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Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie

Über Altruismus - wie weit und unter welchen Voraussetzungen möglich, realistisch, realisierbar, lebbar, echt, wahrhaftig?

 
Ja, da stimmt man (ich) spontan zu und doch ist es an einigen Stellen durchaus, sagen wir "sperrig", schwierig ... . Ja, da lässt sich einiges diskutieren ...

Aber: Es bleibt eben jeweils die Entscheidung des Einzelnen! Eben.
 
Letztlich: etwas ist besser als nichts, exakt.
Und vor allem geht es darum, sich von selbstgerechten, selbstschonenden, bequemen (sowie von Geiz und Gier, Hedonismus, Eskapismus und mangelndem Mitgefühl geprägten) Ausflüchten zu "befreien" ;) . - Nein, es ist nicht "das Schicksal" oder "Gott", der "lenkt" - es ist "der" Mensch: selbst. Im Rahmen seiner Möglichkeiten, aber eben auch: im Rahmen seiner Bereitschaft (!!), "helfen" ... zu w o l l e n. - Es ist sein Gewissen, seine "Moral", seine Fähigkeit (so vorhanden) zur Selbstkritik, zur ehrlichen Erkenntnis seines Selbst - mit den entsprechenden Folgen.

Mit einfachen Worten: Wenn es mir vergleichsweise gut geht und ich vom Leid und Elend anderer weiß - gleich, wie "nah" oder "fern" sie (räumlich) sind, jedoch nichts dagegen tue mit der Begründung, ich hätte dieses Leid nicht verursacht, nicht zu verantworten (was btw überdies noch die Frage ist), auch käme meine Hilfe ohnehin nicht oder nur unzureichend an, dann schone ich schlicht nur mich selbst - aus Bequemlichkeit, Ignoranz, Egomanie - aus: mangelndem Mitfühlenkönnen. Denn es ist tatsächlich nicht der "kühle Verstand", der uns zum "Helfen (-wollen)" veranlasst, sondern das Fühlen - das Mitfühlen. Und davon ab ist kein Denken jemals vollständig frei von Fühlen (siehe Hirnforschung, Neurowissenschaften, siehe bspw. Antonio Damasio "Ich fühle, also bin ich" ...).

Aber richtig ist, dass es alles so komplex ist, dass es uns häufig überfordert. Dass wir nicht wissen, wie wir wo anfangen sollen, dass wir die Sachverhalte, die Umstände, die Gegebenheiten nicht überblicken können. - Letztlich: können wir dann aber trotzdem immer noch "im Kleinen" agieren - und sei es, indem wir ganz basal "helfen" - im Freundes- und Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft oder im Akutfall - Menschen, die "draußen" gerade Unterstützung brauchen (Kinder, Alte, Kranke, Obdachlose ...).
 
Ich find´s halt immer wieder witzig: Wie war das mit der "christlichen Nächstenliebe"? ;) Und grade die "christlich rechtskonservativen" Typen (vor allem Männer, ja) sind es, die am wenigsten tun - "helfen". Die lieber hassen und hetzen und "Gutmenschen"-bashing betreiben. - Ja, das ist charakterliche Armut. Nichts weiter als das.
 
-
 

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