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Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie

Über Amokläufe und Terrorakte, über deren gemeinsame, gleiche Wurzeln, Hintergründe, Ursachen

Eine (oberflächliche) Unterscheidungsdefinition von "Terror" und "Amok".

 
Was fällt uns auf:
 
Das Alter der Täter: Sie sind zumeist zwischen ca. 16 und ca. 30 Jahre alt.
 
Das Geschlecht der Täter: Sie sind (beinahe) ausnahmslos männlich.
 
Was sagt uns beides zusammen? Und was hat gerade die offensichtliche Aggression mit Perspektivlosigkeit ... der (überwiegend also sehr jungen, männlichen) Täter zu tun?
 
Was hat all das mit nationaler, lokaler und globaler Politik zu tun? Und was insbesondere mit (nicht nur religiöser) Indoktrination auf Basis von Ideologien und stets patriarchalischer Erziehung?
 
Aber klar: Ich würd´ auch einfach so tun, als ob es alles nur und einzig am "bösen Islam" liegt. Ich würd´ auch weiterhin der Bequemlichkeit und Selbstgerechtigkeit sowie Ignoranz halber so tun, als hätte all das nichts mit Hierarchien, Dominanz, Machtstrukturen, Gewalt, Unterdrückung zu tun: die alle bei den Kindern bereits angelegt werden. Immer. Ganz gleich, ob es sich dann später bei diesen Opfern um "Terroristen" oder "Amokläufer" oder anderweitig gewalttätig Werdende handelt. - Ja: Ich würd´ mir auch weiterhin schlicht die einfachste, für mich selbst bequemste "Antwort"/"Ursache" `raussuchen und darauf bis ins Grab beharren. Denn: mit Komplexität ist man allzuleicht überfordert. Und man will ja schließlich noch sein Leben und seinen Urlaub geniessen können! Drauf gekackt, wo überall AUS WELCHEN GRÜNDEN die Welt brennt, DIE MENSCHEN LEIDEN. - Was hat das bitteschön mit mir zu tun?!?
 
Also: Mauern hochzieh´n, fleißig AfD oder NPD wählen und bei Pegida mitlaufen ;) ! D a s: ist die Lösung: Schotten dicht, Welt draußen lassen, es sich selbst so bequem und gemütlich wie nur irgend möglich machen.
 
EUER ELEND KOTZT MICH AN! - Das: ist die herrschende Losung. ... Geht in Ordnung. Aber: dann jammert nicht, wenn es euch selbst zufällig auch "mal" trifft ... . That´s life. Auch Ignoranz und Selbstgerechtigkeit haben früher oder später ihren Preis.
 
Wer sich ernstlich für die Hintergründe, die Ursachen jeglicher Gewalt (-anwendung) interessiert, wer sich tatsächlich damit auseinandersetzen möchte, dem sei - noch ein weiteres Mal - die folgende Lektüre dringend (wenigstens/mindestens diese) empfohlen:
 
"[...] Keine ruhige Analyse
 
Was nun von all diesen Ideen gegen islamistische Terroranschläge, individuelle Amokläufe oder einzelne Massenmörder helfen soll, kann keiner der wünschenden Politiker sagen. Das mag damit zusammenhängen, dass diese Vorschläge nicht auf einer ruhigen Analyse der Taten beruhen, sondern viel mehr von dem Wunsch getragen sind, blitzschnell irgendetwas vorzuschlagen, um der Bevölkerung den Eindruck zu vermitteln, man sei „Herr der Lage“ und könne mit „Änderungen“ künftig solche Anschläge verhindern oder falls das schon nicht geht, sie vermindern.
 
Das ist schade. Warum ist man in der Politik nicht in der Lage einmal ehrlich zu äußern, dass man das mit den vorgeschlagenen Maßnahmen eben nicht kann? Denn dass weder Gamer, noch abzuschiebende bereits ausgewiesene Asylbewerber und auch Rucksackträger als solche eine Gefahr darstellen, ist auch den Politikern klar. Wie Gabriel den illegalen Waffenmarkt per Gesetz regulieren will, ist auch nicht zu sehen. Die illegalen Waffenhändler werden sich an neue Gesetze so wenig halten, wie an die alten. Und dass umgekehrt ein potentieller Täter durch nichts und niemanden zu stoppen ist, wenn er – wie in allen drei Fällen – sein Vorhaben nicht vorher großartig kommuniziert, haben wir in deutlicher Weise gezeigt bekommen.
 
Ja, klar. Wenn nicht jeder mehr oder weniger problemlos an eine Schusswaffe käme, dann würde das einen Anschlag für den ein oder anderen etwas erschweren. Aber wie wir in Nizza gesehen haben, tut es für einen effektiven Massenmord schon ein LKW. Den kann jeder, der einen Führerschein hat für kleines Geld leihen. Er kann auch einfach einen klauen. Da braucht er nicht mal einen Führerschein. Oder er kauft sich die Zutaten für einen Sprengsatz im nächsten Baumarkt oder er bastelt sich Brandsätze mit Benzin, einer Flasche und einem Lappen. Er könnte auch alles miteinander kombinieren. Der perversen Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Die weichen Ziele vielfältig und gar nicht alle zu schützen. Kirchen, Kindergärten, Altenheime, Krankenhäuser, Volksfeste, Einkaufszentren, Fußgängerzonen – wie soll man die alle schützen? Es ist auch kein spezielles Terrortraining erforderlich. Töten kann jeder Depp mit einfachsten Mitteln.
Der kann auch als Terrorhandwerker mit einem anderen herkömmlichen Werkzeug losziehen, wie mit einer Axt oder einem Messer oder ätzenden Chemikalien.
 
Bundeswehreinsätze sind bereits möglich
 
In keinem der drei Beispielsfälle, wäre ein Bundeswehreinsatz auch nur ansatzweise sinnvoll gewesen. In Fällen absoluter Katastrophen oder einer Gefahr für den Bestand der staatlichen Ordnung durch bürgerkriegsähnliche Zustände, wäre er nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts auch jetzt schon möglich. Was die Diskussion darüber jetzt soll, bleibt daher schleierhaft. Aber doch bitte kein Militär, wenn ein psychisch Kranker mit einer Pistole eine Stadt in Atem hält und die Polizei das vollkommen im Griff hat. Was sollten da Soldaten, außer stören? Will die Politik dem IS etwa signalisieren, man gehe auf sein Scheißspiel ein und nenne diese Verbrechen Krieg und diese Arschlöcher Soldaten? Das wäre ja fast schon eine Rechtfertigung für weitere “Guerillataten”.
 
Interessant ist, dass die festgestellten psychischen Störungen der Täter bisher kein Grund dafür waren, dass einer der in der Öffentlichkeit aufgetretenen Politiker sich einmal Gedanken über die Versorgung der Menschen mit solchen Problemen gemacht hat. Nicht sexy genug? Klingt nach Weichei und nicht nach Krieger? Mag sein. Dennoch wäre da ein lohnender Ansatz.
 
Unterversorgung bei Psychotherapien
 
Haben Sie schon einmal versucht, einen Termin bei einem Psychotherapeuten zu bekommen? Machen Sie mal den Selbsttest. Wenn es Ihnen gelingt, innerhalb von 3 Monaten einen Termin zu bekommen, sind sie schon bei den Schnellsten. Die meisten niedergelassenen Psychologen und ärztlichen Psychotherapeuten haben ellenlange Wartelisten. Und wenn man dann endlich einen gefunden hat, muss das nicht bedeuten, dass es der richtige ist. Warum das so ist?
 
In der Zwischenzeit werden gerne vom Hausarzt Psychopharmaka verschrieben. Das darf der, auch wenn er nicht wirklich weiß, was er damit womöglich anrichtet. Bestimmte Antidepressiva wirken zunächst antriebssteigernd und erst nach längerer Einnahme auch wirklich antidepressiv, d.h. ein Depressiver, der bisher wegen seiner Depression zwar Suizidgedanken hatte, sie aus Antriebslosigkeit nicht umsetzen konnte, schafft es mit medikamentöser Unterstützung sich umzubringen, vielleicht auch mehr. Psychoaktive Substanzen gehören in die Hände von Fachärzten, aber die sind Mangelware. Warum lässt man nicht mehr Menschen zum Medizinstudium zu? Warum muss ein Abiturient, der zwischenzeitlich schon mal eine Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert hat über 6 Jahre auf einen Studienplatz warten?
 
Um schnell und zuverlässig eine psychiatrische Behandlung zu bekommen, muss man schon eine kleine Gewalttat oder einen Suizidversuch begehen, dann wird man wenigstens per PsychKG in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Ja, das ist vielleicht zynisch. Aber es ist nicht so sehr zynisch von mir, als vielmehr vom Staat, der die psychologische Versorgung der Bevölkerung sträflich vernachlässigt und damit nicht nur die Kranken im Stich lässt, sondern auch Gefahren in Kauf nimmt.
 
Unter den bei uns lebenden Menschen aus Kriegsgebieten sind viele traumatisierte zu erwarten. Auch die brauchen eine schnelle fachärztliche oder psychologische Behandlung. Die können sich unbehandelt zu Zeitbomben entwickeln und sind selbstverständlich, wenn sie ohne qualifizierte Hilfe bleiben, ein gefundenes Fressen für die Werber des IS. Was gibt es für den IS besseres, als entwurzelte, psychisch kranke Menschen, die ohnehin sterben wollen und denen man mit einem Selbstmordattentat noch eine Art von Sinn im Leben und die Aufnahme in das Paradies verkaufen kann? Zu was der Krieg Menschen machen kann, kann man an heimgekehrten Soldaten sehen. Die Zahl der Soldaten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung soll bei ca. 3% liegen, 25% hatten traumatische Erlebnisse.
 
Wohlgemerkt, das sind unsere Soldaten. Wie hoch mögen diese Zahlen bei Nichtsoldaten, Frauen, Kindern und alten Menschen sein, denen ihre Häuser um die Ohren geflogen sind? Das ist jedenfalls als Problem nicht zu unterschätzen. [...]
 
Mobbing
 
Ein weiteres lohnendes Feld für eine mittelfristige Prophylaxe wären qualifizierte Mobbingberatungsstellen. In Schulen sollte so etwas Standard werden und zwar nicht als Alibilallakram durch irgendeine wöchentliche Sprechstunde desjenigen Lehrers, der als erster gezuckt hat, sondern durch stets ansprechbare Pädagogen und Psychologen. Außerhalb von Schulen sollten ebenfalls bessere Antimobbing-Beratungen und praktische Hilfe kostenlos angeboten werden. Mobbing gibt’s halt auch am Arbeitsplatz und überall, wo Menschen zusammen treffen. Natürlich wird nicht jeder gemobbte zwangsläufig zum Massenmörder, aber die meisten Massenmörder hatten in der Vergangenheit schon eher unerquickliche Erlebnisse mit ihren Mitmenschen. Bei den Schulmassakern dürfte Mobbing – sei es durch Mitschüler oder auch durch Lehrer – kein gering zu schätzendes Puzzlestück in der Entwicklung hin zur Tat spielen.
 
Für den Moment wird das alles gar nicht so viel bringen. Aber das ist kein Argument dafür für richtig erkannte Maßnahmen gar nicht erst zu diskutieren und stattdessen völlig unwirksame umzusetzen. Ich hörte im Radio den Satz „Politiker werden gewählt, um etwas zu tun.“ Das mag so sein. Aber sie werden garantiert nicht gewählt um einfach irgendetwas zu tun, was in der Sache nichts bringt. Dieser tumbe Aktivismus nervt nur noch. Das letzte Antiterrorpaket ist erst gut einen Monat alt. Soll da jetzt bei jedem Anschlag eins drauf gelegt werden? Wozu? Der Blick nach Frankreich beweist doch, dass selbst die Verhängung des Ausnahmezustands mit weitgehenden Befugnissen der Polizei keine Anschläge verhindert. Der Täter, der den Priester tötete, war bestens bekannt und trug eine Fußfessel, auch ganz ohne neue Datenbank.
 
Die Rechnung, mehr Einschränkung der Freiheit bringt mehr Sicherheit, geht nicht auf. Das einzige, das die Einschränkung der Freiheit bringt, ist weniger Freiheit, also exakt das, was Terroristen erreichen wollen und was Amokläufern eh egal ist.
 
Lassen Sie sich von dem vollmundigen Worten sogenannter Sicherheitspolitiker nicht ins Bockshorn jagen. Die „einfache“ Lösung gibt es nicht. Gäbe es sie, wäre sie garantiert irgendwo auf der Welt erfolgreich eingeführt worden. Gebraucht werden jetzt keine Schnelllaberer, sondern eine ruhige Aufarbeitung und Analyse der Geschehnisse, und eine Gesellschaft, die entschlossen ist und bleibt, sich nicht panisch selbst die Freiheiten zu nehmen, die unsere Wert- und Rechtsordnung garantiert. Freiheiten verteidigen heißt erst mal sie zu erhalten und zu leben. [...]"
 
Quelle: Die Kolumnisten - "Besonnenheit tut not", Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
"[...] Was genau ist gemeint mit einer „Grundstörung“?
Margaret Mahler beschreibt in ihrem Buch „Symbiose und Individuation“ das Verhältnis vom Babykörper zum ersten lebenserhaltenden Körper – das ist meistens der der Mutter – als entscheidend für den Weg zur Selbstständigkeit des Kleinkindkörpers. Zur sogenannten Individuation.
 
Entscheidend ist, wie die Trennung aus der frühen Symbiose, in der wir alle zunächst heranwachsen, ge­lingt. Unter negativen Umständen – geprügelt werden, psychisch abgelehnt werden, Hunger leiden, traumatisiert werden durch Kriegshandlungen und Flucht und viele weitere möglichen Gründe – gelingt diese Trennung nicht. Das Kind und später der Jugendliche verbleibt in einem Körper, der geplagt wird von übermächtigen Angstzuständen. Ein „Ich“, das seine Libido lustvoll auf die Außenwelt richtet, entsteht dabei nicht. Es kann nicht entstehen.
 
Dann besteht die Grundstörung darin, kein liebendes Verhältnis zur Außenwelt herstellen zu können?
Und auch kein liebendes Verhältnis zur eigenen Körperlichkeit. Schon von daher ist der Begriff des „Narzissmus“, der gern von kommentierenden Analytikern ins Spiel gebracht wird, völlig fehl am Platz. Es sind Verzweifelte, Angstgetriebene.
 
Margaret Mahler entdeckte bei ihren jugendlichen Patienten zwei Grundverhaltensmuster, die sie Entdifferenzierung und Entlebendigung nannte. Entdifferenzierung: „Alles außen um mich herum ist ein und dieselbe Scheiße. Nichts und niemand hilft mir.“ Entlebendigung: „Diese Scheiße und die Menschen, die sie verursachen, gehören aus der Welt geschafft.“ Dies ist eine bei Hunderttausenden von malträtierten Jugendlichen anzutreffende Grundeinstellung gegenüber „der Welt“. Daher genießen die Täter eine gewisse Sympathie.
 
„Ich hasse die Menschen“, schrie einer der Attentäter der letzten Tage Zeugenberichten zufolge, als er schoss. Er schießt für die anderen mit, die den Schritt zum offenen Morden nicht mitvollziehen. Wahrscheinlich, weil sie in der eigenen Umgebung etwas mehr Glück haben, mehr Rettendes um sich haben – als jene, die den Weg ins Töten und in die Selbstauslöschung wählen. [...]
 
Sie sagen, die jeweilige Ideologie der Täter spiele keine Rolle. Sie diene nur einer ideologischen Rechtfertigung gegenüber der Außenwelt.
Genau. Keinen anderen Sinn haben die Allahu-akbar-Rufe jetziger sogenannter IS-Täter. Zum Ersten entheben sie sie jeder Eigenverantwortung. Sie töten im Namen oder sogar auf Aufforderung einer höheren „göttlichen Macht“. Oder im Auftrag des jeweiligen höchsten Anführers oder im Auftrag höherer Rasse, wie die SS gegenüber den Juden, wie die deutsche Wehrmacht gegenüber dem „menschlichen Un­geziefer“ im Osten.
 
Grundlegend bleibt das Verlangen, töten zu wollen. Wir haben es jeweils mit Menschen zu tun, in denen die eigene Deformation einen Grad erreicht hat, in dem es ihnen nicht mehr möglich ist, körperliche Lust anders als durch Gewaltausübung gegen andere Lebende zu erfahren.
 
Was eint Amokmenschen und – aktuell – IS-Attentäter?
Sehr oft sind die Killer junge Männer in schwierigen Pubertätsphasen, in denen ihnen jeder gesicherte gesellschaftliche und personelle Boden abhanden kommt. Dazu Unsicherheiten über die eigene Sexualität, über die Position in der Arbeitswelt, über die Position den Eltern gegenüber und deren – oft verschiedene – Religiosität; außerdem keine Gruppe verlässlicher Freundschaften, die sie tragen würde. Der Münchener Attentäter wird beschrieben als „ohne Freunde“, mit zunehmender Isolierung von der Umwelt. Er las, in seinem Zimmer allein, das Buch „Amok im Kopf. Warum Schüler töten“ von Peter Langman und studierte die dort versammelten zehn Amok- und anderen Tötungsfälle jugendlicher Täter.
 
Was trennt sie, was macht ihre Taten – aus Sicht der Täter – unterschiedlich?
Unterschiedlich könnte, von den Tätern aus gesehen, die Zusammensetzung der Opfergruppe sein. Der Münchener Attentäter David S. hat offensichtlich gleichaltrige Jugendliche aus einer ähnlichen Migrationslage wie seiner eigenen als Opfer gesucht: Via Facebook versuchte er solche zu Mc Donal d ’s, zum „Meggie“, wie er schreibt, am Olympiazentrum zu locken. Das Durchschnittsalter der acht von ihm getöteten Jugendlichen beträgt 16 Jahre, dazu eine 45-jährige Frau – fast alle mit einer Migrationsgeschichte. Das ähnelt der Opferauswahl der Amokläufer an Schulen: Ehemalige Mitschüler und Lehrkräfte sind die Ziele.
Demgegenüber scheint die Opferauswahl der meisten IS-Attentate beliebiger: Es kann buchstäblich jeden treffen, wie etwa der Mordakt von Nizza zeigt. Ziel: möglichst viele Opfer, möglichst unerwartet, möglichst spektakulär. Große Vorausmeldung nach Walhall beziehungsweise in die Paradiese muslimischer Jungfräulichkeiten.
 
Warum laufen Frauen nicht Amok, weshalb gibt es nur wenige IS-Kämpferinnen? Sind Amokläufe und Terrorattentate gelebte Männerfantasien?
Absolut. Erster Grund: Die etwa 14.000 Jahre alte unterschiedliche Zurichtung weiblicher und männlicher Kinder- und Erwachsenenkörper in unserer Kultur – darüber können sich alle, die das genauer wissen wollen, in der vorhandenen Literatur orientieren. Richtung: körperliche Gewaltausübung und Krieg sind Männersache.
 
Zweite, aktuellere Antwort: Das Erleben der Tötungslust bei den Mordexzessen, besonders bei denen in männlichen Gruppen, ist ein männliches Privileg. Die Tätermänner wollen, besonders da, wo Vergewaltigungen zum Gewaltexzess gehören – wie in den jugoslawischen Zerfallskriegen oder beim Mord an den Tutsi in Ruanda – keineswegs ihre eigenen Frauen und Töchter als Zeugen dabei haben. Sie wollen heimkehren als siegreiche Kriegshelden, die ihr „Vaterland“ oder etwas Ähnliches verteidigt oder befreit haben. Mit einem Orden vorm Sack. Nicht mit dem Abzeichen: „Geprüft erfolgreicher Vergewaltiger, Menschenschlächter, Frauenschlächter“. Das stört dann den Alltag. [...]"
 
Quelle: taz - "Körperliche Lust nur durch Gewalt" - im Gespräch mit Klaus Theweleit
 
Zutreffend ist seine Analyse über die Ursachen der "gestörten Körperlichkeit", auch also des Narzissmus grundsätzlich! - Nicht zutreffend ist, was er über den "erweiterten Suizid" äußert. Es handelt sich bei Amokläufen und Terrorakten gerade nicht um einen "erweiterten Suizid", siehe nachfolgenden Link (Deutschlandradio Kultur - Psychiater Ulrich Hegerl, "Depressionen erklären weder Terror noch Amokläufe") zur Erläuterung.
 
Zu oben stehendem Artikel von Albrecht Müller in den NachDenkSeiten ("Ob die Deutschen mal begreifen, dass sie die Gewalttaten auch ihrer Bundeskanzlerin und den Kriegen ihrer Freunde in den USA etc. zu verdanken haben?") hier zwei hervorragende fb-Kommentare:
 
Günther Pagel "Tja, Frau Merkel: Das kommt davon, wenn man unseren Wohlstand als "Freiheit" umetikettiert und diese dann am Hindukush zu "verteidigen" vorgibt und diese in Wirklichkeit nicht verteidigt, sondern gewaltsam erzwingt unter Billigung und Unterstützung us-amerikanischer Kriegereien- das wissen wir vom Ex-Bundespräsidenten Köhler. Von der Leyen möchte die Bundeswehr ja weltweit verstärkt eingesetzt sehen und noch tiefgreifender gegen das GG verstoßen, das die Bundeswehr als Verteidigungsarmee definiert. Halten wir fest: Die Bundesregierung betreibt eine Politik, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu zerstören.

Und wenn hier Politiker gegen den Islam hetzen, dann nur, um von ihrer eigenen Schuld und Verantwortung abzulenken: Die meisten Gläubigen einer der großen Weltreligionen leben ebenso friedlich und sittsam wie Christen. Nur leider siedelt der Islam in den rohstoffreichen Gebieten- Rohstoffe, die der christliche Westen nicht via Handel gegen einen Prwis erwerben will, sondern einseitig mit Gewalt unter Kontrolle zu bringen sucht. Und da sich die vewalt aus genannten Gründen einzig gegen islamische Einwohner richtet, bedient sich deren Terror islamischer Vokabeln. So, wie verzweifelte Muslime vom "Ungläubigen" reden, reden die USA christlich verbrämt von der "Achse des Bösen". Unser westlicher Kriegsterror ist dabei ebenso wenig religiös, wie der nahöstliche Gegenterror.

Lassen wir uns von diesen untauglichen, gierigen, selbstverliebten, skrupellosen Politfiguren NICHT gegen unsere Mitmenschen- egal, welcher Religionszugehörigkeit- aufbringen: Das wollen sie nur. Unterm Strich sind wir der Bundesregierung fast so unwichtig, wie es die Muslime in Nahost sind; der einzige Unterschied besteht nur darin, dass wir ihre Wähler sind und daher ein Minimum an Macht besitzen.

2017 sollte sich daher JEDERMANN gut (!) überlegen, WEN er wählt!"
 
-
 
Thomas Deierling: "nicht zu vergessen ist die eigene Verantwortung. Die hier zu Recht angeklagten Politiker beschließen und kommandieren ihre militärischen Raubzüge für .... ja für unsere Überflussgesellschaft. Die Mehrheit findet billigen Sprit, Handys und Sportklamotten toll und dieser Mehrheit ist es scheißegal, wo und wie die Ressourcen für diesen Überfluss beschafft werden. Deshalb wird diese Mehrheit immer still das Maul halten und bestenfalls demonstrieren gehen gegen jene, die aus UNSERER Versklavung fliehen, um hier ihren Anteil einzufordern. Sie werden aber nicht anders wählen, als jene, die die menschnverachtenden Abschottung Europas propagieren und praktizieren ... Um den Abschied vom ach so selbstverständlichen Überfluss und verschwenderischen Konsum werden wir nicht herumkommen"
 

Ganz wichtige FAKTEN. - Aber die, die sich lieber am Feindbild aufhängen WOLLEN, nein: MÜSSEN!: werden sämtliche noch so valide FAKTEN nicht glauben wollen, sondern alles - wie üblich - mit "Systempropaganda" etc. vom Tisch fegen. - Man kann sie beinahe bemitleiden.

Es kommt immer auf dasselbe hinaus: Essentiell ist, wie Kinder behandelt und sozialisiert, also auch geprägt werden - und das beginnt grundsätzlich stets im "Elternhaus", in der Familie bzw. es passiert durch die Bezugspersonen. Erst danach kommen gesellschaftiche, religiöse Traditionen - welche allerdings bereits von den Eltern/Bezugspersonen ja verinnerlicht sind und daher ihren Umgang mit den Kindern bestimmen.
 
Ich kann mich nur wiederholen: Humanismus - ohne Ideologie, ohne Dogmen, stattdessen Einfühlungsvermögen, Mitgefühl, Feinfühligkeit/Empfindsamkeit, Aufmerksamsein, Achtsamsein - das ist die Basis für bedürfnisorientierten Umgang mit Kindern (und Jugendlichen) - denn bei ihnen ist es besonders wichtig und zumeist lebenslang prägend ... .

Und was Ahmad Mansour im Nachfolgenden beschreibt, finden wir gerade n i c h t nur im Islam, sondern massiv auch im Katholizismus. Eben: Patriarchat.
 
"[...] Ahmad Mansour: Wenn ich in einer Familie aufwachse, in einem Umfeld, das Sexualität ablehnt, das sie immer mit Schmutz und mit Sünde verbindet, dann habe ich natürlich Sehnsüchte. Natürlich will ich das auch ausleben. Aber jedes Mal, wenn ich das auslebe, kommen enorme Schuldgefühle. Wie kann ich diese Schuldgefühle loswerden? Indem ich mich solch einer Ideologie anschließe.
 
Das war in meinem Fall genauso. Auch als sehr radikaler Muslim habe ich Sehnsüchte gehabt, war neugierig auf Frauen, auf Sexualität. Aber die habe ich tabuisiert. Ich wollte gegen meine Triebe, gegen den Teufel in mir kämpfen und gewinnen. Das gab mir diese Stärke, diese Männlichkeit, dass ich Herr meiner Triebe bin und nicht das mache, was mir eigentlich in den Sinn kommt. – Das ist etwas, was für Jugendliche attraktiv wirkt.
In einer Gesellschaft zu leben, die so viel Sexualität ausstrahlt auf die andere Seite, und das dann abzulehnen, – da bin ich der richtige Mann. Da bin ich der Starke, der in der Lage ist, da gegenzusteuern. [...]"
Quelle: Deutschlandradio Kultur - "Unterdrückte Sexualität spielt Schlüsselrolle bei Radikalisierung"
 
Es geht also um HÄRTE, vermeintliche "Stärke". - Bloß nicht zeigen, zugeben, dass mann bedürftig und also auch "abhängig"/angewiesen ist - denn dann verlöre er ja seine (vermeintliche, gewaltsam erzwungene) Herrschaft, dann würde die patriarchale Ordnung zusammenbrechen - dann müsste mann sich zu eigener "Schwäche", zur eigenen Bedürftigkeit bekennen und müsste auch bitten lernen/können, statt nur zu fordern und sich zu nehmen (Frauen, Sex bspw.). Man müsste sich also anstrengen, bemühen - geben.
 

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