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Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie

Über den Schwangerschaftsabbruch - gegen ein (christlich-fundamentalistisches) Abtreibungsverbot, für die verantwortungsvolle, uneingeschränkte Selbstbestimmung der Frau über ihren Körper, ihre Existenz ...

"[...] Für die „Lebensschützer“ gilt der Schwangerschaftsabbruch als „vorgeburtliche“Tötung und sie setzen ihn sogar dem Holocaust gleich. Ihr Begriff des „Lebensschutzes“ heißt umfassende Kontrolle über Frauen und die Herstellung der „alten Ordnung“ mit der „heiligen Familie“. Sie wollen Mädchen und Frauen jedes Recht auf Selbstbestimmung nehmen. Sie kämpfen gegen die heutige Vielfalt von Lebensentwürfen, sexuellen Orientierungen oder geschlechtlichen Identitäten. Sie hetzen gegen Gleichstellung und eine tolerante Gesellschaft und bedrohen mit dieser Haltung Leben statt es zu schützen. Zudem sind sie eng verbunden mit der rechtsradikalen AfD. [...]"
 
Quelle: siehe oben stehenden Link (sexuelle-selbstbestimmung.de, Aktionstag 17.09.2016 "Mein Körper, Meine Verantwortung, Meine Entscheidung" - Weg mit §218!").
 
Nachfolgend mein Kommentar auf Julian Auperts Einwände (siehe facebook-Kommentarspalte unterm ursprünglichen Link).

Ja: Ein Embryo ist qua Natur der Mutter unterstellt, auf sie angewiesen, von ihr abhängig. So ist das. Und d a s ist es, das vor allem zahlreiche Männer - bis heute - nicht ertragen können - wie es hier ein Mal mehr deutlich zum Ausdruck kommt. - Darauf zurück geht das Patriarchat. Es ist die Kränkung, die der Mann empfindet, da ihm bewusst wird/wurde, dass er - wie jeder Mensch - sein Leben, seine Existenz einer Frau, einer Mutter verdankt. Der Zeugungsakt ist nicht ohne Zutun des Mannes möglich (ohne männlichen Samen), alles Weitere: durchaus. Es liegt - und lag auch und umso mehr zu früheren Zeiten - an der Frau, ob das Kind überhaupt geboren wurde (siehe, wie die Schwangerschaft verlief - natürlich auch massiv abhängig von Außenfaktoren - der werdenden Mutter Ernährung, Gesundheit, Unversehrtheit etc.) und dann, ob es nach der Geburt überlebte - oder nicht. Es war/ist auf die Muttermilch, die stillende Frau (Mutter oder Amme) angewiesen wie auch auf die zumeist/überwiegend mütterliche/weibliche Fürsorge, Zuwendung ... .

Ja, schon sehr lange hadern Männer genau hiermit - sie fühlen sich "abhängig", "unterlegen". Offensichtlich. Daher wird Muttersein, Mutterschaft auch seit Jahrzehnten bzw. länger abgewertet - bagatellisiert, relativiert oder direkt diskreditiert (siehe, wie wichtig angeblich immer frühere Fremdbetreuung und "Frühförderung" ist, siehe, wie lange es hieß, Säuglinge sollten wegen angeblicher Giftstoffe in der Muttermilch nicht gestillt, sondern mit künstlicher Säunglingsmilch ernährt werden, siehe, wie Säuglinge von den Müttern (und umgekehrt) viele Jahre direkt nach der Geburt getrennt wurden, siehe, wie aus dem Urweiblichen - der Schwangerschaft/dem Schwangersein und dem Gebären - eine Krankheit gemacht wurde und Geburten immer mehr Sache für Krankenhäuser und Ärzte und immer weniger für Hebammen wurden).

Und so auch mit der Abtreibung: Es möchten Männer über den Körper der Frau verfügen - nicht nur können, sondern sogar "legal" dürfen. Sie wollen darüber bestimmen, ob bzw. dass die Frau ein Kind zu gebären hat.
Interessanterweise geht es niemandem mehr dann aber um den Schutz des dann geborenen Lebens, d.h. Menschen, Individuums. Das bleibt dann zumeist nach wie vor "Angelegenheit" der MUTTER. (Siehe, dass nach wie vor die Mütter einfach unentbehrlich sind: für jedes Kind, für jeden Menschen - mindestens am Beginn - in den ersten Jahren - seines Lebens - siehe die lebenslang wichtige, prägende BINDUNG und ihre Folgen ... - vor allem all jene "negativen", wenn keine sichere/gute Bindung zustandekam.)

Es reicht vielen Männern noch immer nicht, über die Lust der Frau zu verfügen - siehe früher Keuschheitsgürtel, siehe noch heute Genitalverstümmelung, siehe Pornographie und Prostitution. Es reicht ihnen auch nicht, männliche Kinder weltweit zu bevorzugen - vor allem in Afrika und Asien, aber auch in europäischen Ländern (Rumänien, Bulgarien ...), es reicht nicht, Mädchen schon als Säuglinge zu töten (siehe u.a. auch in Indien). Und Frauen mittels Sexismus, struktureller Gewalt, Diskreditierung, Unterdrückung, Ausbeutung (siehe SORGE-ARBEIT, die mehrheitlich global von Frauen geleistet wird - überwiegend unbezahlt, obwohl sie absolut unentbehrlich für jede Gesellschaft ist) zu unterwerfen.
Es ist immer und immer noch derselbe uralte Kampf - seit Beginn des Patriarchats. Bis heute.
 
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Meine Replik auf Marvin Hannott (facebook-Kommentarspalte):

 
Und da sind wir beim eigentlichen Punkt - siehe, was ich unten an Julian Aupert schrieb und auch meinen oben verlinkten blog-Eintrag ("Die Frau aus Sicht des Mannes"). Es geht um den Kampf zwischen Frau und Mann - statt: um das Miteinander! Es ist sehr häufig noch immer ein Gegeneinander. Aber zu den einzelnen Anwürfen:

1. Ja, es geht zwangsläufig um Frauen - wenn es ums Schwangersein und Gebären geht. - Und es geht ebenso zwangsläufig/qua Natur um Frauen, wenn es also darum geht, dass jeder Mensch, auch jeder Mann, seine Existenz letztlich einer Frau, einer Mutter verdankt - die ihn ca. neun Monate getragen, dann geboren und dann fürsorglich behandelt hat. Das sind - noch immer - die basics.
Und eben das scheint für etliche Männer schon eine unerträgliche Kränkung zu sein.

2. Es gibt Frauen - gerade muslimische bspw. - die heimlich Abtreibungen vornehmen lassen (müssen!) - auch in Deutschland! - Weil sie sonst verstoßen oder auch getötet werden - aus Gründen der "Ehre" ... . Nein, das ist kein Märchen. Das ist Fakt. - Nicht alle diese Frauen woll(t)en solche Abtreibungen ... .

3. Um das dann geborene Leben: schert sich zumeist kaum noch wer, ja: es bleibt die Sorge für das geborene Kind grundsätzlich noch immer überwiegend der Frau überlassen. Wir wissen das. Und das hat verschiedene Gründe. Nein, es ist niemandem, schon gar nicht den Kindern, damit geholfen, sie den Müttern immer früher zu entreißen (frühe Fremdbetreuung, vorgeblich erforderliche "Frühförderung" ...). Im Gegenteil. Kinder brauchen Mütter. Auch Väter. Aber ohne Mutter - die ebenfalls qua Natur die erste Hauptbezugsperson ist (eben weil sie das Kind getragen, geboren und gestillt/umsorgt hat - eben weil bereits vorgeburtlich ein Bezug, Einfluss besteht, physisch vor allem) - geht es gerade nicht. Siehe BINDUNG. Die lebenslang prägend ist.

4. Mehrheitlich lassen Männer Frauen mit Kindern sitzen - gerade auch dann, wenn es sich um ihre leiblichen Kinder handelt.

5. Mehrheitlich haben Frauen einen Kinderwunsch - und ja: Kinder zu versorgen ... beinhaltet: Opfer zu bringen, Verzichte zu leisten, selbst/eigene Bedürfnisse hinanstellen zu können und zu wollen: aus Liebe zum Kind. Exakt. - Dazu sind offensichtlich noch immer mehr Frauen als Männer bereit - vor allem über längere Zeiträume (als nur ein paar "Vätermonate" ;) ).

6. Eben deshalb, weil es am Ende stets die Frau war und ist, die mit Kind häufig alleine dasteht, ist es auch i h r Recht, darüber zu entscheiden, ob sie Mutter werden will oder nicht.

7. Blödsinn mit der Pille: Ein Mann, der definitiv kein Kind will, verhütet mit Kondomen. Ganz einfach. Und zusätzlich kann auch jeder Mann sich einfach ein bisschen mit natürlicher Familienplanung befassen - mit also dem Zyklus der Frau. Es gibt nur wenige Tage je Zyklus, in denen eine Frau überhaupt fruchtbar ist! An diesen Tagen dann entweder kein Sex oder mit Kondom. Und nicht, dass ich dafür werben wollte, aber: soo viele Kinder entstehen nicht durch "interruptus". Und umgekehrt gibt es immer mehr auch junge Männer, die nur eingeschränkt oder auch gar nicht zeugungsfähig sind und auch nicht wenige junge Frauen haben Probleme, schwanger zu werden. Also so leicht ist/so schnell geht das nun auch nicht. Man muss nur ein bisschen informiert sein und benutzt Kondome.

8. Und letztlich ja: Wenn man sich mit einem bestimmten Menschen absolut nicht vorstellen kann, gemeinsame Kinder zu haben, dann: sollte man (mit diesem Menschen) nicht ficken. Denn ja: Sex ist eben mehr als egomane Triebbefriedigung, als Porno, als Ausbeutung, Benutzen, Konsummittel.
Vielleicht sollte man das einfach mal wieder deutlicher machen.
 
Und btw: Von anonymer Samen- und/oder Eizellspende halte ich - wie übrigens auch von sogen. Leihmutterschaft absolut NICHTS. Jeder Mensch hat das Recht auf Kenntnis seiner Wurzeln, seiner leiblichen Eltern, seiner "physisch-materiellen" Herkunft - das hat nicht nur mit Kenntnis von ggf. vererbten Anlagen (auch Erbkrankheiten ...) zu tun, sondern tatsächlich vor allem mit IDENTITÄTSBILDUNG.
Und hierfür erforderlich ist zumeist doch auch der - mögliche (ermöglichte), wenn vom Betroffenen gewünschte - Kontakt zu / Austausch mit diesen leiblichen Eltern.
 
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Ein weiterer Kommentar von mir auf eine via facebook eingebrachte Kritik von Julian Aupert hinsichtlich der Abtreibung - er schrieb:

"Sabeth Faber schöne Zusammenfassung, gebe ihnen in vielen Punkten Recht. Ich beneide die Frau tatsächlich dass ihr das Privileg vorbehalten ist, Kinder auf die Welt zu bringen. Das ist ein Vorrecht, aber eben auch eine VERANTWORTUNG, der man nicht so einfach entkommen darf, indem man entstehendes Leben einfach wegmetzelt und rausscharbt."
 
Meine Antwort:
 
Ich bin sicher, dass die wenigsten Frauen - wenn überhaupt auch nur eine - eine Abtreibung auf die leichte Schulter nimmt. Wie eine Frau sich dazu äußert, gibt nicht notwendigerweise wieder, was sie tatsächlich fühlt - und manches Mal kommen diverse Gefühle auch erst nach dem Abbruch - mitunter Jahre später.
 
Keine erwachsene Frau (!) macht sich eine solche Entscheidung leicht. Gewiss nicht. Aber: Es gibt Situationen, in denen es wohl jedem nachvollziehbar sein wird, so hoffe ich zumindest, dass eine Frau ein Kind nicht austragen möchte - und dazu gehört, dass sie sich außerstande sieht, das Kind über Monate in ihrem Leib zu tragen, zu "halten", zu nähren (denn eine Schwangerschaft ist keine Lappalie, sondern schon rein körperlich eine Höchstleistung des Organismus´ - und es können auch diverse Krankheiten, auch chronische Erkrankungen und bleibende Schäden daraus hervorgehen und schließlich kann auch bei/unter einer Geburt noch einiges passieren - auch dann, wenn vorher alle Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt wurden und alles in bester Ordnung schien ...).

Zunächst einmal kann und muss es daher um das Selbstbestimmungsrecht der jeweiligen Frau - um ihre physische und psychische Unversehrtheit gehen. Denn sie ist bereits ein: geborenes Leben - ein lebender Mensch. Und entscheidend von ihrer Verfassung (physisch wie psychisch!) hängt ab, wie sich das ungeborene Kind in ihrem Leib entwickelt - das wissen wir heute nun immerhin sehr genau, wie wichtig bereits das vorgeburtliche Erleben und die Einflüsse sind (siehe, was alles beim Ungeborenen ankommt - wenn die Mutter bspw. dauerhaft unter Stress steht, sie Ängste, Sorgen hat, sich immer wieder stark aufregt - durch Nöte, durch Druck von außen, durch Existenzängste etc.). Und wir wissen inzwischen auch vom epigenetischen Einfluss.

Somit kann es dem Kind nur gut gehen, wenn es der (werdenden und gewordenen!) Mutter gut geht: physisch wie auch psychisch-emotional.
 
Es ist daher logische Schlussfolgerung, dass eben hierfür alles, das möglich ist, getan werden muss - und das hat durchaus viel mit gesellschaftlichen Verhältnissen zu tun, nicht nur damit, wie gut sie medizinisch betreut wird, wie gut sie ernährt ist, sich ernähren kann ... (oder auch nicht). Es hat viel mit der Lebenssituation, den Lebensverhältnissen zu tun.

Wenn eine Frau sich also aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage sieht, ein Kind monatelang in ihrem Leib zu tragen, es dann zu gebären (zumeist eben doch unter Schmerzen ...) und sich dann auch fürsorglich darum zu kümmern - oder aber, wenn sie sich außerstande sieht, ein Kind über Monate zu tragen, es unter Schmerzen zu gebären (und alle damit einhergehenden Risiken und ggf. Schäden auf sich zu nehmen, siehe oben) und es dann zur Adoption freizugeben, dann ist das - hoffentlich - tatsächlich uneingeschränkt nicht nur nachvollziehbar sondern wird genau so auch respektiert. - Aus oben genannten Gründen: Geht es der Mutter schlecht, wird es auch dem Kind schlecht gehen - was sich nicht immer sofort zeigt bzw. nicht ausschließlich an seiner physischen Entwicklung (im Mutterleib) erkennbar ist!

Und eben dieses Recht auf Selbstbestimmung und Unversehrtheit muss eine Frau haben: dürfen. Aus, ja: humanistischen Gründen - aus: moralisch-ethischen Gründen.
 
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