Overblog
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Warum Prostitution keine Sexarbeit, keine Dienstleistung "wie jede andere" ist und warum es infam ist, Prostituierte zu Sexarbeiterinnen zu erklären ...

 
update 14. Februar 2022
 
Das Wichtigste in Kurzversion:
 
Es ist nur dann Sex, wenn s e x u e l l e r Konsens zugrundeliegt. Nicht nur die vermeintlich oder tatsächlich "freiwillige" Zustimmung der Prostituierten, sich gegen Bezahlung vergewaltigen zu lassen. Sobald kein sexueller Konsens zugrundeliegt, ist es Vergewaltigung. Immer.
 
In den seltensten Fällen sind sich Täter und Opfer von Vergewaltigung fremd, in den meisten Fällen sind die Täter (Ex-) Partner, Bekannte, Kollegen, Verwandte, Vorgesetzte, Nachbarn ... .
 
Kein Mensch, dem es wirklich um Sex geht, wird sich so verhalten wollen und können, die Bedürfnisse, Gefühle, Grenzen der anderen beteiligten Person zu ignorieren, zu übergehen - er würde keinen Genuss erleben, sondern sich vor sich selbst ekeln. Er k a n n es nicht.
 
Wer die Bedürfnisse, Gefühle, Grenzen, Befindlichkeiten einer anderen Person beim "Sex", bei sexueller Interaktion, sexuellen, intimen Handlungen, wissentlich, absichtsvoll missachtet, übergeht, ausblendet, w i l l vergewaltigen, unterwerfen, benutzen, objektifizieren, entwerten.
 
-
update 11. Januar 2021
 
In Porno und Prostitution wird die Frau vom Freier, Mann, objektifiziert - sie wird zum Gegenstand gemacht, benutzt wie ein Ding, damit nicht nur ausgebeutet, sondern entmenschlicht, entwürdigt - keine Bezahlung kann hierfür auch nur ansatzweise "entschädigen".
 
Es hat weder Porno noch Prostitution noch Vergewaltigung mit Sex zu tun - es ist das Gegenteil von Sex, denn es liegt kein (sexueller) Konsens zugrunde. Ohne Bezahlung würde die Frau sich nicht objektifizieren, entmenschlichen lassen.
 
Der Freier und der Pornokonsument verletzt wissentlich, absichtsvoll die physische und psychische Integrität der Frau, die er als Objekt benutzt, betrachtet, behandelt.
Er verletzt sie somit wissentlich, absichtsvoll, übergeht ihre Bedürfnisse, Befindlichkeit und Grenzen wissentlich. Das ist Sexualgewalt, Vergewaltigung - daran ändert auch etwaige "Bezahlung" nichts.
 
Porno und Prostitution, d.h. "Sexkauf" bzw. Frauenkauf (man kann Sex nicht käuflich erwerben, da er dann nicht mehr sexuell konsensual ist), Freier verstoßen mindestens und jedenfalls gegen Art. 2 Abs. 2 GG elementar, eben weil es sich um Vergewaltigung handelt.
 
-
update 14.06.2020
 
Porno Prostitution Freier Frauenbild Vergewaltigung

Nochmal Grundsätzliches:
 
Es liegt keine Freiwilligkeit zugrunde. Dass Männer das dennoch proklamieren, von Freiwilligkeit und Konsens innerhalb von Prostitution und Pornographie sprechen, belegt, dass sie von beidem, insbesondere von den Hintergründen der hiervon betroffenen Frauen, keinerlei Kenntnis haben oder diese aus bekanntem Grund verdrängen wollen.
 
Warum sollte ein Mensch sich "freiwillig" prostituieren (gleich ob innerhalb oder außerhalb von Pornos)?
Weil er/sie das Geld braucht. Genau. Und weil sie/er aus verschiedenen Gründen nicht die Möglichkeit hat, dieses erforderliche Geld anderweitig in der erforderlichen Höhe und Zeit beschaffen zu können. - Von Zwangsprostitution und Menschenhandel spreche ich hierbei btw noch gar nicht.
 
Dass und warum Menschen, gerade auch Frauen, immer wieder und überall auf der Welt nicht Zugang zu existenzsicherndem Einkommen haben, können wir gerne gesondert diskutieren, Fakt ist nachweislich: Armut ist global "weiblich": mehr Frauen als Männer sind von materieller Armut belastet, davon auch beschädigt und mit ihnen ihre Kinder.

Frauen leisten dabei unentgeltlich "häusliche" Sorge-Arbeit - rings um den Globus leisten mehrheitlich Frauen diese unentbehrliche Arbeit: täglich - und sollen zusätzlich noch existenzsichernd erwerbstätig sein. Dass und warum das ohne weitere Förderung, Unterstützung, Ausgleich und gerechte Bezahlung nicht möglich sein kann, liegt auf der Hand.
 
Fragen wir weiterhin: Warum prostituieren sich nicht alle materiell armen Frauen?
Das liegt daran, dass Prostituierte häufig, wenn nicht immer selbst in Kindheit und Jugend bereits physisch, sexuell, jedenfalls aber psychisch misshandelt wurden, siehe psychische Gewalt, Vernachlässigung, Entwertung etc.. Mit der Folge, dass sie kein stabiles Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen (aufgrund fehlenden Urvertrauens) entwickeln konnten.
Frauen also, die ein wenig ausgeprägtes Selbstwertgefühl, eine bestehende Selbstwertproblematik, ein Trauma, eine PTBS haben, sind für vieles anfälliger - für diverse Formen von Gewalt, "Missbrauch", somit auch für Prostitution und Pornographie - für Ausbeutung, Missachtung ... . Quellenbelege hierzu finden sich im blog unten verlinkt.

Mann nehme überdies einfach die Berichte, Offenlegungen von Aussteigerinnen zur Kenntnis. Dass noch aktive "Sexarbeiterinnen" sich zu ihrer Tätigkeit nicht negativ äußern können und werden, liegt ebenfalls auf der Hand: niemand sägt sich den Ast ab, auf dem er (noch) existenziell sitzen muss.
 
In Porno und Prostitution hineinzugeraten, ist nicht allzu schwer, geht mitunter sehr schnell, aber Ausstiegshilfen gibt es kaum, denn jedenfalls der deutsche Staat verdient gut an Prostituierten. Und patriarchale Strukturen in der Gesellschaft, siehe auch patriarchaler Blick auf Frauen in Exekutive (Polizei, Staatsanwaltschaften) und Justiz sorgen für den weiteren Erhalt dieser "Missstände".
Im Übrigen wird niemand daran zweifeln, dass auch (einige) Polizisten, Staatsanwälte, Richter Pornos konsumieren und Prostituierte "aufsuchen", benutzen, "missbrauchen".
 
Dass und warum vor allem Frauen als "sexuell", physisch und damit immer auch psychisch konsumierbar, benutzbar, objektifizierbar gelten, hat mit eben diesem weltweit nach wie vor bestehenden, patriarchalen Frauenbild zu tun.
 
Randläufig an sich in öffentlichen Diskussionen (auf social media) aggressiv und/oder derailend, relativierend äußernde Männer:

Mit euren permanenten Diffamierungs-, Herabsetzungs- und Beleidigungsversuchen - beispielgebende Zitate: "gewaltig einen an der Klatsche", "Geschwurbel", "eigene sexuelle Herrschsucht" etc. - schießt ihr euch selbsttätig ins Aus, denn ihr demonstriert damit, dass ihr zu sachlicher, inhaltsbezogender, substanzhaltiger Argumentation und höflicher, respektvoller Diskussion grundsätzlich augenfällig nicht fähig seid, dass euch eben solche Argumente vollends fehlen und ihr die Fakten nicht ansatzweise zur Kenntnis nehmen wollt. Der Grund auch hierfür liegt auf der Hand.
 
Und zu den, Zitat "nicht übereinstimmenden Willensbekundungen der Handelnden innerhalb eines Geschehenskontextes" nochmal folgende Tatsache:
 
Die Prostituierte, also auch die Pornodarstellerin, "Sexarbeiterin", Escort, stimmt n i c h t sexuell zu, sie tut nicht und lässt nicht an sich tätigen, das sie in diesem Moment mit den jeweils beteiligten Männern erfährt, da sie dies selbst auf diese Weise mit diesen Männern, Freiern, nicht will, d.h. nicht genießt, es ihr nicht wohltut, sondern sie lässt es nur zu und vollzieht es mit, w e i l sie dafür bezahlt und damit zusätzlich entwertet, da zur Ware, zum Gegenstand objektifiziert wird - sie ist Mittel zum Zweck, das laut Kant kein Mensch sein darf und das dem Menschenwürdegrundsatz zuwiderläuft.
 
Es gibt in Prostitution und Porno keinen sexuellen, also echten, tatsächlichen Konsens, sondern, ich wiederhole mich, nur die mehr oder weniger gezwungenermaßene (siehe oben erläutert) Zustimmung zum "Missbrauch", zur bezahlten Vergewaltigung.
 
Und was die Rechtslage betrifft: Eben deshalb brauchen wir auch in Deutschland ein "Sexkaufverbot", das faktisch ein Frauenkaufverbot ist, da man "Sex" und einzelne Körperteile der Frau zur Benutzung nicht kaufen kann - mann kauft und beschädigt damit stets die ganze Frau, da die ganze Frau pyhsisch und psychisch involviert, betroffen ist und ihre Intimität, sexuelle (!) Selbstbestimmung und Integrität (körperliche und physische Unversehrtheit) massiv verletzt wird.
Nimm die Bezahlung weg und siehe, wieviel "Sex" noch übrigbleibt, dann noch "freiwillig", durch die nicht bezahlte Prostituierte, getätigt, mitvollzogen, zugelassen würde. Exakt.

Es ist nicht Sex, es ist Benutzung, Objektifizierung, Erniedrigung, Entwertung, Entmenschlichung, Entwürdigung: wissentlich und absichtsvoll getätigt durch den Freier.
Denn jeder Freier weiß genau, dass die Prostituierte n i c h t tatsächlich will und genießt, das er mit, an ihr tut und das sie mitvollzieht, erträgt: gegen, w e g e n Bezahlung.
Jeder Freier weiß genau, dass die Prostituierte ihn sexuell nicht will, dass er ihre Gefühle, Befindlichkeiten, Wünsche und Grenzen, auch ihre Schmerzen und ihren Ekel übergeht, missachtet, dass sie ihm "Lust" ... vorspielt, vorgaukelt, w e i l er es so will und dafür bezahlt.

Wie erbärmlich kann mann sein? - Rhetorische Frage.
 
-
update 12.06.2020
 
Nicht ich verwechsle Sex mit Liebe, sondern zahlreiche Menschen "verwechseln" Ficken mit Sex - entweder, weil sie nie Sex kennengelernt, erlebt, erfahren haben und/oder weil sie gezielt Benutzung, Objektifizierung, Sexualgewalt, "Missbrauch", Vergewaltigung tätigen wollen.
 
Worin der Unterschied zwischen Sex und Ficken (oberflächlicher Mechanik, erweiterter Masturbation mit fleischlichem/menschlichen Erfüllungsobjekt, Benutzung, Missbrauch/Sexualgewalt, Porno-Fick, Entwertung) genau besteht, ist im blog ausführlich dargelegt, siehe im Eintrag
 
 
Und wenn Frauen, Radikalfeministinnen, Abolitionistinnen sagen, es gibt kein Recht auf Sex, meinen sie damit:
Es gibt kein Recht auf Triebbefriedigung, Benutzung, "Missbrauch", Objektifizieren von Menschen, Sexualgewalt, Ficken.
Porno - Prostitution - Sexkaufverbot
 
Jeder Freier ist ein Vergewaltiger.
Keine Sorge, Staatsanwaltschaft, Polizei und Justiz in D-Land schützen diese Täter: aktiv, gezielt.
Quellenbelege finden sich im blog-Eintrag
ich habe angezeigt / ich habe nicht angezeigt.
Täterschutz - Täterjustiz
 
metoo, Vergewaltigung in Beziehung, Freier, Porno, maligner Narzissmus, Täterpersönlichkeit, Frauenbild
 
Kompensationsverhalten: Macht, Kontrolle, Unterwerfung, Ausbeutung, Täuschung, Manipulation, Sadismus.
 
Vor allem ist zu konstatieren, dass ausnahmslos jeder Freier genau das ist: eine arme Wurst.
Denn ein Mann, der S e x will und Sex k a n n, hat weder die Absicht noch den Wunsch noch gar das Bedürfnis, Frauen als Prostituierte zu konsumieren, zu objektifizieren, zu dominieren, zu "missbrauchen", zu vergewaltigen - im Gegenteil: ihn stößt all das intensiv ab.
 
Warum also bist du, falls ja, Freier? Weil du hässlich, alt, antisozial, sadistisch, pathologisch narzisstisch, beziehungs- und liebesunfähig, ein Incel, pick-up-artist, Maskulist - einiges davon oder alles zusammen bist?
 
-
12.06.2020
 
Das Problem fängt schon beim gängigen Arbeitsbegriff an.
 
Arbeit ist eben nicht nur kapitalistisch ausbeutbare Erwerbstätigkeit, Maloche, Zwang, Druck, Pflicht, Bürde, Last, Ausbeutung - sondern Arbeit im eigentlichen Sinne ist aktives, produktives, konstruktives, auch kreatives/schöpferisches, soziales, intellektuelles/mentales Tätigsein im Sinne der Gemeinschaft, des bedürfnisorientierten Gemeinwohls und auf Basis je persönlicher Anlagen, Fähigkeiten, Interessen, Stärken - mit Verantwortung, Gemeinsinn, Selbstbestimmung und: Freude. Zum Wohlergehen des Individuums wie auch der Gemeinschaft, in der es lebt.
 
Sex ist nicht Arbeit, sondern interaktiver persönlicher Kontakt, Austausch, i n t i m e s, individuelles, vielfältiges, variables, veränderliches psychisch-emotionales wie physisches Erleben, Empfinden, Fühlen, Erfahren, Geben, Nehmen - Verbundensein.
 
Prostitution ist weder Sex noch Arbeit.
 
Freiertum ist durch mehrheitlich bis ausnahmslos Männer getätigte, absichtsvolle, vorsätzliche Objektifizierung von Menschen, zumeist Frauen, Benutzung, Ausbeutung, Vergewaltigung "gegen Bezahlung".
 
-
update 04. Juni 2020
 
Freier wollen Frauen als Ware, als Objekte, Ge- bzw. Missbrauchsgegenstände. Freiertum ist bezahlte Vergewaltigung, denn es liegt kein sexueller (!) Konsens der Prostituierten zugrunde - sie stimmt nur (mehr oder weniger gezwungenermaßen) ihrer Benutzung, dem Missbrauch gegen Bezahlung zu. Ohne Bezahlung fände der "sexuelle Kontakt", die erweiterte Masturbation des Mannes, Freiers an/in/mit der Frau als fleischlicher Erfüllungsgehilfin, als Objekt, nicht statt.

Die Bezahlung stellt dabei keine "Entschädigung" dar, sondern zusätzliche Entwertung.
Denn gerade die Bezahlung macht die Prostituierte zur Ware, zum käuflichen Gegenstand, zum verfügbaren, benutzbaren Objekt. Das ist Entmenschlichung.

Der Freier kauft nicht "Sexdienstleistung", sondern stets die ganze Frau, denn er benutzt/missbraucht nicht einzelne ihrer Körperteile, sondern die ganze Frau, Persönlichkeit. Wissentlich. Absichtsvoll.
 
Prostitution ist nicht Sex und nicht Arbeit.
 
Porno ist nicht Sex und nicht Erotik, vor allem nicht sexuell erfüllend.
 
Begehren ist nicht dasselbe wie Trieb.
Männer und Frauen haben keinen unterschiedlich starken Sexualtrieb, die Libido ist viel mehr von Mensch zu Mensch verschieden und durch zahlreiche Faktoren (innere wie äußere) beeinflusst.
 
Noch immer wissen viele Männer zu wenig über weibliche Sexualität, weibliche Lust, Anatomie, die Vulva, die Klitoris und/oder wollen es auch nicht wissen, nicht: lernen. Durch Pornos lernt kein Mann etwas hierüber.
 
Noch immer kennen zahlreiche Menschen offenbar keine genussvolle, erfüllende Sexualität, sondern nur oberflächliche Mechanik, gegenseitige Masturbation, Routine ohne Leidenschaft, ohne Intimität. Der Sexualpartner ist nur Mittel zum Zweck - nicht individuelle, sexuell selbstbestimmte, veränderliche Persönlichkeit.
 
Aber Sex ist eben mehr als Ficken, Penetration, Mechanik und die Frau ist auch als Sexualpartnerin, auch als Prostituierte ein Individuum, eine Persönlichkeit mit Menschenwürde, mit Erfahrungen, psychischen und physischen Befindlichkeiten, Präferenzen, Abneigungen, Grenzen.

Die Menschenwürde kann mann nicht wegbezahlen.
 
-
 

Faktencheck zu "Sexarbeit", Prostitution, Sexkaufverbot, Nordic Model

rotlichtaus.de

Aktualisierung am 14. März 2020
 
Porno kann niemals "frauenfreundlich", gar feministisch sein. Porno ist Sexualgewalt, Vergewaltigung- genau wie Freiertum.

Porno ist nicht Sex, schon gar nicht Erotik, sondern Gewalt. Immer.
 
Denn es geht darin (mainstream-Pornos) grundsätzlich nie um die echte, tatsächliche sexuelle Lusterzeugung und -erfüllung der Frau.

Die Frau fungiert in Porno wie in Prostitution bekanntlich und augenfällig lediglich als Objekt, Ge- bzw. Missbrauchsgegenstand, als fleischliche Erfüllungsgehilfin zur erweiterten Masturbation des Mannes. Um die körperlichen wie psychischen Befindlichkeiten, Gefühle, Gedanken, Wünsche, Präferenzen, Abneigungen, auch bspw. Ekel, Schmerz ... der F r a u: geht es n i c h t, im Gegenteil: Sie muss all das für den Pornokonsumenten und Freier noch zusätzlich wegspielen und ihm sexuelle Lust ... vorgaukeln, vortäuschen - womit sie sich im Grunde auch noch selbst vergewaltigt.

Genau das will, wünscht der Pornokonsument und Freier: die Frau als sein ihm verfügbares Objekt, das er nach Belieben benutzen, missbrauchen kann: als eben Gegenstand. Die Frau wird dabei nicht als Subjekt, als Individuum, Persönlichkeit gesehen, sondern nur als "Mittel zum Zweck", eben als benutzbares Objekt. Man nennt das auch Entwertung, Entwürdigung, Entmenschlichung. Weiterhin Egomanie, Selbstsucht, Ignoranz, Mangel an Mitgefühl, antisoziales Verhalten - bis hin zu Sadismus und Misogynie ("Gonzopornos" ...).
 
Nein, daran ändern auch Nischen-Pornos nichts.

In Prostitution und Porno gibt es keinen sexuellen Konsens: der Frau. Und genau darum geht es dem Pornokonsument und Freier: Er will sich gerade n i c h t auf die jeweilige Frau angemessen einlassen, ihr zuwenden, rücksichts-, respektvoll, wertschätzend und empathisch mit ihr umgehen und interagieren. Genau das will er nicht, kann er zumeist nicht, eben deshalb konsumiert er Pornos und Prostituierte.
 
In nachfolgendem Link/Text ist hervorragend erläutert, was aus welchen Gründen sexueller Konsens ist, nur sein kann, und was Vergewaltigung. Nein, es gibt auch keinen "unterschiedlichen sexuellen Konsens" für Teenager oder Erwachsene - es ist entweder sexueller (!) Konsens oder es ist Vergewaltigung. Dazwischen gibt es nichts.

Und nein, die verlinkte Erläuterung wird auch nicht dadurch disrkeditierbar, dass/weil die Plattform "planned parenthood" heißt, denn es geht hierbei (bei der Konsensdefinition) nicht um "Sexnegativität, Sexfeindlichkeit", sondern um eine Definition, die sich am Menschenwürdeprinzip, universellen Menschenrechten, Persönlichkeitsrechten (siehe Grundgesetz), also ethischen Grundsätzen orientiert, darauf stützt.
 
Zustimmung erteilt die Pornodarstellerin und Prostituierte nur ihrem Benutztwerden gegen Bezahlung. Gäbe es diese Bezahlung nicht, täte sie nicht, was sie auf die jeweilige Weise mit den jeweiligen Männern, Freiern, Pornodarstellern tut. Es ist also kein echter, kein sexueller Konsens, sondern nur die Zustimmung zum Benutzt-, Objektifiziert-, Missbrauchtwerden, wobei das Geld für all das gerade nicht auch nur ansatzweise "Entschädigung" sein kann.
 
Die sogenannt freiwillig Prostituierte (auch Pornodarstellerin, Escort ...) erhält folglich mit ihrem Verhalten, ihrem Sich-Prostituieren, die bestehenden Missverhältnisse selbst aktiv aufrecht und entwürdigt sich überdies selbst, indem sie sich - gegen/wegen Bezahlung - "freiwillig" benutzen, zum Objekt, zur Ware machen, vergewaltigen lässt.
 
Die Antwort auf die Frage, warum sie - die vermeintlich freiwillig, nicht Zwangsprostituierte - das tut, findet sich immer in ihrer Kindheit, Jugend, Prägung, Sozialisation, d.h. in einer bestehenden, gravierenden Selbstwertproblematik und Kompensationsverhalten.

Nicht selten liegt auch Traumatisierung in/seit der Kindheit vor. Das bestätigen Aussagen von Aussteigerinnen und Traumatherapeutinnen.
 
Ein weiterer Grund ist finanzielle Not, auch dann, wenn die jeweilige Frau nicht "bettelarm" ist. Sie hat unter Umständen trotzdem Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, materieller Armut zu entgehen, ihre Miete zu zahlen, ihr Studium zu finanzieren, ihre Kinder zu "ernähren" ... und/oder weitere prekäre, belastende Lebenssituationen.
 
Und nein: Es gibt kein "Recht auf Sex". Auch nicht für physisch und/oder psychisch eingeschränkte Menschen.
Nein, "Sexarbeit", Prostitution ist auch nicht care. Im blog an anderer Stelle argumentativ dargelegt, begründet.

Üblicherweise lässt sich der reine Sexualtrieb mittels Masturbation ausreichend, vollumfänglich befriedigen.

Wer S e x will, also die Interaktion, Begegnung, Erfahrung mit anderen Menschen, Persönlichkeiten - nicht Objekten, sondern Subjekten - muss sich prosozial verhalten.

Nein, Frauen und Männer haben keinen qua Geschlecht/Biologie unterschiedlich starken Sexualtrieb, Libido. Die Libido ist vielmehr je individuell unterschiedlich stark ausgeprägt, hängt von diversen äußeren wie inner-psychischen Faktoren, Einflüssen ab, bei Frauen spielt auch der Zyklus eine Rolle.
Auch hierzu finden sich im blog Information und Quellenbelege (unter "Über den Sexualtrieb ...").
 
All das nachfolgend Genannte trifft auf die Prostituierte und Pornodarstellerin nicht zu:
 
- freely given: also gerade nicht gegen bzw. wegen Bezahlung
 
- reversible: weder die Prostituierte noch die Pornodarstellerin kann jederzeit abbrechen, aufhören, das macht sie einige Male und sie ist `raus aus dem "Geschäft", denn die Konkurrenz macht es - aus Gründen ...
 
- informed: zahlreiche Freier wollen Geschlechtsverkehr bspw. ohne Kondom oder ziehen das Kondom unerwartet, ohne vorherige Absprache absichtlich ab - kein Konsens für die Prostituierte
 
- enthusiastic: hierzu ist, denke ich, weiter nichts zu erläutern bzw. tat ich dies oben bereits - die Pornodarstellerin und Prostituierte tut nicht, was sie selbst im jeweiligen Moment tatsächlich will, sie kann auch nicht unterlassen zu tun, was von ihr erwartet wird, wenn/obwohl sie es tatsächlich nicht will, es ihr nicht gefällt, es ihr keine sexuelle Lust bereitet, sondern ggf. sogar Schmerzen, Ekel ... . Sie muss all das auch noch überspielen und sexuelle Lust, Erregung, Orgasmen vortäuschen. Das ist so brutal und sadistisch, dass es mich nach wie vor entsetzt, wieviele Männer das für selbstverständlich, "normal" halten, es sie nicht stört, abstößt, sie sich nicht selbst schäbig, unerträglich und gewalttätig finden, erkennen.
 
- specific: Die Prostituierte und Pornodarstellerin kann kaum etwas mitentscheiden; sie "bietet an", was nachgefragt wird. Wenn sie sich nicht der männlichen Nachfrage anpasst, fügt, unterwirft, ist sie relativ schnell `raus aus dem Geschäft, denn: es gibt aus bekannten Gründen (materielle Armut, Traumatisierung, Zwang, finanzelle, existentielle Not ...) immer "Konkurrenz", die es macht.
 
"[...] Asking for consent isn’t hard or awkward. In fact, it makes doing sexy stuff less awkward and less confusing because when there’s clear consent, you know for sure that the person you’re with is down to do the same thing you are.
 
Consent is:
 
Freely given. It’s not okay to pressure, trick, or threaten someone into saying yes. And you can’t give consent if you’re drunk, high, or passed out.
 
Reversible. It’s okay to say yes and then change your mind — at any time! Even if you’ve done it before, and even if you’re both naked in bed.
 
Informed. You can only consent to something if you have all the facts. For example, if someone says they’ll use a condom and then they don’t, there isn’t full consent.
 
Enthusiastic. When it comes to sex, you should do stuff you WANT to do, not things people expect you to do. If someone doesn’t seem enthusiastic (meaning happy, excited, or energized), stop and check in.
 
Specific. Saying yes to one thing (like going to the bedroom to make out) doesn’t mean you’re saying yes to other things (like having sex). [...]"
 
https://www.plannedparenthood.org/learn/teens/sex/all-about-consent
 
Was hat es mit Sex zu tun, wenn/dass weltweit mehrheitlich Männer mehrheitlich Frauen für vermeintlichen Sex kaufen und das so auch wollen - denn mann kauft nicht die bloße Interaktion, sondern den Mensch, die Frau, d.h. das Individuum, die jeweilige Persönlichkeit, die ein Lebewesen, keine Puppe, kein Objekt, kein Gebrauchs- bzw. Missbrauchsgegenstand ist?
 
Was hat es mit Sex zu tun, dass dabei einer - zumeist der Freier, der Mann - der anderen - zumeist einer Frau - gegen Bezahlung abverlangt, etwas an ihm zu tun und durch ihn mit und an sich (der Frau) tun, vornehmen zu lassen, das die jeweilige Frau mit dem jeweiligen Mann im jeweiligen Moment nicht tatsächlich freiwillig, selbst will, schon gar nicht genießt, sich dabei nicht psychisch und/oder physisch gut-, wohlfühlt,  sondern es nur deshalb zulässt und mitvollzieht, weil sie dafür bezahlt wird - nicht, weil sie es selbst genießt, nicht, weil sie selbst dabei sexuelle Lust erlebt, sondern häufig sogar Schmerz und/oder Abneigung bis hin zum Ekel oder auch Angst?

Was hat es mit Sex zu tun, dass ein Mensch, eine Prostituierte, sich also vorgeblich "freiwillig und einvernehmlich" gegen Bezahlung, d.h. nur wegen der Bezahlung (!) von einem Freier, mehrheitlich einem Mann, wie ein Gegenstand, Objekt missbrauchen, benutzen, konsumieren, ausbeuten, beschädigen, misshandeln lässt?

Was hat es mit Sex zu tun, dass dabei alle psychischen und physischen Befindlichkeiten, Abneigungen, Grenzen, Schmerzen, Gefühle der Prostituierten, des Missbrauchsobjekts, vollständig vom Freier missachtet werden: dürfen - nur, weil er sie genau dafür bezahlt?
 
Was hat es mit Sex, mit sexueller Selbstbestimmung und physischer wie psychisch-emotionaler Integrität, Unversehrtheit der Prostituierten, der Frau, also mit dem Achten und Einhalten ihrer Menschenwürde zu tun, dass sämtliche i h r e r, der Prostituierten, tatsächlichen, je persönlichen Präferenzen, Abneigungen, Grenzen, Wünsche, Bedürfnisse, Schmerzen, Befindlichkeiten nicht nur vom Freier grundsätzlich missachtet, "wegbezahlt", sondern damit auch nicht selten diese Schmerzen, Abwehr, Ekel, Grenzen der Prostituierten, mehrheitlich der Frau, vom Freier, mehrheitlich einem Mann, absichtsvoll, vorsätzlich verursacht und sogar genossen werden? Man nennt das allgemeinhin Sadismus, exakt.

Was hat es also mit S e x zu tun, als Freier - mehrheitlich Mann - eine Prostituierte - mehrheitlich Frau - somit zweifelsfrei physisch und psychsich gewaltvoll zu "missbrauchen", zu misshandeln, zu quälen, mindestens und jedenfalls aber wie ein Objekt, wie einen Gegenstand zu konsumieren, auszubeuten - einfach nur deshalb, weil mann/Freier sie bezahlt, bezahlen kann?
 
Was hat es mit S e x zu tun, sich als Freier vorspielen zu lassen, sich gegen Bezahlung vortäuschen lassen zu w o l l e n, was die Prostituierte nicht tatsächlich empfindet: sexuelle Lust, Erregung, sexuelle Befriedigung, Erfüllung, physisches und psychisches Wohlbefinden?

Was hat es mit Sex zu tun, als Prostituierte all das vorspielen, vortäuschen zu müssen: nur, weil der Freier es exakt so will, weil er dafür bezahlt? Sich also sogar selbst vergewaltigen zu müssen!?
 
Mit einem Satz:

Was hat es mit Sex zu tun, jegliches eigene - des Freiers - (offenbar nicht vorhandene, jedenfalls nicht intakte) M i t g e f ü h l vollständig außenvorzulassen, u m auf dieser Basis überhaupt nur tätigen zu können, was er an der jeweiligen Prostitutierten, an der jeweiligen Frau, dem jeweiligen Menschen, Individuum, der Persönlichkeit tätigt?

Denn wer über intaktes Mitgefühl verfügt, k a n n sich in solcher Weise gar nicht verhalten:
 
einen anderen Menschen, dessen gesamte physische und psychisch-emotionale Einheit, die bei S e x immer betroffen, berührt oder eben auch massiv verletzt ist, d.h. dessen eigenes echtes, tatsächliches Wollen, Wünschen, Fühlen, dessen psychische wie physische Schmerzen und/oder Grenzen t o t al zu übergehen, zu ignorieren, zu missachten oder gar gezielt zu verletzen, dies wissentlich, absichtsvoll zu tun - gleich, ob mit oder ohne Bezahlung.

Genau das i s t  Vergewaltigung. Nicht selten ist es auch Misogynie.
Vor allem ist es immer - katastrophales, beschädigendes erbärmliches, häufig, wenn nicht ausnahmslos pathologisch narzisstisches - Kompensationsverhalten.
 
-
Aktualisierung am 11. Februar 2020
 
Dass und warum (noch) aktive Prostituierte sich dem Selbstbetrug bzgl. ihrer Tätigkeit hingeben müssen/nur können, liegt auf der Hand - anderenfalls könnten sie sie nicht fortsetzen.
 
Das Traurige daran ist, dass diese Frauen entweder intensiv indoktriniert sind - Stichworte Sozialisation, (verinnerlichtes) Frauenbild, Selbstbild, Minderwertigkeitsgefühle, geringes Selbstwertgefühl, Pornographie - und/oder seit Kindheit, Jugend so beschädigt, dass sie ihr Trauma mittels der Prostitution permanent reinszenieren ... und/oder dass sie echten - d.h. wohltuenden, leidenschaflichen, intimen, authentischen, also erfüllenden - Sex nicht kennen, nie kennengelernt, nie erlebt, erfahren haben.
 
Sie kennen nur oberflächliche Mechanik an, mit Körpern als Gegenständen, das Benutzen oder Benutzwerden als fleischliche Masturbationshilfe, das Objektifiziertwerden (siehe auch in Porno).
 
Sie kennen Sex nicht als intime (!) Begegnung von tatsächlich interagierenden Persönlichkeiten, Individuen, Stichwort Erotik.
 
Deshalb betrachten sie Sex nach eigenen Aussagen als, Zitat "Tauschgeschäft".
Deshalb fühlen sie sich als, Zitat "Macht habende" (ausgerechnet kompensatorisches Streben nach Macht, siehe pathologischer Narzissmus).

Deshalb projizieren sie ihre ureigene Prüderie, Sex-, Lust-, Leibfeindlichkeit, ihre ureigenen konservativen Vorstellungen von "Liebe", Ehe, "Monogamie", "Treue", Beziehung und "Moral" auf andere, unterstellen anderen, was sie selbst nach wie vor verinnerlicht haben und wovon sie sich mittels ihrer nicht im Mindesten selbstbestimmten, konsensualen "Sexarbeit" gerade nicht emanzipieren, sondern diese eingeprägten, internalisierten Vorstellungen und Verhaltensweisen, dieses patriarchale Bild, Paradigma von "Sex", von Frauen, mittels ihrer Tätigkeit als Prostituierte aktiv erhalten, fortleben, propagieren und zementieren.

Das ist so grotesk wie tragisch. - Es ist Verdrängung und Kompensationsverhalten. Selbstschädigendes. Leider.
 
Im unten verlinkten blog-Eintrag ist ausführlich(er) dargelegt, was weshalb Sex ist - im Unterschied zu Missbrauch, Ausbeutung, Sexualgewalt, Vergewaltigung (gleich, ob mit oder ohne Bezahlung).
 
-
Aktualisierung am 17. März 2019
 
Es hat halt so gar nichts mit "empowerment", mit Selbstbestimmtheit und/oder ausgelebter, individueller, nonkonformistischer, intensiver, leidenschaftlicher, erfüllender Sexualität zu tun, sich vermeintlich "freiwillig und einvernehmlich" Männern sexuell zu unterwerfen, ihnen als (gratis) Sexdienstleisterin zur Verfügung zu stehen, ihre Gewalt- und Erniedrigungsphantasien zu bedienen, zu erfüllen, zu befriedigen.
Und das dann womöglich sogar selbst noch mit vorgeblich eigenen sexuellen Präferenzen zu begründen zu versuchen - von wegen frau sei "qua Natur hingabebereit, demütig", siehe Biologismus usw..
 
Nein, BDSM und Frauenkauf, Freiertum, Prostitution ist n i c h t Sex und nicht sexuelle Spielart, sondern Resultat intensiven Beschädigtwordenseins, zumeist in Kindheit und Jugend und Ergebnis der jahrelangen, aggressiven Indoktrinierung durch Porno, inklusive des Salonfähigmachens von BDSM, von also sexueller, physischer und damit zwangsläufig stets auch psychisch-emotionaler Gewalt.
 
Ja, das ist genau das, das solche patriarchalen, pathologisch narzisstischen Männer erreichen wollen - u.a. via Porno, Maskulismus, gaslighting, grooming und silencing.
 
Sex ist Sex - und eben nicht Sexualgewalt, Vergewaltigung.

Ich habe dazu vor einiger Zeit bereits eine ausführliche Stellungnahme geschrieben: Über den Unterschied zwischen Sex und Ficken, darüber, warum Porno und Freiertum, Frauenkauf, Prostitution kein Sex ist, sondern eben dies: SexualGEWALT und was Sex kennzeichnet, was Sex und Erotik von Porno und Gewalt - auch BDSM - unterscheidet, siehe bei Interesse in nachfolgend verlinktem blog-Eintrag.
 
In Kurzfassung:
 
Sex ist es nur dann, wenn das, das geschieht, von allen Beteiligten mit psychischem und physischem Wohlgefühl, Wohlbefinden getan, erlebt wird - ohne Widerwillen, ohne Angst, ohne Ekel, ohne Druck, Zwang, Ausbeutung, ohne physische und/oder psychisch-emotionale Schmerzen, ohne Gewalt.
Nur dann: ist das, das die jeweils Beteiligten miteinander (!) sowohl aktiv als auch passiv tun, erleben, tatsächlich freiwillig und konsensual.
 
Alles andere, inklusive BDSM: ist Vergewaltigung.
 
Auch dann, wenn es vor laufender Kamera geschieht, Porno, und/oder wenn dafür mit Geld "bezahlt" wird - Bezahlung ist nicht ansatzweise Entschädigung für die zugefügte bzw. erlittene Sexualgewalt, mit der zwangsläufig  i m m e r auch psychische Gewalt einhergeht, erlitten wird.
 
-
 
"[...] Zuweilen erscheint es mir fast schon wie die Ausnahme, wenn jemand, der mich um therapeutische Begleitung ersucht, in seinem Leben nicht auch sexuelle Traumaerfahrungen machen musste. Das gilt für Frauen wie für Männer. Das epidemische und globale Ausmaß sexueller Traumatisierungen wirft die Frage auf, wie normal die in den jeweiligen Gesellschaften gelebten Formen von Sexualität tatsächlich sind:
  • Wie umfassend sind sie von Liebesillusionen und falschen Vorstellungen von Sexualität gespeist?
  • Wie weit sind sie nur ein Versuch, Einsamkeit zu überspielen?
  • Wie sehr sollen sie einen nicht vorhandenen Selbstwert kompensieren?
  • Wie oft sind sie nur ein Versuch, sich kurzfristig Erleichterung vom Dauerstress der eigenen Lebensführung zu verschaffen?
  • Wie häufig wird Sex rücksichtslos gegenüber körperlichen Verletzungen und Infektionen praktiziert?
  • Wie bedenkenlos wird Geschlechtsverkehr ausgeübt, ohne das Risiko ungewollter Schwangerschaften in Betracht zu ziehen?
  • Wie häufig wird „echte Männlichkeit“ oder „ursprüngliche Weiblichkeit“ als Pseudoidentitäts-Schablone benutzt, um die eigenen Kindheitstraumatisierungen nicht zu spüren?
  • Wie gesund sind die sexuellen Praktiken im jeweiligen homo-, bi- und transsexuellen Milieu?
Sexualität, die als Psychotrauma-Überlebensstrategie praktiziert wird, verbindet nicht mit einem anderen Menschen, sie führt nur noch weiter in die persönliche Isolation. Sex zu haben wird zuweilen sogar gezielt dafür verwendet, sich in dissoziative Zustände zu flüchten.
 
Sex zur Dissoziation
In einem meiner Seminare sagte die Teilnehmerin:
„Ich genieße Sex, weil mich das in einen dissoziativen Zustand versetzt. Ich trenne mich dann von meinem Körper und gehe in einen völlig weißen Raum, in dem es mir gut geht.“
 
Angesichts des enormen Ausmaßes an Traumatisierungen in vielen Gesellschaften nimmt es nicht wunder, wenn Sexualität vielerorts massenhaft suchtartig praktiziert und wie eine Droge benutzt wird. Sie wird häufig in Kombination mit Alkohol und anderen Rauschgiften ausgelebt. [...]
 
Der Hinweis auf Drogenkonsum dient Tätern wie Opfern dazu, hinterher entschuldigend sagen zu können, man habe einen Filmriss gehabt, könne sich an nichts erinnern und sei für das Geschehene nicht verantwortlich. Auch wenn es keine bewussten Erinnerungen geben mag und die Überlebensstrategien alles dafür tun, um keine Erinnerungen zu haben, Traumaerinnerungen brennen sich im Körper eines Täters und in den Körper eines Opfers ein. Auch die Täter ekeln sich in ihren gesunden psychischen Strukturen vor dem, was sie tun. Sie müssen sich daher noch weiter von sich selbst abspalten. Im Extrem kommt es dazu, dass ein Körper ohne Kopf Sex macht mit einem Kopf ohne Körper. Häufig sind es Männer, die gedanken- und verantwortungslos Sex praktizieren mit Frauen, die längst jeglichen Kontakt zu ihrem Körper verloren und aufgegeben haben. [...]
 
Viele fühlen sich nach einem Orgasmus ohne zwischenmenschliche Liebe und Berührung noch leerer als zuvor, weil sie nun erst recht ihre Einsamkeit spüren. Weil ihnen emotionale Nähe wegen ihrer frühen Traumatisierungen aber Angst macht, können sie ihre innere Ampel nicht einfach auf Beziehung umschalten.
Sie bleiben weiterhin allein, betäuben den Schmerz ihrer Einsamkeit und suchen ihr Heil in einer Steigerung der Lustformen, wie ich sie zuvor bereits beim Stichwort „Sexsucht“ beschrieben habe. Statt Lust erfahren sie am Ende erneut nur Schmerz, Scham und Ekel. Damit sind sie wieder am Ausgangspunkt angelangt, den sie eigentlich nicht wahrhaben wollen: ihrer zutiefst schmerzhaften Urerfahrung, von ihrer Mutter und ihrem Vater nicht gewollt, nicht geliebt und nicht geschützt worden zu sein. [...]
 
Finden sich zwei traumatisierte Menschen als Partner, so kann es in der Anfangszeit ihrer Beziehung durchaus sein, dass sie sexuelle Höhenflüge erleben und alle möglichen Varianten intensiven Geschlechtsverkehrs miteinander haben. Oft ist es jedoch so, dass die sexuell traumatisierten Frauen ihre in ihrer Kindheit herausgebildeten Überlebensstrategien aktivieren, um ihre Partner zu befriedigen und an sich zu binden. Diesen erscheinen sie dann wie Traumfrauen, die jederzeit zum Sex bereit sind und ihnen alle Wünsche erfüllen. Diese Frauen machen jedoch Sex in völlig dissoziierten Zuständen, in denen ihr gesundes Ich und Wollen weit weg ist. Kommt es bei ihnen zum Orgasmus, verlassen sie mental ihren Körper. Selbst wenn es innerhalb einer solchen Partnerschaft regelmäßig zu Gewaltausbrüchen kommt, dient der Sex dazu, die Beziehung dennoch fortzusetzen und die Illusion von Verbundenheit aufrechtzuerhalten. [...]"
 
https://www.rubikon.news/artikel/die-stigmatisierung-der-opfer
 

SCHWEDISCHE GESETZE, POLITISCHE STRATEGIEN UND MASSNAHMENGEGEN PROSTITUTION UNDMENSCHENHANDEL:EINE ÜBERSICHT

Gunilla S. Ekberg B.S.W., J.D.Barrister & Solicitor (B.C., Kanada, 2001)Internationale Menschenrechtsanwältin

Aktualisierung vom 13. Juni 2018
 
Es sind Männer, die mehrheitlich Frauen objektifizieren - als Mittel, als Gegenstand, Objekt zur erweiterten Masturbation durch/bei Pornographie oder als Freier/Frauenkäufer, denn es geht in beiden Fällen nie um die sexuellen Bedürfnisse, Wünsche, Grenzen und physischen wie psychischen Befindlichkeiten und Schmerzen von Frauen - und/oder so auch beim "privaten" Sex mit Affäre, Partnerin, Freundin, Ehefrau.
 
In gar nicht so seltenen ;) Fällen geht es dabei außerdem um nicht sexuelle Triebbefriedigung des Mannes mittels objektifizierter Frau, sondern um Benutzen, Konsumieren von Frauen als eben Gebrauchsgegenstände, um Macht, Unterwerfung, Kompensation eigener Unsicherheiten und Minderwertigkeitskomplexe - es geht folglich um das Entwerten und Entwürdigen von Frauen durch "sexuelle", d.h. physische wie damit stets einhergehend psychisch-emotionale Gewalt.
 
Schon deshalb kann Freiertum, Frauenkauf niemals moralisch-ethisch legitimierbar sein und eben deshalb ist Prostitution keine Dienstleistung (... "wie jede andere").
 
Nein, man kann keinen Sex, sondern nur Frauen - als Ware, Objekte, Gegenstände, zu solchen durch Frauenkäufer, Freier reduziert, erniedrigt, objektifiziert - kaufen.
 
Sobald eine/r der Beteiligten etwas - eine sexuelle Handlung, Praktik - zulässt oder mitvollzieht, das sie/er selbst nicht wirklich will, d.h. nicht aus tatsächlich freien Stücken, gerne, mit Genuss tut (also nicht aufgrund von Abhängigkeit, Druck, Zwang von außen, wie bspw. monetäre Bezahlung), ist es grundsätzlich kein Sex, für den all das basale Voraussetzung ist, sondern Missbrauch bzw. Vergewaltigung - daran ändert auch die Bezahlung nichts, die nicht einmal wenigstens eine Art Entschädigung ist, dies nicht sein kann.
 
Um es verständlicher zu machen:
 
Wenn mir jemand "anbietet", mich zwangszuernähren gegen Bezahlung, ich dem zustimme (weil ich das Geld dringend brauche und/oder weil ich bereits vorgeschädigt bin und mich nicht angemessen zur Wehr setzen kann), so vollziehe ich diese Gewalt zwar sogenannt "freiwillig/einvernehmlich" mit, jedoch eben nicht tatsächlich freiwillig und einvernehmlich - sondern unter Druck, aufgrund von Zwang - weil ich das Geld brauche oder aus anderen Gründen gezwungen, genötigt werde - denn währenddessen geht es mir physisch und psychisch schlecht und auch noch danach; d.h. es handelt sich ganz unzweifelhaft um Missbrauch - um Gewalt: physische und damit stets zwangsläufig einhergehend auch psychisch-emotionale.
 
Ich möchte und muss gelegentlich zwar Nahrung zu mir nehmen, kann aber bei der Zwangsernährung nicht selbst entscheiden, ob, wann und was ich wie, auf welche Art zu mir nehme - es ist eben Zwangsernährung.

Auf sexuellen Missbrauch, Frauenkauf übertragen:

Ich habe zwar ggf. durchaus gerne Sex, aber nicht in diesem Moment auf diese Art mit dieser Person, die etwas an mir vornimmt oder mich dazu zwingt - durch Bezahlung - etwas an ihr vorzunehmen, das ich in diesem Moment, auf diese Art, mit dieser Person selbst gar nicht will, wobei bzw. wogegen ich überdies sogar tatsächlich intensiven Widerwillen, Ekel und/oder Schmerzen empfinde, die ich sämtlich auch noch wegspielen muss, mir nicht anmerken lassen darf - es sei denn, der Freier will genau das, solche Sadisten gibt es ja auch.
Stattdessen muss ich sogar so tun, als fände ich alles ganz toll und könne mir gerade nichts Besseres vorstellen ... .
 
Nur weil ich mich also "gegen Bezahlung" misshandeln l a s s e (aus Gründen der existenziellen oder wie auch immer gearteten Not), ändert das nichts daran, dass es sich um Missbrauch, um Gewalt handelt - denn: ich genieße das Geschehende nicht, ich tue es nicht wirklich freiwillig, gerne, mit Genuss, Freude, Erfüllung, sondern leide darunter.

Und nein, solche Misshandlung, die massiv in Körper und Psyche eines Menschen eingreift, seine Integrität verletzt, ist eben k e i n e "Dienstleistung/Arbeit wie jede andere".
 
Mir ist tatsächlich nicht nachvollziehbar, was daran so schwer zu verstehen ist:
 
Es fiele mir - und etlichen anderen Frauen, hoffentlich auch einigen Männern? - doch nicht im Traum ein, an einem Mann sexuelle Handlungen vorzunehmen oder sie durch ihn an mir vornehmen zu lassen, wenn und nur weil ich ihn dafür bezahle, bezahlen kann oder will. Ich hätte doch nicht die geringste Freude oder gar sexuellen Genuss, wenn ich wüsste, dieser Mensch will all das gar nicht mit mir, nicht jetzt, nicht auf diese Weise, sondern macht es nur mit oder lässt es zu, weil ich ihm dafür Geld gebe. - Ich würde mich entsetzlich vor mir selbst ekeln, schämen und erst recht vor dieser gekauften Person. Ich k ö n n t e gar keinen "Sex" mit ihm haben, ich könnte es gar nicht ertragen - den Gedanken, dass er nun etwas vorspielen muss, weil er Geld dafür bekommt, dass er etwas zulassen, aushalten, mitmachen muss/macht, weil er dafür Geld bekommt - obwohl er es selbst gar nicht will, nicht genießt, sondern darunter physisch und psychisch leidet.
 
Ich könnte niemals "Sex" genießen mit einem Menschen, von dem ich weiß - nicht nur vermuten kann bzw. muss, vielleicht sogar doch sehe, s p ü r e (Stichwort Empathie, Mitgefühl), dass er selbst das Geschehende nicht will, nicht genießt, sondern es nur über sich ergehen lässt, mir etwas vorspielt, weil er dafür bezahlt wird.
 
Ich käme mir so schäbig vor, ich könnte es nicht fortsetzen, nicht einmal damit anfangen. Es wäre Selbsterniedrigung, Selbstverletzung, einem anderen Menschen so etwas zuzumuten, ihm das aufzuzwingen - weil er Geld braucht, weil er abhängig, weil er beschädigt, unter Druck, in Not ist.
 
Und ja: So wie es auch "Prostitution in der Ehe" gibt, so gibt es auch sexuellen und damit auch psychisch-emotionalen Missbrauch, Vergewaltigung in Beziehungen, in Partnerschaften.

Es hat n i c h t s mit Liebe zu tun, sich missbrauchen, misshandeln zu lassen und es ist nicht nur keine Liebe, sondern völlige Respektlosigkeit bis hin zum Sadismus, einen anderen Menschen, der einem eigentlich nahesteht, auf solche Weise zu misshandeln, zu beschädigen: wissentlich, absichtsvoll, wahrnehmbar.
 
Das ist kein Sex, das ist Gewalt, Missbrauch, Vergewaltigung - was denn sonst?!
 
-
Übrigens:
 
Jeder Sexualgewalt, Vergewaltigung tätigende Mann weiß sehr genau, dass er vergewaltigt - immer. Auch, wenn er etwas anderes behauptet oder vorgibt, es sei alles "einvernehmlich" geschehen, die Frau habe alles "freiwillig" gemacht und/oder zugelassen.
 
Nein. Ein Mann, der Sexualgewalt tätigt, w i l l genau das: erniedrigen, entwerten, demütigen, missbrauchen, beschädigen: die Frau. Gleich, ob sie ihm fremd oder - wie in den meisten Fällen - bekannt ist.
 
Ein Mann, der Sexualgewalt tätigt, genießt genau das: die Frau zu demütigen, zu missbrauchen, zu beschädigen.

Er ist an i h r e r sexuellen Erfüllung, an ihren Wünschen, Bedürfnissen, Präferenzen und Grenzen nicht im Mindesten interessiert bzw. überschreitet ihre Grenzen gezielt - entweder allmählich oder sofort vollständig. Meist geht er dabei manipulativ vor, damit er nicht im Vorhinein bereits physische Gewalt anwenden muss und nicht sofort als Gewalttäter, Vergewaltiger erkannt wird.
Er tätigt daher grooming, gaslighting - intensive Manipulation, Täuschung, Verstellung ... .
 
Ein Mann, der Sexualgewalt tätigt, will der jeweiligen Frau, die er missbraucht, beschädigt, nicht wohltun, er w i l l, dass sie leidet: physisch und psychisch-emotional, denn genau das "braucht", geniesst er, d a s ist es, das ihn geil macht und zutiefst befriedigt. Nicht: Sex mit der Frau, seinem Opfer, sondern Gewalt, Missbrauch, Entwertung.

Er braucht das zu seiner Kompensation.
 
Ein solcher Mann k a n n gar keinen S e x.
Sex befriedigt ihn nicht, langweilt ihn, strengt ihn an, ekelt ihn an. So auch die sexuelle e c h t e, nicht vorgespielte, vorgetäuschte Lust der Frau. Denn er kommt mir ihrer sexuellen Potenz, ihrer Lust, ihren Wünschen, Erwartungen, ihrem Körper, ihrer Vulva nicht im Geringsten "zurecht" - er ist ein sexueller Dilettant, Stümper, ein Frauenhasser. - Eine arme Wurst.
 
-
 
15. Oktober 2018
 
Herzlichen Dank für diese großartige Analyse  - "Linke Helfer der Sexindustrie" (Quelle akweb.de) und Missstandsbeschreibung mit hervorragenden Argumenten.
Denn nach wie vor ist es, zumindest meiner Wahrnehmung nach, in Diskussionen genau diese Definition von Sex, die üblicherweise fehlt, die übergangen wird:
 
dass es nur dann Sex ist/sein kann, wenn das Geschehende auf der echten, tatsächlich vorhandenen, empfundenen Lust, auf jedenfalls mindestens echtem Wohlgefühl, Wohlbefinden aller Beteiligten beruht, wenn sie das, das sie an-, mit-, füreinander tun und an/mit sich tun lassen, selbst tatsächlich aufgrund von eigener sexueller und emotionaler Lust, jedenfalls Wohlgefühl erleben. Wenn es sich also um wirkliche sexuelle Selbstbestimmung jenseits jeglicher Abhängigkeit, jenseits jeglichen Drucks, Zwangs, Manipuliertwerdens handelt.
 
Alles andere kann nach dieser Definition nur Missbrauch, Gewalt sein.
 
Und eben deshalb kann Sex niemals eine Dienstleistung, eine Arbeit, Erwerbstätigkeit, schon gar nicht "wie jede andere", sein, da Sex grundsätzlich den ganzen Menschen, sein physisches, geistiges und psychisch-emotionales Erleben, Empfinden, Verfasstsein, seine Persönlichkeit und Identität betrifft, intensiv berührt und das sowohl bewusst als auch unbewusst.

Eben dieses echte, authentische je persönliche, individuelle Erleben, Empfinden und Sich-Ausdrücken in sexueller Interaktion macht Sex (bei aller sonstigen Ähnlichkeit von Abläufen, Wiederholungen ...) aus: dass eigentlich gerade nichts vorgespielt, vorgetäuscht wird, werden muss, sondern dass Persönlichkeiten aufeinandertreffen, miteinander interagieren - und dies basierend auf ihren je persönlichen bisherigen Erlebnissen, Erfahrungen, Präferenzen, auf Basis des Ausdrucks und Einbringens ihrer Gesamtpersönlichkeit.

Eben deshalb ist auch "Sex" mit Puppen kein Sex, denn Puppen sind keine Persönlichkeiten, sondern leblose Gegenstände, sie haben keine Biographie, kein psychisch-emotionales Erleben, keinen eigenen Willen und empfinden kein Begehren.
 
Aus diesem Grund muss auf Basis universeller Menschenrechte und des Menschenwürdeprinzips der Mensch gerade auch bei sexueller Erfahrung, Interaktion, sexuellem Erleben, Erfahren mit anderen Menschen unversehrt, d.h. seine Integrität gewahrt bleiben, geschützt werden - statt, wie in Prostitution, bei sexueller Gewalt, Missbrauch, Vergewaltigung: verletzt, versehrt, beschädigt.
 
Sobald die sexuelle Interaktion nach Absprache, nach "Drehbuch", dabei ohne das echte, tatsächliche Wohlgefühl, physische und psychisch-emotionale Wohlbefinden aller Beteiligter vonstattengeht - wie so in Prostitution und Pornographie - ist es kein Sex, sondern Gewalt, Vergewaltigung, Missbrauch.
 
Wer das verdrängt, ignoriert, leugnet, kann sich nicht FeministIN nennen, denn Feminismus läuft universellen Menschenrechten und sexueller Selbstbestimmung sowie dem Menschenwürdegrundsatz nicht zuwider.
 
-
 
"[...] Warum handelt es sich bei der Prostitution um keine Dienstleistung? Weil per Definition eine Dienstleistung „nicht körperlich ist und nicht angefasst werden kann“. (siehe u.a.: BWL-Lehrbuch HAK 1) Ein Sachgut ist hingegen „körperlich und kann benutzt und angefasst werden.“ Die Prostituierte, die vom Freier aktiv penetriert und angefasst wird, bietet somit keine Dienstleistung, sondern wird von den Gesetzen des freien Marktes zu einem auf Zeit gemieteten Sachgut, zu einer Ware gemacht.
Von einer „Dienstleistung“ könnte bei der Prostitution eventuell dann die Rede sein, wenn die Prostituierte ausschließlich in der aktiven Rolle handeln bzw. aktiv eine Dienstleistung abliefern würde und der Freier passiv diese Dienstleistung in Anspruch nehmen würde. In der Realität ist das aber kaum der Fall. Den Kunden geht es bei der Prostitution in den meisten Fällen um Dominanz und Machtausübung, sowie um das Überzeugen der Frau von seinen Liebesqualitäten, wodurch sich viele Freier in die aktive Rolle begeben anstatt passiv zu bleiben.
 
Es werden in so gut wie jedem legal angemeldeten Bordell die Frauen den Freiern als zu „Benutzende“ angeboten, was nicht nur aus den Freierstudien, Freierberichten in Freierforen hervorgeht, sondern auch aus den Inseraten der Bordelle. Ich frage mich: Wie kann man eine Branche legalisieren, bevor überhaupt besprochen wird, welche Handlungen welcher Art dabei üblich sind?
 
Durch den in den letzten Jahren entstandenen „Angebotsüberschuss“ auf dem Prostitutions-Markt wurde dieser zu einem Käufermarkt, das heißt, der Käufer hat auch die Marktmacht. Und da die Branche geschlechtsspezifisch ist, herrscht dort die Macht der Männer, die den größten Teil der Freier ausmachen. Die meisten Freier sind auf der Suche nach dem niedrigsten Preis und den gleichzeitig maximal nutzbaren Praktiken, euphemistisch in der Szene „Service“ genannt, wo wir in Wahrheit wieder beim Thema „Sachgut“ wären. Es entscheidet also nicht die Anbieterin, was bei dem Akt der Prostitution geschieht, sondern der Freier bzw. der Druck der bestehenden Marktverhältnisse. Dies hat zur Folge, dass die sogenannte „Speisekarte“ um immer mehr Zusatzleistungen erweitert wird. Wenn z.B. Analverkehr vor ca. 15-20 Jahren kaum angeboten wurde oder bestenfalls mit einem hohen Aufpreis verbunden war, so wird diese Praktik mittlerweile oft als Standardleistung vorausgesetzt. Die Frau muss heute immer mehr über ihre physischen und psychischen Grenzen gehen und zunehmend unzumutbare Praktiken erdulden, um die Lücke zwischen dem Soll und Ist zu schließen. In einem ‚gängigen’ Dienstleistungs-Beruf, wie etwa dem einer Friseurin, wird diese Lücke u.a. durch längere Arbeitszeiten und gesteigerte Arbeitsleistung rekompensiert; In dem Fall gibt es aber – im Gegensatz zur Prostitution – gesetzlich geregelte Obergrenzen was die zumutbare Arbeitszeit anbelangt und ein definiertes Tätigkeitsprofil.
 
Das Problem bei einer voreilig legalisierten Branche wie der Prostitution ist, dass die Grenze zwischen dem, was einer Prostituierten zumutbar ist, und was nicht, nicht klar definiert ist. Von den Sexarbeitslobbyisten kommt meist das Argument, die Prostituierte würde ohnedies nur tun, was ihr Spaß macht, was jedoch nur ganz selten der Fall ist.
In welcher anderen Branche argumentiert man eigentlich damit, dass die Arbeitszeiten und Arbeitsaufgaben endlos ausufern können, da es den Dienstnehmerinnen, die bisher de facto ein Sachgut sind, ja sowieso Spaß macht?
 
Man muss auch den Aspekt berücksichtigen, dass der Großteil der Frauen die der Prostitution nachgehen, keine Alternativen haben. U.a., weil die Erwerbslosigkeit unter den Frauen (z.B. im automatisierten Sektor) steigt, weil viele keinen Bildungsabschluss haben, Migrantinnen und Flüchtlinge sind, nur marginale Sprachkenntnisse haben und gesellschaftlich diskriminierten Minderheiten (z.B. Roma) angehören. Aufgrund des gesetzlichen Graubereichs in der Prostitutionsbranche sind sie der Brutalität des männerdominierten Käufermarktes völlig schutzlos ausgeliefert. Gleichzeitig gelten Hilfen zum Ausstieg bzw. Angebote von Alternativen unter den „Pro-Sexarbeits“- NGOs als Diskriminierung(!) der Prostituierten. Es ist mehr als diskriminierend, wann man Menschen die Opfer einer unfassbaren Verteilungsungerechtigkeit sind, als Alternative anbietet, sich als Ware in einer gesetzlich kaum geregelten Branche anzubieten. [...]"
 
Quelle: netzwerk-ella.de - "Sachgutbenutzung versus Dienstleistung – oder: warum Prostitution keine Dienstleistung wie jede andere ist", farbliche Hervorhebungen (dunkelblau markiert) habe ich vorgenommen.
 

Diesen Post teilen

Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post

R
Huhu, ich wollte mal einen Kommentar da lassen. Das alles finde ich sehr informativ und interessant. Frag ich mich jedoch trotzdem warum, diese Erkenntnisse nicht endlich in die Männerköpfe reingekommen sind? Erziehung? Politisch gewollt? Und warum glauben Männer diesbezüglich dass sie immer noch die tollsten und größten sind, wenn man anderer Meinung als sie ist? Ich weiss dass es auch u.a an deren psyche liegt. Sie ist auf Konkurrenz ausgelegt. Aber wieso hinterfragt das niemand? Warum muss alles brutal von statten gehen? Mir ist klar es muss am Patriarchat liegen. Aber wieso geht dass dann nicht bei der Politik rein? Wieso werden solche Frauenfeindliche Sichtweisen unterstützt die offensichtlich menschenverachtend sind? Das bleibt mir immer noch ein Rätsel wieso die Gesellschaft nicht gewillt ist an solchen misständen etwas zu ändern? Was haben wir davon ausser dass wir am Ende uns sowieso alle selbst zerfleischen? Liebe Grüße
S
Hallo,<br /> ja, das sind alles gute, berechtigte Fragen, die du stellst. Die Kurzversion einer Antwort wäre tatsächlich "das ist das nach wie vor bestehende Patriarchat" - und eben, weil es schon so lange (seit ca. siebentausend Jahren) und global besteht und gerade auch durch die drei monotheistischen, abrahamitischen (alttestamentarischen) Buchreligionen erhalten wird, außerdem durch diverse Ideologien (siehe auch Faschismus, Autoritarismus, pathologischer Narzissmus mit typischem Kompensationsverhalten: Streben nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung, Mangel an Mitgefühl ...). <br /> Es setzt sich eben nach wie vor von Generation zu Generation fort - heute sprechen wir diesbezüglich von gender (soziales Geschlecht), es hat also immer auch mit Erziehung, Prägung, Kultur, Traditionen zu tun. Und ja, dass all das, auch die Misogynie weiterhin fortbesteht, liegt auch daran, dass es nach wie vor auch keine Geschlechterparität gibt, schon gar nicht global - überall sind noch immer mehrheitlich Männer in obersten Führungs-, Entscheidungs-, Einflusspositionen befindlich (Wirtschaft, Politik, Wissenschaft ...), was wiederum damit zu tun hat, dass Frauen heute zwar sehr gut qualifiziert sind, aber immer noch die meiste Sorge-Arbeit leisen, dadurch "ausgebremst" werden, mehrfach belastet sind (physisch, psychisch ...) und wohl auch mehrheitlich nicht so auf Macht erpicht sind wie Männer. - Mitsprache, Mitgestaltung, Verantwortung ja, aber das ist eben nicht gleichbedeutend mit Macht (über andere auszuüben). <br /> Es ist deshalb ein langer Weg gewesen und ist es nach wie vor - Feminismus, Gleichberechtigung, Gleichwürdigkeit der Geschlechter. In vielen Ländern sind Frauen nach wie vor sehr unterdrückt, benachteiligt, entwertet ... . - Es ist weiterhin ein Emanzipationsprozess, wobei es aber eigentlich Männer sind, die sich emanzipieren, d.h. weiterentwickeln, selbstkritisch denken und verhalten, reifen müssten. Das bedeutet jedoch, dass sie diverse Privilegien ab-, freiwillig aufgeben, darauf bewusst verzichten müssten, was viele nicht wollen. Und denke auch, dass auch nicht wenige jüngere Männer ihren Platz, ihr Selbstverständnis "als Mann" nicht gefunden haben, dass Männer da heute relativ orientierungslos sind. Dies insbesondere, wenn sie keine guten "Rollenvorbilder", Richtungsweisende, "Vorbilder", also andere männliche (ältere, erfahrene, reflektierte, reife) Bezugspersonen haben. - Ein komplexes Thema. ;) <br /> Es hat sich ja schon einiges bewegt, verändert, aber vieles ist noch veränderungsbedürftig. <br /> Heute wird außerdem auch durch Pornographie die Objektifizierung der Frau zementiert. Und Porno ist leider weltweit massiv verbreitet und gilt den meisten noch immer als "normal", sogar als Sex. <br /> In Schulen findet üblicherweise auch keine Sexualkunde, sondern bloß Fortpflanzungsunterricht statt. Und Eltern leben oft auch die tradierten Rollenklischees, Rollenverteilung vor - wiederum zumeist aus politischen, finanziellen/wirtschaftlichen, "praktischen" Gründen. <br /> Die wenigen - auch heute noch bestehenden - sogen. Matriarchate kennzeichnet sämtlich Gewaltlosigkeit. Auch die Männer sind da nicht gewalttätig, sondern sehr zufrieden. Es müsste global einfach viel mehr Frauen in Einfluss- und Entscheidungspositionen geben. Das wäre ein wichtiger Anfang für weitere Entwicklung. <br /> Viele Grüße <br /> Sabeth