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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Gott, Religion(en), (Mono-) Theismus, Kirche(n), Glaube(n), Transzendenz, Metaphysik, Mystik vs. Spiritualität, Realismus, Philosophie, evolutionärer Humanismus ;)

 
Eine Anmerkung zur Religionsfreiheit
 
Die, d.h. jede Religion - ihre theoretische (Glaubens-) Grundlage, ihre Ge- und Verbote, ihre (Glaubens-) Überzeugungen, ihre Auslegungsformen und ihre Anwendungs-, Ausübungspraxis - findet grundsätzlich und ausnahmslos dort ihre Grenze, wo sie wissentlich, wahrnehmbar, erkennbar oder gar vorsätzlich gegen Grundrechte, gegen universelle Menschenrechte verstößt, diese missachtet, verletzt.
 
Dies gilt im Übrigen auch für jegliche politische oder auch wirtschaftliche Ideologie, Staatsform, für jede Art der Regierung, Legislative, Exekutive, Justiz und dies auch dann, wenn diese universellen Menschenrechte staatlich, kulturell, religiös, institutionell und/oder persönlich als solche nicht anerkannt werden.
 
Denn wer wissentlich gegen die universellen Menschenrechte verstößt, sie missachtet, nicht anerkennt, sie verletzt, missachtet damit das Menschenwürdeprinzip.
 
Die universellen Menschenrechte stellen somit die letzte bzw. erste ethische Instanz dar, an der es sich prinzipiell auszurichten, die es zu respektieren gilt.
 
Hiergegen lässt sich vernünftig nicht argumentieren, es lässt sich allenfalls innerhalb eines geschlossenen Moral-, Religions-, Ideologiesystems dagegen vorgehen, was eben hierdurch jedoch offenlegt, dass es ihm gerade aufgrund dieser Geschlossenheit, dieses Sich-Abschottens, des Verweigerns von Veränderung, Entwicklung von Gesellschaften, Gemeinschaften, Kulturen, Religionen und Individuen und des Rückwärtsgewandtseins, der Unbeweglichkeit, Starre, an Vernunft, Erkenntnis-, Reflexions- und Entwicklungs-, Reifungsfähigkeit gerade deutlich erkennbar mangelt.
 
Das ist mitnichten Ausdruck von Authentizität oder Ursprünglichkeit, gar Radikalität, es ist Ausdruck von intellektueller, psychisch-emotionaler und sozialer (je persönlicher und/oder kollektiver) Unreife.
 
Es fehlt einem solchen System somit an sowohl der intellektuellen, vernunftbasierten als auch an der prosozialen und ethischen Legitimationsgrundlage.
 
Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass Kinder auch Menschen sind, dass für sie somit die Menschenrechte uneingeschränkte Gültigkeit haben müssen, nur können und auch Kinder infolgedessen nirgendwo auf der Welt als Eigentum ihrer biologischen und/oder sozialen Eltern oder sonstiger Erwachsener, anderer Menschen gelten können.
 
Eine Religion, Ideologie oder Regierungsform, Institution etc., die die universellen Menschenrechte - damit das Menschenwürdeprinzip - übergeht, weist sich damit selbst als eine Menschen verachtende, Menschen schädigende Religion, Ideologie aus und entbehrt somit der, d.h. jeglicher, ethischen Legitimationsgrundlage, Existenzberechtigung.
 
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Kaum ein anderer, mir bekannter Zeitgenosse, spricht mir zu diesem Thema so umfassend, eloquent und humorvoll aus dem Herzen und dem "Geist" ;) wie er. Intellektuell brillant, rhetorisch virtuos.

Angemessene, gebotene Kritik. Mir jedoch noch nicht ehrlich genug. Die grundsätzliche Frage muss doch lauten - nicht nur:
 
Warum glauben Menschen heute noch an einen patriarchalen, alttestamentarischen, "männlichen" (Vater-) Gott - in sämtlichen drei monotheistischen Buchreligionen (und eben hierin liegt bekanntermaßen bereits die Antwort auf die vorausgegangene Frage), sondern gefragt bzw. beantwortet werden muss:
 
Warum glauben Menschen überhaupt an anthropomorphe "Götter", an vermeintlich "übergeordnete Instanzen", die sie selbst - nach ihrem (Eben-) Bild, nach ihrer Phantasie, ihren auch nützlichen Vorstellungen, ihren Absichten, Zielen - geschaffen, erdacht haben?

Weil: Man mittels dessen andere Menschen (in nicht geringer Zahl) kontrollieren, manipulieren, instrumentalisieren, unterwerfen, ausbeuten kann.

Und weil außerdem etliche Menschen tatsächlich vor allem Schutz, Sicherheit, so etwas wie doch Gewissheit, Antworten, Geborgensein, vor allem Trost und Halt suchen. In augenfällig sehr kindlicher, infantiler, intellektuell wie emotional unreifer Manier.

Wenn es Dinge, Geschehnisse, Widerfahrnisse, Phänomene im Leben von Menschen - immer wieder und nach wie vor - gibt, die sie sich nicht erklären, die sie nicht rational und/oder emotional erfassen, verstehen, bewältigen, nicht einmal beeinflussen können (oder zu können meinen), wenn Menschen den Eindruck haben, ausgeliefert zu sein (bspw. auch diversen ungerechten Verhältnissen, Geschehnissen, Beschädigungen von "Mächtigen"), wenn sie sich mit Willkür, mit Not, Leid, Schmerz (auch psychisch-emotionalem), mit Tod, Verlust, Zweifeln, Unsicherheiten, Unwägbarkeiten und Sinnlosigkeit bzw. Sinnsuche konfrontiert sehen, dann suchen sie nicht selten Orientierung, Trost und Halt, gehen den einfachen, unterkomplexen, unreifen Weg.
 
Denn eben dies gibt ihnen zumindest das Gefühl von Schutz, Halt, von "Sinn und Ordnung", von "Richtigkeit", auch wenn ihnen persönlich diese nicht wirklich ;) nachvollziehbar ist.
 
Sie können die, d.h. ihre je eigene, persönliche Verantwortung ein Stück weit und vermeintlich "legitim" abgeben, denn "Gott" weiß es nun einmal besser als sie, seine Wege sind "unergründlich" und er "wird es schon richten".

Es ist letztlich nichts anderes als Selbstbetrug - aus Schwäche, auch aus Angst, aus Bequemlichkeit und sogar aus Ignoranz.
Bei verschiedenen Menschen, Gläubigen jeweils unterschiedlich vorhanden oder gewichtet.
 
Es ist so viel anstrengender, unbequemer, herausfordernder, o h n e einen solchen "Beschützer, Wissenden, Ordnenden, Vater" sein Leben mit all seinen Herausforderungen, Widerfahrnissen, Belastungen, Unsicherheiten, Zufällen ... bewältigen zu müssen bzw. zu wollen, zu können.
Es ist sehr wahrscheinlich auch schmerzhafter.
 
Denn es wirft einen weit intensiver auf sich selbst zurück, siehe die unabdingbare Fähigkeit und das Unausweichlichsein von Selbstkritik, Selbstreflexion, Persönlichkeitsreife, Charakterstärke.
Es erfordert, dass wir uns je selbst angemessen, in gebotener Weise moralisch, ethisch richtig/gut (fair, rücksichtsvoll, überlegt, vernünftig, mitfühlend, prosozial) verhalten müssen bzw. wollen - und es dann auch tun, statt es nur bei leichten, bequemen Worten, Verlautbarungen, bloßen Lippenbekenntnissen zu belassen.
 
Es erfordert Charakterstärke - Empathie, Mitgefühl, Verletzlichkeit, sich verletzlich und bedürftig zeigen können, Integrität, Disziplin, Mäßigung, Sorgfalt, Wissbegier, Neugier, Offenheit, Zugewandtheit, Selbstkritik, Güte, Liebesfähigkeit. Und ja, das ist häufig durchaus anstrengend.

Aber es bedarf für solches Verhalten, Tun, Leben gerade keines "Gottes", keiner "übergeordneten Instanz", sondern einzig des "moralischen Gesetzes in uns" selbst - das ganz basal auf Empathie bzw. auf Mitfgefühl beruht, darin seinen Ursprung hat: intrinsisch motivierte Moral, entsprechendes Fühlen und Verhalten, Agieren.
 
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"[...] Den angeborenen Hang zum Spirituellen bestätigt die moderne Hirnforschung. Eineiige Zwillinge, die ja genetisch identisch sind, zeigen nach einer Studie der Universität von Minnesota ein sehr ähnliches Maß an Spiritualität, auch wenn sie in völlig verschiedenen Lebensumständen aufwachsen, der eine etwa als verheirateter Arzt in einer liberalen Großstadt, der andere als Junggeselle in einem Fischerdorf.

Den Grad der Spiritualität „misst“ man mit dem TCI-Test des amerikanischen Psychologen Robert Cloninger. Dabei muss ein umfangreicher Fragenkatalog beantwortet werden, der das spirituelle Potenzial eines Menschen ausloten soll. Zwei Beispiele:„Fühlen Sie sich mitunter als Teil von etwas ohne Grenzen in Raum und Zeit?“ Oder:„Sind Sie fasziniert von den zahlreichen Aspekten im Leben, die wissenschaftlich nicht erklärt werden können?“

Wer sich seiner angeborenen Neigung zum Göttlichen hingibt, kann in der Tat Erfahrungen machen, die das Alltagserleben weit übersteigen. Der Neurologe Andrew Newberg untersuchte das Hirn meditierender buddhistischer Mönche im Kernspintomografen und kam zum Ergebnis: Je mehr sich Menschen in die Meditation versenken, umso mehr fährt der Scheitellappen des Gehirns, der Emotionen und Orientierung unter Kontrolle hält, seine Aktivitäten zurück – es kommt zu einer „Entgrenzung des Ichs“. Der Meditierende kann tatsächlich den Eindruck haben, dass er eins wird mit der übernatürlichen Macht, die er herbeisehnt.

Alle Religionen kennen dieses Phänomen. Für die christlichen Mystiker war es die „unio mystica“, die Vereinigung mit Gott. Dieses mystische Erlebnis ist jedoch ein sehr individueller Vorgang und kein Beweis für ein generelles „Gottes-Modul“ in unserem Kopf. Denn die Gehirnströme, die diesen Zustand herbeirufen, erzeugen eine bunte Palette emotionaler Reize. Sie erleuchten Esoteriker, denen überirdische Einhörner zu Hilfe kommen, und treten genauso beim sehr irdischen Orgasmus oder beim Durchleiden starker Schmerzen auf.


Aus wissenschaftlicher Sicht ist das spirituelle Erleben des Menschen also nicht gleich Religion. Der Mensch füllt es nur gern mit Religion aus. Dabei ist es für die religiöse Praxis fast nebensächlich, ob der Mensch sich Gott nach seinem Bild und Gleichnis schuf oder ob es umgekehrt war. Ob Gott „nichts anderes ist als das in die Unendlichkeit des Himmels projizierte Wesen des Menschen“, wie Ludwig Feuerbach, Stammvater des Atheismus, zu wissen glaubte. Oder ob nach christlicher – aber auch jüdischer und islamischer – Überzeugung „jeder von Geburt an einen göttlichen Funken in sich trägt, den es zu bewahren gilt“.

Die Menschen glauben, weil sie glauben wollen. Die Frage nach dem großen Warum treibt sie um.

„Religion ist Verzweiflung am Weltzweck“, meinte 1835 der aufklärerische Publizist Karl Ferdinand Gutzkow. Auch heute noch wollen die meisten nicht akzeptieren, dass die Zusammenhänge der Weltläufte ihr Verständnis überfordern und dass Grund und Zweck menschlichen Daseins nichts weiter ist als die Erhaltung der Art Homo sapiens im darwinschen Sinn. Sie sehnen sich nach einem „kohärenten Deutungsmuster“, wie der protestantische Theologe und Religionshistoriker Friedrich Wilhelm Graf diesen verbindlichen Lebenskompass nennt. Doch die Sinnfrage verfolgt sie natürlich nicht Tag und Nacht. Für die Lebenspraxis der meisten Gläubigen ist genauso bedeutend und prägend, dass sie sich in ihrer Religion aufgehoben und erhoben fühlen. [...]

Bei vielen religiösen Menschen war die Familie die Wiege ihres Glaubens. Sie erlebten eine geborgene Kindheit in einer christlichen Umwelt, an die sie sich gern zurückerinnern. Und weil Gott schon immer dabei war, blieb er ein Leben lang dabei als Teil des Wohlfühlpakets aus Jugendtagen.

„Ich hatte eine beschirmte und glückliche Kindheit. Es gab tatsächlich einen lieben Gott, aber auch einen strengen, der alles sieht. Es gab Schutzengel, die auf mich aufpassten. Es gab Gut und Böse, es gab die Madonna, die der Schlange den Kopf zertritt“, erinnert sich Matussek. „Dieser Kinderglaube hat ein Reservoir angelegt wie einen unterirdischen See. Der mochte im Laufe des Lebens teilweise verschüttet werden, doch er war stets da.“ [...]

Aufklärung und Naturwissenschaften ha­ben seit dem 18. Jahrhundert den einstigen Ge­wissheiten der christlichen Religionen schwer zugesetzt. Angesichts etwa der historisch­-kriti­schen Analyse der Bibeltexte oder der erdrücken­den Beweislast der Evolutionstheorie halten nur noch fundamentalistische Randgruppen an dem Buchstabenglauben fest, die Heilige Schrift sei in weiten Teilen Gottes direkte Offenbarung. Auch wenn ihr Verstand Einwände macht, bleiben sie bei ihren traditionellen Glaubensgewissheiten, um in einer immer unübersichtlicheren Welt fes­ten Grund unter den Füßen zu haben.

„Sie fürchten, dass das ganze Gebäude zusam­menfällt, wenn ein Stein herausbricht“, sagt Mar­tin Urban, Pastorensohn, Plasmaphysiker und Wissenschaftsautor. „Intellektuell unredlich“, nennt er diese Haltung. „Wenn ein Kind einmal gesehen hat, dass ein falscher Bart, Umhang und Kapuze aus einem Mann einen Weihnachts­mann machen, ist es ja auch vorbei mit dem Kin­derglauben – so betrüblich das sein mag.“

Die meisten religiösen Menschen fühlen sich heute allerdings eher zu einem wenig definier­ten, vielleicht sogar nur möglichen Gott hin­gezogen, den sie aber als transzendenten Halt nicht aus ihrem Leben streichen wollen. [...]

„In so einsamen Momenten gibt es noch jemanden, der da ist und immer ansprechbar.“ [...]

Friedrich Wilhelm Graf hat in einem Essay für die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine faszinierende Deutung des fundamentalistischen Gläubigen geliefert, der die Wiederkunft des frühmittelalterlichen islamischen Kalifats mit dem Sprengstoffgürtel herbeibomben will: „Der Fromme, der sich unmittelbar zu seinem Gott weiß, meint Gottes Willen ungleich besser zu kennen als die vielen anderen.“ Er fühle sich als legitimes Werkzeug eines Allmächtigen, an dessen Allmacht er geradezu teilhat. „Wenn die gegebene, durch diffuse Vieldeutigkeit, Widersprüche und bleibendes Elend geprägte Welt als eine verderbte Gegenwelt zur wahren, gottgewollten Ordnung erlitten wird, entsteht für ihn der Zwang, die Welt, so wie sie leider ist, auf die ideale und ursprüngliche Ordnung Gottes hin zu überwinden (...) Die hier und jetzt noch geltenden Ordnungen entfalten für ihn keinerlei Bindungskraft mehr, gelten sie doch als falsche, sündhafte, aufzuhebende Regelwerke, die souverän zu ignorieren nur mutige Glaubenstat sind.“ [...]

Sollte aber hinter dem großen Fragezeichen im Universum kein Gott, sondern eine ganz in­nerweltliche Erklärung stehen, die nur unserem beschränkten Gehirn übernatürlich scheint?

Atheisten halten es für religiösen Hochmut zu glauben, nur weil „der Krone der Schöpfung“ ein Phänomen unerklärlich sei, müsse es etwas Übernatürliches sein. Der britische Biologe J. B. S. Haldane sagt über die begrenzte Erkennt­nisfähigkeit des menschlichen Gehirns: „Ich habe den Verdacht, dass das Universum nicht nur seltsamer ist, als wir annehmen, sondern seltsamer, als wir annehmen können.“ [...]"
 
https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/religion-warum-glaubt-der-mensch
 
Und um Blaise Pascal diesbezüglich zu widerlegen -

"[...] Nach Blaise Pascal, dem scharf­sinnigen französischen Theologen aus dem 17. Jahrhundert, ist trotz aller Zweifel der Glau­be an Gott der sicherste Weg. Gibt es Gott nicht, meinte Pascal, hat der Glaube an ihn nicht ge­schadet. Gibt es ihn, war es richtig, an ihn zu glauben. „Was für ein theologischer Taschen­spielertrick“, sagt lächelnd Pastor Claussen."

der Glaube - an "Gott", ein "übergeordnetes Prinzip" ... - hat Menschen durch die Jahrtausende hindurch nachweislich sehr wohl und intensiv geschadet - bis hin zu Mord, Vernichtung, auch Völkermorden, Femizid, Kriegen.

Was uns statt des Glaubens hilft, was zuträglich, wohltuend, prosozial ist, ist je persönliches aktives Lieben, Liebesfähigkeit - auf Basis von Mitgefühl - und Vernunft (inkl. Ethik).
 
Zum Quarks & Co. - Video "Was wir über den Glauben wissen" einige Anmerkungen:
 
1. Die Anlage zu Spiritualität ist im Menschen also vorhanden, siehe wissenschaftliche Ergebnisse. Nicht aber damit zwangsläufig zu Religiösität.
 
Noch einmal: Ja, es besteht ein bedeutender Unterschied zwischen Spiritualität und Religiösität. Spiritualität kommt, anders als Religiösität, Religion(en), ohne Gottesvorstellung, -annahme aus, ohne Dogmatik, ohne Hierarchien, ohne den Gut-Böse- sowie den Leib-Seele-Dualismus.
 
2. Warum religiöse Menschen mehr Kinder haben: Im Video wird leider überhaupt nicht darauf eingegangen, dass gerade bei den genannten Gläubigen d u r c h deren religöse Vorschriften es zu weniger Möglichkeiten das Enstehen von Kindern zu vermeiden kommt - bspw. deshalb, weil weniger gut/umfassend oder überhaupt (angemessen) sexuell aufgeklärt wird oder auch, weil Verhütung(smittel) nicht angewandt werden darf und auch, weil Abtreibung nicht möglich ist, jedenfalls nicht legal, ohne Gefahr (für Leib und Leben der Schwangeren, der Frau).
 
3. Warum religiöse Menschen häufig gesünder und weniger depressiv sind: Siehe die Macht der Autosuggestion. Daher ja auch der Placebo-Effekt oder eben auch der Nocebo-Effekt. - Es hängt also alles daran, was Menschen sich selbst sagen, "einreden", welche Überzeugungen und Erwartungen oder auch Ängste und Zweifel sie haben (wollen, aushalten können - oder eben nicht).

Überdies sind religiöse Menschen häufig in eine soziale Gemeinschft eingebunden - und wir wissen heute, dass regelmäßige soziale Kontakte, dass emotionale (!) Zuwendung, Aufmerksamkeit, dass sozialer Austausch, gegenseitige Unterstützung, Gespräche - dass also Beziehung tatsächlich für die Gesundheit ebenso (und nicht etwa weniger) wichtig, essentiell ist wie eine gesunde Lebensweise: Ernährung, Bewegung, Entspannung, Ruhe, Muße, Regeneration, Vermeiden von Genuss- und Umweltgiften bzw. schädlichen Umwelteinflüssen.
 
4. Und schließlich sehen wir veranschaulicht, dass es tatsächlich und nach wie vor (im Grunde beinahe zwangsläufig) eben genau das ist, das Menschen glauben lässt: die Suche, der Wunsch nach Halt (sich gehalten fühlen, geborgen), Trost und "Sinn" (-haftigkeit). - Und das eben insbesondere: aufgrund der menschlichen Erkenntnis, des menschlichen Wissens um die auch eigene Endlichkeit, Vergänglichkeit - den Tod also.
 
Weil "der" Mensch genau damit nach wie vor so seine Schwierigkeiten hat - weniger rational als viel mehr emotional - nämlich immer dann, wenn ein nahestehender Mensch verstirbt. Verlust, Trauer ... . Also wiederum die Folge: Suche nach Halt, Trost, nach Sinn, Antworten, Orientierung - der Wunsch nach dem Gefühl, dass "alles seine Ordnung und (s)einen Sinn" hat; das findet sich so simplifiziert, reduziert, bequem nur für den, der gläubig ist. Und das tragende Fundament ist hierfür nach wie vor überwiegend Religion. Insbesondere die (mono-) theistischen Religionen.
 
5. Interessant allerdings auch, wie sich aus einer ursprünglich als weiblich gedachten "Urkraft" die patriarchalen, monotheistischen drei Buchreligionen entwickelten: mit dem Wandel der Lebensform der Menschen, mit dem Beginn des Sesshaftwerdens, des Auftretens größerer Gesellschaften, mit der damit einhergehenden Notwendigkeit (?) des Verwaltens, Organisierens derselben bzw. auf welche Weise das geschehen ist; denn dass es auch ganz anders geht, möglich ist, zeigen die wenigen noch heute bestehenden sogenannten "Matriarchate".
 
6. Der vordergründige Vorteil ist der, dass der Glaube dazu dienen kann, aber nicht muss, siehe u.a. auch im Video erläutert, dass es Menschen je persönlich insgesamt "besser gehen kann", aber nicht notwendigerweise muss, es ist auch das genaue Gegenteil anzutreffen, wenn wir an Hexenverbrennungen, Ablasshandel, Kreuzzüge etc. denken, sehen wir das deutlich veranschaulicht, nicht zuletzt auch durch die Unterdrückung von Sexualität und insbesondere von Frauen durch/innerhalb von Religionen - nicht nur in Christentum, insbesondere im Katholizismus, orthodoxem Judentum und Islam, sondern auch bspw. im Hinduismus.
Der Preis ist allerdings ein hoher, denn letztlich ist es nichts anderes als Selbstbetrug, Illusion, Auto-Suggestion.
 
Und der Preis ist auch, dass anderes massiv unterdrückt und vernichtet wurde und wird, dass Wissen geleugnet wird, dass es nicht akzeptiert wird, dass Menschen mittels Glaube bzw. Religionen/Ideologien massiv manipulierbar, lenkbar, instrumentalisierbar, ausbeutbar, versklavbar sind, dass sie massiv in Angst versetzt und auch dadurch sehr leicht instrumentalisiert werden können und werden.
 
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Gott, Religion(en), (Mono-) Theismus, Kirche(n), Glaube(n), Transzendenz, Metaphysik, Mystik vs. Spiritualität, Realismus, Philosophie, evolutionärer Humanismus ;)

Geheimakte Jesus - Die Evangelisten der Ketzer

zdf-Dokumentation "Jesus und die verschwundenen Frauen"

"[...] In Deutschland haben Ex-Muslime eine politische Plattform: den Zentralrat der Ex-Muslime. Dessen Motto "Wir haben abgeschworen!" spielt auf den Stern-Titel "Wir haben abgetrieben!" von 1971 an. Die Ex-Muslime brechen auch ein Tabu, indem sie ihre Abkehr vom Glauben öffentlich machen. Religion werde häufig als ein fester Bestandteil der Kultur sogenannter muslimischer Länder wahrgenommen. Das wollen die Ex-Muslime widerlegen.
 
Mina Ahadi sagt: "Ich behaupte zum Beispiel, dass es im Iran eine große antireligiöse Bewegung gibt. Die Menschen haben sehr viel Erfahrung mit dieser Religion und auch dem politischem Islam gehabt. Es wird nicht sehr viel berichtet über diese Bewegung, aber wir haben jetzt, Gott sei Dank, sehr viele Kommunikationsmöglichkeiten und es gibt sehr viele Webseiten, zum Beispiel Humanisten oder Atheisten im Iran, oder Agnostiker im Iran mit 100.000 likes. Sie schreiben über Richard Dawkins und es wird sehr viel über Michael Schmidt-Salomon oder andere Leute geschrieben. Das finde ich sehr gut und ich finde auch sehr gut, wenn die deutsche Öffentlichkeit diese Bewegung im Iran, im Irak und in anderen sogenannten islamischen Ländern sieht."
 
Der Verein Zentralrat der Ex-Muslime e.V. will laut Satzung, die allgemeinen Menschrechte und den Säkularismus durchsetzen, die Völkerverständigung fördern und – wie es wörtlich heißt - vernunftgeleitetes Denken ohne Rücksicht auf Traditionen unterstützen.
 
Ahadi:"Wir sind der Meinung, Säkularismus ist die Antwort und wir brauchen einen säkularen Staat. Wir verteidigen eine moderne Kultur, wir verteidigen ein modernes Leben in Deutschland. Wir verteidigen Frauenrechte, Menschenrechte, freie Meinungsäußerungen und wir sind gegen islamische Organisationen."

Plädoyer für Säkularismus und Humanismus
 
Die islamischen Verbände ignorierten den Zentralrat der Ex-Muslime, erzählt Mina Ahadi. Wir haben beim Zentralrat der Muslime angefragt, eine Stellungnahme war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. Von anderer Seite bekomme sie viele Reaktionen. Mina Ahadi erzählt von Zuspruch und Anerkennung, aber auch davon, dass sie wegen ihrer umstrittenen Positionen das Etikett "Islamhasser" trage. Nach der Gründung des Zentralrats für Ex-Muslime lebte sie lange Zeit unter Polizeischutz und bekommt immer noch anonyme Morddrohungen.
 
"Meine Position war und ist immer: Wir reden über eine politische Bewegung und nicht nur über eine Religion", sagt sie. "Ich rede über den politischen Islam und das ist unmenschlich, das ist barbarisch, das ist terroristisch. Was die Religionen betrifft, aus meiner Sicht sind alle Religionen frauenfeindlich und gehören der Vergangenheit an und alle Religionen sollten ein Thema sein für eine Aufklärungsarbeit."
 
Mit der anti-islamischen Position der AfD möchte sich Mina Ahadi nicht gemein machen. In einem offenen Brief an Frauke Petry schreibt sie zum Beispiel, dass die AfD mit ihrem traditionell-patriarchalischen Familienbild, ihrer Ablehnung einer fortschrittlichen Sexualerziehung und ihrer rückständigen Haltung zu Menschenrechten und Wissenschaft den gleichen fundamentalistischen Traum wie die Islamisten träume. [...]"
 
Und exakt so verhält es sich.
 
Quelle der zitierten Passagen: Deutschlandfunk - "Aus meiner Sicht sind alle Religionen frauenfeindlich"
 

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