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Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie

Über die subtilen Formen von Gewalt gegen Frauen - auch und gerade in Beziehungen, über häusliche psychische und/oder physische Gewalt

Zu den "subtilen" Formen von (nicht nur, aber auch: sexueller, "sexualisierter") Gewalt gegen Frauen - hier eine unentbehrliche Orientierung - wenn du mehrere Punkte mit "Ja" beantwortest, solltest du dir Unterstützung holen (Frauenberatungsstelle, ggf. Anwalt, Polizei) und ggf. auch rechtliche Schritte in Betracht ziehen, denn mit dem "Gehen", dem "Fliehen" alleine: ist es nicht getan - bist du als Geschädigte nicht "rehabilitiert" (vor allem psychisch nicht) und der Schädigende muss die Konsequenzen seines Handelns, seines moralisch und rechtlich unangemessenen, illegitimen Verhaltens erkennen: lernen. Nur dann kann sich etwas verändern. - Grundsätzlich natürlich am Frauenbild und (subtil) gewaltvollen, häufig sehr manipulativen Verhalten zahlreicher, u.a. auch offensichtlicher misogyner Männer.
 
"[...] Anzeichen und Auswirkungen von Gewalt in Beziehungen zu...

… Anderen:
  • Sie fühlen sich nicht wohl, wenn Sie mit Freund_innen zusammen sind.
  • Sie werden unfähig, soziale Kontakte zu pflegen.
  • Sie fühlen sich isoliert.
  • Sie erzählen Ihren Freund_innen nicht die ganze Wahrheit und / oder Lügen über Ihre Beziehung.

… Ihnen / sich selbst:
  • Sie beginnen, Sachen zu tun, die Ihren moralischen und ethischen Wert-Vorstellungen widersprechen.
  • Sie versuchen, Ihre Partnerin_Ihren Partner nicht zu verärgern. Deswegen überwachen Sie zum Beispiel Ihr eigenes Verhalten. Sie bemühen sich auch, Ihre Sprache zu kontrollieren.
  • Sie machen etwas nur noch, wenn Ihre Partnerin_Ihr Partner auch 'ja' dazu sagt.
  • Sie sind verwirrt über Ihre eigenen Gefühle.
  • Sie fühlen sich leer und gefühls-los.
  • Sie können sich nicht mehr konzentrieren.
  • Sie beginnen, sich selbst zu hinterfragen und alles anzuzweifeln, zum Beispiel: die Wahl Ihrer Freund_innen; Ihre intellektuellen Fähigkeiten; Ihre Identität; Ihre Ansichten, Einschätzungen und Ihr Urteils-Vermögen; Ihre Zurechnungs-Fähigkeit und Ihren Verstand.
  • Sie gehen in die Rolle der Mutter, Helfer_in oder Therapeut_in, wenn Sie mit Ihrer Partnerin_Ihrem Partner zusammen sind.
  • Sie beginnen, sich verantwortlich zu fühlen für das gewalttätige / missbräuchliche Verhalten Ihrer Partnerin_Ihres Partners. Manchmal glauben Sie, dass Sie es verdienen, so behandelt zu werden. Und dass es deswegen okay ist.
  • Sie beginnen, Ihre Eigenständigkeit zu verlieren. Sie werden völlig abhängig von Ihrer Partnerin_Ihrem Partner.
  • Sie beginnen, nur noch daran zu denken, alles perfekt und alle Dinge nach den Wünschen Ihrer Partnerin_Ihres Partners zu machen.
  • Sie fühlen sich schuldig und haben ein schlechtes Gewissen.
  • Sie hören auf, Dinge zu tun, die Ihnen vorher wichtig waren.
  • Sie beginnen, sich selbst dafür zu schämen, dass Sie jemanden lieben, die_der Sie so schlecht behandelt.
  • Ihre Selbst-Achtung und Ihr Vertrauen nehmen ab.
  • Sie werden unfähig, Entscheidungen zu treffen.
  • Sie fühlen sich antriebs-los und depressiv. Vielleicht denken Sie auch manchmal an Suizid.
  • Sie beginnen, sich selbst zu verletzen und vermehrt Alkohol oder vielleicht sogar Drogen zu nehmen.
  • Es ist schwer für Sie zu sagen, wer in Ihrer Beziehung wen braucht / missbraucht. Auch fällt es Ihnen manchmal schwer, eine Situation klar zu beurteilen – besonders dann, wenn Ihre Partnerin_Ihr Partner sich selbst als Opfer darstellt, obwohl sie_er Ihnen Gewalt angetan hat.

… Ihrer Partnerin_Ihrem Partner:
  • Es ist schwer für Sie zu sagen, wer in Ihrer Beziehung wen braucht / missbraucht. Auch fällt es Ihnen manchmal schwer, eine Situation klar zu beurteilen – besonders dann, wenn Ihre Partnerin_Ihr Partner sich selbst als Opfer darstellt, obwohl sie_er Ihnen Gewalt angetan hat.
  • Sie beginnen, sich selbst dafür zu schämen, dass Sie jemanden lieben, die_der Sie so schlecht behandelt.
  • Sie beginnen, nur noch daran zu denken, alles perfekt und alle Dinge nach den Wünschen Ihrer Partnerin_Ihres Partners zu machen.
  • Sie haben Angst vor Ihrer Partnerin_Ihrem Partner.
  • Sie sind misstrauisch gegenüber Ihrer Partnerin_Ihrem Partner. Sie beobachten sie_ihn ganz genau, um ihre_seine Stimmung besser einschätzen zu können. Sie hoffen, so einem Streit aus dem Weg zu gehen.
  • Sie gehen in die Rolle der Mutter, Helfer_in oder Therapeut_in, wenn Sie mit Ihrer Partnerin_Ihrem Partner zusammen sind.

Körperliche Anzeichen und Auswirkungen:
  • Sie bekommen Schlaf-Störungen: Sie können schlecht einschlafen oder durchschlafen.
  • Sie verlieren extrem an Gewicht oder nehmen extrem an Gewicht zu.
  • Sie sind überdurchschnittlich oft krank.
  • Sie versuchen, Ihre körperlichen Verletzungen zu verstecken. Wenn Sie jemand darauf anspricht,  verleugnen Sie die Verletzungen und/oder denken sich Geschichten dazu aus.
  • Ihre Haut ist irritiert. Sie ist vielleicht rötlich oder trocken. Sie bekommen Ekzeme.
  • Sie sind sehr oft und viel müde. Dies ist schon fast ein Dauer-Zustand.
  • Sie leiden häufig unter Kopf-Schmerzen oder Migräne.
Sie merken Anzeichen von Erkrankungen. Vielleicht bekommen Sie auch wieder Krankheiten, die Sie schon lange nicht mehr hatten. [...]"
 
Quelle: LesMigraS, siehe oben stehenden Link
 
"[...] Wir bezeichnen diese Gewalthandlungen insgesamt als „Sexualisierte Gewalt“, weil dieser Begriff deutlich macht, dass dabei
  • nicht-sexuelle Bedürfnisse (z. B. Wünsche nach Macht, Überlegenheit, Stärke) durch sexuelle Handlungen (z. B. Geschlechtsverkehr) durchgesetzt werden,
  • aber auch sexuelle Bedürfnisse (Wünsche nach sexueller Nähe oder nach Lustempfindungen) durch nicht-sexuelle Handlungen (z. B. durch Schläge, Demütigungen, Beschämung eines Anderen) gewaltsam befriedigt werden.
Diese Handlungen sind Gewalt und für diejenigen, die ihnen ausgeliefert sind, keine erwünschte Form der Sexualität.
 
Sexuelle Gewalthandlungen
  • überschreiten gewaltsam die intimsten Grenzen eines Anderen und demütigen, entwerten, entwürdigen und verletzen die betroffene Person.
  • missachten gewaltsam die Schamgrenzen und zielen auf die Verletzung der sexuellen Identität, der sexuellen und ideellen Werte dieses Menschen.
  • sind also weder Ausdruck der Lust noch des Begehrens der Person, die diesen sexuellen Handlungen ausgesetzt oder sogar unterworfen wird.
Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Missbrauch sind Verbrechen und werden nach dem Strafgesetzbuch bestraft. Mehr unter Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Missbrauch – rechtliche Aspekte
 
Sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist ein gesellschaftliches Problem.
 
Das belegt zum einen das erschreckende Ausmaß dieser Gewalt, die sich zum weitaus größten Teil gegen Frauen und Mädchen richtet. Jede Frau und jedes Mädchen kann Opfer sexueller Gewalthandlungen werden, die – insbesondere bei den schwersten Taten – fast ausschließlich von Männern ausgeübt werden. [...]"
 
Quelle: frauennotruf-hamburg.de, siehe oben stehenden Link
 
"[...] Dieselbe Studie zeigte, dass Gewalt gegen Frauen im überwiegenden Anteil im häuslichen Bereich verübt wird. Beziehungspartner waren mit großem Abstand die am häufigsten genannte Tätergruppe bei physischer und sexualisierter Gewalt. Die Schwere der Gewalt war durchgängig höher, wenn es sich um sexualisierte oder körperliche Gewalt durch den Beziehungspartner anstatt durch einen anderen Täter handelte. Jeweils die Hälfte der Frauen, die seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche oder sexualisierte Gewalt erlebt haben, haben diese durch den (Ex-) Partner erlebt.
Eine neuere Auswertung der oben genannten Studie hat gezeigt, dass die Mehrheit der von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen über mittlere oder hohe Bildung verfügt. Das höchste Ausmaß häuslicher Gewalt wurde bei denjenigen Paaren festgestellt, bei denen die Frau über ein höheres Einkommen verfügt als ihr Partner. [...]"
 
Quelle: bff, frauen-gegen-gewalt.de, siehe oben stehenden Link
 
 
Es gibt verschiedene Formen und Ausprägungen von Gewalt - physischer wie psychischer.
 
Ein häufiger Grund, weshalb die (zumeist) Frauen nicht gehen, besteht darin, dass sie lange Zeit die "Schuld", die Ursachen, die Gründe (für die Gewalttätigkeit des Partners) bei sich selbst suchen bzw. zu finden meinen, sie auf sich nehmen.
 
Ein anderer Grund kann (ökonomische/finanzielle) Abhängigkeit sein.
 
Vor allem ein geringes Selbstwertgefühl (auch das: hat Hintergründe, Ursachen - auch: in der Kindheit liegende).
 
Schließlich ist ein Grund auch, dass der Partner auch "nette Seiten" an sich hat, dass man manche gemeinsame Erinnerung teilt, dass man Lebenszeit miteinander verbracht hat, dass man "etwas" an/in ihm dennoch liebt bzw. daran hängt.
 
Der Partner, d.h. sein inakzeptables Verhalten wird häufig relativiert, entschuldigt, ggf. sogar (eine Zeit lang) verteidigt, erklärt und er wird idealisiert.
 
Warum? Weil es für die Frau eine unbeschreibliche ENTWERTUNG bedeutet, dass sie all solche Behandlung ... (häufig lange Zeit) über sich ergehen ließ.
 
Zu Anfang will sie es nicht wahrhaben, später kann sie die Tatsache nicht ertragen, dass alles auf Lüge beruht, dass sie absolut nicht im Mindesten geliebt, dass sie nicht einmal respektiert, wertgeschätzt, sondern massiv verletzt, versehrt wird - und: so lange Zeit wurde.
 
Das erschüttert das Selbstbild, das bedeutet: Demütigung, Erniedrigung.
 
Und genau darum geht es dem gewalttätigen Partner - er möchte sich "groß, stark, mächtig, überlegen" fühlen (können), er möchte die Partnerin überwältigen, unterwerfen, erniedrigen, also verletzt er sie (massiv - auf verschiedene Weise), ENTWERTET sie. - Das in all seiner Deutlichkeit und Härte zu erkennen, hinzunehmen und sich - erst in Folge! - davon befreien, loslösen zu können: ist ein langer, sehr schmerzhafter Prozess. Denn man hat in jeder Beziehung immer auch einen Teil von sich selbst (seiner Lebenszeit, seiner Persönlichkeit - seine Gefühle, sein Vertrauen, seine Bedürfnisse, Wünsche, seine Verletzlichkeit ...) gelassen, "investiert", gegeben. Und es schmerzt, zu erkennen, dass all das mit Füßen getreten wurde, dass all das auf Lüge, Illusion, (Selbst-) Betrug aufgebaut war - dass es letztlich "umsonst", vergeudet, vergebens war.
Dass man sich "verscherbelt" hat - dass man es mit sich machen ließ.
 
Der wichtigste Schritt ist also stets, den eigenen Wert zu erkennen und die Manipulationen des Partners als eben solche zu durchschauen und sein Verhalten als das zu bewerten, das es ist: vollständig inakzeptabel, falsch, unzumutbar. - Letztlich: "krank". Ja.
 
Aber es ist nicht die Partnerin, die ihn "heilen", "retten", "auffangen" kann oder wird. - Sie: kann es tatsächlich niemals sein, denn sie ist/war das Instrument, das Werkzeug, das half, die Krankheit, die psychische Störung des gewalttätigen Partners aufrechtzuerhalten - von ihr wird er daher keine Kritik annehmen (können), von ihr kann kein "Heilungsimpuls" ausgehen.
 
Sie: kann nur noch sich selbst schützen, vor weiterer Beschädigung bewahren und muss daher tatsächlich vor allem: selbst gehen.
 
-
 
"Ein emotionaler Missbrauch ist eine sehr häufige aber dennoch durchaus weniger bekannte Form eines Missbrauchs. Andere Bezeichnungen sind psychische Gewalt oder emotionale Misshandlung. Sofern der emotionale Missbrauch bei Kindern oder Jugendlichen vorkommt liegt eine besondere Form der (strafbaren) Kindesmisshandlung vor. Im Unterschied zu den bekannteren Missbrauchsformen, dem sexuellen oder dem körperlich Missbrauch, findet ein emotionaler Missbrauch „nur“ auf der rein persönlichen, zwischenmenschlichen Gefühlsebene statt. Aus diesem Grund ist der emotionale Missbrauch wesentlich schwerer zu erfassen und zu finden.
 
Bei einem emotionalen Missbrauch benutzt der Täter sein Opfer gegen dessen Willen über eine psychische Ebene. Mögliche Formen des emotionalen Missbrauchs sind zum Beispiel:

– Einschüchterung durch Aggression
– Mobbing
– Entzug von Aufmerksamkeit und/oder Liebe
– psychische Manipulation
– Verhöre mit Androhung von empfindlichen Konsequenzen („…ansonsten verlasse ich Dich…“)
– Benutzung des anderen als „Ablassventil“
– Strafandrohungen
– bewußtes Belügen
– Verweigerung der Kommunikation
– emotionale Erpressung
 
Der emotionale Missbrauch ist sehr weit verbreitet. Er ist häufig zu finden im Verhältnis von Eltern zu Kindern, am Arbeitsplatz, in Beziehungen, innerhalb der Familie oder auch im Freundeskreis. Einige Täter entwickeln dabei ihre Verhaltensweisen derart intelligent weiter, daß sie am Ende ganz genau wissen, wie sie ihr Umfeld manipulieren können bzw. die missbrauchende Art zum festen Charakterbestandteil geworden ist. Eines des bekanntesten Beispiele ist ein Täter, der immer wenn er seinem Willen durchsetzen will und auf Widerstand stößt einfach anfängt zu brüllen bis das Gegenüber (das Opfer) nachgibt. Auf der anderen Seite rutschen Opfer dabei oftmals in passive Rollen und verlieren die Fähigkeit sich gegen den Täter zu wehren.  So entstehen mitunter sehr schwierige Täter-Opfer-Beziehungen.
 
Emotionaler Missbrauch ist im Übrigen in sehr schweren Formen strafbar. Er kann unter bestimmten Umständen den Tatbestand der Nötigung erfüllen oder bei Kindern und Jugendlicher eine Misshandlung von Schutzbefohlenen darstellen.  Unter bestimmten Umständen stehen Opfern sogar Schadensersatzforderungen und/oder Schmerzensgeld zu.
 
Ein emotionaler Missbrauch kann für ein Opfer schwerwiegende Folgen haben, die deutlich größer sein können, als zum Beispiel bei einer rein körperlichen Misshandlung. Bei Kindern und Jugendlichen kann dieser zu schweren Entwicklungsstörungen führen. Auch ein psychisches Trauma kann die Folge eines emotionalen Missbrauchs sein. [...]"
 
Quelle: psychotherapie-golling.de - "Emotionaler Missbrauch"
 
"[...] Am wenigsten umstritten dürfte noch die zugrunde liegende psychiatrische Expertise sein, wonach es, wie Le Monde zitiert, "keine körperliche Gewalt gebe, wenn es nicht zuvor schon psychische Gewalt gegeben hat".
Doch die daran anschließenden Fragen, wie man psychische Gewalt vor Gericht beweisen wolle, wie sich psychische Gewalt genau definiert, wie sie sich von Beleidigungen, Demütigungen, verletzenden Verhaltensweisen etc. unterscheidet, die bei Streitigkeiten in der Ehe oder in Partnerschaften geschehen, markiert nur eine der erheblichen Schwierigkeiten der gesetzlichen Verankerung der psychischen Gewalt in intimen Beziehungen (was würden Strinberg, Faßbinder und Bergmann zu einem solchen Gesetz sagen?). Hilfe sucht man hier in der Arbeitswelt, an dort bereits eingeführten Regelungen zum "Mobbing", im Französischen "harcèlement moral". Dessen Definition soll auch für die häusliche psychische Gewalt die zentralen Kategorien liefern:
 
"Machenschaften oder wiederholte Worte, die zum Ziel haben, die Lebensbedingungen des Opfers herabzusetzen und dessen Rechte wie dessen Würde schädigen oder eine Zerrüttung der psychischen und mentalen Gesundheit herbeiführen."
 
Kritiker wenden ein, dass sich die Formulierung nicht bewährt habe, sie sei viel zu undeutlich, weswegen es kein Wunder sei, dass es in der Gerichtspraxis nur kaum zu Verurteilungen kam, wie ein Staatsanwalt ausführt. Auch die Sprecherin eines nationalen Frauenzentrums äußert Vorbehalte, wonach sich das neue Delikt als "zweischneidiges Schwert" herausstellen könnte, wenn gewalttätige Männer ihre Handlungen damit rechtfertigen, dass sie Opfer psychischer Gewalt waren."
 
Quelle: heise.de / Telepolis - "Bis zu 3 Jahren Freiheitsentzug für `psychische Gewalt in Paarbeziehungen´"; farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
Schützen Sie sich vor Gehirnwäsche, indem Sie ihre Mechanismen erkennen!
 
Zu den wichtigsten gehören:
  1. Isolation, im Privatleben das Fernhalten vom Rest der Familie und Freunden.
  2. Schlechtmachen, Demütigen und Beleidigen, bis man sich wertlos fühlt. Der Peiniger baut sich nach und nach zum einzigen Vertrauten auf, allen anderen ist zu misstrauen.
  3. Undurchschaubare, willkürliche Belohnungs- oder Bestrafungsaktionen, die so unsicher machen, dass man den eigenen Wertmaßstäben nicht mehr traut.
  4. Gewalt oder Gewaltandrohung, die passiv und fügsam macht.
Wer so behandelt wird, erleidet einen allmählichen und tiefgreifenden Persönlichkeits- und Identitätsverlust. Das alles geht schrittweise vor sich. Es ist leicht, in so eine Beziehung hineinzugeraten – und umso schwerer, sich daraus zu lösen.
Deshalb möchte ich allen Betroffenen sagen: Es ist nicht Ihre Schuld, wenn Ihnen so etwas passiert! Und lassen Sie sich helfen, wenn Sie in so einer Beziehung stecken!“
Rosalind B. Penfold, Kanada

Edith Beleites, Übersetzerin des Buches „Und das soll Liebe sein?“ und der „Warnsignale“:
„Wenn Rosalind Penfold auf die Professionalität hinweist, mit der Gehirnwäsche bei Staats- und Systemgegnern betrieben wird, um sie zu beherrschen, heißt das nicht, nur Profis seien dazu in der Lage. Ein manipulativer Partner, der vielleicht nicht einmal bewusst vorgeht, tut das Gleiche. Denn die 4 genannten Punkte sind typisch für die meisten zerstörerischen Beziehungen.
Was immer die Motive des Partners sein mögen: Er kann keine anhaltende Befriedigung erreichen, sondern holt sich von Mal zu Mal, was er braucht, durch immer neue Schikanen, Übergriffe, Kontrolle und Gewalt. Stillhalten und Hoffen auf Besserung erhält die zerstörerische Beziehung, und erst dadurch wird sie, was man verhindern will: immer schlimmer. Bis man kaputt geht und nicht einmal mehr die eigenen Kinder schützen kann." [...]"
 
Quelle: frauenberatungsstellen-nrw.de - "Gehirnwäsche"
 

Wer sind die Täter?

netzwerkB

Noch mal zur Information/Aufklärung das Folgende:
 
"Ich fühlte mich von Anfang an nicht wohl, aber ich dachte, ich müsse das akzeptieren", sagt sie heute. Nach außen wirkte ihr Mann ganz normal, liebenswürdig, er führte "ein absolut durchschnittliches Leben". Aber er wurde grob, wenn es um Sex ging. "Es war sein Muster, Sexualität zu leben. Als würde man einen ganz üblen Pornofilm nachspielen, mitsamt aller Gewalttätigkeit und Demütigung, gegen meinen Willen", sagt Liebig.
 
Quelle: SZ - "Die 7 wichtigsten Fakten zu sexueller Gewalt", Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
"[...] Die geringe Anzeigenbereitschaft hat Gründe: Viele Opfer schämen sich, geben sich eine Mitschuld oder haben Angst vor dem, was eine Anzeige und ein eventuell darauf folgender Prozess bedeuten.
 
Hinzu kommt, dass die meisten sexuellen Straftaten in Partnerschaften geschehen oder zwischen Menschen, die sich bereits kennen. Die PKS nennt das „informelle soziale Beziehungen“. Auch im Fall Gina-Lisa waren die potenziellen Täter keine Fremden. Der Täter ist eben nicht der Unbekannte, der plötzlich hinter einem Busch hervorspringt und Frauen durch Waffengewalt zum Geschlechtsverkehr zwingt. Nein, oft ist der Täter der (Ex-) Partner, der Freund, der Kollege, der Bekannte. Eine Anzeige kann für Vergewaltigungsopfer konkrete soziale Konsequenzen haben: Es bestehen Abhängigkeiten, vielleicht glaubt man ihnen in der Familie, im Freundeskreis nicht. Scheitert die Anzeige, steht man als Lügnerin da. [...]
 
Eine Vergewaltigung nachzuweisen ist nicht einfach. Meistens gibt es für die Tat keine Zeug*innen, es steht Aussage gegen Aussage. Und selbst wenn es Beweismaterial gibt, reicht das nicht unbedingt aus. Unter dem bisherigen Sexualstrafrecht galten viele Taten nicht als strafbar, weil sie „nur“ gegen den Willen der Frau waren und nicht den Strafbestand der sexuellen Nötigung erfüllten.
 
Mittlerweile wurde der entsprechende Paragraf 177 des Strafgesetzbuches (Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung) geändert. Der Bundestag hat das neue Sexualstrafrecht im Juli verabschiedet, nach der Sommerpause muss es noch vom Bundesrat beschlossen werden. Tritt das Gesetz in Kraft, gilt künftig: „Nein heißt nein“. Strafbar macht sich nun jeder, der sich über den „erkennbaren Willen des Opfers“ hinwegsetzt – und nicht nur derjenige, der Sex mit Gewalt oder Drohung erzwingt. [...]
 
Ein Gesetz allein reicht Anita Eckhardt zufolge sowieso nicht: Auch im Polizei- und Gerichtswesen gebe es immer noch Stereotype über Männer und Frauen, Täter und Opfer, die den Umgang mit Vergewaltigungsopfern beeinflussen würden. Vorstellungen davon, wie ein „richtiges“ Opfer auszusehen habe, hielten sich hartnäckig. Wie der kanadische Richter Marvin Zucker in einem Urteil schrieb, sei ein „ideales Vergewaltigungsopfer ein totes“. [...]"
 
Quelle: ze.tt - "Darum zeigen so wenige Frauen eine Vergewaltigung an"
 

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