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Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie

Spätfolge

 
Spätfolge
 
All die endlos langen
Stunden, Tage, Jahre
wartend
auf ein Zeichen
 
auf ein Wort
auf eine Spur
 
alles, das zurückkam
war grausame Leere nur
 
strafende Stille
gefügig zu machen
hinterrücks
darüber zu lachen
 
Statt auf Händen getragen – getreten
nie je
um all das Schlagen gebeten
 
Statt ein liebes Wort zu sagen
doch ein Mal das Bitten zu wagen
nur Gieren, Beschmieren
Besudeln, Beschmutzen
nur Nehmen und Benutzen
 
All die endlos langen Plagen
in den dunklen Kerkertagen
war´n vergeblich
wie die Liebe
 
alles, das zurückkam
waren Hass und Hiebe
 
kleinzudrücken
um die eig´nen Lücken
nicht zu spüren
behende bloß
auf´s Glatteis führen
 
Die zu knebeln und zu knechten
die das böse Treiben rechten
 
All das eig´ne Sklaventum
preisend
als erlangten Ruhm
 
Alle Lügen zementieren
darin endlich
einzufrieren
 
lebenslang
herzamputiert
hässlich hassend
vegetiert
wartend
auf ein Zeichen …
 
nichts
kann einen Stein erweichen
 
Alle Lügen liegen brach
keine Silbe zu vernehmen
Nun, in diesem Ungemach
endlich sich zu schämen
 
Doch
zu spät –
das Herz: verroht
 
und die Liebe
einst gesät ...
ward geschändet
 
liegt nun
tot.
 
-
 

 

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