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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Der Narzisst: ein Egomane - Über die narzisstische, antisoziale, dissoziale Persönlichkeitsstörung und einhergehenden Eskapismus mittels Hedonismus sowie Sucht ...

 
Eine kleine Vorab-Zusammenfassung zum Einstieg, zur Übersicht:

Narzissten sind nicht einfach bloß ein bisschen selbstverliebt, ein bisschen eitel, ein bisschen Selbstdarsteller - nein, die narzisstische Persönlichkeitsstörung bzw. das aus ihr resultierende Verhalten stellt "subtile" bis augenfällig "handfeste" Gewalt dar und geht für die Opfer, die Geschädigten, mit eben massiver Beschädigung einher - siehe Beziehungsgewalt, häusliche Gewalt, Sexualgewalt, Vergewaltigung - psychisch-emotionale Gewalt.
 
Typische Verhaltensweisen bzw. Merkmale von narzisstisch persönlichkeitsgestörten Menschen sind:

- massive Manipulation, Taktieren

- Lügen, der Narzisst ist ein Meister der Verstellung, er kann auch tiefe Gefühle (wie bspw. Trauer, Traurigkeit) täuschend echt vorspielen, wenn er es für erforderlich hält

- victim blaming (Täter-Opfer-Umkehr, Opfer werden vom Narzissten zu Schuldigen, zu "psychisch Kranken" ... erklärt und diffamiert)

- ausgeprägtes Kontrollbedürfnis

- natürlich Selbstinszenierung, Selbstüberhöhung, der Narzisst hält sich für klüger, überlegener, intelligenter, attraktiver etc. als andere, er wertet andere ab, er braucht Applaus, Bewunderung so notwendig wie Nahrung, dies aufgrund seines geringen Selbstwertgefühls

- keinerlei Schuldeinsicht, der Narzisst wird eigene Fehler, Schwächen, Unzulänglichkeiten niemals einsehen bzw. zugeben und wenn doch, dann nur aus taktischen Gründen

- kaum bis kein Mitgefühl, der Narzisst kann sich bis zu einem gewissen Grade in andere, vorzugsweise sein Opfer, einfühlen (nur so ist ihm die perfide Manipulation möglich), aber er kann nicht mitfühlend sein, sich verhalten - gebend, fürsorglich, wertschätzend, zugewandt; er ist stets mit seiner eigenen Person, seinem Ego, seinen Interessen befasst, siehe Egomanie, Selbstsucht

- Gier (einhergehend eigentlich immer: Geiz), Hedonismus, häufig auch Sucht, der Narzisst wird nie satt, er versucht mittels Konsums (von Essen, Sex, Drogen ... und eben gerade auch Menschen) seine eigene innere, totale Leere zu füllen; großzügig ist der Narzisst allenfalls aus wiederum taktischen Gründen, um sein Ziel zu erreichen: das Opfer maximal ausbeuten zu können

- gaslighting, der Narzisst manipuliert andere bzw. sein Opfer so intensiv, dass/bis es an seiner eigenen Urteilsfähigkeit zweifelt

- Abwehr von argumentbasierter Auseinandersetzung, er kann inhaltlich nichts von anderen offen annehmen, er muss sich stets überlegen zeigen und meinen, er braucht das Gefühl, das Oberwasser, die Oberhand zu haben

- Machtstreben, das generell ein kompensatorisches ist, Narzissten sind Machtmenschen, siehe auch "autoritärer Charakter", sie streben aufgrund ihres geringen Selbstwertgefühls (deshalb übersteigerten Egos) nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung
 
- Doppelmoral, das Mit-zweierlei-Maß-Messen
 
- häufig Hypochondrie

- aufgrund des Mangels an Mitgefühl und der ausgeprägten Selbstsucht, ist der Narzisst nicht liebesfähig - er kann nicht lieben (sich prosozial und verantwortungsvoll verhalten, zugewandt, bedürfnisorientiert-fürsorglich geben, den anderen wertschätzen), er wird, kann es auch niemals je lernen

- Therapieresistenz, der Narzisst wird sich freiwillig hinsichtlich seiner narzisstischen Störung nicht in Therapie begeben, es sind grundsätzlich die anderen, die "falsch, krank, gestört, schlecht, böse" ... sind, niemals er (nach seiner Überzeugung)
 
Ausführlich siehe nachfolgend.
 
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Aktualisierung am 08. März 2020
 
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2020/_02/_11/Petition_107033.nc.html?fbclid=IwAR13lJyMn6IChX8_XMG3rokdDWw6QKMs5A7WA8uMILUGuU-BxSSDsZOShnE
 
Begründung zu Erforderlichkeit, Beweisbarkeit, weiteren Fragen und Einwänden
 
Es geht hierbei darum, die psychische Gewalt, die sich häufig in diversen Mikrogewalten äußert und die u.a. deshalb oft lange von den Opfern nicht als Gewalt erkannt, so eingeordnet wird, nicht in diverse Einzel(straf)taten, Einzelstraftatbestände aufzusplitten, darunter je einzeln etwaig zu subsumieren, sondern sie stattdessen zusammenzuführen bzw. als eigenständigen Straftatbestand zu etablieren.

Psychisch-emotionale Gewalt geht zumeist mit grooming (gutes Zureden, Ködern, Locken, Beschwichtigen etc.), gaslighting (intensive, perfide Manipulation, die das Opfer letztlich an dessen eigener Wahrnehmung und Urteilsfähigkeit zweifeln lässt), victim blaming (Täter-Opfer-Umkehr) einher und der Prozess ist üblicherweise ein schleichender.

Zumeist besteht zwischen Opfer und Täter ein Bekanntschafts-, häufig ein Vertrauensverhältnis, so bspw. zwischen Beziehungspartnern, aber auch im Rahmen der Eltern-Kind-Beziehung. Dieses Vertrauensverhältnis wird von Tätern gezielt aufgebaut, um es dann missbrauchen zu können.

Täter von psychischer Gewalt sind als solche für Außenstehende nicht unmittelbar erkennbar, insbesondere nicht aufgrund von Äußerlichkeiten - sie sind oft gut beleumundet, gelten als unauffällig, höflich, gepflegt, charmant, auch als gewissenhafte, verlässliche Personen, Nachbarn etc.; sie täuschen andere und auch ihre Opfer jedoch intensiv, sie lügen, betrügen, hintergehen, deuten Tatsachen um, arbeiten gezielt mit Verunsicherung, zweifeln bspw. die Wahrnehmung und Urteilsfähigkeit, auch die Erinnerung des jeweiligen Opfers an, diskreditieren dieses - auch vor anderen, insbesondere auch vor rechtsstaatlichen Institutionen (Polizei, Staatsanwaltschaft, Justiz, Behörden) - als psychisch gestört, als jedenfalls unglaubwürdig, die Täter stellen sich selbst als ahnungslos, gutmütig, wohlwollend, vernünftig und als das eigentliche Opfer dar (siehe Täter-Opfer-Umkehr).

Oft ist eine weitere typische Vorgehensweise der Täter, das Opfer sozial zu isolieren, um es so noch leichter verunsichern, täuschen, beschädigen und vor anderen diffamieren, als unglaubwürdig, auch als "gestört, wirr" darstellen zu können, da diese sich ohne Kontakt zum Opfer kein eigenständiges Bild von selbigem machen können, es nach Täterwillen auch nicht sollen. Das Opfer wird so zusätzlich intensiv geschwächt und belastet. Es steht allein, isoliert, erfährt keinen Rückhalt, Beistand. Eben dies ist Ziel des Täters.

Täter psychisch-emotionaler Gewalt arbeiten darüberhinaus mit Bedrohung, Drohungen (von Entzug, Trennung, Bestrafungen, auch Strafanzeigen, Sorgerechtsentzug für gemeinsame Kinder etc.) und Zuwendung, vermeintlichen Entschuldigungen, Einsichten im Wechsel, je nachdem, welches Verhalten ihnen je nach Situation, Umständen und Zustand des Opfers als zielführend erscheint.

Besonders hervorzuheben ist dabei auch die Inszenierung des Täters als seinerseits belastetem, leidenden, vermeintlich sensiblen und reflektierten Menschen, die Täter triggern auf diese Weise vorsätzlich das Mitgefühl des Opfers, um es so wieder milde zu stimmen, zurückzugewinnen, zu besänftigen, gefügig zu machen. Die Täter hingegen haben ihrerseits kaum bis kein echtes Mitgefühl mit dem Opfer, mit anderen Menschen, sind aber bis zu einem gewissen Grade empathisch, anderenfalls könnten sie das Opfer nicht manipulieren. Wenn die Täter leiden, auch weinen etc., verbirgt sich dahinter jedoch ausschließlich Taktik oder Selbstmitleid, nicht das ehrliche, wahrhaftige Zugewandtsein zum Opfer oder zu anderen Menschen, keine echte emotionale Anteilnahme, sondern völlige Selbstbezogenheit, Egozentrismus, Egomanie.
Nicht selten geht auch Drogensucht, Substanzabhängigkeit und Hypochondrie einher.

Täter haben zumeist eine ausgeprägte Selbstwertproblematik, d.h. erhebliche Minderwertigkeitskomplexe, wofür sie sich schämen, die sie daher unbedingt zu verbergen suchen, da sie auch ihre Scham über ihre ureigenen Unzulänglichkeiten und Defizite nicht ertragen. Sie streben daher kompensatorisch nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung und (mit der Folge und dem Ziel der) Ausbeutung des jeweiligen Opfers bzw. anderer Menschen generell.

Auch Sadismus bzw. Sadomasochismus findet sich bei den Tätern verbreitet. Auch diesem liegt eine intensive Selbstwertproblematik und entsprechendes Kompensationsverhalten zugrunde.


All das ist bekannt von und typisch, symptomatisch für pathologischen, malignen Narzissmus, der antisozialen, dissozialen Persönlichkeitsstörung. Es können auch noch weitere PKST vorhanden sein wie bspw. eine paranoide PKST oder eine posttraumatische Verbitterungsstörung, Autoritarismus u.a.m..

Man kann es auch psychisch-emotionale, narzisstische Misshandlung nennen.

Verwiesen sei hierzu bspw. und insbesondere auf Erich Fromm und Arno Gruen (Psychoanalytiker). Desweiteren auf Marie-France Hirigoyen zu u.a. der Kommunikations-, Dialogverweigerung, die Täter psychischer Gewalt ebenfalls häufig gezielt einsetzen, da es ihnen nicht um Konfliktlösung, sondern um Machterhalt geht, siehe zum Zwecke dessen auch Schuldzuweisungen, Abwertung, Herabsetzung, Ignoranz, Umdeutungen, Einschüchterung, Diffamierung.

Da es ein allmähliches Vorgehen, ein schleichender Prozess ist, Täter die Grenzen sukzessive "erweitern", ausdehnen, überschreiten, ist es für Opfer umso schwieriger, die Gewalt als solche zeitnah zu erkennen und zu benennen, sich dagegen angemessen zur Wehr zusetzen bzw. dem Täter vollständig zu entziehen. Üblicherweise können Opfer nicht verstehen, nicht glauben, nicht fassen, dass ein Mensch, insbesondere ein ihnen nahestehender, vertrauter Mensch, sich auf solch schädigende, skrupellose bis sadistische Weise verhalten kann, es überdies vorsätzlich tut.

Sehr häufig folgt auf die psychische Gewalt früher oder später auch physische Gewalt, siehe "häusliche Gewalt", Vergewaltigung in Beziehung, gegenüber Kindern Vernachlässigung, Entwertung, Erniedrigung, auch physische Misshandlung. Die psychische Gewalt geht der physischen voraus und mit der physischen Gewalt einher, d.h. vor der physischen Gewalt(anwendung) steht ausnahmslos immer die psychisch-emotionale Gewalt, weshalb es dieser unbedingt zeitnah effektiv vorzubeugen und sie ebenso zeitnah zu beendigen, aufzuhalten, zu beheben gilt - dies gelingt üblicherweise nur mit angemessener, bedürfnisorientierter, sensibler, respektvoller Unterstützung des jeweiligen Opfers, das zu solcher Unterstützung niedrigschwellig, gefahrlos und verlässlich jederzeit Zugang haben, finden können muss, inklusive des hierfür erforderlichen Vertrauens, Sich-Anvertrauens.

Um dieser physischen Gewalt - gerade auch jener gegen etwaig vorhandene Kinder oder gar des Mordes, häufig Femizids - zeitnah vorbeugen zu können, bedarf es des Straftatbestands der psychischen Gewalt und der ethischen, gesellschaftlichen Ächtung sowie juristischen Verurteilung selbiger.

Weiterhin erforderlich ist angemessene, frühzeitige, effektive Prävention (in Familien, Kitas, Schulen, Vereinen, Gesellschaft), weiterhin niedrigschwellig und flächendeckend zugängliche Mediation zur Vorbeugung von Eskalation, zum Erhalt oder Wiedererlangen der unterstützten, begleiteten Kommunikation (-sfähigkeit), des Dialogs und der angemessenen Therapie der Täter, des Stärkens ihres Selbstwerts und vor allem ihres Mitgefühls, prosozialen Verhaltens. Es bedarf der authentischen, wahrhaftigen Schuldeinsicht und Verantwortungsübernahme der Täter für ihre Taten, schließlich der je angemessenen Wiedergutmachung gegenüber dem Opfer - Restorative Justice, statt Strafe, die keine Verhaltensänderung, keine tatsächliche Einsicht, Persönlichkeitsreifung, Resozialisierung erwirkt, auch nicht präventiv wirksam ist und die überdies auch dem Opfer - für dessen Heilungsprozess - nicht hilft.

In Frankreich ist psychische Gewalt bereits seit 2010 ein eigener Straftatbestand - möglich, umsetzbar ist es also durchaus. Wie es genau ausgestaltet wird, ist mit/von Fachleuten (bspw. Psychologen, Juristen, Ethikern, Opfervertretungen, Opferverbänden, auch Traumatherapeut_innen etc.) zu eruieren.

Aufseiten der Ermittlungsbehörden - Polizei, Staatsanwaltschaften - und der Justiz ist hierfür eine spezielle Schulung, Qualifizierung, Fortbildung erforderlich, innerhalb der Gesellschaft eine Sensibilisierung für das Thema, für psychische Gewalt und ihre Formen, Ausprägungen, Merkmale.
 
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Mir haben all die hier verlinkten Texte geholfen, zu erkennen, dass der an mir getätigte emotionale, narzisstische "Missbrauch" - inklusive Sexualgewalt - eben das war: Misshandlung, Gewalt, Beschädigung.
 
Außerdem wurde mir durch die Texte erkenntlich, dass es tatsächlich absolut vergeblich ist, sich um ein in irgendeiner Weise gutes, zuträgliches, wohltuendes, wenigstens ausgeglichenes Verhältnis zu/mit einem Narzissten (einem narzisstisch persönlichkeitsgestörten Menschen) zu bemühen - denn Narzissten kennen keine Reue, kein Schuldbewusstsein, haben keine Schuldeinsicht, es mangelt ihnen gravierend an Mitgefühl, d.h. der Fähigkeit mitfühlen und lieben zu können. Narzissten sind nicht liebesfähig.
 
Da sie kaum therapierbar sind, ihrem Selbstbetrug somit fortwährend unterliegen, folgen, ihr antisoziales, egoman-selbstsüchtiges und manipulatives Verhalten daher nicht ändern (wollen/können), sind sowohl Wiedergutmachung (Täter-Opfer-Ausgleich) als auch eine stabile zwischenmenschliche Beziehung (Freundschaft, Liebesbeziehung) mit diesen Menschen grundsätzlich unmöglich.
 
Vielleicht helfen die verlinkten Texte auch anderen Betroffenen, Beschädigten - Opfern von narzisstischem Missbrauch, von narzisstisch persönlichkeitsgestörten Tätern - zu erkennen, zu verstehen, loszulassen - zu heilen
 
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update 16.08.2020
 
Schönes Interview - bestätigt nochmal alles Bekannte zu pathologischem Narzissmus, antisozialer PKST:

die falschpositive Selbstwahrnehmung, die Opferrolle, der ausgeprägte Mangel an Selbstwertgefühl, der mit übersteigertem Ego zu kompensieren versucht wird, die Scham und Angst vor und bei Erkannt-, Enttarntwerden, Kritik, auf welche mit Wut reagiert wird, der Kritisierende wird zum Feind, siehe auch Täter-Opfer-Umkehr, und der ausgeprägte Mangel an Mitgefühl sowie die fehlende Schuldeinsicht, das fehlende Erkennen, Zugestehen von eigenem Fehlverhalten, außerdem innere Leere, Neid, Komorbidität (Angsterkrankungen, Depression, Sucht ...) .
 
Hier wird gesagt, pathologischer Narzissmus nähme mit dem Alter ab und sei - wenn auch sehr schwer - therapierbar, aber auch hier: Narzissten kommen nicht wegen ihres Narzissmus´ in Therapie, sondern wegen Beziehungskonflikten, Depression ... .
 
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ard alpha - Narzissmus als Störung - Selbstwertproblematik, infolgedessen Streben nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung, Mangel an Mitgefühl, Kompensationsverhalten, Manipulation, Vergewaltigung, häusliche Gewalt, Femizid - die Ursache liegt in der frühen Kindheit. Was einzig heilt, auch via Psychotherapie, ist gute Beziehung, das Stärken des Mitgefühls des Narzissten, das Aktivieren von Selbstkritik und Liebesfähigkeit.

 
Was für mich persönlich bis heute nur schwer zu akzeptieren möglich ist, ist der Umstand, dass andere Menschen für einen pathologischen Narzissten keine Subjekte, sondern benutz-, missbrauchbare Objekte sind.
 
Er kreist nur um sich (Egomanie, Selbstsucht), nimmt sich Menschen zu seiner Wunscherfüllung, Bedürfnisbefriedigung, nach Lust und Laune, als Konsumobjekte, d.h. zur Kompensation seiner eigenen gravierenden psychisch-emotionalen und sozialen Defizite, Unzulänglichkeiten; weshalb er nicht selten auch drogensüchtig, substanzabhängig ist, außerdem oft Hypochonder.
 
Es mangelt dem pathologischen Narzissten erheblich an Mitgefühl und Selbstreflexion, an prosozialem Verhalten, an Integrität, Gewissenhaftigkeit, er ist beziehungs- und liebesunfähig.
 
Das jeweilig betroffene, beschädigte Opfer sieht dennoch nicht nur einen Feind, Gegner, sondern auf Basis von Mitgefühl auch den leidenden Menschen in ihm - das macht die Situation für das Opfer so prekär.
 
Du kannst es einfach nicht glauben - du willst es nicht wahrhaben: dass ein anderer Mensch sich so verhalten kann, dass er so intensiv lügen, täuschen, alles, auch intensive Gefühle (Trauer, Verzweiflung, Zuneigung, Intimität) nur spielen, nur vortäuschen kann und vor allem: dass er es v o r s ä t z l i c h tut, um dich ausbeuten, konsumieren, misshandeln, psychisch und nicht selten auch physisch - u.a. sexuell - beschädigen zu können, w e i l er es will. Weil der andere Mensch ihm, dem Narzissten, faktisch völlig gleichgültig ist - eben da es ihm an Mitgefühl und Liebesfähigkeit mangelt.
 
Du suchst verzweifelt immer wieder "Gutes" in ihm, seiner Persönlichkeit. Vergeblich letztlich: so lange er seine Störung nicht überwindet.
 
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"[...] Psychische Gewalt ist vielmehr ein zielgerichtetes, über einen längeren Zeitraum andauerndes, seelisches Quälen. Immer wieder attackiert der Angreifer das Opfer mit Erniedrigungen, Abwertungen, Schuldzuweisungen, Unterstellungen oder aber auch mit gezielter Ignoranz oder Kontaktverweigerung. Dazu versucht er auf verschiedenen Ebenen ständige Kontrolle über das Opfer auszuüben, bedroht es oder setzt es unter Druck bzw. sorgt dafür, dass die angegriffene Person sozial isoliert wird. Er behindert das Opfer im Alltag, macht es in der Öffentlichkeit lächerlich und demonstriert in Alltagssituationen ständig seine Macht. Manchmal schürt der Angreifer aber auch durch gelegentliche Zuwendungen die Hoffnung, dass sich alles zum Besseren wenden wird. All dies führt dazu, dass sich die Wahrnehmung der in ihrer psychischen Integrität verletzten Person langsam zu verschieben beginnt, plötzlich fühlt sie sich wirklich wertlos, glaubt, dass sie im Alltag ohne Angreifer nicht mehr zu Recht kommt, hat ständig Angst zu versagen oder tatsächlich „verrückt“ zu werden.
 
Psychische Gewalt kann beim Opfer zum Verlust der Selbstbestimmung, völligen Verunsicherung und Realitätsverschiebung führen und hat somit nichts mit jenen psychischen Verletzungen zu tun, die wir alle in der einen oder anderen Form kennen. Parallelen in der Dynamik gibt es aber sicherlich bei Mobbing am Arbeitsplatz oder beim Cyber-Mobbing.
 
Ausmaß psychischer Gewalt in Paarbeziehungen
In der 2013 durchgeführten EU-weiten FRA Studie, in der 42.000 Frauen befragt wurden, gaben 43% der Frauen an, irgendeine Form der psychischen Gewalt durch ihren Partner/ ihre Partnerin erfahren zu haben. 32%, also etwa jede 3. Frau, gab an, dass sie durch den/die aktuelle/n oder eine/n frühere/n PartnerIn psychische Misshandlung erlebt hat. Dazu gehören Verhalten wie Herabsetzen oder Demütigen in der Öffentlichkeit oder Privatsphäre, Verbieten das Haus zu verlassen bzw. Einschließen oder Zwang gegen ihren Willen pornografische Filme anzusehen, Verängstigen, Einschüchtern oder Bedrohen. Die meisten Frauen, die mehrere (mindestens vier) Formen von psychischer Gewalt erlebt haben, äußerten auch, dass ihr derzeitiger Partner (Partnerin) ihnen körperliche und/ oder sexuelle Gewalt angetan hat. (FRA-Studie, 2014, S.25)
 
Der Verein Wiener Frauenhäuser initiierte eine Studie zur psychischen Gewalt bei Frauenhausbewohnerinnen. In dieser Studie wurden die verschiedenen Ausformungen der psychischen Gewalt erfragt, auch um deutlich zu machen, was psychische Gewalt in Abgrenzung zu alltäglichen kleinen Verletzungen bedeutet. Auch wenn die Studie nicht als quantitative Studie zu sehen ist, so macht sie deutlich, welch massive psychische Misshandlungen die Frauen erfuhren. In der Studie gaben unter anderem 86% der befragten Frauen an, dass sie ständigen Entwertungen durch ihren Partner ausgesetzt waren, und dass sie oft im Beisein der Kinder (84%) beschimpft und beleidigt wurden. 84% der Frauen gaben an, dass ihnen der Partner den Kontakt zu anderen erschwert hat und bei 70% wurde das Einkommen vom Mann kontrolliert. 94% der Befragten gaben an, bedroht worden zu sein, 74% mit Sätzen wie "Ich bringe dich um, wenn du mich verlässt", 38% gaben an, auch mit Waffen bedroht worden zu sein. (Brem, Lechner, Wimmer-Puchinger, 2014)
 
Dynamik der psychischen Gewalt
Im Falle der psychischen Gewalt zeigt sich, dass Opfer das, was sie tagtäglich erleben müssen, oft lange nicht als Gewalt benennen und wahrnehmen. Manchmal dauert es Jahre, bis Betroffene bemerken, dass Verhaltensmuster des Gewalttäters, welche sie beinahe schon als normal werten, alles andere als normal sind. Auch Marie France Hirigoyen, eine französische Psychiaterin und Psychotherapeutin, die maßgeblich zur Gesetzgebung gegen psychische Gewalt in Frankreich beigetragen hat, spricht davon, dass Frauen sich mit psychischer Gewalt "abfinden", weil diese Gewalt nicht sofort als solche erkennbar ist. Vielmehr baut sie sich schrittweise auf und dehnt sich immer weiter aus. Sie äußert sich in verschiedenen Mikrogewalten, von denen man nicht ganz sicher ist, ob sie eigentlich normal oder anormal sind. (Verein Wiener Frauenhäuser, Tagungsbericht, 2014, S.21) [...]
 
Da ein System der Machterhaltung in Gewaltbeziehungen die gezielte Isolation des Opfers ist, sind diese Frauen oft auf sich selbst gestellt. Sie haben niemanden, dem sie sich anvertrauen können und wollen, da sie Angst vor den Folgen haben und sich auch schämen.
Hier ist es wichtig, vermehrt öffentlich über das Thema psychische Gewalt zu berichten und über Beratungseinrichtungen zu informieren. BeraterInnen müssten sich vermehrt mit dem Thema der psychischen Gewalt auseinandersetzen und Beratungssettings bieten, die Betroffenen Raum und Zeit geben, ihr Martyrium zu schildern, ja auch sich dessen überhaupt einmal bewusst zu werden und Worte dafür zu finden.
 
Der nächste Schritt aus dem "Spinnennetz" der psychischen Gewalt müsste bei Gericht erfolgen – in Strafverfahren, meist auch im Zuge einer Scheidung, bzw. eines Obsorgeverfahrens. Und hier ist die Justiz natürlich besonders gefordert. In Österreich existiert unserer Meinung nach kein ausreichender gesetzlicher Rahmen, um gegen psychische Gewalt vorzugehen. Abseits der Möglichkeit, ein so aggressives Verhalten gezielter zu sanktionieren, würde die Schaffung eines Straftatbestandes "psychische Gewalt" , wie es diesen zum Beispiel in Frankreich gibt, auch die Aufmerksamkeit der Gesellschaft mehr und mehr auch auf diese Form der Gewalt richten.
 
Um mit den Worten Hirigoyens zu sprechen: "Ein Mensch kann einen anderen tatsächlich durch fortgesetztes seelisches Quälen vernichten, was man mit Fug und Recht "psychischen Mord" nennen kann." (Hirigoyen 2002, S. 9).
 
Wir dürfen daher nicht länger so tun, als wäre psychische Gewalt ein Kavaliersdelikt oder ein Beiwerk anderer Gewaltformen. Vielmehr müssen wir Betroffene darauf aufmerksam machen, dass das was sie schildern, psychische Misshandlung ist und sie dabei unterstützen, dieser zerstörerischen Kraft zu entkommen."
 
https://www.gewaltinfo.at/themen/2014_11/sichtbarmachen-der-verborgenen-gewalt.php
 
"[...] Menschen mit antisozialer Persönlichkeitsstörung begehen rechtswidrige, betrügerische, ausbeuterische, rücksichtslose Handlungen zum persönlichen Vorteil oder Vergnügen und ohne Reue; sie können folgendes tun:
  • Rechtfertigen oder rationalisieren ihr Verhalten (zum Beispiel denken, dass Verlierer es verdienen zu verlieren, schauen nach Nummer eins)
  • Beschuldigen das Opfer als töricht oder hilflos
  • Sind gleichgültig gegenüber den ausbeuterischen und schädlichen Auswirkungen ihrer Handlungen auf andere
Für die antisoziale Persönlichkeitsstörung liegen die geschätzten Prävalenzraten von 12 Monaten in den USA (basierend auf älteren DSM-Kriterien) zwischen 0,2 und 3,3%. Die antisoziale Persönlichkeitsstörung ist häufiger bei Männern als bei Frauen (6: 1), und es gibt eine starke vererbbare Komponente. Die Prävalenz nimmt mit dem Alter ab, was darauf hindeutet, dass die Patienten im Laufe der Zeit lernen können, ihr unpassendes Verhalten zu ändern und zu versuchen, ein Leben aufzubauen.
 
Komorbiditäten sind häufig. Die meisten Patienten haben auch eine substanzbedingte Störung (und auf etwa die Hälfte derjenigen, die von einer substanzbedingten Störung betroffen sind, treffen Kriterien für die antisozialen Persönlichkeitsstörung zu). Patienten mit antisozialer Persönlichkeitsstörung haben oft auch eine Impulskontrollstörung, Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung oder Borderline-Persönlichkeitsstörung. [...]
 
Reue für Handlungen fehlt. Patienten mit antisozialer Persönlichkeitsstörung können ihre Handlungen rationalisieren, indem sie denjenigen, die sie verletzen, die Schuld geben (z. B. sie haben es verdient) oder der Art und Weise wie das Leben ist (z. B. unfair). Sie sind entschlossen, sich nicht herumschubsen zu lassen und das zu tun, von dem sie denken, dass es das Beste für sie ist, koste es, was es wolle.
Diesen Patienten fehlt Empathie für andere und sie können den Gefühlen, Rechten und Leiden anderen gegenüber verachtend oder gleichgültig sein.
 
Patienten mit antisozialer Persönlichkeitsstörung neigen dazu, eine hohe Meinung von sich selbst zu haben und sehr eigenwillig, selbstbewusst oder arrogant sein zu können. Sie können charmant und redselig sein und verbal mühelos in ihren Bemühungen, um zu bekommen, was sie wollen. [...]"
 
https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/psychische-st%C3%B6rungen/pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rungen/antisoziale-pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung-asp
 
 
"[...] Da Patienten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung Schwierigkeiten haben, das Selbstwertgefühl zu regulieren, benötigen sie Lob und Zugehörigkeiten von besonderen Menschen oder Institutionen; sie neigen auch dazu, andere Menschen herabzusetzen, sodass sie ein Gefühl der Überlegenheit aufrechterhalten können.
 
Die geschätzte Lebenszeitprävalenz einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung variiert stark, kann jedoch bis zu 6,2% der US-amerikanischen Bevölkerung betragen. Sie ist häufiger bei Männern als bei Frauen.
 
Komorbiditäten sind häufig. Die Patienten haben oft auch eine Depression (z. B. große Depression, Dysthymie), Anorexia nervosa, eine Substanzstörung (vor allem Kokain) oder eine andere Persönlichkeitsstörung (histrionische, Borderline, paranoide).
 
Ätiologie
Bis jetzt wurde nur wenig über die biologischen Faktoren, die zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung führen, geforscht, obwohl eine signifikante vererbbare Komponente vorhanden zu sein scheint. Einige Theorien postulieren, dass Betreuungspersonen das Kind nicht angemessen behandelt haben— z. B. durch übermäßiges kritisieren oder durch übertriebenes loben, bewundern oder verhätscheln des Kindes.
 
Einige Patienten mit dieser Erkrankung haben besondere Gaben oder Talente und gewöhnen sich daran, dass ihr Selbstbild und ihr Selbstwertgefühl mit der Bewunderung und der Wertschätzung anderer verknüpft ist.
 
Symptome und Beschwerden
Patienten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung überschätzen ihre Fähigkeiten und übertreiben ihre Erfolge. Sie denken, sie sind überlegen, einzigartig oder besonders. Ihre Überschätzung ihrer eigenen Werte und Leistungen bedeutet oft eine Unterschätzung des Wertes und der Leistungen anderer.
 
Diese Patienten sind beschäftigt mit Phantasien von großen Errungenschaften—Bewundertwerden für ihre überwältigende Intelligenz oder Schönheit, Prestige und Einfluss zu haben oder eine große Liebe zu erleben. Sie fühlen, dass sie sich nur mit anderen zusammentun sollten, die genauso besonders und talentiert sind wie selbst, nicht mit einfachen Menschen. Dieser Verein mit außergewöhnlichen Menschen wird benutzt, um ihr Selbstwertgefühl zu unterstützen und zu verbessern.
 
Da Patienten mit narzisstischer Störung bewundert werden müssen, hängt ihr Selbstwertgefühl von der positiven Wertschätzung anderer ab und ist daher in der Regel sehr instabil. Menschen mit dieser Erkrankung schauen oft danach, was andere von ihnen denken und bewerten wie gut sie es tun. Sie reagieren empfindlich auf Versagen sowie die Kritik von anderen und sind darüber verstört, was dazu führt, dass sie sich gedemütigt und besiegt fühlen. Sie können mit Wut oder Verachtung reagieren, oder sie können bösartig kontern. Oder sie ziehen sich zurück akzeptieren die Situation nach außen hin, in dem Bemühen, ihr Gefühl der eigenen Wichtigkeit (Grandiosität) zu schützen. Es kann sein, dass sie Situationen vermeiden, in denen sie scheitern könnten. [...]"
 
https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/psychische-st%C3%B6rungen/pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rungen/narzisstische-pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung-nps
 
Hierin, siehe die Erläuterungen zu "Narzissmus in der Partnerschaft", mensch-und-psyche.de, deren Ursachen bzw. Hintergründe, stimme ich Hilmar Benecke nicht in vollem Umfange zu, denn m.E. vereinfacht und pauschalisiert er an dieser Stelle etwas zu sehr, vor allem die Beschreibung bzw. "Diagnose" des Co-Narzissmus´.
 
Denn festzustellen ist, dass viele Menschen sich von Narzissten beeindrucken lassen, eben weil Narzissten sich so unglaublich gut selbst inzenieren, sich so "meisterlich" verstellen und daher auch Gefühle täuschend echt vorspielen/imitieren können (auch bspw. Bescheidenheit, Reflektiertheit, Selbstkritik ...), sie sind mitunter durchaus empathisch, aber nicht mitfühlend.
 
Leider setzen etliche Zeitgenossen Empathie und Mitgefühl noch immer gleich. Boris Cyrulnik unterscheidet erfreulicherweise jedoch ebenfalls zwischen "Objektempathie" (Einfühlen) und "Subjektempathie" (Mitfühlen).
 
Gänzlich unerwähnt lässt Hilmar Benecke das gaslighting, die massive Manipulation, die gerade Narzissten so häufig, so gekonnt und intensiv anwenden und unerwähnt lässt er auch, dass alle Menschen wohl ein natürliches, gesundes Bedürfnis nach Nähe, Akzeptiert-, Respektiertwerden, Zugehörigkeit, Anerkennung, Wertschätzung, Zuwendung, Liebe haben - also letztlich danach, nicht sozial isoliert zu sein.
 
Gerade diese Bedürfnisse triggern Narzissten, gaslighter gezielt, d.h. sie nutzen sie für ihre Zwecke, ihre Ziele aus, sie spielen, sie "arbeiten" damit, sie finden heraus, wer wo seine persönlichen Schwachpunkte oder eben einfach natürlichen Bedürfnisse hat (die jeder Mensch hat) und "triggern" genau diese gezielt - das ist das Perfide, das Unmoralische am Vorgehen, am Verhalten des Narzissten, das besonders dann fassungslos macht, wenn es vom jeweiligen Opfer, früher oder später zumeist doch, erkannt wird und überdies deshalb, weil der Narzisst seine Opfer häufig in ihm nahestehenden oder "untergebenen" Menschen findet; er baut üblicherweise zunächst ein Vertrauensverhältnis gezielt auf, erzeugt dann ein Machtgefälle - er muss in der Macht- und Kontrollposition befindlich sein, so will er es, nur so kann er es - und beutet auf diese Weise sein jeweiliges Opfer aus, so intensiv und lange es ihm möglich ist, d.h. vom Opfer ermöglicht wird.
 
Das Opfer wiederum lässt dies zumeist genau so lange zu, als es selbst nicht erkennt oder nicht glauben möchte bzw. kann, dass der Partner,Freund, Elternteil, Vorgesetzte sich tatsächlich in einer so infamen Verhaltensweise, so egoman, egozentrisch, selbstsüchtig, so tatsächlich skrupel-, gewissenlos, berechnend, falsch, heuchelnd, lügend ... ausagieren kann.
 
Das Opfer nimmt den Narzissten, gaslighter, Täter daher meist zunächst auch längere Zeit in Schutz, rechtfertigt sein Verhalten, versucht dies zumindest: vor allem vor sich, dem Opfer, selbst, es sucht die Fehler, die "Schuld" für Konflikte und Zerwürfnisse bei sich selbst - immer wieder, es glaubt dem Narzissten dessen Vorhaltungen bzw. oft gerade subtilen Schuldzuweisungen, reagiert "wie gewünscht" auf dessen gezielte Verunsicherungen, siehe gaslighting.
 
Der Narzisst weiß das: Er prüft sein jeweiliges Opfer genau darauf, ob es auf seine Manipulation anspricht oder ob (noch) nicht, ob er also die je persönlichen, individuellen "Triggerpunkte" des jeweiligen Opfers gefunden und getroffen hat oder (noch) nicht.
Lässt das Opfer sich manipulieren, bleibt er am Ball, lässt das Opfer dies nicht zu, versucht der Narzisst es entweder noch eine Zeit lang (je nach seinen eigenen Interessen und Zielen) oder sucht sich ein anderes, ein neues Opfer, in das er weniger Zeit, Mühe, Energie investieren muss, das er also leichter manipulieren und in Folge benutzen, ausbeuten kann.
 
Es wäre daher doch etwas zu einfach und es ist folglich unangemessen, dem Opfer des Narzissten pauschal eine mehr oder minder gleichrangige Verantwortung an dem bestehenden "Missverhältnis" zuzuschreiben und das überdies dadurch, dass man es sogar pathologisiert.
 
Schnell wird hierdurch nämlich eine weitere - sekundäre - Viktimisierung vorgenommen, die das Opfer noch zusätzlich schwächt, statt es zu stärken, sich aus einem solchen Missverhältnis zu lösen, lösen zu können, den Weg dahin finden und auch gehen zu können.
 
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"Umgangssprachlich versteht man unter einem „Narzissten“ einen Menschen, der ausgeprägten Egoismus, Arroganz und Selbstsüchtigkeit an den Tag legt und sich anderen gegenüber rücksichtslos verhält.
 
Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung ist dagegen eine tiefgreifende Störung der Persönlichkeit, bei der ein mangelndes Selbstwertgefühl und eine starke Empfindlichkeit gegenüber Kritik bestehen. Diese Merkmale wechseln sich mit  einer auffälligen Selbstbewunderung und übersteigerten Eitelkeit und einem übertriebenen Selbstbewusstsein nach außen hin ab. Letzteres dient den Betroffenen dazu, ihr geringes Selbstwertgefühl zu kompensieren. Darüber hinaus können sie sich schlecht in andere Menschen einfühlen.
 
Die Betroffenen neigen dazu, sich nach außen hin als großartig zu präsentieren. Sie betonen zum Beispiel ihre beruflichen Leistungen, treten sehr statusbewusst auf oder haben eine Neigung zu exklusiven Aktivitäten. Oft überschätzen sie dabei ihre eigenen Fähigkeiten oder stellen sie besser dar, als sie es in Wirklichkeit sind. Außerdem neigen sie dazu, zu lügen – mit dem Ziel, Zuwendung und Anerkennung zu bekommen oder aber ihren eigenen Willen durchzusetzen. Wegen ihres geringen Einfühlungsvermögens verhalten sie sich anderen gegenüber oft so, wie sie selbst nicht behandelt werden möchten: Sie beuten andere aus oder zerstören aus Neid deren Leistungen. [...]
 
Menschen mit einem narzisstischen Persönlichkeitsstil – der einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung ähnelt, aber weniger stark ausgeprägt ist – legen Wert auf das Besondere. Sie sind zum Beispiel besonders leistungsorientiert, bevorzugen ausgefallene Kleidung und zeigen eine statusbewusstes Auftreten. Sie sind oft ehrgeizig und haben eine hohe Anspruchshaltung. Dies kann aber auch dazu führen, dass sie schnell gekränkt oder neidisch auf andere sind.
 
Wie häufig kommt eine narzisstische Persönlichkeitsstörung vor? Welche anderen Erkrankungen treten häufig gleichzeitig auf?
Vermutlich ist weniger als ein Prozent der Bevölkerung von der Störung betroffen. Dabei sind  75 Prozent Männer und 25 Prozent Frauen. Die Störung wird häufig zusammen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung beobachtet.
 
Welche Symptome sind typisch für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung?
Die Betroffenen haben nach DSM eine übertriebene Vorstellung davon, wie wichtig sie selbst sind. Sie fordern und erwarten, ständig von anderen bewundert und gelobt zu werden. Gleichzeitig können sie nur in eingeschränktem Umfang die Perspektiven anderer Menschen einnehmen. Die Störung beginnt in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter. Es müssen mindestens fünf der folgenden Kriterien erfüllt sein:
  1. Die Betroffenen haben ein grandioses Verständnis der eigenen Wichtigkeit. Sie übertreiben zum Beispiel ihre Leistungen und Talente oder erwarten ohne entsprechende Leistungen, von anderen als überlegen anerkannt zu werden.
  2. Sie sind stark von Phantasien über grenzenlosen Erfolg, Macht, Brillanz, Schönheit oder idealer Liebe eingenommen.
  3. Sie glauben von sich, „besonders“ und einzigartig zu sein. Deshalb sind sie überzeugt, nur von anderen „besonderen“ oder hochgestellten Menschen verstanden zu werden oder nur mit diesen Kontakt pflegen zu müssen.
  4. Sie benötigen exzessive Bewunderung.
  5. Sie legen ein hohes Anspruchsdenken an den Tag. Das bedeutet, dass sie die übertriebene Erwartung haben, dass automatisch auf die Erwartungen eingegangen wird oder dass sie besonders günstig behandelt werden.
  6. Sie verhalten sich in zwischenmenschlichen Beziehungen ausbeuterisch, das heißt, sie nutzen andere aus, um ihre eigenen Ziele zu erreichen.
  7. Sie zeigen einen Mangel an Einfühlungsvermögen, das heißt, sie sind nicht bereit, die Gefühle oder Bedürfnisse anderer zu erkennen, zu akzeptieren oder sich in sie hineinzuversetzen.
  8. Sie sind häufig neidisch auf andere oder glauben, andere seien neidisch auf sie.
  9. Sie zeigen arrogante, hochmütige Verhaltensweisen oder Ansichten.
Im Gegensatz zum DSM wird die narzisstische Persönlichkeitsstörung in der ICD-10 nur bei den „sonstigen spezifischen Persönlichkeitsstörungen“ aufgeführt, dort aber nicht näher beschrieben.
 
Was sind mögliche Ursachen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung?
Auch bei dieser Störung geht man von einem Zusammenwirken von biologischen, psychischen und umweltbezogenen Faktoren aus. Es wird vermutet, dass genetische Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen. Außerdem kann die Störung dadurch begünstigt werden, dass die Eltern ihrem Kind wenig Anerkennung entgegenbringen, wenig einfühlsam sind und es möglicherweise auch überfordern. Um dennoch Anerkennung zu bekommen, entwickeln die Betroffenen dann ein Verhalten, bei dem sie ständige die eigenen Fähigkeiten betonen und sich nach außen hin besonders gut darstellen.
 
Die psychoanalytische Theorie geht davon aus, dass Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung in ihrer Kindheit von den Eltern zu wenig Liebe und Anerkennung bekommen haben. Es könnte aber auch sein, dass die Eltern ihr Kind und dessen Wünsche in den Mittelpunkt gestellt haben und es übermäßig für seine Talente bewundert haben. Dadurch schwanken die Betroffen ständig zwischen einem übertrieben positiven Selbstbild und der Angst, den Ansprüchen der anderen nicht zu genügen, hin und her. Sie sind überzeugt, nur dann geliebt zu werden, wenn sie viel dafür tun und ständig ihre Talente und Besonderheiten zeigen, und brauchen ständig Bestätigung von anderen. Die ständigen Neidgefühle und das fehlende Einfühlungsvermögen lassen sich aus Sicht der Psychoanalyse dadurch erklären, dass die Betroffenen eine unbewusste Wut auf andere haben. Ihre Neigung, andere auszunutzen und zu manipulieren, führt außerdem dazu, dass sie keine befriedigenden zwischenmenschlichen Beziehungen entwickeln können.
 
Die kognitive Verhaltenstherapie geht davon aus, dass die Betroffenen in ihren ersten Lebensjahren zu positiv behandelt wurden – sie wurden zum Beispiel von ihren Eltern abgöttisch geliebt, bewundert oder idealisiert. Dadurch entwickeln sie das Selbstbild, etwas Besonderes zu sein und überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten.
 
Behandlung von narzisstischen Persönlichkeitsstörungen
 
Psychotherapeutische Ansätze
Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung wird in erster Linie mit Psychotherapie behandelt. Allerdings kommen die Betroffenen nur selten von sich aus in eine Therapie. Gründe für die Therapie sind meist andere psychische Störungen, vor allem Depressionen.
 
Mögliche Probleme in der Psychotherapie und Lösungsansätze
Weil die Betroffenen sich selbst als etwas Besonders ansehen und dieses Bild ungern in Frage stellen wollen, gilt die Störung als relativ schwer zu behandeln. In der Therapie ist es deshalb hilfreich, diese Sichtweise als eine Art Selbstschutz zu verstehen, die den Patienten zumindest vordergründig Selbstwertgefühl gibt und sie vor psychischen Krisen schützt.
 
Ein weiteres Problem in der Therapie ist oft, dass die Betroffenen glauben, Anspruch auf eine ganz besondere Behandlung zu haben. Außerdem neigen sie dazu, den Therapeuten einerseits zu bewundern und zu idealisieren, dann aber auch wieder mit Neidgefühlen oder Abwertung zu reagieren. Charakteristisch ist auch, dass sie versuchen, den Therapeuten zu einem bestimmten Verhalten zu manipulieren. Wichtig ist deshalb, die zentralen persönlichen Bedürfnisse der Patienten zu erkennen und auf sie einzugehen – aber auch klare Regeln aufzustellen und Grenzen zu setzen.
 
Psychoanalytische und tiefenpsychologisch-fundierte Therapie
Im Rahmen der psychoanalytischen Therapie wurden unterschiedliche Ansätze zur Behandlung einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung entwickelt. Die übertragungsfokussierte Psychotherapie nach Otto Kernberg und John Clarkin geht davon aus, dass in der Therapie mit Deutungen gearbeitet werden sollte und man die Patienten damit konfrontieren sollte, dass ihre Selbstüberschätzung ein Abwehrmechanismus gegen Wut, Aggression und Neidgefühle ist. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass dieses Vorgehen häufig zu vorzeitigen Therapieabbrüchen führt.
 
Auch andere Psychoanalytiker wie Heinz Kohut schätzen ein konfrontatives Vorgehen als wenig sinnvoll ein, weil es nur zu Abwehrreaktionen des Patienten führe. Stattdessen sehen Kohut und seine Nachfolger ein unterstützendes, einfühlsames und fürsorgliches Vorgehen als deutlich geeigneter an. Sie betonen, dass der Therapeut die Betroffenen auch dann respektvoll und einfühlsam behandeln sollte, wenn sie ihn entweder extrem idealisieren oder abwerten. Auf diese Weise kann der Patient die Erfahrung machen, dass er als Person akzeptiert und wertgeschätzt wird, und allmählich ein positiveres Selbstbild entwickeln, bei dem er nicht ständig auf die Bewunderung anderer angewiesen ist.
 
Kognitive Verhaltenstherapie
Auch hier ist der Aufbau einer tragfähigen, wertschätzenden therapeutischen Beziehung ein wesentliches Element der Therapie. Dabei sollen die Eigenheiten des Patienten nicht moralisch gewertet werden. Stattdessen wird auf ganz konkrete Erfahrungen und Probleme eingegangen. An ihnen können charakteristische Schwierigkeiten des Patienten in Beziehungen herausgearbeitet und allmählich verändert werden.
 
Außerdem wird versucht, ungünstige Denkmuster zu verändern – zum Beispiel die Vorstellung, ständig gut sein zu müssen, um von anderen akzeptiert und wertgeschätzt zu werden. Die Patienten können lernen, ihr Selbstwertgefühl nicht mehr so stark an der Meinung anderer Menschen zu orientieren und besser mit Kritik umzugehen. Das Schwarz-Weiß-Denken der Patienten (also die Neigung, sich selbst oder andere zeitweise als grandios, dann aber wieder als wertlos anzusehen) wird hinterfragt und allmählich durch eine stärker abgestufte Sichtweise ersetzt.
 
Damit die Betroffenen mehr Einfühlungsvermögen entwickeln, können Rollenspiele mit Videofeedback eingesetzt werden. Hier können sie die Erfahrung machen, wie ihre eigenes Verhalten auf andere wirkt, und es anschließend entsprechend verändern. [...]"
 
Quelle: therapie.de - "Narzissmus"; farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
Das Problem mit der Heilung (von Verletzungen, Traumata, Beschädigungen aus der Kindheit) - durch Beziehung, Berührung, Liebe - bei insbesondere narzisstischen Tätern/Opfern ist, dass sie diese üblicherweise nicht zulassen können. Denn wenn sie die wirklich intime, tiefgehende Berührung, Nähe zulassen, bricht der ganze Schmerz heraus, hervor - das verursacht nicht nur ein Gefühl totaler Haltlosigkeit (!), sondern auch den vollständigen Kontrollverlust, das Gefühl von Bedürftigsein, Verletzlichsein, Verwundbarkeit, Schutzlosigkeit, Hilflosigkeit, Angst, Verzweiflung.
 
All das, das so mühsam mittels Wut, Hass, Selbstbetrugs, Drogenkonsums, Kompensationsverhaltens oft Jahre und Jahrzehnte vermeintlich, vordergründig unter Kontrolle gehalten wurde, bricht im Augenblick der echten, intensiven erlebten Nähe, Intimität, des tiefen Berührtseins unkontrollierbar hervor - es gibt kein Halten mehr, alle Dämme brechen.
 
Das aber will gerade der narzisstische Täter - der selbst Opfer (meist in der Kindheit geworden) ist - nicht erleben, empfinden, denn worum er sich so verzweifelt müht, ist ja gerade zur Illusion seiner "Stärke, Souveränität, Unabhängigkeit, Autonomie, Überlegenheit" der unbedingte (!) Erhalt von Macht, Kontrolle, das Aufrechterhalten der Fassade, des Scheins, der Täuschung.
 
Er "muss" daher solch intensive Nähe, Berührtsein notwendig vermeiden, abwehren - siehe emotionale Verpanzerung - u m seinen Schmerz in Schach halten, um ihn nicht fühlen zu müssen. Diesen Schmerz lagert er aus, indem er ihn anderen - nicht selten sadistisch - zufügt: stellvertretend, kompensatorisch. Er b e s t r a f t andere Menschen für seinen erlittenen Schmerz, das ist sein Ventil. Daher auch sein Hass.
 
Es ist sein hilfloser, tatsächlich zusätzlich selbstschädigender Versuch, die "Kontrolle" zu behalten, Halt zu finden - wo er längst schon keinen Boden mehr hat, kein Fundament.
 
Seine A n g s t (vor der totalen Haltlosigkeit, dem Schmerz, dem "freien Fall") ist dermaßen global, dass er sie nur auf diese Weise händeln zu können meint. Oft, ohne sich all dessen bewusst zu sein.
 
Er müsste seine Angst überwinden. Er müsste Vertrauen finden können - Halt. Durch Bindung, Beziehung. Heilung.
 
Ein langwieriger Prozess, der mit Unsicherheit, Unwägbarkeiten, Ambivalenz, Widersprüchlichkeit, Rückfällen, Zweifeln, Widerstand, Abwehr, Flucht einhergeht.
 
Aber es geht nur - couragiert, beherzt, entschlossen - hindurch, es gibt kein Drumherum oder Daranvorbei.
 
Kein Mitgefühl ohne Schmerzfähigkeit.
Keine Liebe, Liebesfähigkeit ohne Mitgefühl.
 
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Wenn der Beherrschtwerdensollende sich nicht unterwirft, funktioniert das "Spiel" nicht. Exakt. Beklagenswerterweise sind allzu viele Zeitgenossen nur allzu bereit, sich zu unterwerfen und über einen narzisstischen "Führer" stellvertretend ihre ureigenen Minderwertigkeitskomplexe, ihre charakterliche Unreife zu kompensieren zu versuchen. Nicht nur in usa. Ein ausgezeichneter Text hierzu:
 
"[...] Der Narzissmus erscheint mit dem Egoismus assoziiert und demnach als eine antisoziale Eigenschaft. Wenn wir einen Menschen als narzisstisch bezeichnen, werten wir ihn ab und charakterisieren ihn als egoistisch, ich-bezogen und in seinen sozialen Beziehungen beeinträchtigt. Narzisstisch gestörte Persönlichkeiten gelten als psychotherapeutisch schwer behandelbar, und die von manchen Autoren postulierte Zunahme narzisstischer Störungen im "Zeitalter des Narzissmus"[3] wird als Zeichen eines tiefgreifenden sozialen Verfalls gedeutet. [...]
 
Narzisstisch gestörte Menschen streben nach Macht, weil sie damit ihr mangelhaftes Selbstwertgefühl kompensieren wollen. Umgekehrt nährt die Möglichkeit, Macht auszuüben, Größen- und Allmachtsphantasien. Macht wirkt wie eine Droge: Die Selbstzweifel verfliegen, das Selbstbewusstsein steigt. Machtphantasien dienen häufig der Überwindung unerträglicher Ohnmachtgefühle. Gehen Narzissmus, Macht und Aggression eine enge Verbindung ein, kommt es zu destruktiven und selbstdestruktiven Entladungen. Liebespartner, aber auch andere Interaktionspartner verzahnen sich häufig in einem Macht-Ohnmacht-Kampf, den Paartherapeut Jürg Willi beziehungsdynamisch als "unbewusste narzisstische Kollusion" beschrieben hat.[5]
 
Das Problem der Macht hängt einerseits mit der existenziellen Abhängigkeit des Menschen und andererseits mit seinem ebenso existenziellen Bedürfnis nach Souveränität zusammen. Der Mensch bleibt sein ganzes Leben lang auf Anerkennung durch andere angewiesen. Schon der Säugling hat ein primäres Interesse am Kontakt mit anderen Menschen. Damit sich ein Gefühl der Identität entwickeln kann, bedarf es eines Gegenübers, das durch Liebe, Vertrauen und Anerkennung das Selbst-Gefühl bestätigt - oder genauer: überhaupt erst konstituiert. Die Erfahrung, auf den anderen und sein Wohlwollen und sein Vertrauen in fundamentaler Weise angewiesen zu sein, gehört zu den schmerzlichsten, aber auch beglückendsten Erfahrungen, denen jeder Mensch vom Beginn seines Lebens an immer wieder ausgesetzt ist.
 
Die Ausübung von Macht, der pathologische Narzissmus und der irrationale fanatische Glaube stellen Strategien dar, um diese Abhängigkeit zu verleugnen. Indem man andere mit Hilfe der Macht unterjocht, versklavt oder sich in anderer Form gefügig macht, kann man sich die Illusion verschaffen, unabhängig zu sein. Der andere soll gezwungen werden, seine Anerkennung auszudrücken, ohne selbst Anerkennung zu ernten. Die Anhäufung von noch so viel Macht kann das menschliche "Urbedürfnis" nach Liebe und Anerkennung jedoch nicht ersetzen, sondern nur umformen. Wer Macht hat, kann sich Liebe und Anerkennung zwar erzwingen und erkaufen, er verschleiert damit jedoch nur seine fundamentale Abhängigkeit, ohne sie wirklich aufheben zu können: "Damit beginnt ein Circulus vitiosus: Je mehr der andere versklavt wird, desto weniger wird er als menschliches Subjekt erfahren",[6] und desto mehr Gewalt muss das Selbst gegen ihn einsetzen, um die erhoffte Anerkennung zu erhalten. Denn je größer die Gewalt ist, mit der Anerkennung erzwungen wird, umso weniger ist sie wert. Aus dieser Dynamik leitet sich der suchtartige Charakter von Machtprozessen ab.
 
Das dynamische Wechselspiel zwischen Narzissmus und Macht wird auf der einen Seite durch die Machtgelüste des Herrschers geprägt, die auf der anderen Seite durch die Bedürfnisse der Beherrschten nach Unterwerfung, Schutz und blinder Gefolgschaft ergänzt werden und dessen Macht überhaupt erst ermöglichen. Gesellschaftliche Macht wird gesucht, um innere Gefühle von Ohnmacht, Hilflosigkeit und Minderwertigkeit zu kompensieren. [...]
 
Macht und Machtmissbrauch
Moderne psychoanalytische Konzepte wie die "relationale Psychoanalyse"[8] betrachten den Narzissmus nicht mehr als "einsame Beschäftigung des Subjekts mit sich selbst"[9], sondern als Ausdruck und Medium des Bedürfnisses, von anderen geliebt und anerkannt zu werden. Einerseits sind wir bestrebt, uns als Individuen unserer Einzigartigkeit und Individualität zu vergewissern, andererseits sind wir dazu aber - paradoxerweise - auf die spiegelnde Anerkennung (und Liebe) der anderen angewiesen. Im Unterschied zur Freud'schen Auffassung bildet der Narzissmus demnach "keinen Gegensatz zur Objektbeziehung, er ist in einem Zwischenbereich angesiedelt, welcher das Selbst mit dem anderen verbindet."[10]
 
So wie der Narzissmus ein allgegenwärtiger Aspekt des Seelenlebens ist, stellt auch die Macht einen unvermeidlichen Bestandteil des sozialen Lebens dar. Sowohl Narzissmus als auch Macht lassen sich nur über ihren Beziehungsaspekt erschließen. Macht existiert nicht schlechthin, sondern man übt sie über etwas oder über jemanden aus.[11] Niklas Luhmann versteht Macht als ein "Kommunikationsmedium", das dazu dient, "auf einen Partner, der in seinen Selektionen dirigiert werden soll", Einfluss zu nehmen.[12] Der Soziologe Max Weber definiert Macht als "jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstand durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht".[13] In seinem berühmten Essay "Politik als Beruf" richtet er im Zusammenhang mit den negativen Wirkungen der Macht seinen soziologischen Blick auf "einen ganz trivialen, allzu menschlichen Feind (...): die ganz gemeine Eitelkeit".[14] Er bezeichnet sie als "Berufskrankheit" der Politiker (und der Wissenschaftler) und vermutet, sie sei eine Eigenschaft, von der sich niemand ganz frei wähnen könne. Bei Weber findet sich auch eine implizite Definition von Machtmissbrauch: "Die Sünde gegen den heiligen Geist seines Berufs aber beginnt da, wo dieses Machtstreben unsachlich und ein Gegenstand rein persönlicher Selbstberauschung wird, anstatt ausschließlich in den Dienst der 'Sache' zu treten."[15] Interessanterweise thematisiert Weber hier implizit bereits den engen Zusammenhang zwischen Narzissmus und Macht, auch wenn ihm der Begriff des Narzissmus als Soziologe nicht geläufig war.
 
Die Ausübung von Macht wird problematisch, wenn die Leitungsfunktion vom pathologischen Narzissmus der Führungsperson bestimmt wird, wenn der Führer seine Macht dazu benutzt, seine unbewussten narzisstischen Konflikte auszuagieren oder abzuwehren. [...]
 
Wir können jedoch dann von Machtmissbrauch sprechen, wenn der Mächtige seine Stellung dazu benutzt, Interessen und Bedürfnisse zu befriedigen, die mit der sachlichen Aufgabe, die mit seiner sozialen Rolle verknüpft sind, nichts zu tun haben, sondern primär oder ausschließlich seiner "persönlichen Selbstberauschung", seiner "Eitelkeit", also seinem pathologischen Narzissmus dienen. Entsprechend könnte man den pathologischen Narzissmus (im Unterschied zum gesunden) dadurch kennzeichnen, dass andere Menschen (mit Hilfe von Macht) funktionalisiert werden, um das eigene Selbstwertgefühl zu stabilisieren. Besonders problematisch wird der Machtmissbrauch dann, wenn sich die Gemeinschaft in ihrer kollektiven Identität bedroht fühlt, ein narzisstisch gestörter Führer die Macht erringen kann und dieser ein "gewähltes Trauma"[17] und einen gemeinsamen Außenfeind aussucht, um die emotionalen Konflikte der Großgruppe dort auszuagieren. [...]
 
Der Wille zur Macht und die Sehnsucht nach dem Führer
Narzissmus ist nicht nur eine der zentralen psychischen Voraussetzungen zur Ausübung von Macht, sondern die Ausübung von Macht ist auch eine wirkungsvolle Stimulanz für das narzisstische Selbsterleben. Wer erfolgreich seinen Willen durchzusetzen vermag, fühlt sich narzisstisch gestärkt. Menschen, die unter einem gestörten Selbstwertgefühl leiden, entwickeln häufig als Bewältigungsstrategie ein übersteigertes Selbstbild, das durch die Ausübung von Macht eine Stärkung erfährt. Beispielsweise kommt es in Paarbeziehungen häufig vor, dass der eine Partner - von untergründigen Selbstwertzweifeln geplagt - ständig versucht, den anderen zu dominieren. Er zwingt ihm seinen Willen auf, um sich selbst zu beweisen, dass er der Wertvollere, Klügere, Überlegene ist. Bei solchen paardynamischen Machtkämpfen tritt der inhaltliche Aspekt - welche Entscheidungen und Handlungen nun im Einzelnen gefällt werden sollen - mehr und mehr in den Hintergrund zugunsten der bloßen Tatsache, den eigenen Willen wieder einmal durchgesetzt zu haben. Die Machtausübung dient der narzisstischen Gratifikation. Ein Mensch, der stark darauf angewiesen ist, sein labiles Selbstwertgefühl laufend durch demonstrative Beweise seiner Großartigkeit zu stabilisieren, wird sich an die einmal erreichten Positionen klammern, die ihm die Ausübung von Macht gestatten.
 
Konstellationen, welche die Ausübung von Macht begünstigen, können darin bestehen, dass die Partner besonders bereitwillig sind, sich auf die Bedürfnisse eines pathologischen Narzissten einzulassen, weil dies ihren eigenen pathologischen Wünschen nach Anpassung und Unterwerfung entgegenkommt. Schon Wilhelm Reich hat "zwei narzisstische Typen" unterschieden:[18] Der Typus des phallischen Narzissten zeichnet sich durch eine übersteigerte und demonstrativ zur Schau getragene Selbstsicherheit aus, um damit sein latentes Minderwertigkeitsgefühl zu kompensieren. Ihm könnte man raten: "Mach dich nicht so groß, so klein bist du doch gar nicht." Beim zweiten Typus des Narzissten ist es genau umgekehrt: Er leidet unter einem manifesten Minderwertigkeitsgefühl, hinter dem sich latente Größenphantasien verbergen. Auf ihn trifft das Motto zu: "Mach dich nicht so klein, so groß bist du doch gar nicht." In der Terminologie des Paartherapeuten Willi würde man vom phallischen Narzissten und vom Komplementär-Narzissten sprechen, die sich in einer Kollusion ergänzen können.[19] Das Modell der Kollusion, also des unbewussten Zusammenspiels zweier sich unbewusst ergänzender Partner, trifft auch für die Interaktion zwischen Führer und Großgruppe (Freud spricht von "Masse") zu. Der geltungsbedürftige Führer ist nur dann erfolgreich, wenn er auf ein Publikum trifft, das bereit ist, sein Spiel mitzumachen. Der pathologische Narzissmus des Führers verzahnt sich mit der wie auch immer gearteten Pathologie seiner Interaktionspartner.
 
Die Sehnsucht nach einem guten, weisen Führer stellt eine Regression, ein Zurückfallen auf eine kindliche Stufe der psychischen Entwicklung dar. In der Kinderzeit waren es die Eltern, die das Leben geordnet haben, die man um Rat fragen und denen man Vertrauen schenken konnte. Wenn es nun in der Gesellschaft der Erwachsenen jemanden gäbe, der, mit natürlicher Autorität ausgestattet, das Leben ordnen würde, dann wäre das aus dieser kindlichen Sicht ein idealer Zustand. Viele Menschen fühlen sich von den Anforderungen und der Komplexität der modernen Gesellschaft überfordert und sehnen sich danach, in einer kindlichen Position zu verharren und Elternfiguren zu haben, einen König, einen guten Führer, die scheinbar wissen, "wo es lang geht", die Entscheidungen fällen und dabei verantwortungsvoll und wohlwollend vorgehen. Der kindliche Wunsch, so verständlich er ist, funktioniert jedoch aus verschiedenen Gründen nicht. So besteht immer die Gefahr, dass die Herrscher ihre Machtposition ausnutzen und gar keine so guten Eltern sind. Auch reale Eltern sind ja nicht immer weise und gütig, sondern häufig auch fehlerhaft und unfähig zu erziehen; in Extremfällen missbrauchen sie ihre Kinder sogar.
 
In demokratischen Gesellschaften sollte sich die Beziehung zwischen den gewählten Politikern und dem Volk nicht nach dem Muster von Eltern-Kind-Beziehungen strukturieren, sondern ein Verhältnis unter erwachsenen Partner sein. Dies erfordert auch bei der Bevölkerung ein hohes Maß an Mitverantwortung, d.h. auch Geduld, Frustrationstoleranz und Kompromissfähigkeit. Ein Teil der Politikverdrossenheit ist nicht auf das reale Versagen von Politikern zurückzuführen, sondern auf die Enttäuschung, dass demokratische Prozesse grundsätzlich durch langwierige Entscheidungsfindung und Kompromisse charakterisiert sind. Kompromiss- und Konsensbildung haftet immer das negative Image der Halbherzigkeit an. Die Wunschfantasie vom weisen Führer, der mit harter, aber gerechter und klarer Hand eindeutig seine Entscheidungen fällt, entspringt dem Bedürfnis, unter dem Schutz einer allmächtigen Elternfigur gut aufgehoben zu sein.
 
Wenn das Bedürfnis, sich mächtigen Elternfiguren zu unterwerfen, übergroß wird, kann es sogar dazu kommen, dass sadistische und brutale Diktatoren geliebt und bewundert werden. So wie Kinder ihre Eltern auch dann lieben, wenn diese sie missbraucht oder misshandelt haben, werden auch sadistische Herrscher geliebt. Aus der seelischen Sicht von Kleinkindern ist es immer noch besser, schlechte Eltern zu haben als gar keine. Die Eltern werden von Schuld entlastet, indem die Kinder die Verantwortung für die Schandtaten der Eltern auf sich nehmen und die Eltern von Schuld reinwaschen und idealisieren. Der gleiche Prozess spielt sich zwischen politischen Führerfiguren und ihren Anhängern ab - eine masochistische Unterwerfung, mit der eigene Ängste und Unsicherheiten kompensiert werden. [...]
 
Fremdenangst und Fremdenhass
Macht übt gerade auf solche Personen eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus, die an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden. Ungezügelte Selbstbezogenheit, Siegermentalität, Karrierebesessenheit und Größenphantasien sind Eigenschaften, die der narzisstisch gestörten Persönlichkeit den Weg in die Schaltzentralen der Macht ebnen. Indem sich der narzisstisch gestörte Führer vorzugsweise mit Jasagern, Bewunderern und gewitzten Manipulatoren umgibt, verschafft er sich eine Bestätigung seines Selbstbildes, untergräbt jedoch zugleich seine realistische Selbstwahrnehmung und verfestigt seinen illusionären und von Feindbildern geprägten Weltbezug. Fremdenhass und Gewalt gegen Sündenböcke zu schüren, die Spaltung in absolut böse und absolut gute Objekte und die Berufung auf einen allmächtigen Gott, in dessen Auftrag man handele, gehören zu den bevorzugten Herrschaftstechniken narzisstisch gestörter Führerpersönlichkeiten. Geblendet von seinen eigenen Größen- und Allmachtsphantasien und von der Bewunderung, die ihm seine Anhänger entgegenbringen, verliert der Narzisst den Kontakt zur gesellschaftlichen Realität und muss letztlich scheitern, auch wenn er zeitweise noch so grandiose Erfolge feiern kann. Häufig folgt nach glänzenden Siegen ein jäher und unerwarteter Absturz, weil der narzisstische Herrscher im Vollgefühl seiner Omnipotenz den Bogen überspannt hat.
 
Die Kehrseite von Omnipotenzphantasien sind paranoide Verfolgungsängste. Weil gut und böse aufgespalten sind, wird die eigene Großartigkeit ebenso überschätzt wie die Bösartigkeit der als feindlich wahrgenommenen Fremden. Man kann zwei Typen der Fremdenfeindlichkeit unterscheiden: einen ängstlichen und einen hasserfüllten Typus.[21] Bei beiden ist der Abwehrmechanismus der Projektion von zentraler Bedeutung. Bei der Fremdenangst (Xenophobie) werden die verpönten Anteile zunächst verdrängt und dann auf den Fremden projiziert. Nun werden sie nur noch dort wahrgenommen und sind aus dem eigenen bewussten Erleben ausgeklammert. Um relativ angstfrei leben zu können, muss der Phobiker nur noch dem ängstigenden Fremden aus dem Wege gehen.
 
Ganz anders jedoch der Typus des narzisstisch gestörten Fremdenhassers: Bei ihm liegt eine besondere Form der Projektion vor, die "projektive Identifizierung". Dabei werden die verpönten Anteile - insbesondere aggressive Impulse - nur unvollständig oder gar nicht verdrängt. Sie bleiben im Bewusstsein präsent. Ihre Projektion auf äußere Feinde bringt deshalb nur unzureichende Entlastung. Daraus entsteht das Bedürfnis, das Objekt, auf welches die aggressiven Impulse projiziert wurden und das deshalb gefürchtet wird, ständig zu kontrollieren. Der Feind wird nicht phobisch gemieden, sondern es wird ein kontrollierender, aggressiver und verfolgender Kontakt mit ihm gesucht. Der Feind soll bestraft oder gar vernichtet werden. Der Fremdenhasser bleibt mit seinen eigenen aggressiven Impulsen bewusst identifiziert, obwohl er sie projiziert hat - daher der Begriff "projektive Identifizierung". Die vollständige Dämonisierung des Gegners wird zur Rechtfertigung für den eigenen Hass, der als reine "Gegenaggression" rationalisiert wird. Typischerweise geht die projektive Identifizierung mit einer misstrauisch-wahnhaften Umgestaltung der Realität einher. Das Feindbild erhält eine paranoide Komponente, es wird zur überwertigen fixen Idee bzw. Ideologie, die fanatisch gegen alle Zweifler verteidigt wird. Schließlich kommt es zur "totalen Fixierung auf den Kampf gegen den Verfolger bis zu blinder Selbstgefährdung",[22] wie dies aus politischen Konflikten bekannt ist.
Der bis zur Selbstvergötterung gesteigerte Narzissmus, die Vorstellung, Gott gleich Herrscher über Leben und Tod zu sein, liefert die psychische Grundlage für die Missachtung jeder gesetzlichen Schranke und aller Rechte fremder Individualitäten. Der Eindruck, eine göttliche Macht über Leben und Tod auszuüben, lässt die Vorstellung entstehen, "ein über alle Menschen durch die Natur selbst erhobenes Wesen zu sein", eine Allmachtsphantasie, die Horst-Eberhard Richter als "Gotteskomplex" beschrieben hat.[23] Der mörderische Sadismus entspringt nicht einer sexuellen Lust, sondern dem Bedürfnis, absolute Kontrolle über ein anderes lebendes Wesen zu erhalten.
 
Eng verknüpft mit dem Realitätsverlust der narzisstisch gestörten Führungspersönlichkeit ist ihre Abkehr von den Normen, Werten und Idealen, denen sie selbst und ihre Institution eigentlich verpflichtet sind. Der Verrat der kommunistischen Ideale durch die inzwischen gestürzten Despoten des real existierenden Sozialismus ist ein eindrucksvolles Beispiel für diese Tatsache. Beim Typus des paranoiden Führers steigern sich Skrupellosigkeit, Zynismus und Menschenverachtung in einem Ausmaß, dass sich eine Verfolgungsmentalität und ein Terrorsystem herausbilden.
 
Dem paranoiden Führer geht es im Gegensatz zum narzisstischen Führer nicht darum, geliebt zu werden, "sondern er ist vielmehr sehr misstrauisch gegenüber denjenigen, die ihn zu mögen vorgeben, und er fühlt sich nur dann sicher, wenn er mit Hilfe von Angst die anderen omnipotent kontrollieren und unterwerfen kann".[24] Werden große gesellschaftliche, politische oder nationale Gruppierungen von einem paranoiden Anführer geleitet, entwickelt sich häufig eine politische Konstellation, in der reale Gefahren zum Beweis dafür werden, dass die paranoiden Feindbilder wirklich gerechtfertigt sind."
 
Quelle: bpb.de - "Macht, Narzissmus und die Sehnsucht nach dem Führer", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
17. November 2018
 
Brücken bauen ...
 
... statt Mauern.
 
Es gibt Menschen, mit denen ist Frieden, Versöhnung, Gemeinschaft nicht möglich. Sie klammern sich lieber mit aller Gewalt (!) an den Abgrund, den sie selbst geschaffen haben, sie führen lieber Kriege, als eigene Schwächen, Fehler, Bedürftigkeit, Verletzlichkeit, Minderwertigkeitsgefühle ... zuzugeben.
 
Und sie zerstören andere Menschen damit. Wissentlich. Absichtsvoll.
 
Diese Menschen kämpfen lebenslang nicht nur gewaltvoll gegen andere, sondern vor allem gegen sich selbst - gegen ihre Unfähigkeit, zu lieben.
 
Alle, die ihnen auf ihrem Weg begegnen oder sich gar widerständig in selbigen stellen, die sie dazu herausfordern, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, sich ihren ureigenen, persönlichen Defiziten, Unzulänglichkeiten zu stellen (statt davor davonzulaufen und sich dem selbstschonenden Selbstbetrug, der Kompensation hinzugeben), reißen sie mit in ihren Abgrund.
Sie sehen in ihnen grundsätzlich den Feind - den es t o t a l zu vernichten gilt.
 
Und sie erkennen nicht, wie sie mit jedem Opfer auf ihrem Weg sich selbst zerstören.
Das ist tragisch. Es ist grausam. Für alle Beteiligten.
 
Es gibt keine Möglichkeit, sie zum Innehalten, zum Reflektieren, zur Selbsterkenntnis, zu Verhaltensänderung - zu einem anderen, einem angemessenen Menschen-, Welt- und Selbstbild zu bewegen.

Es gibt keine Brücke zu und keinen Weg mit ihnen.
Sie sind nicht zu erreichen, sie sind nicht in der Lage, zu reifen - zu geben, zu lieben.
 
Es gibt kein Mittel, keine Methode, das/die daran etwas zu ändern vermag - nicht einmal Liebe.
 
Sie "leben" und sterben: im Kellerloch des Selbstbetrugs.
Sie klammern sich v e r z w e i f e l t an die Dunkelheit, die Hässlichkeit, an Morbidität, Destruktivität, Hass, Gewalt, Vernichtung, Tod - Nekrophilie.
 
Keine Chance.
 
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"[...] Wenn aus verschiedenen Gründen dieser kleinkindliche grandiose Zustand des Narzissmus daran gehindert wird, zu einem gesunden Selbstwertgefühl zu reifen, treffen wir Personen an, welche wie Erwachsene aussehen, aber in Tat und Wahrheit sehr wacklig zusammengefügte, übersensible und zu Scham neigende Narzissten sind.

Der Fanatismus ihres Verlangens nach Rache und der niemals endende Drang, nach einer Beleidigung die Rechnung begleichen zu müssen, sind demzufolge nicht Attribute einer Aggressivität, die mit den erwachsenen Absichten des Egos integriert sind - im Gegenteil, eine solche Besessenheit weist drauf hin, dass die Aggression im Dienste eines archaischen, grandiosen Selbst mobilisiert worden ist und dass sie innerhalb der Rahmenbedingung einer archaischen Wahrnehmung der Realität aktiviert wird.

Das zur Scham neigende Individuum, das bereit ist, Rückschläge als narzisstische Verletzungen zu erleben und diese mit unstillbarer Wut zu beantworten, anerkennt sein Gegenüber nicht als ein Zentrum von unabhängiger Initiative, mit dem er einfach uneins ist. Aggression, die im Streben nach Ursachen verwendet wird und die auf erwachsene Weise erlebt wird, ist nicht unbegrenzt. Wie heftig diese Aggression auch immer mobilisiert wird, ihr Ziel ist begrenzt und definiert: die Niederlage des Feindes, welcher den Weg zu einem gewünschten Ziel blockiert. Sobald das Ziel erreicht ist, verschwindet die Wut.

Der narzisstisch Verwundete hingegen kann nicht aufhören, bis er einen schemenhaft wahrgenommenen Widersacher ausgelöscht hat, der es wagte, sich ihm zu widersetzen, oder ihn in den Schatten zu stellen. Er kann keine Ruhe finden, da er niemals in der Lage sein wird, die Beweise auszulöschen, die seiner Auffassung widersprochen haben, dass er einmalig und perfekt ist. Diese archaische Wut geht einfach weiter und weiter. Darüber hinaus sieht der narzisstisch Verwundete den Feind, der diese archaische Wut hervorgerufen hat, nicht als eine autonome Quelle von Trieben, sondern als Mangel in einer narzisstisch erfahrenen Realität. Der Feind wird als widerspenstiger Teil eines erweiterten Selbst empfunden, über das die narzisstisch verwundbare Person erwartete, volle Kontrolle ausüben zu können. Mit anderen Worten, die einfache Tatsache, dass die andere Person unabhängig oder verschieden ist, wird von Personen mit intensiven narzisstischen Bedürfnissen als Angriff erlebt.

Das heißt, nicht in voller Kontrolle über das Selbst und über eine narzisstisch erlebte Welt zu sein, lässt das betroffene Individuum eine Erfahrung von äußerster Machtlosigkeit erleben. Diese Machtlosigkeit und das Gefühl der Hilflosigkeit der Welt gegenüber sind unerträgliche traumatische Erfahrungen, die mit allen Mitteln beendet werden müssen. Das verletzende Gegenüber muss ausradiert werden.

Narzisstische Wut tritt in verschiedenen Formen auf. Sie alle haben aber eine spezifisch psychologische Eigenschaft, die ihnen eine herausragende Position im weiten Spektrum der menschlichen Aggressionen verleiht. Das Verlangen nach Rache, ein Unrecht zu korrigieren, die Verletzung um jeden Preis ungeschehen zu machen und einen zutiefst verankerten unerbittlichen Trieb in der Verfolgung dieser Ziele, der denjenigen, die eine narzisstische Verwundung erfahren haben keine Ruhe lässt - das sind die charakteristischen Züge der narzisstischen Wut in all ihren Formen und was sie von anderen Formen der Aggression unterscheidet.

Obwohl jedermann dazu neigt, narzisstischen Verwundungen gegenüber mit Verlegenheit und Wut zu reagieren, treten die intensivsten Erlebnisse von Scham und die gewalttätigsten Formen von narzisstischer Wut in denjenigen Individuen auf, für die ein Gefühl von absoluter Kontrolle über eine archaische Umwelt unabdingbar ist, weil die Aufrechterhaltung des Selbstwertes - und überhaupt des Selbst - auf die bedingungslose Verfügbarkeit des zustimmenden und widerspiegelnden Selbstobjektes angewiesen ist, oder auf die idealisierte Form, welche ein Verschmelzen zulässt.“
(Search for the Self, Band 2, pp. 643ff) [...]"
 
Quelle: de.sott.net - "Eine strukturelle Theorie des Narzissmus und der Psychopathie"

Von den in dieser Quelle mehrfach getätigten Vergleichen und gezogenen Bezügen zu physischen Erkrankungen, Infektionen und Behinderungen distanziere ich mich ausdrücklich. Lesenswert sind vor allem die farblich hellblau hinterlegten zitierten Textpassagen.
 
"[...] Dabei ist es sicherlich nachvollziehbar, wenn sich ein Betroffener gegen die Ungerechtigkeit wehren möchte, um auf diese Weise ein Gefühl der Genugtuung zu bekommen. Doch in den meisten Fällen laufen gerichtliche Prozesse ins Leere, weil sich der seelische Missbrauch nur sehr schwer beweisen lässt. Da er auf der einen Seite keine klaren Spuren hinterlässt, wie z. B. der körperliche Missbrauch, und auf der anderen Seite der Narzisst seine Argumente sehr überzeugend und plausibel vortragen kann, ist das Beweisen einer Schuld schwierig. Ohne glaubhafte Beweise steht lediglich Aussage gegen Aussage.
 
Der Narzissten täuscht alle
Das Risiko, dass Betroffene sich weitere Kränkungen einhandeln, ist sehr hoch. Der Narzisst ist sich nicht zu schade, unverfroren zu lügen, Tatsachen nach Herzenslust zu verdrehen, falsche Beweise vorzutragen, manipulierte Zeugen vorladen zu lassen, die Glaubwürdigkeit des anderen in Frage zu stellen, Gutachten zu seinen Gunsten ausstellen zu lassen, wichtige Dokumente verschwinden zu lassen und sich dabei so vertrauenerweckend und charmant zu präsentieren, dass niemand seine Version auch nur annäherungsweise anzweifelt.
 
Die grandiose Selbstinszenierung wird zwar nicht mit einem Oscar prämiert, dafür erweckt der Narzisst aber – weil man ihm nichts nachweisen kann – den Anschein der Seriosität. Unbeteiligte oder neutrale Richter halten den Narzissten für durch und durch anständig, weil er seine Version so plausibel vortragen kann und gegenteilige Darstellungen mangels Beweise nur als Vermutungen angesehen werden. Das löst bei den Opfern aber noch mehr Wut und regelrecht eine Hysterie aus, weshalb eine sachliche Verhandlung dann kaum noch möglich erscheint.
 
In dem Ausmaß, wie Betroffene durch die Täuschungsmanöver des Narzissten den eigenen Verstand verlieren, werden sie als verrückt angesehen und als unglaubwürdig eingestuft. Und aus Sicht des Narzissten soll am Ende auch alles darauf hinauslaufen. Er will, dass sein Gegner die Nerven verliert und durchdreht. Alle sollen sehen, dass sein Gegner außer emotionalen Entgleisungen keine fundierten Fakten anzubieten hat. Es ist für Betroffene dann eine große Enttäuschung, festzustellen, dass sie mit der Wahrheit keinen Millimeter weiterkommen und nur auf verschlossene Türen stoßen.
 
Außerdem kommt noch hinzu, dass das private Umfeld von Betroffenen die Streitlust gar nicht nachvollziehen können. Weil sie den Narzissten bislang nur von seiner freundlichen Seite kennengelernt haben, sehen sie nicht die perfiden Muster des Narzissten und können gar nicht verstehen, warum sich der Betroffene dermaßen aufregt. Opfer müssen dann oft feststellen, dass sie mit Ihrer Meinung alleine dastehen und bekommen zunehmend das Gefühl, wahnsinnig zu werden, weil alle etwas anderes glauben – nur nicht die Wahrheit. [...]"
 
Aber genau darum geht es: um die Tatsachen. Darum, diese öffentlich zu machen, statt das Geschehende totzuschweigen, zu verdrängen, es durch den Täter bagatellisieren oder ganz leugnen lassen zu können. - Es geht um eigene Rehabilitierung und um eine Verhaltensänderung aufseiten der Täter - die Narzissten nun einmal sind.
 
Man kann hierzu nur lautere Mittel einsetzen, man muss, wo und soweit möglich, den Rechtsweg beschreiten, wenn der Narzisst sein "Fehlverhalten", sein Tätersein, sein Schädigen nicht eigenständig, eigeninitiativ einsieht, nicht zugibt, sich nicht dafür entschuldigt und es vor allem nicht einstellt.

Bei allen schädigenden Verhaltensweisen kann es jedoch letztlich nur darum gehen, zu erwirken, dass sie beendet werden, dass andere Menschen nicht mehr oder grundsätzlich zu Schaden kommen durch ein Verhalten, das kein unumgängliches, kein zwangsläufiges ist, sondern ein letztlich pathologisches. 
 
Und es ist leider häufig erforderlich, dass es zuvor zu einer Erschütterung, Krise kommt - leider lernen Menschen häufig erst durch Leiderfahrung, sie kann zumindest ein Auslöser dafür sein, dass ein Einsehen stattfindet, dass die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit sich selbst, mit eigenen Unzulänglichkeiten, eigenem Fehlverhalten, dessen Ursachen, Hintergründen, dadurch - durch die Erschütterung, die Krise, die Leiderfahrung - angestoßen, in Gang gesetzt wird.

Und natürlich geht es auf Seite der Geschädigten darum, ihrem Bedürfnis nach Gerechtigkeit, nach Wiedergutmachung und Rehabilitierung, dem Wiederherstellen ihres Selbstwertgefühls, ihres Vertrauens, wieder Vertrauenkönnens, ihrer emotionalen Balance, nachzukommen, dies zu respektieren, anzuerkennen und - soweit möglich - zu realisieren.

Man kann hier durchaus von "Täter-Opfer-Ausgleich" sprechen.

Es geht folglich nicht ums "Besiegen", um Rache, Vergeltung, Strafe - um also wiederum Macht, Gewalt, somit Kompensationshandlungen, sondern um einen notwendigen Ausgleich, um das Wiederherstellen der eigenen Unversehrtheit (soweit möglich) und um eine Läuterung, Reifung, "Heilung" beim Täter - dahingehend, dass er solche schädigenden Verhaltensweisen nicht mehr anwenden muss.
 
Hierfür ist durchaus erforderlich, dass Opfer, Geschädigte gerade nicht alles mit sich allein ausmachen oder gar pathologisiert werden, sondern dass sie offen und öffentlich über das Geschehene, die Tat, sprechen können und dürfen - ohne also pathologisiert, diffamiert - und damit ein weiteres Mal beschädigt - zu werden.
 
Dass es dafür Raum gibt, denn sie sind zumeist keineswegs allein oder als "seltene Ausnahmeerscheinung" betroffen und genau das gilt es durch das Öffentlichmachen des Geschehenen deutlich, d.h. erkennbar zu machen - für andere Geschädigte, aber auch andere Täter.

Wenn es vollständig in den je persönlichen, ausschließlich privaten Bereich abgedrängt wird, kann es nicht zu einer solch wichtigen Information, Aufklärung, zu daraus folgendem Erkennen (-Können) von emotionalem (und ggf. auch körperlichem) Missbrauch kommen, denn dann suchen die Opfer die "Schuld" stets bei ausschließlich sich selbst - womit Tätern wiederum überhaupt erst ermöglicht wird, sich weiterhin schädigend verhalten zu können und: zu dürfen. Es wird dadurch folglich zu keiner Veränderung des Verhaltens von Tätern kommen - können.
 
Schweigen brechen ist daher unerlässlich und unter Umständen auch das Beschreiten des Rechtsweges - auch bei "schlechten Aussichten" auf "Erfolg" - es geht um auch den symbolischen Akt dessen, darum, gesellschaftlich ein Bewusstsein für solche Taten - als eben schädigende Taten - zu schaffen und dafür, wie verbreitet sie leider sind und dass und warum wir dies weder hinnehmen können, wollen noch sollten.
 
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Anmerkung:

Selbstredend lässt sich das "elterliche Versagen" keinesfalls - wieder einmal pauschal und bequem - ausschließlich den Müttern zuschieben, ihnen anlasten. Väter und andere Bezugspersonen sind in ihrer Erziehungsverantwortung genauso gefragt, vor allem in empathischem, mitfühlendem, respektvollem, wertschätzenden (!), bedürfnisorientierten (!) Umgang mit Kindern.
 
Was das Selbstwertgefühl anbetrifft:
Nein, leider lässt sich ein in der (frühen) Kindheit massiv beschädigtes Selbstwertgefühl im späteren (Erwachsenen-) Leben kaum mehr wirklich, nachhaltig "rekonstruieren", erlangen - siehe lebenslange Prägung, siehe, was Misshandlung, auch (emotionale) Vernachlässigung etc. im Gehirn von Kindern verursachen - mit wie weitreichenden, langfristigen/dauerhaften Folgen (im Übrigen häufig auch physischen).
 
Unentbehrlich kann daher nur die Prävention sein: der angemessene, bedürfnisorientierte, empathische, wertschätzende, liebevolle Umgang mit Säuglingen und Kindern.
 
Dafür wiederum ist unabdingbar, dass Eltern nicht schädigend Eltern sein können - selbst dabei unbeschadet seiend, nicht beschädigt werdend; siehe jedoch dem entgegenstehend nicht nur je persönliche Kindheit, Vergangenheit, sondern auch Lebensumstände wie bspw. materielle Armut etc..
 
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"[...] Die Grundlage der Störung umfasst er mit vier Merkmalen: Egozentrizität, Empfindlichkeit, Empathiemangel und Entwertung. Er konstatiert zudem, dass diese Form der Egomanie auf einem gestörten Selbstwert beruht, und dass Narzismus niemanden verschont und auch vor Experten zum Thema nicht halt macht.
 
Reinhard Haller stellt auch die Frage, ob Narzissmus – um in unserer heutigen Gesellschaft voran zu kommen – nicht sogar ein gewünschtes oder bewundertes Übel ist und hebt hervor, dass Macht immer korrumpiert und Narzissmus extremst begünstigt. Abschließend gibt es noch eine „Narzisstengalerie“, in denen die verschiedenen gängigen Typen und die Deckmäntelchen, unter denen sie sich verstecken können (Heiligkeit, Pflichtbewusstheit, Freundlichkeit und Liebe, Bescheidenheit und Stolz) beschrieben werden. [...]"
 
Quelle: sein.de - "Die Narzissmusfalle"
 
"[...] Welche Einschränkungen der Liebesfähigkeit treten auf?
 
Es treten sehr viele Einschränkungen auf.

1. Vollkommene sexuelle Hemmung.

2. Die Unfähigkeit sich zu verlieben und überhaupt zu lieben, was typisch für schwere narzisstische Persönlichkeitsstörungen ist. Diese Patienten können sich nicht verlieben und ihre Liebesbeziehungen sind daher sehr kurz. Sie „entlieben“ sich schnell. Deshalb kommt es zu einer Promiskuität, weil sie nicht die Fähigkeit haben, eine Beziehung zu führen.
 
Eine andere Einschränkung ist eine komplette Trennung zwischen emotionaler Liebe und Zärtlichkeit, die sie in der Beziehung zu manchen Menschen spüren, und sexueller Erregung und Befriedigung mit anderen. Es ist ihnen nicht möglich, beides bei ein und derselben Person zu erleben – Zärtlichkeit und sexuelle Befriedigung.
 
Und dann gibt es natürlich schwere sexuelle Hemmungen der einen oder anderen Art. Es gibt Hemmungen, intime Beziehungen einzugehen, die verhindern, dass es zu erfüllenden Liebesbeziehungen kommt. Oder Liebesbeziehungen werden dauernd mit schweren Kämpfen belastet – aus allen Liebesbeziehungen werden dann sozusagen Tragödien. Daraus resultiert eine Überladung von negativen Affekten in Liebesbeziehungen mit der totalen Unfähigkeit eine stabile Liebesbeziehung herzustellen. [...]
 
Schwerer Narzissmus ist eine krankhafte Form der Selbstliebe. Unter welchen Bedingungen sind diese Patienten unbehandelbar?
 
Narzisstische Patienten, die extrem antisoziale Züge zeigen, sind sehr schwer behandelbar. Sie sind durch eine Schwäche ihrer internalisierten ethischen „Stimme“ gekennzeichnet, das heißt es fehlt ihnen die Entwicklung normaler Moralität. Sie zeigen kein Schuldgefühl gegenüber anderen. Je schwerer die antisozialen Züge, desto schlechter die Prognose.

Narzisstische Patienten benützen ihre Pathologie, um die Gesellschaft zu erpressen. Wenn sie das effektiv einsetzen, ist die Prognose für die Behandlung sehr schlecht. Denn der Sekundärgewinn ist maximal.

Wenn intensive Gewalttätigkeit gegen andere und auch gegen sich selbst dominiert, wird die Prognose schlimm. Die Gewalttätigkeit kann sich in chronischen Selbstverletzungen zeigen als Protest gegen die Außenwelt, als Zeichen, dass diese Patienten keine Angst vor Krankheit, Tod und Schmerz haben. Extreme Fälle dieser Art können unbehandelbar sein. [...]"
 
Quelle: schattauer.de - "Unzertrennlich mit einander verbunden: `Liebe und Aggression´ - Interview mit Prof. Kernberg zu seinem gleichnamigen Buch", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
Zugrunde liegt eine massive Selbstwertproblematik und entsprechendes Projektions- und Kompensationsverhalten.
 
Das Problem des pathologischen Narzissten:

Er kann mit Kritik nicht ansatzweise umgehen - er erlebt, empfindet jede Kritik an seinem Verhalten als für ihn unerträgliche Herabsetzung, als Demütigung. Das war auch der Vorwurf meines Ex an mich, O-Ton:
"Du willst mich doch nur demütigen!"
 
Ja, der pathologische Narzisst ist ein unreifer Mensch, ein nicht gereifter, nicht reifen könnender Erwachsener.
Er braucht dringend angemessene Psychotherapie, verweigert jedoch gerade diese, da er sich ja für unfehlbar, für überlegen hält und in Therapie all das zur Sprache käme, das der Narzisst mit allen Mitteln zu verdrängen, zu verbergen, zu kontrollieren, zu leugnen versucht: sein antisoziales Fehlverhalten, seine Selbstsucht, die durch ihn getätigte psychisch-emotionale, nicht selten auch physische, sexuelle Gewalt, sein Defizitärsein, sein Selbstbetrug, Kompensationsverhalten - seine Gefühle der Hilf- und Haltlosigkeit, der Minderwertigkeit ... .

Diese Gefühle zuzulassen, entzöge ihm den Boden seines Selbstverständnisses, seiner Selbstgewissheit, es erschütterte ihn intensiv und ließe ihn das fühlen, das er nicht fühlen will: seinen Schmerz, seine Bedürftigkeit, seine Trennungs-, Verlust-, Verlassenheitsängste, seine Ohnmacht - alles üblicherweise aus in der Kindheit erlittenen Beschädigungen resultierend.
 
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Der Narzisst kann nicht lieben, ist nicht liebesfähig - er kann nicht geben - von Herzen, aus Mitgefühl, ohne Gegenleistung, eigenen Vorteil.
 
Er meint niemals dich, sondern immer und nur sich selbst.
Er will und braucht Menschen, die ihn spiegeln, bestätigen, bewundern und dafür setzt er jedes Mittel ein - Charme, Humor, seine glänzende Fassade, hinter der sich nichts, kein Fundament, keine Substanz verbirgt, sondern Leere, die er sich von anderen Menschen füllen lässt, um sich ertragen zu können.
 
Was es immer wieder so schwer für Betroffene/Beschädigte macht, ist, das glauben, wahrhaben zu müssen, den Schmerz über all die erlittenen Misshandlungen auszuhalten, vor allem aber: sich im Grunde das eigene Mitgefühl, das aktive Lieben zu verbieten, es sich gegenüber dem narzisstischen Täter (siehe narzisstischer Missbrauch) "abtrainieren" zu müssen - denn er wird diese Liebe, dieses Geben ..., niemals wertschätzen (können). - Er sieht nur sich, nur seine Bedürfnisse, die Welt, die Menschen nur aus seinem verzerrten, narzisstischen Blickwinkel - weil es ihm erheblich an Mitgefühl mangelt.
 
Deshalb empfindet er nie je wirkliche, echte Reue.
Deshalb bittet er nie je ehrlich, von Herzen, um Verzeihung.
Deshalb ist er nie, schon gar nicht dauerhaft, emotional aufrichtig um Wiedergutmachung bemüht.
 
Er sieht s i c h als "Opfer". Er muss sich so sehen, denn er erträgt die Scham über sein eigenes Fehlverhalten, seine eigenen Defizite, Unzulänglichkeiten nicht - er will den Schmerz darüber nicht fühlen, deshalb fügt er ihn "stellvertretend", kompensatorisch anderen zu - und hasst, statt zu lieben. Sowohl andere als auch sich selbst.

Er unterwirft sich vollständig seinem selbstschonenden Selbstbetrug. Das ist der schwankende Grund, auf dem er "steht", auf dem er sich mit allen Mitteln zu halten versucht.
 
Wer ihm diesen um der Wahrhaftigkeit und Möglichkeit zu Selbsterkenntnis und Reifung willen zu entziehen versucht, kann nur "der Feind" sein - und muss daher diskreditiert, beschuldigt, abgewehrt und/oder bekämpft, bestraft, vernichtet, jedenfalls aus dem eigenen Seinsraum entfernt werden. Selbst"schutz" der ungesundesten, aber bequemsten, selbstschonendsten Art. Tatsächlich: Verweigerung zu Reifung, zu Heilung - liebesfähig zu werden.
 
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[...] Die Aussage dahinter: „Dein Gefühl, verletzt worden zu sein ist Deine Schuld“. Nicht sein Problem. [...]

Der Misshandler kann sein Gefühl der Verunsicherung/Frustration nicht aushalten und wälzt es durch Anklagen, Vorwürfe, Drohung oder Entwertung auf die Partnerin ab. [...]

Beinahe alle „Wenn Du … dann ich …“ Sätze sind Drohungen. Manche von ihnen sind einfacher als solche zu entlarven, andere schwieriger. [...]

Absichtliches, als „zufällig“ deklariertes, wiederholtes Vergessen ist letztendlich eine Kombination aus Leugnen und Manipulation, egal was der „Partner“ nun vergessen hat. Sei es, ihr einen wichtigen Termin rechtzeitig mitzuteilen, ein Versprechen einzuhalten oder ganz einfach das „zufällige“ Vergessen von Dingen, die ihr wichtig sind. Es ist sinnlos, einen Misshandler mit diesem „Vergessen“ zu konfrontieren, er wird sich herausreden; – oder aber Gelegenheiten aufzählen, bei denen sie etwas vergessen hat. [...]

Er leugnet, Dir absichtlich wehgetan zu haben. Er leugnet, bestimmte Dinge überhaupt gesagt oder getan zu haben. Kurzum: er leugnet Deine Realität und Deine Wahrnehmung. Gefahr und Folge: Du misstraust Deiner eigenen Wahrnehmung, Deiner eigenen Realität und verlierst Dich selbst.

Auch wenn dies banal klingen mag, ist Leugnen eine der heimtückischsten Formen verbaler Misshandlung, sie hat die gravierendsten Folgen und fällt in die Kategorie Crazymaking."

re-empowerment.de

[...] Und genau an dieser Stelle wird es problematisch. Nicht nur leben beide Partner nach anderen Grundprinzipien, man kann beinahe behaupten, dass beide Partner in unterschiedlichen Realitäten leben. Um dies zu verdeutlichen, möge man annehmen, dass der Täter in Realität I (RI – Power Over) und seine Partnerin in Realität II (RII – Personal Power) lebt.

In RI ist das Ziel, Macht über den anderen zu erlangen, zu gewinnen, sich durchzusetzen und letztendlich am längeren Hebel zu sitzen. Menschen, die sich in RII befinden, verfolgen hingegen hauptsächlich zwei Ziele: Ko-operation und ein Miteinander, in dem sich beide wohlfühlen.

RI und RII unterscheiden sich aber nicht nur hinsichtlich der verfolgten Ziele, der Unterschied erstreckt sich auf fast alle Bereiche des Miteinanders in einer Beziehung: Kommunikation, Konflikte, Pläne, Entwicklung, Sexualität uvm.

Langfristig (oder doch generell?) ist in einer Paarbeziehung kein Platz für zwei Realitäten. Es ist auch schwierig, mit einem Menschen zu kommunizieren, geschweige denn zu reden, dessen Realität eine völlig andere ist. [...]

re-empowerment.de

[...] Sexualität und Macht

Vielleicht ist Dein “Partner” hypersexuell. Pornographie, Masturbation, scheinbar endlose sexuelle Bedürfnisse – die allesamt befriedigt werden “müssen”. Er nimmt, was er bekommen kann, – und will noch mehr. Er versucht, Dich in immer ausgefallenere sexuelle Aktivitäten zu verwickeln. Funktionierst Du nicht, bist Du „frigide“. Oder aber er setzt den Entzug von Sexualität und Zärtlichkeit als „Strafe“ und Druckmittel ein.

Gegenmaßnahme: Rechne mit sexueller Ab- und Entwertung. Rechne damit, dass er Deine Sexualität gegen Dich einsetzt. Pack Deine Koffer und geh. [...]

Nach außen hin konstruiert er ein falsches Bild von Dir und stellt es dar, als seist Du diejenige, die ihn terrorisiert und drangsaliert. [...]

Manipulation und Kontrolle

Menschen werden gegeneinander ausgespielt. Er kontrolliert, dosiert und minimiert den Kontakt zwischen seinen Verbündeten und seinen Opfern. Mittels seiner oft brillanten rhetorischen Fähigkeiten schafft er es, Worte und Taten in dem für ihn nützlichen Licht erscheinen zu lassen. Sein Charisma ermöglicht ihm, seinen Willen oft ohne große Anstrengung durchzusetzen. Er isoliert Dich, indem er langsam und zunächst unauffällig sein soziales Netzwerk untergräbt, und Dich in kleinen Schritten von Freunden und Familie isoliert. Jedes Mittel ist ihm recht, um die Kontrolle über sein Umfeld, insbesondere über Dich zu behalten. Er ist rücksichtslos, endlos fordernd und grausam, – und schafft es sogar, dass Du dieses Verhalten erst erkennst, wenn es zu spät ist. Gleichzeitig erregt er Dein Mitleid und erscheint auf seine persönliche, zunächst unendlich liebenswerte Art bedürftig und verwirrt. Du fällst darauf herein und bist bereit, alles zu geben, damit es ihm gut geht, egal ob finanziell, emotional oder physisch.

Gegenmaßnahmen: Lerne. Lerne seine Strategien zu erkennen und für Dich zu entlarven. Besser noch: Geh so lange Du noch die Chance hast. Jeder Tag, den Du mit ihm verbringst isoliert Dich weiter, verstrickt Dich weiter in sein Netz. [...]

Substanzmissbrauch

Alkohol und jegliche Art von Drogen sind seine ehemaligen oder gegenwärtigen Freunde. Er ist maßlos, oft auch in Bereichen wie Ernährung, Sport, Sexualität, seine scheinbar endlosen Bedürfnisse erfordern sofortige Befriedigung. [...]

Er war besser als jede Droge, die Du Dir jemals hättest vorstellen können? Aber – wie lange blieb es so?

Es wird auch nie wieder so werden, egal wie lange Du hoffst und wartest. Aus dem charmanten Dr. Jekyll wurde unweigerlich der immer hässlicher werdende Mr. Hyde. Werfe einen Blick auf seine ehemaligen Opfer: seelisch gebrochen, oft finanziell ruiniert. Natürlich war es nie seine Schuld. Auch sie waren einmal seine idealisierten Seelenverwandten, bis er sich ihrer entledigte und einen neuen Seelenverwandten fand und finden wird. Vor Dir, nach Dir. Irgendwann entpuppt er sich als emotionaler Parasit [...]

Er genießt seine Macht, seine Kontrolle. [...]

Gehirnwäsche

Eine der gefährlichsten Waffen. Sein Charisma ermöglicht es ihm, Dich und andere zu manipulieren um seine Ziele zu erreichen. Das genaue Vorgehen ist individuell unterschiedlich. [...]

Misstrauen und Paranoia

Oft und grundlos misstraut jedem und allem, in erster Linie Dir. Eine seiner größten Ängste ist es, von Dir bloßgestellt zu werden als das, was er wirklich ist. [...]

Er wechselt seine Masken um zu bekommen, was er so dringend braucht und erscheint im einen Moment grandios und arrogant, im nächsten Moment bedürftig und einsam. Nach außen hin spielt er die Rolle des perfekten, großzügigen und sensiblen Partners und Freundes. Nur wenige kennen sein „wahres Gesicht“. [...]

Das Schwarze Loch

Anfangs war er der empathischste Mensch den Du jemals getroffen hast. Später erkennst Du, dass seine Empathie gespielt war, er ist nicht in der Lage, wahre Empathie zu empfinden, verlangt aber schier unendliche Empathie von Dir. Diese Erkenntnis ist meist schwierig zu ertragen, es scheint unbegreiflich, dass dieser ehemals so sanfte und liebevolle Mensch blind für Deine Bedürfnisse und Schmerzen ist. Schlimmer noch: Er wird Dir Deinen, in seinen Augen unberechtigten und übertriebenen Schmerz vorwerfen und Dich glauben machen, dass es Dein Schmerz ist, der Eure Beziehung zerstört.

Gegenmaßnahme: Erkenne die Realität, auch wenn es schwerfällt. Begreife, dass er nicht nur Dich, sondern auch sein Umfeld und in Anspruch genommene Therapeuten und Berater getäuscht hat, täuscht und weiter täuschen wird. Geh. [...]

Der Heilige

Er hält sich für hochgradig moralisch, und andere für unmoralisch. Er lügt, betrügt, intrigiert, missbraucht, täuscht und manipuliert. Dich und Andere. [...]

re-empowerment.de

[...] „Nur hinter geschlossenen Türen“

Oder auch: Das „Jekyll und Hyde Syndrom“. Übergriffe erfolgen fast ausschließlich nur dann, wenn Du mit Deinem „Partner“ alleine bist. In der Öffentlichkeit behandelt er Dich völlig normal, vielleicht sogar übermäßig freundlich und liebevoll; – und ändert sein Verhalten genau in dem Moment, wenn ihr alleine seid.

Geheimhaltung ist ein Schlüssel zu seiner Machtausübung und erfüllt viele Zwecke:

Sein Image als „netter Mann“ wird nicht gefährdet.
Gemeinsame Bekannte werden der Betroffenen (zunächst) nicht glauben, oft glauben ihr sogar ihre eigenen Freunde und Familienangehörige nicht.
Die Betroffene fängt an, ihrer Wahrnehmung zu misstrauen.
Die Betroffene gibt sich unter Umständen selber die Schuld an den Übergriffen ihres „Partners“; – schließlich ist er zu allen anderen Menschen nett und freundlich.Die Wechsel zwischen Dr. Jekyll und Mr. Hyde können binnen Sekunden erfolgen, manchmal auch während Ihr das Haus voller Gäste habt [...]

Er zieht Dich „runter“

Viele Betroffene geben an, dass verletzende Interaktionen / Übergriffe vor allem dann stattfinden, wenn es augenscheinlich gut ging, wenn sie glücklich oder einfach nur zufrieden waren. Die Folge: Die Betroffene hat Angst, in Gegenwart ihres „Partners“ gut gelaunt oder gar glücklich zu wirken. [...]

Wiederholung

Oft ähneln sich verletzende Interaktionen/Übergriffe, bzw. haben das gleiche Grundthema: i.d.R. die Themen/Punkte, die „funktionieren“ insofern als dass sie die größte Wirkung haben in Bezug auf Verletzung/Destabilisierung bzw. Provokation. „Funktioniert“ ein Thema nicht mehr, wird oft ein Neues gesucht. [...]

In normalen Beziehungen ist es üblich, Verletzungen zu entschädigen. Wiedergutmachung findet statt. Der Verletztende bittet die Verletzte um Entschuldigung, übernimmt die Verantwortung für sein Verhalten, spiegelt die Partnerin in ihrem Schmerz und verspricht, sie für diesen Schmerz zu entschädigen. So wird Verzeihen möglich.

Das Leben mit Jekyll und Hyde bzw. zunehmend ohne Jekyll aber mit Hyde läuft nach anderen Regeln. Verletzung wird nicht ausgeglichen, nicht thematisiert, gespiegelt und geheilt; die zugefügten Verletzungen werden vielmehr begraben unter einer Fuhre leerer Versprechungen und Lippenbekenntnissen. Obgleich der Misshandler zunächst versucht, sich von seiner besten, strahlendsten und verheißungsvollsten Seite zu zeigen, ist er keinesfalls bereit, sich mit den Folgen seines Verhaltens auseinanderzusetzen. Er will, dass der Zustand „vorher“ wiederhergestellt wird. Anstelle von Wiedergutmachung durch Integration strebt er danach, das Geschehene ungeschehen zu machen. Es soll nie passiert sein. Du sollst es vergessen. Das negiert jegliche Möglichkeit der Auseinandersetzung und Verarbeitung. Stattdessen ist der Preis, den Du für den kurzen Auftritt von Dr. Jekyll bezahlst, dass Du Deinen Schmerz herunterschluckst, die entstandene Verunsicherung alleine aushältst und die Atmosphäre nicht durch Traurigkeit oder Angst belastest. [...]

Isolation

Die Betroffene ist häufig sozial isoliert. Der Isolationsprozess wird in einem anderen Bereich dieser Seiten noch genauer erklärt. Isolation erleichtert es dem Misshandler nicht nur, Kontrolle über sein Opfer auszuüben, es wiegt ihn auch in Sicherheit, dass sein Außenimage nicht dadurch geschädigt wird, dass andere von seinem Verhalten erfahren. Siehe auch: Hinter geschlossenen Türen. [...]

Quod licet Jovis: Wenn zwei das gleiche tun ist es natürlich nicht das selbe.

Der Misshandler nimmt für sich mehr und andere Rechte in Anspruch, als der Betroffenen zugebilligt werden. Insbesondere wäre es undenkbar, dass sie es wagt, ebenso mit ihm umzugehen, wie er mit ihr.

re-empowerment.de

"[...] Sich mit anderen Menschen zu vereinigen dient dem Einzelnen als wichtigstes Mittel, die Zufälligkeit und Einsamkeit seiner Existenz regulieren zu können. Zu sich selbst und anderen ein Gefühl der Bezogenheit zu entwickeln ist somit nicht nur ein menschliches Grundbedürfnis, sondern überhaupt Voraussetzung für seelische Gesundheit.
 
Die höchste Erfüllung bietet in dieser Hinsicht die Liebe: Sie ist der einzige Weg, „mit der Welt eins zu werden und gleichzeitig ein Gefühl der Integrität und Individualität zu erlangen“. In der Liebe vereinigt sich der Mensch mit einem anderen Wesen, bewahrt jedoch gleichzeitig die Integrität des eigenen Selbst, also seine Gesondertheit. Die Liebe zwischen zwei Menschen in der Partnerschaft entsteht permanent von neuem durch die transzendente Polarität von Getrennt-Sein und Vereinigung. Zudem besteht der individuelle Egoismus in so geringem Maße, dass die Bedürfnisse des anderen als genauso wichtig wie die eigenen empfunden werden.
 
Die Liebe steht im Gegensatz zum sekundären Narzissmus: In diesem war es dem Einzelnen nicht möglich, den primären Narzissmus des Kindes zu überwinden, wodurch die Umwelt nach wie vor als bloßes Mittel benutzt wird, die eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können. Narzissten neigen dazu, einen Bezug zu ihrer Umwelt dadurch zu gewinnen, dass sie Macht über sie erlangen. Dadurch ist es ihnen jedoch nur möglich, eine gewisse äußerliche Einheit herzustellen, während jegliches Gefühl echter Integration zerstört wird.
 
Ein weiterer Weg, sich mit der Welt zu vereinigen, bietet die Möglichkeit, sich einer Gruppe, einem Gott usw. zu unterwerfen. Hierdurch kann der Einzelne das Gefühl von Isolation überwinden und die Vorstellung entwickeln, Teil der großen Macht zu sein, mit der er sich vereinigt hat. [...]"

Quelle: Wikipedia - "Erich Fromm", farbliche Hervorhebung (dunkelblau) habe ich vorgenommen.
 
Religiöser Glaube, "Gott" als Krücke, als Surrogat (wie andere Kompensationsmittel, bspw. Drogen, Konsum, Machtstreben ...) für Liebe(n) (-können). - Klar, was auch sonst.
Und ebenso klar ist, dass das in typischer Weise auf insbesondere Narzissten zutrifft, denn diese können bekanntlich nicht lieben. Folglich brauchen, suchen sie "Ersatz" - Drogen, Konsum, Macht, "Gott" ... .
 

Narzissmus Teil 1 - Dokumentation auf br alpha 2015

TED-Video: "What is Narcissism", W. Keith Campbell, deutsche Untertitel

"[...] Wenn Stärken zum Risikofaktor für Missbrauch und emotionale Gewalt werden
Frauen sind die Eckpfeiler funktionierender Familien, erfolgreicher Unternehmungen und Organisationen. Frauen (und Männer in geringerem Ausmaß) werden gerade wegen ihrer Empathie, ihren sozialen Fähigkeiten und ihrer natürlichen Hilfsbereitschaft zu Opfern von verbaler, finanzieller und körperlicher Misshandlung durch Partner, welche stark narzisstische/soziopathische Züge aufweisen.

Narzissten sind zu Beginn äußerst aufregende und attraktive Persönlichkeiten, die einen sehr schnell in ihren Bann ziehen können, speziell dadurch, dass sie erfolgreich vorspielen, ebensolche wertvolle (weibliche) Eigenschaften zu besitzen. Vielen Frauen (und einige Männer) glauben sehr schnell, endlich ihren Partner fürs Leben gefunden zu haben, ihren Seelenverwandten, um dann sehr schnell auf einer tiefen und persönlichen Ebene ausgenutzt zu werden.
 
Nach einer sehr kurzen Zeit zeigen Narzissten bereits ihr wahres Gesicht und beginnen mit dem Aussaugen von Energie und oft zunächst nur verbalem Missbrauch. Er erzählt ausgeklügelte Lügen, unwahre Erfolgsgeschichten, er betrügt, verbringt viel Zeit mit Internetpornographie und ist untreu. Oft hat er mehrere Verhältnisse parallel laufen, oft sogar Ehen, kurz nacheinander oder nebeneinander. [...]
 
Wird ihm sein Verhalten vorgehalten oder vorgeworfen, wird er die Situation schnell umdrehen und jemand Anderen beschuldigen, oft seine derzeitige Partnerin. Er wird Vorwürfe bringen, paranoid und kontrollierend sein, er wird schlecht über sie reden, Schmierkampagnen beginnen, sie bewusst schlecht machen, sie als unstabil und psychisch labil bezeichnen. Manchmal, wenn unter starken Druck gesetzt, wird er sich entschuldigen, versprechen, nie mehr so zu handeln, nur um einige Tage oder Wochen später genau das Gleiche zu tun.
Sollten Sie sich trennen oder scheiden wollen, wird er vor Gericht um jeden Preis um sein Recht kämpfen, er wird Richter herumkriegen durch sein charmantes Auftreten und eine unschuldige, gutartige Fassade. Sogar erfahrene Richter fallen auf dieses Verhalten herein. [...]
 
Diese tägliche, unerklärliche Verwirrung raubt dem Opfer Energie, Selbstwertgefühl, Freunde und Finanzen. Das Opfer erlebt sich wie in einer anderen Realität und hat doch keine Ahnung, was mit ihr passiert. Sie wird härter an der Beziehung arbeiten, mehr leisten, mehr investieren wollen, nur um noch mehr misshandelt, ausgebeutet und erniedrigt zu werden. [...]
 
Frauen waren sogar in Therapie mit ihren narzisstischen Partnern, das Resultat ist oft, dass sie mit der Diagnose Depression oder Sucht daraus hervorgehen, nicht aber als das Opfer von narzisstischem Missbrauch. Das Phänomen emotionaler Misshandlung durch Narzissten kommt häufig vor, ist aber nicht sehr bekannt, weder bei Therapieprofis noch innerhalb des Rechtssystems. [...]"
 
Quelle: paracelsus-recovery.com - "Narzisstischer Missbrauch", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
"[...] Narzisstischer Missbrauch ist eine Form des Emotionalen Missbrauchs und spricht dem Missbrauchten, das Recht auf Gefühle und Bedürfnisse ab. Dabei wird, die emotionale Abhängigkeit ausgenutzt, bewusst verletzt und somit missbraucht.
 
Der Narzisst funktionalisiert und manipuliert andere nach seinen Bedürfnissen.

Es gibt weibliche und männliche „Täter“ und jeder Mensch kann theoretisch in ihre Falle tappen.
Die Taktiken sind vielfältig, dennoch möchte ich ein paar an der Stelle aufzählen.
 
Entwerten
Mobbing
passive Aggression
Lügen
Isolation des Partners
Ausschweigen (Verweigerung von Kommunikation)
leere Versprechen
Grenzen überschreiten
Ablehnung und Entwertung der Gefühle des Partners
Dominanz und Kontrolle
Wortverdrehungen
Torpedieren und Sabotieren
Drohungen und emotionale Erpressung
[...]
 
Eine Frage der Empathie …
Hier entscheidet das Empathievermögen, doch vorsicht bis zu seinem 30. Lebensjahr lernt der Narzisst zu spiegeln, um seine Taktiken möglichst lange unbemerkt anzuwenden. Diese sind ein ganzes Arsenal an psychischen Waffen und oft hinterlassen sie, einen breiten Pfad abgebrannter Erde hinter sich.
Auch lässt sich nach außen nicht einfach erkennen, wer Täter oder Opfer ist. Gerade der Narzisst neigt dazu, sich als Opfer zu sehen. Jedoch wird sich der Narzisst mit der Zeit zu erkennen geben, denn neben allen Taktiken kommt er nicht herum, sich zu entlarven. [...]"

Quelle: schutzgarten.worpress.com - "Was ist narzisstischer Missbrauch?", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
"[...] Also werdet ihr ihm nachlaufen- euch entschuldigen. Obwohl ihr nichts falsch gemacht habt. Der Narzisst wird euch eine Weile hinhalten und euch dann noch eine Chance geben. Merkt ihr wie geisteskrank sich das hier ließt? Aber genau so läuft es meistens ab. Und noch etwas ist hier gerade passiert- der Narzisst hat zur Kenntnis genommen, dass es klappt. Dass er sowas einfach durchziehen kann und damit durchkommt. Also wird er das jetzt öfter machen. Und umso stärker ihr werdet und jedes mal ein bisschen länger aushaltet, umso weiter wird er gehen. Beim nächsten Mal wird er vielleicht schon auf Besichtigungstermine gehen. Nicht weil er sich wirklich trennen will- aber um euch wieder unter Kontrolle zu bringen! Für ihn ist das alles nur ein krankes Spiel. Ein Spiel in dem es um Macht und Kontrolle geht. Das mal danach bleibt er vielleicht einfach mal ein paar Nächte weg. So lange bis ihr einknickt. Das heißt er überschreitet nicht nur lachend eure Grenzen, er weitet sie sogar jedes mal noch ein Stückchen weiter aus. Er spielt mit eurer gesunden Verlustangst und mit der Abhängigkeit, die er in euch erzeugt hat. Und ihr hockt daheim und weint euch die Seele aus dem Leib. Versucht standhaft zu bleiben diesesmal. Aber oft drehen Betroffene zahlreiche Runden mit dem Narzissten in diesem Teufelskreis. Die Hoffnungslosigkeit wird immer größer. Ihr lernt den Mund zu halten. Über eure Probleme nicht mehr zu reden. Lauft auf Eierschalen, damit er bloß keinen Grund hat euch nochmal zu verlassen. Denn ihr habt das Gefühl, auf euch lastet die ganze Verantwortung der Beziehung. Immer mehr bekommt ihr das Gefühl, ihr müsstet dafür sorgen, dass er nicht geht. Denn ihm scheint es alles egal zu sein.
Allein das wird euch immer mehr auslaugen, ihr verliert immer mehr die Verbindung zu euch selbst und euren Bedürfnissen. [...]
 
[...] die Loslösung von einem Narzissten ist vergleichbar mit einem Drogenentzug. [...]"
 
Quelle: hilfefueropfervonnarzissten.com - "Narzissmus - Die ewige on/off Beziehung"; farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.

Inhaltlich war es bei uns etwas different (wir wohnten bspw. nicht zusammen), aber das Schema ist exakt das oben beschriebene - haargenau: so läuft es ab. Und genau darum geht es dem Narzissten - j e d e m und immer um Macht und Kontrolle. Und j e d e r Narzisst wendet dafür eines auf perfideste Weise an: Manipulation.
Wie gesagt: Der Narzisst hat keine Skrupel. Gar keine.
 
 
So verhält es sich, daher ja auch der Konsumismus, der Hedonismus und die Sucht des Narzissten. Er vermag seine innere Leere nicht zu füllen - denn: Er kann ja nicht lieben = geben. Niemanden je . Er nimmt nur: alles, so viel und so lange er kriegen kann. Skrupellos.
Und: Er wird nie satt. Er ist maximal gierig.

Wenn er irgendwann im Lebensverlauf allerdings durchaus sieht, feststellt, dass andere Menschen etwas erleben, erfahren, das er nicht kennt, nicht kann, nicht fühlt, nicht erlebt, nicht versteht, wendet er sich dem Morbiden, Hässlichen zu.
Denn vor gerade dem Tod, seiner eigenen Vergänglichkeit, vor dem Untergang seines Ich bzw. Egos hat der Narzisst eine unerträgliche Angst. Er erträgt es nicht - denn es bedeutet nichts anderes als alles (auf-) zu geben; es ist dies das Gegenteil von Gier und Nehmen, von Völlerei, Sucht, von Schlingen, Sich-Einverleiben und Aussaugen, das er ja aber zeitlebens tut, braucht.

Das Ende seiner Existenz bedeutet nichts anderes für ihn als der Schlusspunkt hinter seiner Leere. Die Leere seiner Existenz wird durch seinen Tod potenziert - und das: in seinem Gefühl, in seinen Gedanken - lange bevor er stirbt.
 
Er hat ja seine Leere sein gesamtes "Leben" hindurch mit sich geschleppt - und sie zu überdecken, zu unterdrücken, zu übertünchen versucht (mittels eben Konsums, Hedonismus, Sucht ... - mittels des Ausbeutens, Aussaugens anderer Menschen, an denen er sich sattzumachen versucht). Aber angesichts des absoluten Endes seines Existierens überkommt ihn das Grauen - denn es führt ihm unerbittlich genau das vor Augen, das er gerade unbedingt nicht sehen will: seine Lebensleere, die Nichtigkeit seiner Existenz, dessen totale Sinnlosigkeit. Denn: Er hat nie je einen (anderen) Menschen geliebt. - Er kann es nicht. Er konnte es nie. Lebenslang nicht ein Mal.

Und obgleich er nicht weiß, was genau ihm solche Angst einflößt, spürt er doch diese Leere, diesen Abgrund, in den er im Grunde jederzeit zu fallen droht. Es ist sein ganz und gar eigener Abgrund, der daher durch nichts zu bewältigen, zu überdecken, dem durch nichts sein Schrecken zu nehmen ist. Durch: nichts. Denn in ihm, dem Narzissten, regiert genau dieses Nichts - die absolute Leere.

Er k a n n emotional nie "satt" werden - er kennt das Gefühl der tiefen Freude, Verbundenheit, Erfüllung nicht.
 
Er kennt nur oberflächliche Bedürfnisbefriedigung, kurzlebigen Spaß, kleine Kicks durch Essen, Völlerei, Maßlosigkeit, Drogen, Sex, Konsum und vor allem durch das Bewundertwerden, den Applaus anderer, den er lebensnotwendig braucht.

Aber nichts vermag seine totale innere Leere, Schwärze zu füllen, zu erhellen. Nichts. - Er kann nicht lieben.
 
Wenn du mit einem Narzissten zu tun hast, musst du dir über eines absolut im Klaren sein: Er meint nicht dich. Es geht (ihm) nie je um dich. Er sieht, erkennt dich gar nicht, er will es gar nicht wissen, es interessiert ihn nicht: wer du als Persönlichkeit bist.
Er will und braucht von dir nur dein Geben, deine Fürsorglichkeit, Aufmerksamkeit, Zuwendung, deine Leidenschaft, deine Freude, deinen Schmerz, deine Lust, deine Intensität, deine Originalität, deinen Geist/Esprit, deinen Humor - ja: deine Lebensenergie, die Essenz deines Seins. Daran berauscht er sich, damit füllt er seine Leere. Stets folglich nur vorübergehend, so lange die Wirkung andauert, dann braucht er neuen Stoff ... - bis zum nächsten Mal, zum nächsten Kick, zum nächsten "Schuss".
 
Er wird dich gnadenlos aussaugen, entleeren, beschädigen, vernichten - wenn und so lange du es zulässt. Er kennt diesbezüglich keine Grenze, keine Skrupel.
Er wird sich alles nehmen und dich dann zerstört zurücklassen: wenn, sobald du für ihn nicht mehr nutzbar, konsumierbar, wenn du nicht mehr ausbeutbar bist.
 
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Hans-Joachim Maaz - Empathie und Narzissmus, Interview im DAI Heidelberg

Anmerkung meinerseits:
 
Es gibt keinen "gesunden Narzissmus". Was es geben kann, ist Selbstliebe, statt Selbstsucht (also Egomanie).

Selbstliebe ist "gesund", Selbstsucht/Egomanie ist Narzissmus.
 
Richtig: Erforderlich ist nicht nur Empathie (die Fähigkeit, sich einfühlen zu können), sondern Mitgefühl - die Fähigkeit, wirklich mitleiden zu können, somit den Schmerz des Anderen "nachfühlen" zu können, was nichts anderes bedeutet als: den e i g e n e n (erinnerten, erlebten, gespeicherten) Schmerz zulassen und aushalten zu können, zu "wollen".
 
Und es ist eine Sensibilität, Feinfühligkeit erforderlich, um mit Kindern angemessen, d.h. bedürfnisorientiert, umgehen zu können.

Hierfür ist wiederum u n a b d i n g b a r, dass Eltern auf solche Weise überhaupt Eltern sein können.
Voraussetzung dafür sind entsprechende gesellschaftliche Grundlagen, Gegebenheiten, Möglichkeiten.
 
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Das hier (siehe Ausführungen aus oben verlinktem Text) ist eine Katastrophe. Die Exekutivorgane, die staatlichen Institutionen wissen nichts von narzisstischem Missbrauch, psychischer Gewalt - oder sie wollen nichts davon wissen, tun so, als hätten sie davon keine Kenntnis oder haben sie tatsächlich nicht minimalst. Und beschäftigen dann aber sogar also noch psychologische Gutachter - die davon ebenfalls nichts wissen wollen ... .

Dies ist ein maximal unerträglicher Zustand, denn es widerfährt den Betroffenen/Geschädigten nicht nur keine Gerechtigkeit, sondern sie werden überdies pathologisiert und diffamiert: von staatlichen Institutionen, der Justiz.

Und es werden dabei nicht "nur" Frauen, Mütter, Opfer von häuslicher und sexueller sowie immer einhergehend psychisch-emotionaler Gewalt durch diese Praxis zusätzlich massiv beschädigt, sondern überdies sogar auch die Kinder.

Das macht fassungslos, wütend - das ist ein unerträglicher, untragbarer, unhaltbarer Zustand. Es bedarf hier dringend der Aufklärung, Information, Bildung, Qualifikation (von Exekutivorganen, den für sie tätigen Personen) - der Intervention. Und das im Grunde umgehend.
 
Denn was mit solcher Vorgehensweise im Grunde bewirkt wird - und offenbar bewirkt werden will/soll - ist, dass Betroffene (mehrheitlich Frauen, da mehrheitlich Männer narzisstisch persönlichkeitsgestört sind) an ihrer eigenen Wahrnehmung und Urteilskraft zweifeln - dass sie massiv verunsichert werden, indem man sie pathologisiert, diffamiert, dass sie letztlich damit außer Gefecht gesetzt, d.h. zum Schweigen gebracht werden sollen. Zu dem Zwecke, dass diese üblen Verhältnisse genau so bestehen bleiben k ö n n e n.
 
Es geht hier letztlich um Machtverhältnisse, um Machtausüben-Wollen, Macht- und Privilegienerhalt, um Unterdrückung, Unterwerfung, Ausbeutung, folglich: Beschädigung.
 
"[...] Sowohl das Jugendamt, als auch der Richter hatten keine Ahnung von narzisstischen Persönlichkeiten und fielen auf die sympathische, souveräne Fassade von Thomas herein. Sie kauften ihm sein Märchen vom Vater, der sich um seine kleine Tochter kümmern wollen würde, wenn die vereinnahmende Mutter es nicht verhindern würde, unbesehen ab.
 
In dem Beschluss war zu lesen: „Den Einwand der Antragsgegnerin, das Kind sei mit einer Übernachtung überfordert, vermag das Gericht nicht nachzuvollziehen. Es dürfte auch für einen Vater kein Problem sein, seinem Kind die nötige Geborgenheit zukommen zu lassen. Auch die behauptete Eingewöhnung in den Kindergarten rechtfertigt es nicht, einen Ferienumgang mit dem Vater auszuschließen. Im Übrigen kann sich das Gericht unter einer „Eingewöhnung“ im Kindergarten wenig vorstellen. Das Gericht kann sich des Eindrucks nicht verwehren, dass hier die Antragsgegnerin nach wie vor der Meinung ist, sie allein könne das Wohl des Kindes beurteilen und entsprechend den Umgang mit dem Vater nach ihrem Willen gestalten.“
 
Damit war der Spieß plötzlich umgedreht. Thomas war das Opfer und ich die Täterin. Niemand bezweifelte seine Glaubwürdigkeit, wenn etwas bezweifelt wurde, dann war es meine Bereitschaft, das Kind dem Vater zu geben.
 
Ich stieß nur auf Unkenntnis
Das mangelnde Wissen über narzisstische Störungen und deren Auswirkungen auf die betroffenen Familien ist mein größter Kritikpunkt in der derzeitigen Praxis des Familienrechts.
Denn solange Narzissmus bei familiengerichtlichen Auseinandersetzungen – aus Unkenntnis?! – nicht berücksichtigt wird, ist es nicht möglich, sich aus einer Beziehung mit einem Narzissten zu befreien.
 
Man hat die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder man bleibt in der Beziehung, was bedingungslose Selbstaufgabe bedeutet, oder man wird von Seiten des Jugendamts und des Gerichts über Jahre hinweg gezwungen, mit jemandem eine Einigung zu suchen, der dazu nicht in der Lage ist, weil er sich gegängelt fühlt, wenn es nicht zu hundert Prozent nach seinen Vorstellungen geht. Dieses Unterfangen ist von vorne herein zum Scheitern verurteilt. [...]"
 
Quelle: umgang-mit-narzissten.de - "Wenn Richter nichts von Narzissmus wissen"; farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.

Ich bin tatsächlich sehr erleichtert darüber, dass ich von/mit "meinem" Täter, meinem Ex-Partner, keine gemeinsamen Kinder habe. Es wäre der reinste Albtraum. Narzissten können nicht lieben - nicht einmal ihre eigenen Kinder. Sie sehen nur sich, haben kein Gefühl für die tatsächlichen Bedürfnisse des anderen Menschen, sie projizieren nur ihre eigenen Gedanken, Gefühle, Wünsche auf andere. Sie können nicht emotional, sozial, herzlich, zugewandt, bedürfnisorientiert g e b e n.
 
Wunderbare Sendung (3sat, scobel) zu insbesondere auch Narzissmus. Einziger Einwand meinerseits: Es gibt keinen positiven, "gesunden" Narzissmus. Narzissmus ist ursprünglich vom in sein Spiegelbild verliebten Narziss abgeleitet, ist also keine Selbstliebe, sondern immer der Versuch, den Mangel an Selbstliebe, Selbstwertgefühl zu kompensieren. Selbstbetrug.
 
Menschen haben mehr oder weniger narzisstische Tendenzen, die durch gesellschaftliche Phänomene, Verhältnisse verstärkt werden können, aber die narzisstische, d.h. anti-, dissoziale Persönlichkeitsstörung ist pathologisch und ja, auch ihr Ursprung liegt immer in der Kindheit - im falschen, nicht bedürfnisorientierten Umgang mit Kindern, die im späteren Leben das fehlende Selbstwertgefühl, die fehlende Selbstliebe zu kompensieren versuchen.
 
Typisch für Narzissten ist im Übrigen auch das ebenfalls kompensatorische Streben nach Macht (Machtstreben ist grundsätzlich/stets kompensatorisch motiviert), außerdem Kontrollbedürfnis, Sucht (Hedonismus, Eskapismus - also selbstschonender Selbstbetrug) und all das, das in der Sendung bereits genannt wurde (ausbeuterisches Verhalten, Überhöhen des eigenen Selbst bzw. Ego, Mangel an Mitgefühl - ist btw gerade nicht gleichbedeutend mit Empathie, kein Schuldbewusstsein, keine Schuldeinsicht, keine Reue, stattdessen victim blaming (Täter-Opfer-Umkehr), massive Manipulation (gaslighting), Lügen, Täuschen, intensive, täuschende Selbstinszenierung ...).
 
Zur Folge hat das u.a. emotionalen, narzisstischen Missbrauch bis hin zu physischer Gewalttätigkeit. Leider wird das in der deutschen Exekutive (ermittelnde Polizei, Staatsanwaltschaften, aber auch von Richtern) noch immer häufig nicht erkannt oder nicht ernstgenommen - mit fatalen Folgen für die Opfer (bis hin zu Tötungsdelikten, die dann als "Beziehungstaten" bezeichnet werden) und durch die Exekutive getätigte, sekundäre Viktimisierung sowie getätigten Täterschutz, Entkriminalisierung der Täter - insbesondere, wenn es um sexuelle und "häusliche" Gewalt geht (siehe Vergewaltigungsmythen).

Siehe außerdem die Maskulistenbewegung, pick up artists, die sogen. "Väterrechtsbewegung" (in der es weniger bis gar nicht um das Kindeswohl als um Macht geht - es gibt hierzu eine anschauliche arte-Dokumentation "In nomine patris - Im Namen der Väter").
 
All das sind Folgen des Denkens, Fühlens und daraus resultierenden Verhaltens von narzisstisch persönlichkeitsgestörten Menschen. Ja, es ist längst erforderlich, hierfür ein öffentliches Bewusstsein zu schaffen.
 
Ein großes Problem stellt die schwierige Therapie von Narzissten dar - sie gelten allgemeinhin als "therapieresistent", da sie auch ihre Therapeuten zu manipulieren versuchen (wie auch Polizisten, Richter und ohnehin "nahestehende" Menschen).
 
Abhilfe schüfe der tatsächlich bedürfnisorientierte Umgang mit Kindern, mit auch Erwachsenen - damit es nicht erst zu kompensatorischen Bedürfnissen (wie bspw. auch Konsum, Substanzsucht, Selbstoptimierung, um Anerkennung für "Leistung" bzw. "Erfolg" zu erhalten usw.) kommt.
Möglich ist das Eltern jedoch nur, wenn entsprechende gesellschaftliche, politische Verhältnisse es ihnen ermöglichen, nicht schädigend und selbst unbeschädigt (!) Eltern sein zu können - was letztlich ein anderes Arbeiten, Wohnen, Wirtschaften voraussetzt - eigenes, umfassendes Thema.
 
Zu dieser Achtsamkeitsnummer der SAP bitte die gesamte Sendung (3sat scobel) ansehen - es wird dort selbstverständlich als Instrument genutzt, um nicht zu sagen missbraucht - für Profitsteigerung, um die Angestellten also noch besser, leichter ausbeuten zu können - und sie das "freiwillig" mitvollziehen zu lassen.

Achtsamkeit ist mehr als "nur" gelegentliche Meditationsübungen.
 
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J
Guten Tag<br /> Bitte nicht verwechseln: <br /> Die narzisstische Persönlichkeitsstörung. Ist im DSM/ICD mit den Kriterien, die Sie kennen. Diese Leute sind oft sehr sensible, verletzte Menschen. Das was sie tun, tun sie nicht weil sie Ihnen schaden wollen, sondern weil es ihnen nicht gut geht. "Urschrei nach Anerkennung". Diese Menschen sind therapierbar.<br /> Der Narzisstisch Perverse (Hirigoyen, 1998), ist weder im DSM noch im ICD. Viele Kriterien stimmen mit dem NPS überein. Viele dieser Kriterien bleiben aber verborgen, da er auch ein geborener Schauspieler ist und Empathie und Bescheidenheit simulieren kann. Er ist ein skrupelloser Strateg, hat meistens 5 Längen Vorsprung, agiert in den Kulissen, etc...<br /> Warum er nicht im DSM/ICD ist? Weil er nie in Therapie geht, oder höchstens wenn es um ein Gutachten fürs Gericht geht. Aber meistens kennt er die Gesetze sehr gut und solange er deren Grenzen nicht überschreitet, passiert ihm ja nichts.<br /> Wie wurde er entdeckt? P.-C. Racamier hat solche ein Leben lang in seinen Institute beobachtet (*****Les perversions narcissiques, 1986), dann M.-F. Hirigoyen****/* und Dr. Valérie Le Goff-Cubilier*****, CH, 2013, existiert als EBuch leider fr.) Beide Familientherapeutinnen. Racamier schrieb:...Die Normalität ist seine beste Tarnung. Der Narzisstisch Perverse ist NICHT therapierbar. Er hinterlässt Leichen.<br /> Uebrigens disqualifizieren und erniedrigen muss nicht unbedingt verbal sein, etc...<br /> Da man die NPS mit den NP’s verwechselt, frage ich mich, wie viele Kriterien dem NPS zugewiesen wurden, die eigentlich den NP betreffen, weil man nicht wusste wohin damit?<br /> Das geringe Selbstwertgefühl trifft eher auf die NPS zu.
S
Hallo Jacqueline,<br /> <br /> danke für deine Nachricht und Hinweise. Es sind im blog allerdings so zahlreiche seriöse Infos, Quellen zur antisoziale PKST verlinkt, dass ich meine, das sei durchaus so umfassend wie differenziert in diesen Informationen dargelegt. Ich denke nicht, dass man die Unterscheidung vornehmen kann, die du nennst. Siehe ausführlich im blog - sowohl die zahlreichen seriösen Links als auch meine Stellungnahmen. Ja, auch ich habe mich mit der antisozialen PKST, der der pathologische, maligne Narzissmus zugehörig ist und oft mit Komorbiditäten einhergeht (sehr häufig auch Sucht, Substanzabhängigkeit und andere Komorbiditäten mehr), intensiv auseinandergesetzt - gerade auch aufgrund persönlicher Erfahrung mit mindestens und jedenfalls einem Menschen, der unzweifelhaft path. Narzisst, also antisozial persönlichkeitsgestört ist. <br /> Solche Menschen sind nicht nur durch ein geringes Selbstwertgefühl, oft Sucht, Mangel an Mitgefühl, intensivem Täuschen, Manipulieren, Lügen, kompensatorischem Streben nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung, Ausbeutung und durch Egomanie/Selbstsucht gekennzeichnet, sondern durch eben noch anderes mehr - siehe im blog, in den verlinkten Quellen ..., ausführlich aufgeführt. <br /> Ja, diese Menschen sind zumeist selbst Opfer, also in der (frühen) Kindheit beschädigt worden, weshalb sie kein Urvertrauen, damit auch kein Selbstvertrauen und kein gesundes Selbstwertgefühl ausbilden konnten, infolgedessen haben sie Minderertigkeitskomplexe, was für sie mit großer Scham belastet ist, weshalb sie eben das bekannte, genannte Kompensationsverhalten an den Tag legen. <br /> <br /> Davon abgesehen gibt es natürlich auch Menschen, die sensibel und verletzt sind, die ausgeprägte Selbstzweifel haben, unsicher sind ..., aber keine path. Narzissten, also nicht antisozial persönlichkeitsgestört sind. Den pathologischen Narzissten kennzeichnet ja aber gerade eben dieses antisoziale Verhalten. <br /> <br /> Viele Grüße<br /> Sabeth
F
Und wieder ein blog einer verletzen Frau (was sehr traurig macht), die eine Störung extrem über einen Kamm schert und völlig außer Acht lässt, dass es auch bei narzissmus viele Nuancen gibt und Thema ein sehr weibliches geworden ist. 75% betroffene Männer aber häufig in Verbindung mit borderline? Von borderline sind 80% Frauen betroffen. Kann das zusammen passen?<br /> <br /> Und diese unheilbarkeitsthese: was für eine unendlich traurige Hexenjagd.<br /> <br /> Die betroffenen brauchen genauso viel Liebe wie alle anderen! Sogar noch mehr.<br /> <br /> Bitte macht keine halbgaren blogs, wenn ihr keine psychotherapeuten seid, Leute. Das ist reines Frust rauslassen. Von Frauen gegen Männer. Und tut den betroffenen einfach unrecht.
S
Ihre Interpretation der Faktenlage legt nahe, dass es sich bei Ihnen selbst vermutlich um eine antisozial persönlichkeitsgestörte Person handelt. <br /> <br /> Zu den Fakten:<br /> Nein, es ist an keiner Stelle in meinem blog, den im blog-Eintrag (zu pathologischem, malignen Narzissmus) enthaltenen/verlinkten seriösen Quellen die Rede davon, dass die mehrheitlich betroffenen Männer "häufig" auch eine Borderlinestörung haben. Das ist Ihre Interpretation, Behauptung, die der Faktengrundlage entbehrt. <br /> Es treten mehrere PKST häufig zusammen auf, nicht aber zwangsläufig mehrheitlich eine antisoziale, narzisstische zusammen mit einer Borderlinestörung.<br /> <br /> Weiterhin ist in meinem blog-Eintrag zu Narzissmus explizit, unmissverständlich (da wiederholt genannt) der pathologische Narzissmus, die antisoziale PKST zugrundegelegt. <br /> <br /> Schließlich ist im blog-Eintrag auch nicht die Rede davon, dass pathologische Narzissten "weniger Liebe bedürften" oder Ähnlichem, es geht viel mehr darum, wodurch pathologischer Narzissmus gekennzeichnet ist, wie, worin er sich ausdrückt, wie er entsteht und was etwaige Möglichkeiten der Überwindung, Bewältigung, Therapie desselben anbetrifft, ob es diese gibt, welche dies sein könn(t)en.<br /> <br /> Von "Frauen gegen Männer" ist im blog-Eintrag ebenfalls nicht die Rede, das geht abermals auf Ihr subjektives Empfinden zurück - aus Gründen. ;) <br /> <br /> Sie sollten weniger unterstellen und projizieren als sorgfältig lesen, das Gelesene kognitiv erfassen und hierzu substanzhaltig argumentieren. Dann ist Diskussion, Austausch zum Thema möglich.<br /> <br />
S
Super Beitrag. Die meisten Menschen lernen, zu funktionieren. Wie Maschinen zu funktionieren und die best möglichen Leistungen für andere zu vollbringen, weil es sonst angeblich keine Anerkennung, schlechte Noten oder gar Gewalt gebe. Selbst von ihren Eltern lernen sie das, weil diese es selbst so gelernt haben. Das ist auch einer der Erklärungsansätze, wie eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung entstehen kann. Dadurch, dass frühkindliche Erfahrungen nicht verarbeitet werden konnten. Ein weiterer Grund von Narzissmus kann auch darin bestehen, dass die Betroffenen zu stark von ihren Eltern und ihrem Umfeld verwöhnt und auf ein hohes Podest gestellt haben. Diese Ursache ist jedoch seltener.<br /> <br /> aus diesem Grund kann man Narzissten auch verstehen, wenn man sich anschaut, in welchem Entwicklungsstadium uns unsere Gesellschaft noch befindet.