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Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie

Über sogenannte Gutmenschen

"[...] Was wir Gewissen nennen und was uns oft nur als bloßes Gefühl erscheint, hat zu tun mit jener »dunkel gedachten Metaphysik, die jedem Menschen in seiner Vernunftanlange beiwohnt«, wie Kant in der Metaphysik der Sitten sagt. Dass diese alte Erkenntnis durch die neuesten Ergebnisse der Naturwissenschaft bestätigt wird, kann man durchaus als einen Fortschritt betrachten."
 
Quelle: zeit.de - "Rechthaber und Samariter"
 
Ach, Herr Greiner ... - Noch so Einer, der versucht, mit konstruierten "Argumenten", mit Ausflüchten seine eigene Amoralität, seine eigene Bequemlichkeit, seinen Hedonismus, seine: Charakterschwäche (siehe unten stehenden Link zur Erläuterung des Begriffs) zu rechtfertigen. - Welche "neuesten Ergebnisse der Naturwissenschaft" sollen das sein? Bezeichnenderweise nennt er sie nicht, schon gar keine Quellen. - Seltsam ...
 
Aber gut, der Artikel ist aus 2009. Vielleicht ist auch Ulrich Greiner inzwischen aufgewacht und es ist nicht vollends an ihm vorübergegangen, was der Urgrund jeglicher Moral (und erst nachfolgend: Ethik) nachweislich ist. - Nur klar: sich selbst - FÜR ANDERE - zurückzunehmen, sich zu disziplinieren, Verzicht zu leisten: ist anstrengend, unbequem. Nicht immer, aber oft.
 
Aber zu GEBEN ... kann auch tatsächlich erfüllend sein. Nichts anderes ist Liebe: geben können, geben wollen. Zugewandtheit, Achtsamkeit, Fürsorglichkeit, Respekt, Aufmerksamkeit, Güte - durch: Mitgefühl. - Exakt: dann, wenn es kein Publikum gibt. :) Denn alles andere ist: Narzissmus.
 
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[...] In oben stehenden Texten ist durchaus bereits herausgearbeitet, worin die grundsäztlichen Unterschiede zwischen konservativ und liberal eingestellten Menschen, ihren Haltungen, Überzeugungen, ihrem Denken bestehen.
Dennoch gibt es einige Missverständnisse bzw. werden auch absichtlich falsche, schlagseitige Definitionen der beiden Begriffe sowie auch des Unterschieds - zu manipulativen Zwecken - gegeben.
 
Allgemeinhin gilt der konservative Mensch als bodenständiger Skeptiker, Zweifler, Bewahrer, als ein Mensch, der Verantwortung, Moral, Ordnung und Beständigkeit hochhält.
Der liberale Mensch wird üblicherweise dargestellt als am Fortschritt orientiert, auf Fortschritt ausgerichtet, als ein Mensch, der "Altes" gerne grundsätzlich verwirft, der den Menschen für "von Natur aus gut" hält – als sei er, der Liberale, ein romantischer, realitätsferner, schwärmerischer Idealist, ja Utopist in Rousseau´scher Gefolgschaft.
 
Doch ganz so einfach – wie es Konservative stets gerne hätten und daher herunterzubrechen versuchen ;) – ist es zu erwartenderweise nicht.
 
Vor allem ist Liberalismus nicht mit Egalitarismus gleichzusetzen.
 
Der Hauptunterschied zwischen Konservativen und Liberalen besteht darin, dass der Konservative sich prinzipiell mehr am Ich, am Ego, an egoistisch-egozentrischen Interessen entlang bewegt, während der liberal eingestellte Mensch stärker (als der konservative) auch den Anderen in den Blick nimmt, sich an dessen und nicht nur den eigenen Rechten, Interessen, Wünschen, Bedürfnissen, Verhältnissen, Möglichkeiten … orientiert – und dabei jeglichen "Anderen" meint, nicht nur den ihm privat (familiär …) Nahestehenden.
 
Der liberale Mensch ist dabei keineswegs ein Menschenfreund per se.
Sein Anliegen ist es jedoch, sich mit den Phänomenen, Umständen, Bedingungen von und für die Existenz, d.h. die Art und Weise des Existierens von "Welt und Mensch" bzw. vom Menschen in der Welt - und folglich mit anderen Lebewesen (also auch und gerade anderen Menschen) zusammen - immer wieder vor allem selbstreflexiv, selbstkritisch hinterfragend, ergründend auseinanderzusetzen, sich nicht vorschnell bequem mit Vordergründigem, scheinbar Gegebenem, "Richtigem" abzufinden, es sich darin für sich selbst behaglich einzurichten und es als unveränderliches Moral- oder gar "Naturgesetz" hinzunehmen, sondern stattdessen: alles daraufhin zu prüfen, ob es sich unter dem Aspekt humanistischer Werte, Grundsätze rechtfertigen und erhalten lässt oder als zu verändern erforderlich zeigt. – Siehe hierzu bspw. auch den oben stehenden Text/Link: "Der Unterschied zwischen der Rechten und der Linken (…)", Forum Freie Gesellschaft.
 
So gesehen ist der liberal eingestellte Mensch durchaus ein "Moralist", weshalb er ja auch abwertend als "Gutmensch" bezeichnet wird - als sei es irgendwie peinlich, verwerflich oder lächerlich, durch moralische Werte geleitet, d.h. empathisch zu sein und sich (alltäglich) entsprechend auch zu verhalten. - Nein, es ist viel mehr die Scham derer, die im Grunde durchaus wissen, dass sie selbst von Ich-Bezogenheit, von Selbstsucht, von Egozentrismus, Bequemlichkeit und Ängstlichkeit angetrieben sind bzw. sich davon treiben lassen, dem nichts (Humanistisches, keine kritische wie selbstkritische Reflexion) entgegensetzen. Sie sind von Komplexität überfordert und haben zumeist Angst, es würden ihnen ihre Privilegien abspenstig gemacht. Es hat somit auch mit Geiz, Gier und Neid zu tun. All diese niederen Gefühligkeiten werden selbstredend in dieser Weise nicht offen eingestanden und zugegeben, stattdessen versuchen solche Menschen diese ihre Unzulänglichkeiten begrifflich euphemisierend und vorgeblich "intellektualisiert" umzudeuten, auszudrücken bzw. hinter diversen Begriffen und Erklärungen zu verstecken.
 
Die eigentlich spannende Frage allerdings ist jene nach den Ursachen, Hintergründen des Entstehens von konservativen und liberalen Einstellungen und in Folge Verhaltensweisen.
 
Und die Antwort auf diese Frage ist psychologischer Art, ist also nicht ausschließlich in der Soziologie, sondern viel mehr in der (Entwicklungs-) Psychologie, Bindungstheorie auch Anthropologie und Pädagogik zu suchen und zu finden. - Siehe dazu auch die unten stehenden blog-Einträge zum Konservatismus.
 
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Quelle: siehe unten stehenden Link/blog-Eintrag - "Konservatismus vs. Liberalismus"
 

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