich. Häufig. Sehr häufig. Bloß davon wollen die Selbstgerechten nichts wissen, d a s ignorieren sie dann stets geflissentlich. Warum wohl ... ? ;)
 
Wenn jemand sich außerstande sieht, selbst "aktiv zu werden", so hat auch das Gründe - es liegt nicht immer oder überhaupt an reiner Bequemlichkeit oder fehlender Courage, aber auch wenn das der Fall sein sollte, gilt es nach eben genau all den Gründen, Ursachen hierfür zu fragen - statt vorschnell und bequem zu urteilen, zu v e r urteilen, denn eben dies impliziert der oben verlinkte Satz sehr wohl.
 
Und nein, wenn ich etwas entscheide, so tue ich dies sehr häufig gerade nicht "für mich alleine" - es sind andere davon betroffen, tangiert, beeinträchtigt - mehr oder weniger offensichtlich, mehr oder weniger intensiv, je nachdem, worum es geht.
Und wie ich mich entscheide (was zu tun und es wie zu tun oder ob überhaupt), eben dies hat bereits genannte Hintergründe - Michael Schmidt-Salomon nennt es "strukturelle Kopplungen". Ich kann - des ggf. besseren Verständnisses wegen - nur abermals auf den brillanten Text von ihm zur "Willensfreiheit" und Verantwortung verweisen: "Können wir wollen, was wir wollen?".
 
Es gibt natürlich auch jene, die ihre eigenen Schwächen und Fehler durchaus selbst sehr genau kennen, sie aber unter allen Umständen zu verbergen suchen, leugnen oder gar auf andere projizieren, sie anderen anhängen, unterstellen, einreden - um andere Menschen für ihre Zwecke missbrauchen, manipulieren, ausbeuten ... zu können. Das ist dann nicht mehr nur "Schwäche", das ist Strategie - bewusste, absichtliche, willentlich angewandte, andere absichtsvoll schädigende.
Es besteht schon ein Unterschied zwischen "Fehler machen", "Schwächen haben" und Charakterlosigkeit oder auch Bösartigkeit.
 
Das Problem ist ja: Wenn ich alle Verantwortung, alle "Schuld", alles Versagen stets ausschließlich bei mir selbst alleine suche/finde, so entlasse ich den/die anderen letztlich vollständig aus ihrer Verantwortung, ich nehme u.U. auch also solches auf meine eigene Kappe, das ich gerade nicht zu verantworten, das ich auch nicht verursacht habe. Das hat zur Folge, dass andere im bisherigen Stil weitermachen (können/dürfen) und ich mich wahrscheinlich früher oder später völlig schlecht, minderwertig, falsch und damit irgendwann auch total handlungsunfähig fühle, es bin. - Es wäre unsinnig und selbstschädigend, aber auch andere schädigend, wenn das passiert(e).
 
Es kann daher der richtige, angemessene, gebotene Weg nicht der sein, grundsätzlich alle Problemursachen ausschließlich oder auch nur vorrangig bei sich allein zu verorten. - Das hätte dann schon was von "Ich bin ein armer Sünder, deshalb muss ich bestraft werden und mich selbst geißeln." Damit ist allerdings niemandem gedient, auch und gerade jenen nicht, die ich möglicherweise tatsächlich geschädigt habe.
 
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Kalendersprüche - sabethanisch kommentiert :)
Fragt sich halt immer, was ein Fehler ist - wer darunter was genau versteht und warum so.
 
Wenn wir uns in bestimmter Weise verhalten, so hat dies Gründe. Nicht immer ;) reicht es aus, sich dieser Gründe bzw. Hintergründe bewusst zu werden/zu sein, denn sie reichen mitunter so weit bzw. gehen so tief, dass wir infolgedessen (!) unsere Einstellungen, Ängste, Wünsche, Gedanken, Gefühle und also auch Verhaltensweisen nur schwer, manche auch gar nicht "willentlich" - dauerhaft - verändern können.
 
Und schließlich ist immer auch die Frage: verändern - wozu, in wessen Interesse, zu wessen Vorteil, Nutzen, Wohl und wessen Nachteil oder auch Schaden?
 
Ja, die Dinge sind halt zumeist doch umfangreicher, komplexer als die Kalendersprüche, in denen sie verwurstet werden. Und ja, es ist diese halt nicht meine Art von Humor, denn es geht darin gar nicht wirklich um Humor, sondern um ganz anderes, das transportiert werden soll. Eben.
 
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Kalendersprüche - sabethanisch kommentiert :)
Und abermals: So einfach ist es eben gerade nicht.
 
Niemand macht "Fehler" (was genau ist damit gemeint? - Eben da geht es ja schon los, mit den Schwierigkeiten, Missverständnissen, Definitionsunterschieden), weil er so viel Freude daran hat.
 
Und wer "Schuld" oder Verantwortung bei anderen sucht/finden will, tut dies auch nicht grundsätzlich oder zwangsläufig, weil er selbst so feige, schlecht, bequem ist, sondern weil natürlich andere Menschen und bestimmte Verhältnisse stets zugrundeliegen, stets mitbestimmend sind für das, das Menschen tun und wie sie es tun.
 
Wir leben nicht auf einer Insel oder in einem Vakuum.
 
Und wenn Menschen Schwächen, Unzulänglichkeiten, Charakterdefizite nicht bei sich selbst verorten wollen bzw. können, so hat auch das komplexe (Hinter-) Gründe. Und exakt da gälte es, genauer bzw. überhaupt einmal hinzusehen ... . Aber das ist "den anderen", den Selbstgerechten dann wiederum viel zu mühsam, zu unbequem. Es würde ggf. nämlich an die Oberfläche bringen, dass sie eben dies sind: ignorant, selbstgerecht, oberflächlich. Nicht immer, nicht alle, aber doch leider nicht wenige.
 
Ich halte es für unbedingt erforderlich, zu benennen, was einem da konkret vorschwebt. - Und warum will man es hier nicht benennen? Kann man zu den gemachten (eingesehenen) Fehlern also nicht - offen, d.h. auch öffentlich - stehen? Warum nicht? Will man sich nicht angreifbar machen? Warum nicht?
 
Was heißt das also, "Fehler zu machen"? Was genau ist denn ein "Fehler" - eine falsche Entscheidung, ein Fehlverhalten? Einmalig oder wiederholt oder auch kontinuierlich, regelmäßig? Gegenüber einem oder mehreren Menschen oder sich selbst? Was waren jeweils die Folgen - waren es ausnahmslos negative, schädigende oder auch nicht?
 
Nein, ich halte überhaupt nichts von diesen Verkürzungen, die nur dazu führen, dass auf Menschen noch mehr Druck ausgeübt wird, sie sich noch schlechter fühlen sollen.
Natürlich sollte man selbst einsehen, erkennen, sich eingestehen: können und wollen, wenn man sich fehlverhalten hat - insbesondere anderen gegenüber. Und dann sollte es auch darum gehen, möglicherweise daraus gefolgte Schäden wiedergutzumachen - so weit jeweils möglich.
 
Aber es gibt vieles, das wir tun, weil wir aufgrund unseres  je persönlichen "Soseins" nicht anders können und wenn wir das gelöst kriegen wollen, so müssen wir eben die Hintergründe ausleuchten - jeder seine eigenen selbst (ggf. mit Unterstützung). Nur dann kann es u.U. zu Verhaltensänderungen kommen, denen stets Veränderungen der Einstellung, des Denkens und Fühlens vorausgehen müssen. Und gar nicht so selten müssen sich hierfür eben durchaus auch äußere (Lebens-) Umstände ändern lassen.
 
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Noch mal:
 
Das Problem bei all diesen Handlungsanweisungen/Ratschlägen ist doch grundsätzlich das, dass dabei außer Acht gelassen wird, dass Menschen Gründe haben für ihr Verhalten, auch für ihr Denken, dass dies "Hintergründe" hat - nicht nur eine einzelne, je einfach zu benennende, zu erkennende Ursache, einen konkreten Auslöser.
 
Darum geht es mir letztlich generell: Es lässt sich aus Gründen das je eigene Eingestelltsein und Verhalten ja nicht einfach so ändern - durch einen Spruch oder "Ratschlag", sondern es ist, wenn es überhaupt wirklich und auch langfristig möglich ist, wirksam sein soll, ein üblicherweise langwieriger Prozess, dem vieles zunächst vorausgehen muss (an Selbstreflexion, Erkenntnis, Einsichtsvermögen oder - bzw. zuvor zumeist - auch Leiderfahrung).

Diese "Ratschläge" verkürzen das alles, sie vermitteln den Eindruck, es ließe sich all das, das man über Jahre erlernt hat, das sich einprägte, einfach mal eben so durch eigenen Beschluss, durch vorgeblich "Disziplin" und "Willenskraft, Willensstärke" ändern. Aber so funktioniert es meistens gerade nicht, wie wir letztlich alle aus Erfahrung wissen. Ich kann mir etwas vornehmen, aber je nachdem, wie umfassend es ist, wie tief es geht - mein Menschen- und Weltbild, vor allem aber mein Selbstbild, Selbstverständnis betreffend - wie weitreichend es ist, gelingt mir das - kurzfristig, für den Moment, für überschaubare Zeit - mal und häufig gelingt es mir aus Gründen nicht. Siehe wie oben erläutert.
 
Wir suchen uns das nicht alles jeweils selbst aus: warum wir auf bestimmte Weise denken, fühlen und uns verhalten. Es geht dies (wie wir denken, fühlen ...) auf überwiegend unsere genetische Anlage (siehe auch Wesensart, "Temperament", Naturell) sowie auf unsere Prägung und Sozialisation zurück und die vor allem in der Kindheit und Jugend gemachten Erfahrungen (auf Basis, in Kombination mit eben dieser genetischen Anlage und der Prägung und Sozialisation).
Das, das sich in diesen Jahren als "Persönlichkeitsstruktur" herausbildet, lässt sich später kaum mehr wirklich deutlich verändern. Allenfalls durch massive Umstürze, Erschütterungen des Selbst - durch dann zumeist also erhebliche Leiderfahrung.

Ich kann diesbezüglich nur immer wieder auf Michael Schmidt-Salomons Text über die "Willensfreiheit" (und damit einhergehend Verantwortung) verweisen. Er hat das für mein Empfinden und Verständnis herausragend analysiert, erläutert und ein wunderbares Fazit gezogen. Ja, es ist der Text allerdings umfangreich, denn komplexe Dinge lassen sich häufig gerade nicht auf unlauter oder bequem oder auch nicht selten manipulativ verkürzte Weise darstellen, darlegen.
 
Was ich auszudrücken versuche:
Es hilft nicht, Menschen einfach nur einen Spruch vorzusetzen und sie damit dann sich selbst zu überlassen bzw. gar bestimmte Erwartungen hinsichtlich ihres Eingestelltseins und Verhaltens (Verhaltensänderung) daran zu knüpfen. Es ist auch Unsinn, wenn Menschen von sich selbst behaupten, dies oder jenes hätten sie durch "schlicht" Willensstärke erreicht - das ist Selbstbetrug und dieser geschieht meist zum (auch unbewussten!) Zwecke der Selbstschonung, um sich also gerade selbst vor bestimmter Einsicht, Erkenntnis, Selbsterkenntnis, negativem Selbstbild, unangenehmen Gefühlen zu schützen.
 
Wenn einige Menschen dies und jenes tun und "erreichen", umsetzen können und andere es nicht "können" bzw. tun, so hat das mit all dem zu tun, das lange Zeit zuvor passierte, das sie erlebt haben, das sie geprägt hat (immer in Verbindung mit auch ihrer genetischen Anlage), das sie geformt hat. Siehe also letztlich Resilienz.
 
Die Frage, die grundsätzlich und vor jeglicher Verurteilung eigentlich zu stellen wäre, ist die nach dem Warum.
 
Warum kann der eine Mensch eine Situation bewältigen, der andere kann es nicht usw.. Und das hat mit dem jeweils individuellen "langen Vorlauf" zu tun, aber natürlich auch mit aktuellen Lebensumständen. - Wer hat aus welchen Gründen welche Kapazitäten und Reserven und daraus resultierend Kräfte, Fähigkeiten, Möglichkeiten ... und wer hat dies aus welchen Gründen nicht. Das aber ist unbequem und vor allem würde es - so angewandt - den Selbstbetrug nicht weniger Menschen entlarven, was diese selbstredend vermeiden möchten. Also wird weiterhin so getan, als sei alles nur eine Sache der Disziplin bzw. der "Willensstärke" und Leistungsbereitschaft.

Für die vermeintlich "Willensschwachen" hat das fatale Folgen - es beschädigt ihr Selbstwertgefühl nur noch mehr und sie werden infolgedessen nicht "stärker", sondern noch zusätzlich geschwächt und werden ihr Verhalten und/oder ihre Situation auf dieser Basis nur noch weniger verändern können (siehe Selbstwirksamkeit), sich aber noch leichter manipulieren und instrumentalisieren lassen. - Das ist bekanntlich Sinn und Zweck der Manipulation, Propaganda, Indoktrination.
 
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exactly.

exactly.

yes.

yes.

so unentbehrlich: das Zweifeln - auch und gerade die Selbstzweifel.

so unentbehrlich: das Zweifeln - auch und gerade die Selbstzweifel.

Kalendersprüche - sabethanisch kommentiert :)
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Wenn Menschen selbst innerlich leer sind, bleibt ihnen nichts als Hedonismus, Konsum - häufig auch: Sucht. Um diese Leere und innere Kälte zu überdecken, "erträglich" zu machen - besser verdrängen zu können.

Wenn Menschen selbst innerlich leer sind, bleibt ihnen nichts als Hedonismus, Konsum - häufig auch: Sucht. Um diese Leere und innere Kälte zu überdecken, "erträglich" zu machen - besser verdrängen zu können.

Kalendersprüche - sabethanisch kommentiert :)
Was dieser Ausspruch John Lennons aussagt, ist nichts anderes, als dass Solidarität das System überwinden kann - und sie deshalb unerwünscht ist, deshalb Spaltung betrieben, forciert wird - Ängste schüren, Hass fördern, das Fußvolk sich selbst/gegenseitig zerfleischen lassen - statt: sich gemeinsam gegen das menschenvernichtende System zur Wehr zu setzen, es zu Fall zu bringen - das System, von und in dem global eine privilegierte Minderheit massiv profitiert und dabei wissentlich täglich über Leichen geht, Armut, Not, Leid, Elend - auch und gerade von Kindern - nicht nur in Kauf nimmt (siehe das Wortspiel), sondern all das aktiv, vorsätzlich verursacht, forciert.

Wer gerechtere, menschliche(re), für alle Menschen lebenswerte Verhältnisse will - nicht nur für sich und "seine Nächsten", nicht nur vor der eigenen Haustür, nicht nur in der eigenen Gemeinde/Stadt, nicht nur im "eigenen" Land - weil er begriffen hat:
 
dass wir seit Jahrtausenden bereits global vernetzt, verbunden sind (in Bezug auf den Handel sowie auf Produktionsfaktoren, d.h. Ressourcen, Arbeit(skräfte), Boden, Land, Raum allemal, aber auch sehr lange schon hinsichtlich kultureller Einflüsse und Veränderungen, hinsichtlich außerdem zwangsläufig politischer Entscheidungen, siehe machtpolitische, geostrategische Interessen, so verfolgte Ziele, siehe militärische "Aktionen" und ohnehin hinsichtlich des Wissenstransfers, der Energiegewinnung, des Klimawandels, der Infrastruktur ...) - wer also tatsächlich begriffen hat, dass man n i c h t langfristig an einer Stelle nur nehmen, rauben, sich bedienen, verwüsten kann, um an anderer Stelle, "auf der anderen Seite", der Dekadenz, der Ignoranz, der Egomanie zu frönen - dem Hedonismus, Eskapismus, Konsumwahn, der Gier, dem Geiz, der Völlerei, der Maßlosigkeit, siehe XXL-Portionen, siehe Konsum-, Wegwerfgesellschaft, siehe all der Überfluss in Supermärkten, Kaufhäusern, all die auch schon in der Produktion schädlichen, kurzlebigen Dinge (daraus resultierend: Müllberge und Ressourcenverschwendung), siehe die Schnäppchenmentalität bei gerade jenen, die nicht wirklich sparen müssen ...- wer das tatsächlich verinnerlicht hat, einfach, weil alles andere Verdrängung, Ignoranz und das eigene Selbst schonender (!) Selbstbetrug ist, der k a n n nur zu dem Schluss kommen:

Teilen, Verzicht leisten (freiwillig also, aus Einsicht, Mitgefühl, Menschlichkeit), sich berschränken, bewusster leben, vor allem bewusster konsumieren - deutlich weniger vor allem, dafür qualitativ gut und sich solidarisieren:

ist unausweichlich, ist dringend geboten, ist tatsächlich alternativlos.
 
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Ja, das "Die da oben - Wir da unten"-Narrativ greift natürlich schon sehr lange, aber eben: nach wie vor, immer wieder. Immer noch. 
 
Man kann und muss durchaus fragen, wer jeweils was genau eigentlich mit "dem System" meint. Grundsätzlich ist es die sogenannte "Elite" von Regierenden, von Machthabenden in Wirtschaft und Politik und insbesondere deren inniges Verknüpft-, Verwobensein.
Man meint damit das neoliberal-kapitalistische System, das de facto global "verbreitet" ist und global mannigfaltige Schäden nach sich zieht. Nur eben: Das ist ja nicht vom Himmel gefallen, es ist menschengemacht.
Und die Menschen, die es am Laufen halten wollen, die sich gegenüber gerechteren Verhältnissen "resistent" zeigen bzw. diese sogar aktiv verhindern (durch Entscheidungen, Gesetze, Handelsabkommen, diverese Verhaltensweisen ...), sind dessen Konstrukteure, Stellvertreter, Handlanger, ausführende Organe - die Verantwortlichen also.
 
Es geht ja längst nicht mehr nur um militärische "Konflikte", die ohne Befragung des jeweiligen Staatsvolkes beschlossen und ausgetragen werden (siehe außenpolitische Belange). Es geht ja nicht "nur" um atomare Bedrohung. - Es geht um das grundsätzliche Übergehen, Ausbeuten und Verheizen von Menschen in Kriegen, durch die Wirtschaft, multinationale Konzerne, durch Entscheidungen, Gesetze über Handelsabkommen, Arbeitsbedingungen, Produktions-, Handelsbedingungen, Sozialabbau etc., bis hin eben zur Einflussnahme via Medien und mittels auch staatlicher Schulen (Lehrinhalte, Lehrpläne, Strukturen). So zumindest verstehe ich die "Systemkritik".
 
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Kalendersprüche - sabethanisch kommentiert :)
"Do not become attached"? Was wären wir dann (noch) für Menschen?
 
Wenn man sich an nichts mehr emotional hängen würde/dürfte/sollte, wenn einen nichts mehr emotional (wie auch sonst?) berühren würde, wäre nichts einem mehr w e r t. - Wie würden wir dann mit Natur und Mitmenschen umgehen?

Und dass wir eine Sehnsucht nach Beständigkeit, nach Dauer haben, liegt daran, dass wir für unser Überleben das Gefühl von Sicherheit, Verlässlichkeit brauchen, dass wir "wissen können müssen", woran wir sind (in einer Situation, aber besonders auch bei/mit einem anderen Menschen - ist er Feind oder Freund?).
Deshalb kleben wir Etiketten, sortieren andere - häufig unbewusst und innerhalb weniger Sekunden - in "Schubladen" ein, das macht unser Gehirn, wir können es uns allenfalls bewusstzumachen versuchen und dann gegenzusteuern versuchen, wenn/wo wir das für angebracht halten.
 
Wir brauchen Loyalität, Dauer, Verbindlichkeit - weil wir soziale Wesen sind, weil gerade unser Gefühl häufig die erste Orientierung gibt (siehe auch Intuition, die im Wesentlichen auf Erfahrung beruht), weitaus schneller als der Verstand. Und weil selbst jegliches Denken nicht ohne Gefühle vonstattengeht, auch gerade dann, wenn uns dies nicht bewusst ist.
 
Wir könnten uns nicht moralisch, ethisch verhalten, wenn wir nicht fühlen würden - die intrinsische Urbasis jeglicher Moral ist Empahtie bzw. Mitgefühl (siehe auch Spiegelneuronen etc.). Erst im nächsten Schritt folgt der "theoretische Überbau": Werte, Wertesysteme, die rationale Metaebene - Ethik.
 
Deshalb: Ja! Doch! Du darfst dich an "Dinge", mehr noch an Lebewesen, Menschen hängen, du musst es sogar. Es ist menschlich, sich so zu verhalten - zu fühlen.
 
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