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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

alleinerziehend ... ist nicht gleich (allein) alleinerziehend

 
Akutalisierung am 07. Juli 2018
 
Auch ich möchte nochmals anmerken, dass Mütter nicht "arbeitslos" sind, wenn/nur weil sie erwerbslos sind.

Vielleicht lernt man auch bei den NDS (siehe unten verlinkten Artikel/Interview) doch einmal, den Arbeitsbegriff angemessen zu definieren und entsprechend zu verwenden:
 
Arbeit ist mehr und noch ganz anderes als Erwerbstätigkeit. Etliche Erwerbslose sind daher n i c h t arbeitslos.
 
Mütter leisten btw weltweit noch immer mehrheitlich die für jede Gesellschaft und Gemeinschaft absolut unentbehrliche, unersetzliche (häusliche) Sorge-Arbeit (sogen. Reproduktionsarbeit) - unentgeltlich. D e s h a l b ist materielle Armut weltweit "weiblich" (sind weit mehr Frauen als Männer von materieller Armut betroffen), deshalb ist Kinderarmut immer auch Eltern-, vor allem Mütterarmut.
 
Frauen werden als Mütter, als "häuslich" Sorgende, Pflegende weltweit ausgebeutet, "begründet" wird das damit, dass Sorge-Arbeit ihr Privatvergnügen sei und diese Arbeit (!) keine sei, sondern Tätigkeit, die "aus Liebe" ausgeführt werde - ja, aber deshalb wird/ist es nicht weniger Arbeit (auch andere Menschen haben Freude an ihrer Erwerbstätigkeit, so sie privilegiert sind, Glück haben - niemand spricht i h n e n ab, ihre Erwerbstätigkeit sei keine Arbeit, nur weil sie diese g e r n e, überzeugt und mit Verantwortungsbewusstsein tun, leisten - genau wie unzählige Mütter, Frauen weltweit).
 
Was wir brauchen ist - global im Übrigen - ein existenzsicherndes Sorge-Gehalt (keine Herdprämie), die auch monetäre Anerkennung, Wertschätzung von Sorge-Arbeit als Arbeit.
Dann erst hätten Frauen eine tatsächliche Wahlfreiheit und könnten selbstbestimmt entscheiden, ob und wann sie Mutter werden, dann erst würden wohl auch mehr Männer diese Arbeit leisten und sie könnte endlich paritätisch aufgeteilt werden - unter je individuellen, persönlichen Absprachen der Paare.
 
Darüberhinaus benötigen wir endlich zeitgemäße Arbeitsstrukturen, - formen, -zeiten, die Sorge-Arbeit ermöglichen, unterstützen, statt weiterhin die Dreifachbelastung von vor allem Frauen, Müttern und die immer frühere immer längere Fremdbetreuung von (Klein-) Kindern zu "fördern", mittels der Bindung verhindert oder beschädigt wird und in welcher (der Fremdbetreuung) es keineswegs um "Frühförderung" geht, die Kleinkinder nicht brauchen, sondern einen bedürfnisorientierten (!) Umgang, k e i n ökonomisches Funktionalisierbar-, Verfügbar-, Verwertbargemachtwerden für den neoliberalen Kapitalismus.
Übrigens:
 
Eine alleinerziehende Mutter, die geringqualifiziert und/oder aus anderen Gründen im Niedriglohnsektor tätig ist (sein muss), kann ihre und ihrer Kinder Existenz häufig ebenfalls - trotz Erwerbstätigkeit - n i c h t sichern, eben w e i l sie nur einen Niedriglohn und zumeist keine Qualifizierungsmöglichkeit, -förderung erhält.
 
Sie entkommt der materiellen Armut trotz Erwerbstätigkeit nicht. - Und das s o l l sie offenbar auch gar nicht, anderenfalls gäbe es tatsächlich weit mehr bzw. grundsätzlich bedürfnisorientierte Qualifizierungsmöglichkeiten und entsprechend finanzielle staatliche Förderung für Alleinerziehende sowie für Frauen die schon früh Mutter geworden sind und/oder nach vielen Jahren Kindererziehung, Sorge-Arbeit in Berufstätigkeit zurückkehren, sich ggf. auch neu orientieren und entsprechend weiter- oder erstmalig beruflich qualifizieren möchten. All das: gibt es n i c h t.
 
Allenfalls auf dem Wege der Privatfinanzierung, die materiell arme Frauen, Mütter sich selbstredend nicht leisten können. Oder es steht ihnen ausschließlich der Weg in kaufmännische oder soziale Berufe (Altenpflegerin bspw.) offen. - Wie verhält es sich da mit dem Recht auf freie Ausbildungs- und Berufswahl (GG Art. 12)? Das scheint es für Nicht-Privilegierte augenfällig nicht zu geben.
 
Wie verhält es sich mit der viel zitierten vorgeblich geleisteten Förderung von Menschen im Hartz 4-Bezug? Warum gibt es gerade für diese materiell armen Menschen kein gesetzlich verbrieftes Recht auf angemessene, bedürfnisorientierte, tatsächliche Qualifizierung - und das auch dann, wenn sie älter als 30 sind?

Stattdessen werden sie üblicherweise in sinnlose bis schädigende Weiterbildungsmaßnahmen, in Ein-Euro-Jobs und Niedriglohnjobs gezwungen, sanktioniert.
 
Der Subtext, d.h. die klare Aussage auch dieses Interviews (der NDS) ist ein Mal mehr:
 
Frauen, macht euch gefälligst weiterhin brav und demütig wirtschaftlich, finanziell abhängig von Männern (Partnern), solltet ihr es wagen, euch als Nicht-Vermögende fürs Alleinerziehendsein zu entscheiden, werdet ihr samt eurer Kinder dafür b e s t r a f t - mit materieller Armut. - Als sei das irgendwie neu, als ginge es nicht um den Erhalt des Patriarchats sowie eines seiner Symptome: den (neoliberalen) Kapitalismus.
 
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Mir hat man btw schon vor mehr als 20 Jahren - als ich mit 19 das erste Mal Mutter wurde (mit meinem heute 25-jährigen Sohn) - bei der Behörde (süddeutsche Provinz) wörtlich gesagt:

"Mensch Mädchen, warum hast du denn nicht geheiratet?!"

Keine weiteren Fragen.
 
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Aktualisierung am 27. Juni 2019
 
Zum Thema "Netzwerke", siehe hierzu u.a. oben verlinkten Text "Armut prägt stärker als Familienstatus", pharmazeutische-Zeitung.de:
 
1. Es ist Aufgabe, Pflicht eines Sozialstaates - siehe Sozialstaatsgebot Art. 20 Abs. 1 GG - materieller Armut vorzubeugen bzw. sie bei Entstanden-, Vorhandensein angemessen und zeitnah zu beheben.

Dies trifft somit auch auf Kinderarmut und Mütterarmut zu - siehe Armutsfaktor Alleinerziehendsein, siehe hierzu außerdem Art. 6 Abs. 1 und Abs. 4 GG.
 
2.  Private Neztwerke entbinden den Staat, die jeweilig amtierende Regierung nicht von dieser Pflicht.
 
Solche Netzwerke basieren auf vielfältigen Umständen, Zufällen, je persönlichen sozialen sowie finanziellen, wirschaftlichen Möglichkeiten und Kapazitäten, wiederum insbesondere dem möglichen, uneingeschränkten, nicht verstellten Zugang zu soziokultureller Teilhabe, Mobilität, Bildung, Information, guter medizinischer Versorgung u.a.m..
Hierfür sind bereits entsprechende finanzielle Mittel unabdingbar.
 
Voraussetzung ist außerdem, nicht bereits je persönlich (siehe Biographie) intensiv, langwierig psychisch-emotional und/oder physisch überlastet oder gar beschädigt (worden) zu sein, bspw. in eigener Kindheit und Jugend - u.a. wiederum aufgrund materieller Armut, des sozialen Status ... .

3. Soziale Netzwerke lassen sich am besten dort und dann aufbauen, wo dies tatsächlich niedrigschwellig, unbürokratisch, bedarfsgerecht, bedürfnisorientiert und nicht konstenintensiv möglich ist.
 
Hierzu trägt die Kleinfamilie gerade nicht bei, im Gegenteil. Stattdessen erforderlich ist anderes, d.h. zeitgemäßes, ökologisches gemeinschaftliches, selbstverwaltetes Wohnen, Miteinanderleben auf Basis entsprechender Architektur und Infrastuktur, siehe sogen. alternative Wohnprojekte, generationenübergreifendes Wohnen, co-housing.
 
D i e s gilt es staatlich angemessen zu fördern - statt es wie bisher zu behindern, siehe bspw. Architektur/Wohnungsbau, zu hohe Mieten, Hartz 4 (Stichwort/Problem Bedarfsgemeinschaft, permanente Bedarfsunterdeckung etc.), Niedriglöhne, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, zu geringe Altersrente, Altersarmut, Ehegattensplitting, Mehrfachbelastung von Frauen, Müttern, Alleinerziehenden (Stichwort unbezahlte häusliche Sorge-Arbeit und Erwerbstätigkeit ...) - bzw. es nur Privilegierten vorbehalten bleiben zu lassen. 
 
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23. Februar 2018
 
Zur Situation nicht nur, aber gerade auch vieler Alleinerziehender im reichen Deutschland, dem es doch "so gut geht", hier nochmal (m)eine Stellungnahme:
 
Unter anderen (Menschen) malocht auch die Alleinerziehende häufig in einem Niedriglohnjob oder mehreren Minijobs, ihre Kinder sind währenddessen qualitativ keineswegs gut fremdbetreut, sondern von frühester Kindheit an durch die grundsätzlich viel zu frühe Fremdbetreuung geschädigt - siehe Verlust-, Trennungsängste, Stress, gestörte oder unmöglich gemachte Bindung - die jedoch lebenslang eine so immens wichtige Rolle spielt: die sichere Bindung, das Ausbildenkönnen von Urvertrauen, das das Selbstvertrauen überhaupt erst möglich macht/zur Folge hat - und wir sehen all die persönlichkeitsgestörten Menschen, insbesondere pathologische Narzissten, ängstliche Konservative bis hin zu Tätern schwerer Gewalttaten ..., denen es an genau dieser sicheren Bindung fraglos fehlte.
 
Ich wiederhole:
Es geht in neoliberaler Politik, Regierung nicht um die Kinder (deren Wohl), es geht nicht um die Mütter, Frauen (deren berufliche "Selbstverwirklichung", Freiheit, Selbstbestimmung, Gleichberechtigung) - es geht rein nur um die Wirtschaft, um das Instrumentalisieren der Lohnarbeitssklaven.
 
Denn ein tatsächlich bedürfnisorientiertes Arbeiten, Wirtschaften, Handeltreiben und Wohnen, müsste ein tatsächlich (!) am Gemeinwohl orientiertes sein (und das in letzter Konsequenz auch und gerade auf das möglichst globale Gemeinwohl hin orientiert, darum bemüht). Aber es geht nicht um das Gemeinwohl, sondern um Privilegien, Profite, Gier, Geiz, Neid, Konkurrenz, Kampf, Ausbeutung, Unterwerfung, Macht, Unterdrückung.
 
Und da schließt sich der Kreis: W a r u m werden Menschen (weltweit btw) zu solchen "Monstern"? - Es liegt in ihrer Kindheit, Prägung und Sozialisation begründet, häufig eben in Schwarzer Pädagogik (die nicht nur aus Schlagen besteht, die nicht ausschließlich durch physisch sichtbare Gewalt gekennzeichnet ist) und zumeist auch in religiöser Indoktrinierung.
 
Wenn mit dem Kind nicht angemessen, d.h. je individuell bedürfnisorientiert umgegangen wird oder werden kann (weil die Eltern selbst bereits massiv beschädigt (worden) sind oder unter Druck stehen - siehe Krisengebiete, Gewalt, Armut, Elend, Not, diktatorische Regime ...), dann entwickelt es sich entsprechend: negativ - bspw. ängstlich, misstrauisch, aggressiv, gewalttätig, abwehrend, verweigernd, unkooperativ, neidisch, gierig, narzisstisch, Sucht ausbildend, Macht/Kontrolle/Unterwerfung anstrebend usw. - man nennt das allgemeinhin Kompensation, siehe außerdem Gehorsam, Identifikation mit dem Aggressor, freiwillige Knechtschaft, Selbstentfremdung (mit wiederum entsprechenden Folgen - des Suchens nach "Höherem, Übergeordnetem" aufgrund der Haltlosigkeit usw.).
 
Denn das ihm angeborene (!) Mitgefühl ist gravierend beeinträchtigt, beschädigt, somit seine Fähigkeit zu prosozialem Verhalten auf ganz ursprünglicher Basis eben dieses Mitgefühls, intrinsischer, nicht (bspw. religiös) oktroyierter Moral.
 
Zum Nachweis des Zutreffens dessen sei immer wieder auf Erich Fromm ("Anatomie der menschlichen Destruktivtät", "Die Kunst des Liebens" ...) verwiesen, außerdem auf Alice Miller, Arno Gruen (Schmerz, Anpassung, Gehorsam ...) und Joachim Bauer ("Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt").
 
Und die Geschichte zeigt uns in nicht wenigen Figuren deutlich auf, was passiert, wenn Menschen eine belastende, insbesondere physisch und/oder psychisch gewaltvolle Kindheit erlitten haben: Sie werden (als einstige Opfer) selbst zu Tätern - man denke bspw. an Hitler, Stalin - oder zu Kranken - man denke bspw. an Nietzsche.
 
Es kann allerdings auch vorkommen , dass die alleinerziehende Mutter in Hartz 4 - mit ihrem Kind - vegetiert.
 
Weil:

- es ihr an einer beruflichen Qualifikation, einem berufsqualifizierenden Abschluss/Scheinchen, außerdem auch an "Kontakten" fehlt
 
- sie vom Jobcenter über Jahre keine Weiterbildung, Umschulung bzw. berufliche Qualifizierung gewährt/finanziert bekommt (da es hierauf keinen Rechtsanspruch gibt), obwohl sie zertifizierte Maßnahmen und entsprechende Träger vorlegt
 
- sie infolgedessen mittels Ein-Euro- oder Minijobs bis ins Alter bzw. bis in den Tod am Hartz 4-Tropf hängen muss - und das offensichtlich auch s o l l (anderenfalls erhielte sie ja vom Jobcenter individuelle passende Unterstützung, Stichwort "fördern")
 
- sie möglicherweise physisch chronisch krank und daher zusätzlich entsprechend beruflich eingeschränkt ist und die Jahrzehnte währende materielle Armut (inklusive aller Folgen, Belastungen, Entbehrungen und ohne jeglichen familiären, sozialen Rückhalt) diese Situation kontinuierlich nur verschlechtert, statt verbessert.
 
Sorry, dass ich schon wieder selbstmitleidvoll "gejammert" hab´, aber ja:
Ich würde sehr gerne mal Zahlen haben:
 
Wievielen Menschen es im Hartz-Vollzug eigentlich wie lange schon aus welchen Gründen wie schlecht geht: physisch und/oder psychisch. Und was das mit ihnen "macht" - mit ihrer Persönlichkeit, ihrem Selbstwertgefühl, ihrer Gesundheit, ihrem Verhalten (siehe bspw. Ängste, Rückzug, Aggression, Depression, Verzweiflung bis hin zum Suizid).
 
Warum gibt es hierzu keine Studien - nicht nur also zur "Erwerbslosigkeit", denn es ist nicht die Erwerbslosigkeit das Problem dieser Menschen, sondern: dass sie keine Zugehörigkeit haben, keine Teilhabe, dass sie keine Anerkennung und Wertschätzung erhalten und sich nicht nach je persönlichen Möglichkeiten, Fähigkeiten, Interessen, Stärken, Wünschen, aber auch etwaig vorhandenen Einschränkungen, Belastungen in die Gesellschaft einbringen können und dabei gerade n i c h t individuell bedürfnisorientiert unterstützt werden.
 
Nein, Menschen brauchen keine "Arbeit" um jeden Preis.
Nein, nicht jede "Arbeit" (Erwerbstätigkeit) ist besser als keine.
 
Menschen brauchen ein existenzsicherndes Einkommen und all das, das ich soeben aufgezählt habe.
 
Und dafür wiederum ist eine gute, stabile, fröhliche, lebenslang prägende und im Idealfall tragende Kindheit absolute Grundvoraussetzung - um den "Unbillen", Herausforderungen, Belastungen des Lebens überhaupt gewachsen zu sein, um sie bewältigen (!) zu können.
 
Was Menschen (gleich ob Kinder oder Erwachsene) n i c h t brauchen, was sie stattdessen belastet, beschädigt, ist:
 
bevormundender, respektloser Paternalismus, Ignoranz, Verachtung (getarnt als "Mitleid"), Beschämung, Verheizt-, Ausgebeutetwerden und Schwarze Pädagogik:

Druck, Zwang, Kontrolle, Schikane, Härte, Strenge, emotionale Kälte, Dressur, Strafe - also absichtsvolles Schmerzzufügen, das man im allgemeinen Sprachgebrauch als Sadismus bezeichnet - Gewalt also: psychische und/oder physische).
 
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Zu den Vätern seien mir noch einige Bemerkungen gestattet:
 
Die Väter haben seit Juli 1998 - auch ohne das Sorgerecht zu haben - ein Umgangsrecht, d.h. das Recht auf "Umgang" mit ihren von ihnen getrennt lebenden, d.h. nicht in ihrem Haushalt lebenden, Kindern.
 
Sie haben jedoch nur in der Theorie auch eine Umgangspflicht.
 
Die Kinder, welche überwiegend bei/mit der Mutter leben, haben ebenfalls ein – theoretisches - Recht auf Umgang mit ihren Vätern, jedoch können sie dieses in den seltensten Fällen geltend machen, wenn: die Väter ihrer Umgangspflicht nicht nachkommen wollen.
 
Denn ein Vater, der keinen Umgang mit seinen Kindern will – und derer gibt es nicht wenige, wie auch Väter, die keinen Unterhalt für die Kinder zahlen, obwohl sie es könn(t)en – kann man dazu nicht zwingen. Ein erzwungener Umgang wäre dem Kindeswohl sehr wahrscheinlich "abträglich" …, da ein Vater, der zum Umgang gezwungen würde, sich aller Voraussicht nach seinen Kindern gegenüber nicht angemessen verhalten würde/wird, dies wäre folglich nicht im Sinne des viel zitierten Kindeswohls und die Kinder selbst hätten sicherlich bald keinen Wunsch mehr nach Kontakt zum Vater bzw. "Umgang" mit ihm.
 
So haben die Väter also ein Recht, dessen zugehörige Pflicht (denn zu allen Rechten gehören auch Pflichten – die Kehrseite von Freiheit ist Verantwortung) sie jedoch schlicht verweigern können und: dürfen. Sie bleiben dabei völlig unbehelligt, d.h., wenn sie ihrer Umgangspflicht gegenüber ihren Kindern nicht nachkommen, hat dies keinerlei negative Konsequenzen für sie, sie werden bspw. nicht in irgendeiner Weise für diese Umgangspflichtverweigerung sanktioniert.
 
Die Kinder hingegen, selbst wenn sie sich den Kontakt mit dem Vater noch so sehr wünschen, haben in solchen Fällen keine Handhabe  (und auch ihre Mütter nicht), ihr eigenes Recht auf Umgang mit dem Vater durchzusetzen bzw. davon "Gebrauch" zu machen. – Das heißt im Klartext: Die Kinder müssen auf ihre Väter schlicht verzichten, sie entbehren und das zumeist über (viele) Jahre, mitunter und nicht selten auch für die Dauer ihrer gesamten Kindheit.
 
Der Vater ist also keine Bezugsperson für seine Kinder.
Und die Kinder müssen vor allem mit dieser Jahre währenden massiven Zurückweisung, Ablehnung und den damit einhergehenden Gefühlen leben – müssen diese Situation, d.h. der Väter egozentrisches, verantwortungs- und empathieloses Verhalten einfach hinnehmen, "schlucken", den Vater entbehren – mit allen auch langfristig (bis lebenslang) wirkenden, negativen Folgen.
 
Was hat sich "der Gesetzgeber" hierbei nur gedacht?
 
Wo sonst im Leben gibt es Rechte ohne zugehörige Pflichten? Und dies also ausgerechnet in einem solch sensiblen Bereich mit überdies weitreichenden Folgen – denn die Kinder müssen lebenslang damit zurechtkommen, dass der Vater an ihnen, an jedenfalls "Umgang" mit ihnen, keinerlei Interesse hat, dass einige Väter tatsächlich auch gar nicht um Umgang "kämpfen" oder sich wenigstens bemühen, sondern im Gegenteil alles der Mutter überlassen, sich jeglicher eigener Pflichten vollständig, bequem und egoistisch entziehen – und das: ungehemmt, ungehindert, "legal" sowie ohne irgendwelche negativen Konsequenzen.
 
Was hat dieses Umgangsrecht ohne Umgangspflicht also mit dem Kindeswohl zu tun, inwiefern ist jenes diesem förderlich, zuträglich?
 
Und wodurch, womit, auf welche Weise könnte hier Abhilfe geschaffen werden: im Sinne des Kindeswohls?
 
Und was ist zwischenzeitlich mit all den Kindern, die ohne Väter aufwachsen müssen, die mit dem Wissen aufwachsen müssen, dass der eigene Vater sie nicht will, sich nicht für sie interessiert, sich nicht im Mindesten um sie bemüht – dass sie ihm schlichtweg völlig gleichgültig sind?
 
Abschließend sei mir auch die Frage gestattet, wie gerecht? dies (eine solche gesetzliche Regelung) gegenüber den (alleinerziehenden) Müttern ist?
 
Denn nein, es hängen nicht mehrheitlich Frauen Männern heimtückisch/hinterrücks Kinder an. Männer wissen zumeist durchaus, ob und wenn ja, wie eine Frau verhütet oder auch nicht.
Männer tragen daher die gleiche Verantwortung wie Frauen, wenn sie "ungeschützten" Geschlechtsverkehr (mit Frauen) haben und ein Kind dabei/daraus entsteht. Männer können immerhin und zumindest Kondome benutzen, wenn sie eine Zeugung, eine Schwangerschaft, d.h. das Entstehen eines Kindes auf jeden Fall vermeiden möchten. Tun sie dies jedoch nicht, wissen aber, dass die Frau also grundsätzlich schwanger werden kann/könnte, so ist mit nichts zu rechtfertigen, dass sie sich dann, wenn "es passiert ist", aus dem Staub machen – aus der Verantwortung stehlen. Denn sie "treffen" nicht nur die Frau damit, sie "bestrafen" insbesondere ihre eigenen Kinder mit solchem Verhalten.
 
Aber auch und sogar das scheint nicht wenigen Männern - "Vätern" - tatsächlich vollständig gleichgültig zu sein.
 
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"[...] Alleinerziehende als "Armutsrisikogruppe"
40 Prozent der von Einkommensarmut Betroffenen sind Alleinerziehende. Signifikant häufig anzutreffende Beschwerden bei hauptsächlich alleinerziehenden Frauen sind Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit, Kreislaufprobleme, Menstruationsbeschwerden, Magenerkrankungen sowie Erkrankungen der Atmungsorgane und psychische Verhaltensauffälligkeiten, vor allem Depressionen. Alleinerziehende Frauen würden nach einem Gesundheitsbericht des Landes Berlin gern mehr für ihre Gesundheit tun, was jedoch aufgrund fehlender zeitlicher und finanzieller Ressourcen sowie fehlender Koordinierung der Gesundheitsangebote nicht möglich sei. Um gesundheitsbezogenes Handeln zu ermöglichen, müßten die medizinischen Versorgungsstrukturen der besonderen Lebenssituation Alleinerziehender angepaßt werden.
 
Verschiedene Studien belegen, daß alleinerziehende Frauen Krankheiten nicht rechtzeitig behandeln lassen. Sie nehmen häufiger als Vergleichsgruppen rezeptfreie Medikamente zur Selbstbehandlung ein (insbesondere Schmerz- und Schlafmittel sowie stimmungsaufhellende Medikamente), die teilweise erhebliches Suchtpotential beinhalten. [...]"
 
Quelle: aerzteblatt.de / Deutsches Ärzteblatt, "Armut und Gesundheit: Soziale Dimension von Krankheit vernachlässigt"
 
ENDLICH. Danke. Längst überfällige Sätze. (Siehe taz-Artikel "Die falschen Alleinerziehenden".)
 
Was wir vor allem dringend brauchen - insbesondere Mütter, ja - ist das gesellschaftliche Anerkennen von (Für-) Sorge-Arbeit als eben dies: als Arbeit, als Leistung - überdies eine, die für jede Gesellschaft unentbehrlich ist. Und ein entsprechend angemessenes (!), monetäres Honorieren dieser Arbeit, damit gerade und vor allem Frauen endlich eine wirkliche Wahlfreiheit haben (hinsichtlich dessen, ob und wann sie wieder außerhäusig erwerbstätig sein wollen) - statt der Druck und Zwang zu immer früherer Fremdbetreuung, der wiederum jedoch nur auf all jenen Frauen lastet, die nicht privilegiert sind - die ihre Kinder also in Fremdbetreuung geben müssen und daher gerade keine Wahlfreiheit haben.
 
Ja: alleinerziehend ist nicht gleich allein alleinerziehend.
 
Und Hartz4 ist eine menschenverachtende, menschenvernichtende Katastrophe. Insbesondere für all die Kinder, die unter diesen Bedingungen ihre gesamte Kindheit verleben müssen und deren Eltern, zumeist ae-Mütter, selbst massiv darunter leiden: psychisch wie physisch.
 
Das ist nie wieder "wettzumachen", "nachzuholen": Was als Kind, in der Kindheit erlebt, erfahren wurde: prägt. Für das gesamte weitere Leben. Folglich auch all das, das - an positiven, schönen, eindrücklichen ... - Erlebnissen nicht erlebt, erfahren werden konnte und später nicht als unverzichtbare Erinnerungen vorhanden ist ... .
 
Aber irgendwie scheint all das niemanden zu interessieren ... . - Was erforderlich wäre, wäre das Anerkennen von Sorge-Arbeit (siehe oben) und andere Formen, zusammen zu wohnen, zu leben, zu arbeiten - generationenübergreifend und jenseits der Kleinfamilie - in Form von Wahlverwandtschaften. Es gibt solches bereits. Wiederum nur Privilegierten zugänglich. Wie stets. Wie alles.
 
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Dass Kinder von Alleinerziehenden nicht aufgrund des Alleinerziehendseins der (mehrheitlich) Mütter häufiger krank, psychisch gestört, vernachlässtigt oder anderweitig "fehlbehandelt", gefährdet oder beschädigt sind als Kinder, die im Rahmen von (heterosexueller) Paarbeziehung und/oder Ehe aufwachsen, steht völlig außer Frage.
 
Was mich an diesem Artikel stört, ist, dass Alleinerziehende wieder als Art homogene Gruppe betrachtet werden, insbesondere, dass behauptet wird, die Alleinerziehenden seien nicht mehr gestresst als andere Mütter - das hängt doch sehr von den je persönlichen Lebensverhältnissen, von also materiellen, gesellschaftlichen, familiären Verhältnissen ab.
 
Die Alleinerziehenden, auf die sich im Spektrum-Artikel bezogen wurde, waren, wie dort genannt, "Bessergestellte". - Wenn Alleinerziehende hingegen materiell arm sind, auf kein "soziales Netzwerk" zurückgreifen können (weil keines vorhanden ist und aus vielerlei Gründen auch keines aufgebaut werden konnte), wenn Alleinerziehende bspw. auch in Vollzeitberufstätigkeit (mit geringem Einkommen) längerfristig (über Jahre) unter einer Dreifachbelastung stehen (Kinder, Haushalt, Beruf/Erwerbstätigkeit), so kann das durchaus zu mehr "Stress", zu außerdem auch dem Mütter-burnout, zu chronischer physischer und/oder psychischer Erkrankung führen.
 
Daraus ist jedoch nicht abzuleiten, dass diese Frauen/Mütter (Ehe-) Männer an ihrer Seite brauchen (was allerdings durchaus wünschenswert wäre, geboten ist: dass Männer sich fürsorglich, wertschätzend, kooperativ, prosozial verhalten - Frauen, Kindern, Mitmenschen gegenüber grundsätzlich), sondern dass diese Frauen mit ihren Kindern in eine fürsorgliche, kooperative, verlässliche Gemeinschaft integriert sind, die auf gewachsenen Beziehungen basiert, also familiäre Strukturen hat, in der freundschaftliche Verhältnisse/Beziehungen bestehen - in Form von Wahlverwandtschaften bspw., idealer- wie natürlicherweise generationenübergreifend und ja, auch geschlechterheterogen.

Das Problem ist also die Kleinfamilie bzw. das soziale Isoliertsein, die alleinige Verantwortung, die viele Mütter zu tragen haben und die sie nachvollziehbarerweise belasten, insbesondere, wenn materielle Armut und/oder chronische Erkrankungen oder anderweitige Zusatzbelastungen hinzukommen.
 
Warum ich mich schließlich auch mit künstlicher Befruchtung bzw. mit (anonymen) Eizell- und/oder Samenspenden sowie Leihmutterschaft schwertue, sei auch hier nochmals kurz begründet:

Weil ich dies für sehr egoistisch halte, da nicht die Interessen der (gezeugt und geboren werdenden) Kinder im Vordergrund stehen, sondern die der (werdenden sozialen und/oder biologischen) Eltern - denn: die Kinder können zuvor nicht befragt werden, ob sie mit all dem einverstanden sind.

Für die Identitätsbildung und Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen ist es jedoch durchaus wichtig, um seine biologischen Wurzeln zu wissen, zu wissen, von wem das Kind wohl was "geerbt" hat - denn ja, es ist nicht alles eine Sache der Prägung, Sozialisation, man denke nur an bspw. Erbkrankheiten, an epigenetische Einflüsse, an die Einflüsse, denen der Fetus im Mutterleib bereits ausgesetzt ist, an aber auch tatsächlich "Kleinigkeiten", die offenbar "vererbt" sind (Äußerlichkeiten, siehe auch ethnischen und kulturellen Hintergrund, siehe bspw. auch die Gemeinsamkeiten von Zwillingen im Verhalten, die in verschiedenen Familien aufwuchsen, unterschiedlich geprägt und sozialisiert wurden ...).
 
Schade, dass all das noch immer kaum bis gar nicht berücksichtigt wird - zum Leid der Kinder, denn wir wissen längst von auch Adoptierten, dass es für sie zumeist durchaus mit - häufig jahrelangem - Leid verbunden ist, ihre biologischen Eltern nicht kennen zu können, zu dürfen (siehe bei geschlossener Adoption), selbst dann, wenn die Adoptiveltern "vorbildlich" waren/sind ... .
 
Wie verhält es sich also mit der Identitätsbildung und Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, die (zukünftig wohl) mehrere biologische "Eltern" und davon abweichende soziale Eltern haben (siehe bspw. eben bei Eizell- und/oder Samenspende, Leihmutterschaft, wenn die biologischen "Eltern" nicht die sozialen sind und dennoch ja Einflüsse gerade auch dieser - unterschiedlichen - biologischen "Eltern" bestehen, sich lebenslang auch zeigen, auswirken ...)?

Wie verhält es sich mit dem Recht des jeweiligen, so entstandenen und so aufwachsenden Kindes - mit seinen Wünschen, Bedürfnissen (bspw. nach Kenntnis der und Kontakt zu den biologischen "Eltern")?
Das Kind kann im Vorhinein nichts mitentscheiden, wird viel mehr vor vollendete Tatsachen gestellt, muss damit leben.
 
Der Unterschied zu anderen Situationen (wie bspw. Tod eines Elternteils durch Unfall oder Krankheit ...) liegt darin, dass hier etwas bewusst, absichtsvoll von vornherein so entschieden und durchgeführt wird, dass es keinem Zufall unterliegt (wie bspw. der Umstand, wo ein Mensch wann, in welche Kultur, Zeit, Verältnisse ... geboren wird und darauf selbst auch keinerlei Einfluss hat) - im Falle der künstlichen Befruchtung bzw. solcher mit (anonymer) Eizell- und/oder Samenspende und (anonymer) Leihmutterschaft sieht das anders aus: hier bestimmen die (sozialen und biologischen) Eltern über die Verhältnisse, die "Entstehungsumstände" des Kindes und somit auch darüber, mit welchen Belastungen das so entstandene Kind im späteren Lebensverlauf "möglicherweise" zu kämpfen hat, siehe, was ich oben dazu bereits ausführte (Identitätsbildung ...).

Es liegt hierin also eine immense Verantwortung, der die Eltern jedoch gar nicht gerecht werden können, eben weil sie ihre Interessen über die des (zu zeugenden) Kindes stellen.
 
Es ist letztlich immer ein mehr oder weniger egoistischer Wunsch, der Kinderwunsch, denn grundsätzlich wird kein Mensch (erst noch entstehendes Kind) zuvor gefragt, ob er gezeugt und geboren werden will (schon gar nicht: wann, von wem, wohin bzw. wohinein ...), aber wenn Menschen die Möglichkeiten und Voraussetzungen haben, das Kinderkriegen doch sogar einigermaßen "planen" zu können, so sollten sie m.E. die Interessen, Bedürfnisse des (entstehenden) Kindes durchaus nach bestem je aktuellen Wissen und Gewissen einbeziehen.
 
Für mich ist das tatsächlich mal wieder nichts weniger als eine ethische Frage.
 
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Im Grunde ist das nichts anderes als eine SANKTION! Denn wie bei den Sanktionen wird Geld gekürzt: von einer Hartz 4-"Leistung", die an sich schon das Existenzminimum sein soll - wie kann ein Minimum gekürzt werden: dürfen?!? Und das auch noch ohne eigenes "Verschulden", sondern einfach nur, weil das Kind Umgang mit seinen beiden (getrennt lebenden) Eltern hat - und darauf sogar ein gesetzliches Recht/einen gesetzlich verbrieften Anspruch hat! ?!?
 
"[...] Auch neue Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen: Die Bundesbürger sind viel weniger »faul«, als es Politiker oft suggerieren. In einer ebenfalls am Mittwoch von der BA vorgestellten Untersuchung der Statistikbehörde heißt es, dass die Wertschöpfung der unbezahlt geleisteten Arbeit im Jahr 2013 rund 987 Milliarden Euro entsprach. Zugrunde gelegt wurde hier ein Entgelt von 9,25 Euro pro Stunde, ein »vergleichsweise niedriges« Lohnniveau, wie die Verfasser der Studie einräumen. Die Summe entsprach nach dieser Berechnung rund 39 Prozent der Bruttowertschöpfung im Bruttoinlandsprodukt. Männer wandten der Untersuchung zufolge im Schnitt täglich 2,5 Stunden, Frauen vier Stunden für Ehrenamt, Hausarbeit, Betreuung und Pflege von Angehörigen oder Nachbarschaftshilfe auf. Insgesamt hätten Frauen und Männer damit unentgeltlich mehr Werte geschaffen als das produzierende Gewerbe mit 769 Milliarden Euro im selben Jahr.
 
Die Arbeitsleistung von Müttern mit kleinen Kindern – sie gelten für Jobcenter als »Vermittlungshemmnis« – beleuchtete im Auftrag der BA das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB). Seiner ebenfalls am Mittwoch vorgestellten Analyse zufolge arbeiten Mütter mit zwei Kindern, von denen das jüngste im Vorschulalter ist, durchschnittlich 61 Stunden pro Woche. Davon waren nur 15 Stunden bezahlte Erwerbsarbeit. Der »Rest« entfiel auf Haushalt, Kinderbetreuung und Pendeln. Ist das jüngste Kind mindestens zwölf, arbeiten Mütter immer noch rund 56 Wochenstunden. Männer wenden ähnlich viel Zeit auf, davon allerdings doppelt so viele Stunden für den Beruf. Bei der Erwerbsarbeit seien Frauen deutlich benachteiligt."
 
Quelle: junge Welt, "Verwaiste Hängematten", siehe oben stehenden Link.
 
"[...] Ja, es gibt den Unterhaltsvorschuss. Der wird aber nur bis zum zwölften Lebensjahr gezahlt, im besten Fall sechs Jahre lang, 180 Euro monatlich. Danach kann die Frau sehen, wie sie klar kommt. Findet die Trennung statt, wenn das Kind zum Beispiel zehn ist, gibt es nur zwei Jahre Geld. Der Staat will sich den Vorschuss später vom Schuldner zurückholen - sollte er liquide sein. Fein raus, die Männer.
 
Oder: Eine Trennung, geteiltes Sorgerecht, das Umgangsrecht ist geregelt. Irgendwann meint der Vater, der im Übrigen keinen Unterhalt zahlt, zu wenig Geld zu haben. Er ruft bei der Erziehungskasse an, behauptet, eines der beiden Kinder lebe jetzt bei ihm. Kurz darauf liegt im Briefkasten der Mutter ein Bescheid, die Kindergeldzahlung für ein Kind werde ab sofort eingestellt. Keine Überprüfung, keine Nachfrage. Mannes Wort hat Gewicht. Die Frau muss rotieren.

Oder: Der zahlungspflichtige Erzeuger lebt im Ausland. Nimmt er sich vor, nichts zu zahlen, ist alles aus. Über alle Berge, auch innerhalb der EU. Keine Handhabe, wenn keine Adresse vorliegt.
 
Die Willkür der Ämter und Kindsväter
Dass auf Mutterliebe Verlass ist, darauf vertraut auch der Gesetzgeber. Väter können nicht gezwungen werden, sich um ihr Kind zu kümmern, urteilte das Bundesverfassungsgericht 2008. Seit 2008 haben geschiedene Alleinerziehende mit Kindern über drei Jahren in der Regel auch keinen Anspruch mehr auf Betreuungsunterhalt. Die Mutter soll gefälligst Vollzeit arbeiten, sofern es eine Betreuungsmöglichkeit für das Kind gibt. Vater kann sich derweil einen Lenz machen.

2003 wurde der Haushaltsfreibetrag für Alleinerziehende abgeschafft. Seither werden sie - vor allem in unteren Einkommensklassen - fast so besteuert wie Singles, auch bei der Beitragserhebung zur Sozialversicherung werden Kinder nicht berücksichtigt.
                                                                             
Mütter und deren Kinder, so der Eindruck, sind der Willkür der Ämter und der Kindsväter ausgeliefert sind. Auch wenn ein Vater nichts zahlt und sich daneben benimmt: Er kann das gemeinsame Sorgerecht gegen den Willen der Mutter durchsetzen. Für jedes Kinkerlitzchen - ob Reisepass, Arztwechsel, Klavierunterricht - muss sie ihn dann um Erlaubnis bitten, auch Umziehen mit Kind ist nicht drin. [...]"
 
Quelle: Deutschlandradio Kultur - "Recht für Väter ist Pech für Mütter"
 
 
Ich frage mich, von wem wie eigentlich das viel zitierte Kindeswohl definiert wird - müsste nicht die generelle Grundlage (für Eltern sowieso, besonders aber auch also für Exekutivorgane wie Jugendämter, Familienrichter, Polizisten und auch Kindertageseinrichtungen) jeglicher Entscheidungen und Verhaltensweisen die Bedürfnisorientiertheit am jeweiligen (je individuellen!) Kind sein - also: tatsächlich/echt bedürfnisorienterter Umgang seitens der Erwachsenen mit dem Kind/den Kindern?

Dann wäre zu klären, wer was unter "bedürfnisorientiert" versteht bzw. wenn dies als Begriff nicht etabliert ist (bedürfnisorientierter Umgang), warum das nicht der Fall ist und ob und wie es sich ändern ließe.

Wenn es missverständnisfrei geklärt und definiert (auch also entsprechend festgehalten - siehe Gesetze) wäre/würde, was mit bedürfnisorientiertem Umgang gemeint ist, so könnte es dann auch keine Streitigkeiten mehr darüber geben - es könnte also nicht ein Elternteil von sich behaupten, er gehe in dieser Weise mit dem Kind um - es wäre dann ja gewissermaßen "überprüfbar" bzw. widerlegbar - und dafür kommt es entscheidend auf eben die Verhaltensweisen und Befindlichkeiten des jeweiligen Kindes an.

In jedem Fall, in dem ein Elternteil oder beide n i c h t bedürfnisorientiert mit dem Kind umgeht (was sich täglich im Übrigen auf der Straße/in der Öffentlichkeit beobachten lässt: wieviele Eltern dies nicht tun, nicht können oder wollen), müsste dann angemessene Unterstützung zur Seite gestellt werden: niedrigschwellig, kostenfrei, ohne Druck/Zwang, auf vertrauensvoller Basis.

Es scheint vielen Eltern nicht nur an Basiswissen hinsichtlich dessen zu fehlen, was von einem Kind in welcher Entwicklungsphase überhaupt erwartet werden kann, sondern auch und vor allem an unabdingbar erforderlichem Einfühlungsvermögen, Mitgefühl, Feinfühligkeit - d a s ist das Wichtigste (nicht diverse "Erziehungsratgeber").

Das betrifft aber wie gesagt beide Eltern"teile". Nur dann, wenn man sich also an der Bedürfnisorientiertheit tatsächlich in der Praxis ausrichtete (Jugendämter, Familiengerichte ...), würden einige Entscheidungen anders gefällt werden müssen, wie ich "vermute".
 
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Kleinfamilie für Kleingeister - eine tragische, antiquierte Familienkomödie: links. Wahlverwandschaften für sich nahestehende Menschen in solidarischer Gemeinschaft: rechts - ein zukunftsfähiges Modell. :)

Kleinfamilie für Kleingeister - eine tragische, antiquierte Familienkomödie: links. Wahlverwandschaften für sich nahestehende Menschen in solidarischer Gemeinschaft: rechts - ein zukunftsfähiges Modell. :)

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