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Sabeth schreibt

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Poesie Melancholie Philosophie

Über die zwei grundlegenden, absoluten Tabus: Mord und Folter

 
Über die zwei grundlegenden, absoluten Tabus: Mord und Folter
 
Wenn du selbst als Mensch (an-) gesehen, respektiert und wie ein Mensch behandelt werden möchtest, so sind - mindestens und jedenfalls (jeden Falles/in jedem Fall) - zwei "Dinge" grundsätzlich tabu: Mord und Folter.
Und es lässt sich weder das Eine noch das Andere auch nur ansatzweise rechtfertigen - es lässt sich beides tatsächlich mit nichts rechtfertigen, wenn wir uns - je selbst! - als Menschen betrachten.
 
Umso verachtens- und ächtenswerter ist es, dass beides noch immer "legal", wenngleich keinesfalls moralisch/ethisch legitim!, von auch Regierungen, von Staaten durchgeführt/angewandt wird - sogar von solchen, die sich selbst als "demokratisch" bezeichnen (siehe usa: Todesstrafe, Guantanamo ...).
 
Man kann niemals Gewalt mit Gewalt "beheben" - das Gegenteil ist die Folge: noch mehr Gewalt. Immer.
Und Todesstrafe in einem "demokratischen" Land: ist vorsintflutlich, barbarisch. Das zeugt von niederster, unterentwickelter Geisteshaltung und ebensolchem Charakter - Rache, Vergeltung, statt: Heilung - auf "beiden" Seiten.

Aber bei den menschenverachtenden Haftbedingungen us-amerikanischer Gefängnisindustriekomplexe und dem Verhängtwerden von mehrfach tatsächlich lebenslanger (!) Haftstrafen, ist der Tod - idealerweise schnell, sicher, schmerzfrei und nicht entstellend, also: würdevoll - nicht unbedingt das Schlechteste. Nur haben Häftlinge - überall auf der Welt - nicht einmal das Recht, ihr "Leben" selbst beenden zu dürfen - es gibt kein Recht auf Freitod.
Mit Wegschließen und Ermorden: wird nichts in dieser Welt ungeschehen gemacht, geschweigedenn "rehabilitiert" oder geheilt - es entsteht nur noch mehr unsinniges Leid. Und genau das: ist ja genau so gewollt. Drum wird es praktiziert.
 
Die Todesstrafe ist Mord - vorsätzliche Tötung aus niederen Beweggründen. Denn die Motive, Beweggründe für das Anwenden der Todesstrafe sind einzig Rache, Vergeltung und Machtdemonstration.
 
Nachweislich hat die Todesstrafe keine abschreckende Wirkung, wirkt nicht präventiv. - Es geht dabei um das Strafenwollen, um also Vergeltung. Auf dieser Basis ist "Heilung" (gerade auch auf der Seite der Opfer) jedoch niemals möglich. Und weitere Gewalttaten, auch also Morde, vorzubeugen, kann einzig ein angemessener Umgang mit Tätern ermöglichen - siehe Therapie, Rehabilitation. Auch das tatsächlich lebenslange Wegsperren hilft hier nicht - es ist einzig l u k r a t i v für die us-amerikanische GefängnisINDUSTRIE. Deshalb wird es praktiziert.
Und bekannterweise sind es in usa überwiegend ja Schwarze, die lebenslang inhaftiert sind und auch der Todesstrafe zum Opfer fallen.
 
Menschen, die Folter und/oder Mord - wodurch auch immer - zu legitimieren versuchen, sind Tiere. Sie haben (noch) nicht verinnerlicht (!), dass Menschsein beides zwangsläufig ausschließt. Eben w e i l der Mensch die Anlage zu Empathie, zu Mitgefühl (nicht nur Einfühlungsvermögen) und folglich zu Moral und Ethik hat. Eben hierin besteht, neben dem "höheren" Bewusstsein - der Denk- und Urteilsfähigkeit, der musischen Kreativität/der Fähigkeit, sublimieren zu können (!) sowie der Fähigkeit, sich erinnern zu können, d.h. in die Vergangenheit und in die Zukunft denken zu können - das spezifisch Menschliche, das also, das uns - Menschenaffen - von den anderen Säugetieren unterscheidet.
 
Und dem haben wir - weil wir Menschen und nicht nur Affen sind - Rechnung zu tragen. Anderenfalls verleugnen oder verweigern wir (aus niederen Gründen, aus: "tierischen" ;) ) das eigene Menschsein. Dann aber dürfen wir von anderen Menschen nicht erwarten, dass wir selbst wie ein/als ein Mensch respektiert und behandelt werden.
 
Nun darf man berechtigterweise fragen: Warum sollen ausgerechnet Mord und Folter tabu sein? - Weil sich in ihnen am deutlichsten, d.h. intensivsten Grausamkeit ausdrückt und weil durch Mord und Folter so drastisch, so umfassend über die physische, psychisch-emotionale und geistige Existenz eines a n d e r e n Menschen verfügt bzw. diese seine "Unversehrtheit", d.h.: seine Existenz damit zunichte gemacht, v e r n i c h t e t wird.
 
Und dies ist, wozu aus nachvollziehbaren Gründen es kein Recht - für und von niemandem - geben kann. Denn gäbe es ein - moralisches - Recht hierzu, könnten wir alle jederzeit jeden töten und/oder foltern. Täten wir dies, wären wir sehr bald jeweils selbst/persönlich betroffen - und dies wollen wir üblicherweise ;) (je selbst/persönlich) aus reinen Selbsterhaltungs-/Selbstschutzgründen nicht.
Man kann es noch spezifizieren, fraglos. Aber das führte an dieser Stelle zu weit ab. (Siehe bspw.: Was alles ist unter "Folter" zu verstehen - vor welchem Hintergrund, auf welcher Grundlage, mit welcher und wie lange andauernder Gültigkeit jeweils usw..)
 
Letztlich läuft es tatsächlich wieder und "schlicht" auf die sogenannte/vorgebliche "Unantastbarkeit der Menschenwürde" (eines jeden Menschen!) hinaus. Aber diese Pauschalaussage ist, wie wir wissen, leider eben dies: viel zu pauschal. Einerseits aus gutem Grund, andererseits wird eben deshalb, weil die Formulierung so uneindeutig, so schwammig ist, die "Menschenwürde" täglich rund um den Globus - auch heute noch - "verletzt" ... .
 
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