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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Über die Skepsis und den Zweifel ... auch jenen (unabdingbaren) an sich selbst (Selbstkritik, Selbstreflexion)

Und genau das macht die - gerade auch an sich selbst - Zweifelnden aus und so unentbehrlich.

Und genau das macht die - gerade auch an sich selbst - Zweifelnden aus und so unentbehrlich.

09. April 2018
 
Wunderbarer Beitrag von Andreas Urs Sommer im Deutschlandfunk Kultur zur "Oikophobie" - es handelt sich bei Selbstzweifel gerade nicht um Selbsthass, Masochismus oder gar Selbstzerstörung, sondern um die unabdingbare Fähigkeit zur Selbstkritik, Selbstdistanz, zur Selbstreflexion, die für Persönlichkeitsreifung, für Erkenntnis, gerade auch Selbsterkenntnis, unerlässlich ist.
 
An all dem jedoch mangelt es bekanntlich gerade Rechten, Rechtskonservativen, insbesondere pathologischen Narzissten, die sich stattdessen eitel, selbstgefällig, selbstgerecht und selbstherrlich gebaren, um mittels solchen stets und rein kompensatorischen Verhaltens (siehe auch das vermeintliche Aufwerten des "Selbst" durch Zugehörigkeit zu einem vermeintlich überlegenen "Volk", einer Nation, Kultur oder Religion) gerade das zu verbergen, zu übertünchen, das für eben diese Menschen - Rechte, Nationalisten, "Patrioten", Rassisten (generell: gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, bspw. auch Misogynie), Narzissten - charakteristisch ist: der ausgeprägte Mangel an Selbstwertgefühl und (Selbst-) Bewusstsein bzw. der tatsächliche Selbsthass und damit einhergehend der Mangel an Mitgefühl und die Unfähigkeit zu lieben.
 
Es ist die Scham solcher Menschen über ihre ureigenen Charakterdefizite, Schwächen, über ihre Minderwertigkeits-, Unterlegenheits- und Abhängigkeits-, Bedürftigkeitsgefühle, über ihren Neid, ihre Gier etc., die sie nicht ertragen können und daher zu verbergen suchen - auch vor sich selbst.

Es hat dieses Verhalten gerade nicht mit reflektiertem, analytischen, kritischen Denken, gar mit Intellektualität oder Klugheit zu tun, sondern ist Ausdruck von genannten G e f ü h l e n (des Minderwertig-, Unterlegenseins, Abhängigseins, der Bedürftigkeit).
 
Ein reifer Mensch gründet sein Selbstverständnis, seine Identität, sein Selbstwertgefühl nicht auf irgendwelche Äußerlichkeiten, an von außen herangetragene oder einverleibte Attribute, sondern auf seinen Charakter, seine Persönlichkeit, seine Integrität - unentbehrlicher Bestandteil dessen ist gerade das wiederholte, unaufhörliche Hinterfragen, Reflektieren des eigenen Selbst, eigener Einstellungen, Perspektiven, Überzeugungen, Haltungen, Denk- und Verhaltensweisen.

Eben dieses Sich-Hinterfragen, das Reflektieren, Zweifeln, Ergründen macht Integrität, macht Erkennen, Reifen (auch Überschreiten, Transformieren ...) möglich und einen tatsächlich starken Charakter aus. Selbsterkenntnis, Reife erlangt man nicht nur, aber gerade auch hierdurch.
 
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