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Sabeth schreibt

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Poesie Melancholie Philosophie

Über das Überfordertsein durch Komplexität, Informationsflut (zu viele mehrheitlich negative Kurznachrichten, zu wenig Hintergründe, Zusammenhänge), globales Vernetztsein, virtuelle Kommunikation ...

Über das Überfordertsein durch Komplexität, Informationsflut (zu viele mehrheitlich negative Kurznachrichten, zu wenig Hintergründe, Zusammenhänge), globales Vernetztsein, virtuelle Kommunikation ...
 
Zu Nikola Tesla´s Zitat (siehe oben stehenden Link):
 
Tja, nur ist das menschliche Gehirn eben hierfür nachweislich nicht "gemacht"/dafür nicht geeignet. Denn: Es i s t, wie wir alle wissen und immer wieder erfahren, etwas völlig anderes, einem Menschen face to face gegenüberzustehen, seine Blicke, Mimik, Gestik, seine Stimme, den Gesamteindruck seiner Person wahrnehmen zu können - und das direkt leiblich anwesend, nicht via Video-Kommunikation. Es i s t etwas völlig anderes, mit einem Menschen innerhalb der eigenen (kleinen) Lebensrealität zu tun zu haben, sinnlich wahrnehmbar mit seiner Existenz, seiner Leiblichkeit ... konfrontiert zu sein, als nur ein paar Sätze oder ein Gesicht auf einem Bildschirm vor sich zu haben. Es besteht nun mal ein erheblicher Unterschied zwischen "virtuell" und "real" und dieser lässt sich auch mit noch so ausgefeilter Technik nicht vollständig aufheben, jedenfalls so lange nicht, als wir Menschen (und keine Cyborgs) sind.

Vor allem schafft unser Gehirn, unser Bewusstsein, unsere "Psyche" (das Fühlen insbesondere also) es nicht, mit so viel Information, so vielen, verschiedenen Eindrücken in so schneller Abfolge zurechtzukommen, sie angemessen (!) zu verarbeiten, einzuordnen und angemessen (!) darauf zu reagieren. - Wir sind nach wie vor auf Gemeinschaften ausgelegt, die maximal ca. 150 Menschen (Individuen ;) ) umfasst.
Jede Stadt überfordert uns also bereits und übrigens wissen wir auch das nicht erst seit gestern (siehe Großstädter: deren Krankheiten, Neurosen ... - vieles ist hier verbreiteter als bei Menschen, die in kleinen, d.h. überschaubaren Gemeinschaften, in persönlichen Bezügen (Bindung, Beziehung mal wieder, ja) auf dem Land leben. Auch die Nähe zur Natur spielt hier eine weitere wichtige Rolle und vor allem ist Entschleunigung für uns (Menschen) wichtig. 
 
Die global mögliche Kommunikation/Vernetzung bewirkt jedoch das Gegenteil von all dem. Und üblicherweise erhalten wir auch mehrheitlich NEGATIVE KURZnachrichten "aus aller Welt" - ohne Informationen zu den Hintergründen, Ursachen, Zusammenhängen, ohne auch mögliche oder bereits vorhandene "Lösungs"konzepte, ohne all das auch durchaus "Positive", Konstruktive zu erfahren, das ebenfalls täglich in der Welt passiert: durch Menschen, zwischen ihnen, von ihnen, für sie ... .

Von all dem: konnte Tesla noch keine Ahnung haben, schon gar keine Kenntnis - er hatte schlicht eine "Vision", ein Ideal vor Augen und diese entbehrte jeglicher Erfahrungsgrundlage (Empirie). That´s the point. ;)
 
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Was ein Nonsens, der Essay "Die Überforderung des Menschen" von Robert Meißner .

Was mich betrifft und sicher auch einige andere Menschen: Weshalb sollte ich Scham empfinden gegenüber Dingen, Geräten, Entwicklungen, Ideologien und vor allem Taten, die ich persönlich weder hervorgebracht, erdacht, entwickelt, noch in Umlauf gebracht, verbreitet, gutgeheißen oder angewandt habe - wenn bzw. weil ich dazu gar nicht befragt, in Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse überhaupt nicht einbezogen wurde/war?
 
Was überfordert, ist genau dies: Dass andere, dass Wenige über all das entscheiden, all das umsetzen und w i e sie das tun, dass einem vieles oktroyiert wird, dass man wenig Wahl hat, dem auszuweichen, es gar gänzlich und dauerhaft zu boykottieren - ohne aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden.
 
Was überfordert, ist, dass diverse Entwicklungen, Techniken, Praktiken, Ideologien, Geräte ... kaum mehr besonnen, um- und weitsichtig einer sorgfältigen Analyse und ethischen Prüfung unterzogen werden - mit Hinblick auf nicht nur ihre Nützlichkeit, Nutzbarkeit, sondern auf tatsächlich menschliche - vor allem auch immaterielle - Bedürfnisse und auf das GEMEINwohl - und das: auf lange, nicht bequem und egoman auf bloß kurze Sicht.
 
Was überfordert ist, dass uns die Dinge vorgesetzt werden, wir sie nicht gemeinschaftlich tatsächlich mittragen - können, sondern dies letztlich müssen - oder eben aus der Gemeinschaft "fallen", verbannt werden.
 
Was also nicht nur problematisch, sondern augenfällig auf verschiedene Weise/auf verschiedenen Eben, multifaktoriell schädigend ist, ist der Umstand, dass zu wenig tatsächlich reflektiert wird, dass außerdem zu wenig Mitgefühl besteht, gelebt wird.

Abhilfe könnte hier entsprechende Prävention - besonders und global in der Kindheit - schaffen (durch angemessenen, d.h. bedürfnisorientierten Umgang mit Säuglingen, mit Kindern und auch Jugendlichen) sowie ebenfalls global die Auseinandersetzung mit Philosophie, philosophischer Herangehensweise, Humanismus - statt Religion/Ideologie.
 
Mit beidem einher ginge dann zu erwartenderweise eine entsprechende Persönlichkeitsbildung, -entwicklung, -entfaltung, -reifung, wie sie - ebenfalls global - nicht nur wünschenswert wäre, sondern letztlich geboten, erforderlich ist.
Deren Grundpfeiler können nur Offenheit, Interesse, geistige Beweglichkeit, Mitgefühl sein - um (wiederum global, aber gerade auch je "individuell", persönlich, regional, beziehungsbezogen) zu Kooperation statt Kampf zu gelangen/zurückzufinden.
 
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