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Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus

Anschauliches

 
Frau fragt sich dann doch, wieviel - Pardon - Plattheit in nicht wenigen Männergehirnen vorhanden sein muss. - Nehmen wir als Beispiel einige meiner (alten) doch recht harmlosen Bildchen. Es handelt sich dabei um u.a. Fotos mit einer fraglos auch (aber eben nicht ausschließlich oder vorrangig) erotischen, "sexualisierten" Komponente. Die Frage ist aber doch, was sich sowohl die darauf Dargestellte dabei dachte, welche Motivation sie dafür hatte, welche "Absicht", welche "Aussage" sie möglicherweise transportieren wollte ... als auch: all dies ebenso den Fotografierenden und schließlich also den Betrachtenden betreffend.

Anders: Wenn Männer grundsätzlich, sofort und völlig reduziert immer nur eine "sexuelle Botschaft", eine "sexuelle Einladung" darin sehen (können bzw. wollen!), heißt das dennoch keinesfalls, dass es als solche auch gemeint ist - es sagt hingegen viel mehr über die (schlichten) Gedankengänge bzw. das Wunschdenken von Männern aus.

Etwas anders verhielte es sich zugegebenermaßen dann, wenn einer Frau "FICK MICH!" auf der Stirn (oder wo auch immer - jedenfalls an gut sichtbarer Körperstelle) tatöwiert stünde.

Aber nur, wenn/weil eine Frau sich gelegentlich auch mal "figurbetont" kleidet oder mal Spaßbildchen postet (die tatsächlich vorrangig als humorvolle Anspielungen gemeint sind oder als Ausdruck diverser emotionaler Stimmungen), erlaubt dies dem Manne nicht, daraus abzuleiten, diese Frau sei "leicht zu haben" bzw. "leicht zu benutzen", "am schnellen Sex interessiert", ein "Flittchen" oder gar eine "Schlampe" ... .

Es ist doch immer wieder erstaunlich, mehr noch: befremdlich, w i e einfach Männer es sich nicht selten machen - können.

Vielleicht ist es hilfreich für Männer, sich hin und wieder zu vergegenwärtigen, dass sich "unter" der weiblichen "fickbaren Hülle" tatsächlich ein Mensch befindet - mit eigenen Bedürfnissen, Wünschen, Gefühlen, Verletzlichkeiten, Vergangenheit, Sorgen, Ängsten, Nöten, Zweifeln, Hoffnungen etc.. - Nun ja, es ist offenbar leider doch erforderlich, so etwas eigentlich Triviales nochmal und immer wieder explizit zu machen. ...
 
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Die Geschichte mit alten Fotos (von sich): Warum zeigt man die bzw. sich so?
 
Klar: weil man jung war/aussah. Und weil das oft (wenn auch nicht immer!) bedeutet, dass man damals "attraktiver" (vlt. aber nicht unbedingt "interessanter" ... ;) ) aussah als gegenwärtig bzw. als als älterer oder auch alter, d.h. gealterter, alt: gewordener Mensch. - Das zumindest ist zunächst die naheliegende Antwort, die jeder wohl gleich "dahinter wittert".
 
Aber das alleine ist es halt nicht.
 
Es geht da um noch diverses Andere:
Zum Einen ist man ja nach wie vor dieser Mensch - denn Mimik, Blicke, Gesten - Ausdruck - behält man normalerweise durchaus bei (ist alles Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, des eigenen Temperamentes/Naturells/Charakters - ganz unabsichtlich, spontan, unwillkürlich).
 
Und dann hat es auch damit zu tun, wie man sich heute bzw. jeweils gerade fühlt, womit man sich selbst identifiziert - ob also mit dem aktuellen "Aussehen" oder damit (aus verschiedenen Gründen, bspw. nicht nur Alter, sondern auch Krankheit ..., die Menschen ebenfalls äußerlich sehr verändern kann ...) gerade nicht.
Und es ist überdies nichts Neues, dass "das Alter" (wie also auch Krankheiten - chronische vor allem, auch Sorgen/Nöte/Belastungen ...) Menschen "entstellen" kann - nicht bloß "Lebensspuren hinterlässt" (im Gesicht, am Körper).
 
Und neu ist auch nicht, dass mit dem Altern viele Menschen durchaus "hadern", nicht nur Äußerlichkeiten wegen, sondern weil es zumeist doch mit Einschränkungen, Begrenzungen, Verlusten einhergeht - Verlust von Energie, Vitalität, Gesundheit, nicht grundsätzlich, nicht zwangsläufig, aber dennoch früher oder später bei den meisten Menschen so.
Verschiedene Menschen, Individuen, kommen mit solchen Beschränkungen, Verlusten, Veränderungen unterschiedlich "gut" oder "schnell" zurande.
 
Schließlich ist ein Grund auch, dass man sich gerne an alte, an frühere, vergangene Zeiten, d.h. bestimmte Zeiten, Augenblicke, erinnert, dass man dort (jeweils wieder/gelegentlich) eintaucht (Nostalgie? Sentimentalität?, vielleicht auch einfach aufgrund des Menschseins - weil Fotos auch Dokumentationen sind, eine Art Bestätigung/Beweis und je persönlich auch die Funktion einer "Rückversicherung", Selbstvergewisserung haben können), dass man mit Fotos somit auch Stimmungen, Gefühle vermitteln, ausdrücken, transportieren möchte.
 
Es geht also nicht um bloße narzisstische Selbstdarstellerei. ;)
 
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Anschauliches
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