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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Ist Gewalt Männersache? - Über toxische Männlichkeit ...

 
Ist Gewalt Männersache? - Über toxische Männlichkeit
 
Weltweit dasselbe Problem, seit Jahrtausenden: toxische Männlichkeit, Patriarchat, entsprechend konservatives, patriarchales Menschenbild, Geschlechterrollen und Kompensationsverhalten (je persönliche Gefühle von Minderwertigkeit, Unterlegenheit, Abhängigkeit kompensieren wollen).
 
Erforderlich wäre überall, bei Kindern anzusetzen, sie nicht, insbesondere nicht religiös, ideologisch zu indoktrinieren, mit ihnen tatsächlich respektvoll, bedürfnisorientiert, nicht-paternalistisch fürsorglich, liebevoll umzugehen, ihnen Konfliktfähigkeit, Reflexionsfähigkeit, Selbstkritik, Integrität vorzuleben. - Wenn es die Erwachsenen, Eltern, Bezugspersonen aus diversen Gründen nicht können, nicht tun, sondern konservativ-patriarchal-autoritäre Verhaltensweisen vorleben, wird sich nichts ändern können.
 
Erforderlich ist global Säkularismus (Säkularisierung) und Frauen p a r i t ä t i s c h in alle Entscheidungs-, Gestaltungs-, Verantwortungspositionen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft einzubinden, sie dahinein gelangen zu lassen.
 
Wenn wir, d.h. insbesondere Männer nicht endlich anerkennen, was Ursache all dessen: Gewalt, Krieg, Folter, Vergewaltigung ... weltweit nach wie vor ist und diese Ursachen, d.h. ihr Denken, Menschen- und Geschlechterbild sowie insbesondere ihr gerade alltägliches schädigendes, missbräuchliches, antisoziales Verhalten nicht angemessen selbsttätig, eigeninitiativ, je persönlich aktiv und engagiert beheben, überwinden, wird sich die globale Gewalt nie je bewältigen lassen. - Das globale Problem ist nicht "der Mensch", sondern der patriarchale, konservative, zumeist autoritäre, pathologisch narzisstische Mann.
 
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Herzlichen Dank, Florian Goldberg.
 
Denn es ist wichtig: Dass solches Erkennen und Einsehen von einem Mann kommt und an Männer gerichtet ist.
 
Nein, hierbei geht es nicht um "Männerhass" oder um "geforderte Frauenherrschaft"/Machtumkehr, es geht darum, sich gerade als Mann mit den noch immer bestehenden Missverhältnissen, mit insbesondere deren Ursachen, Hintergründen je persönlich, selbstkritisch, reflektierend auseinanderzusetzen und bei sich selbst genau hinzuspüren ... .
 
Natürlich haben Männer auch "weiblichen Anteile" und umgekehrt (Frauen männliche, wenn man es so salopp und reduziert formulieren will); es werden überdies nicht alle Männer im Laufe ihres Lebens gewalttätig, jedenfalls nicht in Form offensichtlicher, physischer Gewaltanwendung (vielleicht, weil sie ihre Gewaltbereitschaft oder auch bloße Aggression anders kanalisieren können und wollen, nämlich so, dass sie dabei niemanden beschädigen, unterdrücken, unterwerfen, demütigen, verletzen ..., vielleicht aber auch deshalb, weil die getätigte Gewalt als solche nicht sofort erkennbar, weil sie besser getarnt, verschleiert ist und/oder vor allem im Verborgenen stattfindet - siehe bspw. psychisch-emotionale Gewalt, psychisch-emotionalen, bspw. narzisstischen Missbrauch, Misshandlung, außerdem häusliche und sexuelle Gewalt - siehe dazu die leider noch immer gängig verbreiteten Vergewaltigungsmythen).
 
Außerdem gibt es auch Frauen, die körperlich gewalttätig werden, aber sie sind deutlich in der Minderzahl.
 
Ja, es gibt auch noch weitere, "subtilere", weniger offensichtliche Formen von Gewalt - symbolische Gewalt (u.a. Pierre Bourdieu hat sich damit intensiv auseinandergesetzt), strukturelle Gewalt, psychische Gewalt.
 
Was Letztere anbelangt, stehen Frauen Männern hierin wohl nicht nach ... . Allerdings zeitigt psychische Gewalt - so massiv und langfristig sie zweifelsohne auch schädigen kann - eher selten, deutlich seltener jedenfalls als physische Gewalt, tödliche Folgen oder auch "nur" solche, die in Körperverletzung (mit möglicherweise lebenslangen Folgeschäden) bestehen.

Und grundsätzlich verhält es sich so, dass physischer Gewalt psychisch-emotionale Gewalt zumeist voraus und psychisch-emotionale Gewalt mit physischer Gewalt immer einhergeht.
 
Demzufolge tätigen Männer beides: Indem sie physische Gewalt tätigen, tätigen sie zwangsläufig/begleitend auch psychisch-emotionale Gewalt.
 
Psychisch-emotionale Gewalt hingegen kann auch ohne (folgende, einhergehende) physische Gewalt auftreten.
 
Die Frage ist also ein Mal mehr:
Wo liegen die Ursachen für (die verschiedenen Arten, Ausprägungen von und Anwendungen für) Gewalt? Wie lässt sich Gewaltanwendung vermeiden, vorbeugen?
Siehe dazu bspw. einige meiner blog-Einträge mit darin verlinkten Texten zu Empathie bzw. Mitgefühl, Schmerz und Schmerzgrenze (die Folgen des Überschreitens der Schmerzgrenze von Individuen, reaktive Aggression), Kindheit, Prägung, Erziehung, Sozialisation, erlittene Beschädigungen durch Schwarze Pädagogik und deren lebenslang wirksame Folgen ... .
 
Nicht zu verwechseln ist Gewalt (-anwendung) mit Aggression. Aggression ist für den Menschen, sein Überleben, durchaus wichtig, aber sie führt keineswegs zwangsläufig zur (physischen) Gewaltanwendung.
 
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"[...] Das sind alles unterschiedliche Fälle. Wenn wir uns aber bei jedem einzelnen Fall fragen, ob wir uns ernsthaft vorstellen können, dass eine Frau diese Taten begangen haben könnte, müssen wir wohl antworten: nur mit Mühe. Wir sind daran gewöhnt, dass es Männer sind, die glauben, sie könnten anderen vorschreiben, wie diese sein sollten, und die meinen, entscheiden zu können, wer leben darf und wer nicht. Dabei geht es um nichts Geringeres als die Frage, wem die Welt gehört. Doch je mehr wir uns in jedem einzelnen dieser Fälle einreden, dass dies die Tat eines Verrückten gegen die gesamte Menschheit war, umso weniger verstehen wir, was da passiert ist.
 
Natürlich verstehen wir längst nicht alles und vielleicht immer noch fast nichts, wenn wir daran denken, dass der Täter ein Mann war. Milliarden Männer haben noch nie jemanden umgebracht oder auch nur verletzen wollen. Aber wir verstehen, wie sehr wir uns an Gewalt von Männern gewöhnt haben, wenn wir nicht mehr nach dem Geschlecht des Täters fragen.
 
Männlichkeit an sich erklärt diese Taten zwar nicht, aber wir können sie bei der Frage, wie weitere Taten verhindert werden können, nicht außer Acht lassen. Die Essayistin Rebecca Solnit hat geschrieben, "when you say lone gunman, everyone talks about loners and guns but not about men".
Wir reden nicht über Männlichkeit, obwohl wir umgeben sind von Gewalt, die von Männern ausgeht. In Deutschland erfasste die Polizei 2015 jeden Tag rund 19 Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen, und das sind nur die Fälle, die bei der Polizei angezeigt wurden, die Dunkelziffer ist wesentlich höher. Insgesamt waren unter den Verdächtigten im Bereich Sexualstraftaten 93 Prozent Männer, bei Straftaten gegen das Leben 83 Prozent.
 
Wir verfügen über einen riesigen Apparat aus Rechtfertigungsstrategien für Gewalt durch Männer. Mal greifen wir tief in die Kiste der Naturphänomene, bei denen es um Triebe und Hormone und im Zweifel um die Erhaltung der gesamten Menschheit geht. Mal ist es die Religion, also eine Glaubenssache, die sich auf übernatürliche Art jeglichen weiteren Fragen entziehen kann, weil sie sich im Bereich des Irrationalen bewegt. Mal ist es Kultur und Bildung, das Versagen der Kindergärten und Schulen im Vorleben diverser Männlichkeitsrollen, und mal ist es einfach Alkohol. All diese Gründe können zwar auf ihre Art und im jeweiligen Kontext ihren kleinen Teil dazu beitragen, ein Verhalten zu erklären - aber nie, es zu entschuldigen. Es ist schlicht nicht damit getan.
 
Die Verknüpfung von Männlichkeit und Gewalt ist ein weltweites Phänomen: Es gibt sie auf allen Kontinenten,selbst auf Südseeinseln mit zweistelligen Bewohnerzahlen.
Etwas als globales Problem festzustellen, kann natürlich auch heißen, sich der Verantwortung zu entziehen. "Ist doch überall so." Das wäre das Falscheste, was wir tun können. Ähnlich falsch wäre es, Männer dafür einfach zu hassen. Es geht nicht darum, Menschen abzulehnen, sondern etwas zu thematisieren und zu bekämpfen, das in ihnen steckt, und das ist viel komplizierter.
 
Immer sind es die Frauen, die ihr Verhalten anpassen sollen
Im Englischen gibt es den Begriff der "toxic masculinity", also einer Form von Männlichkeit, die auf Dominanz und Gewalt basiert und Gefühle nicht zulässt. Dazu gehört auch die Vorstellung einer gigantischen Ladung sexueller Triebhaftigkeit, die nur mit Mühe in zivilisierten Bahnen gehalten werden kann. Es ist ein Problem, wenn Jungs und Männern immer wieder erzählt wird, dass ein "richtiger Kerl" nicht weine, eine ausschweifende und geradezu animalische Sexualität habe und alles, was sich ihm in den Weg stellt, eigenhändig beiseite räumen müsse - ein Problem für Frauen und Männer.
 
Es ist diese Form von Männlichkeit, die wir thematisieren müssen. Dass sie weit verbreitet ist, heißt nicht, dass sie in der "Natur" von irgendwem liegt. Vor einer Weile fand man auch noch, dass es natürlich und gut ist, wenn Eltern und Lehrer Kinder schlagen. Heute denken die meisten von uns das nicht mehr, und wir halten es nicht für verhandelbar, ob Männer Frauen schlagen dürfen. Aber wir wundern uns auch nicht, wenn sie es tun.
 
Wir halten es für eine verdammte Selbstverständlichkeit, dass eine Frau in der Dämmerung nicht mehr im Wald joggen gehen sollte. Eine Frau. Immer sind es die Frauen, die ihr Verhalten anpassen sollen. Vielen Männern ist nicht klar, wie sehr Frauen die Angst und den Schutz vor Gewalt in ihren Alltag integrieren. Wie sehr wir ein Klima von Bedrohung für normal halten. Wie oft wir ein Taxi nehmen, um nach Hause zu kommen, nicht aus Bequemlichkeit, sondern um sicher nach Hause zu kommen. Wenn wir das Geld haben. [...]"
 
Quelle: spon - "Gewalt: Es ist ein Junge - Der Täter ist fast immer ein Mann", Kolumne von Margarete Stokowski, farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
"[...] Die Unfähigkeit, Erlebnisse und Konflikte aufzulösen, fördert Alkoholismus und Gewalt. [...]

Die Folgen dieser toxischen Männlichkeit können verheerend sein: Statt sich Hilfe zu suchen, tendieren Männer deutlich häufiger als Frauen dazu, auf Frust oder Ausweglosigkeit mit Gewalt und Selbstschädigung zu reagieren. Über 70 Prozent der Alkoholabhängigen in Österreich sind männlich. Männer begehen fast viermal häufiger Suizid als Frauen. Sie richten die Gewalt aber nicht nur gegen sich selbst, wie die Kriminalitätsstatistik zeigt: Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben begehen Männer zehnmal häufiger als Frauen, jene gegen sexuelle Integrität und Selbstbestimmung fast 60-mal häufiger als Frauen. [...]

Auch Terrorismus und Amokläufe sind stark männlich dominiert. Einer Statistik von "Mother Jones" zufolge, in der alle Schusswaffenattentate in den USA mit mehr als vier Toten seit 1982 analysiert wurden, bilden die größte Tätergruppe: weiße Männer. Insgesamt wurden nur drei der insgesamt 101 Vorfälle von Frauen (mit-)verübt. Dabei geht es oft um Frustration, Unzufriedenheit, sogenanntes "male entitlement": Die Täter sehen sich im Recht, etwas zu erhalten, was ihnen aber ihrer Ansicht nach verwehrt wird. Dabei kann es sich um Erfolg im Job handeln – der "Amokfahrer von Münster" etwa hatte offenbar seinen beruflichen Niedergang nicht verkraftet. Oder auch die vermeintlich "verwehrte" Aufmerksamkeit von Frauen, die etwa der Amokfahrer von Toronto im April oder der Schütze von Isla Vista 2014 beklagten. Die Opfer der männlich dominierten Gewalt sind überdurchschnittlich oft Frauen: Laut der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie waren 2017 österreichweit 83 Prozent der gemeldeten Opfer häuslicher Gewalt weiblich – während die Gewalt in 88 Prozent der Fälle von Männern ausging. Seit 2012 wurden insgesamt 122 Frauen von Männern und sieben Männer von Frauen innerhalb eines Nahe- oder Beziehungsverhältnisses getötet. [...]

Was bedingt diese Geschlechterdifferenz? Christian Scambor vom Verein für Männer- und Geschlechterthemen Steiermark sieht einen Zusammenhang mit gesellschaftlichen Normen und Rollenbildern – und damit, wie Jugendliche sozialisiert werden, "welche Werte und Verhaltensweise verstärkt oder abgewertet werden". Bereits im Kindes- und Jugendalter finde man(n) "keine geschlechtsneutrale Welt" vor, sie sei "mit vielen toxischen Bildern ausgestattet", erklärt der Psychologe, der unter anderem in der Gewaltarbeit tätig ist. Vorstellungen wie jene des "gewalttätigen, zornigen Mannes, der rot sieht" seien nicht angeboren, sondern würden "von unserer Kultur" vorgeschlagen und weitergegeben werden. [...]

Auch Männerforscher Christoph May kritisiert die vorherrschenden Idole – neben jenen in Film und Literatur auch emotional distanzierte Elternteile. "Wir erleben Väter, die kaum Interesse für die Erziehungsarbeit aufbringen", und Söhne, die nach wie vor dazu erzogen würden, ihre Gefühle zu unterdrücken. "Von positiven, emotional integren Männerfiguren sind wir weit entfernt", beklagt May. Auch für Gerichtsgutachterin Roßmanith braucht es "gesunde Identifikationsfiguren", die sich nicht hinter "männlichen" Fassaden verstecken. Aus ihrer Arbeit erzählt sie: "Die größten Schläger auf der Straße sind, wenn man sie untersucht, hilflose Däumlinge. Dahinter steckten 'Kindsmänner', die wie in der Sandkiste agieren, wenn Kinder anderen eine Schaufel auf die Birne hauen. Ich verniedliche, aber im Grunde geht es bei Gewalttaten um solche Konflikte."

Den Umgang mit Wut musste Florian S. erst lernen. 2017 eskaliert ein Streit mit seiner Frau, er wird gewalttätig. Nach einer 14-tägigen Wegweisung beschließt der 72-Jährige, ein Antigewalttraining bei der Männerberatung zu machen, um Konflikte nie wieder so eskalieren zu lassen. Dort lernt der Pensionist mit Aggression umzugehen: Er trainiert, anderen zuzuhören, Situationen zu beobachten und nicht sofort zu bewerten. Die Haupterkenntnis nach einem Jahr? "Dass ich mich selbst hinterfrage und die Schuld nicht zuerst bei anderen suche. Ich weiß nun, dass ich Situationen meist selbst klären, neutralisieren oder verbessern kann", schildert er seine als befreiend empfundene Emanzipation. [...]

Zudem wird Rhetorik verwendet, die Gewalt als importiertes Problem darstellt: So behauptete etwa FPÖ-Frauensprecherin Elisabeth Schmidt vergangene Woche, dass gewalttätige Übergriffe meist von Tätern aus dem "Zuwanderermilieu" begangen würden. Gewaltschutzexperten betonen allerdings, dass Gewalt sich quer durch alle Milieus und soziale Schichten zieht. Es handle sich um "ein globales Problem", heißt es dazu etwa im Tätigkeitsbericht der Wiener Interventionsstelle, "das in allen Ländern, Kulturen und Religionen existiert". [...]

Ein anderes Projekt, das gesunde Vorbilder schaffen soll, ist bis Ende 2018 finanziert: Bei "Heroes" durchlaufen junge Männer aus sogenannten "ehrkulturellen Milieus" eine Ausbildung, in der sie für Gleichberechtigung sensibilisiert werden. Danach reden sie selbst in Schulen über Ehre, Gewalt oder Unterdrückung.

Psychiaterin Roßmanith sieht in der Erziehung, aber auch bei den Massenmedien Hebel, um neue Geschlechterbilder zuzulassen. [...]

Nicht zuletzt durch die MeToo-Debatte sei das Tabu, offen kritisch über Männlichkeit zu sprechen, weiter aufgebrochen worden. So gesehen wäre gerade jetzt ein guter Zeitpunkt, um ein "positives, selbstkritisches und feministisches Männerbild" zu propagieren, das einen gesunden Umgang mit Gefühlen umfasst."


Quelle: derstandard.at - "Toxische Männlichkeit: Das gefährliche Schweigen der Männer", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
Aktualisierung am 19. März 2019
 
Und es sind fast ausnahmslos überall auf der Welt Männer solche Gewalttäter.
 
Und bevor jetzt wieder - von Männern - das übliche Geseiere kommt, Frauen tätigten "dafür" mehr psychische Gewalt - das ist falsch:
Mit jeder physischen Gewalt geht stets zwangsläufig auch psychisch-emotionale Gewalt einher (Letztere Ersterer häufig auch voraus) - Männer tätigen folglich b e i d e s: psychische und massive, brutalste, tödliche physische Gewalt.
 
Patriarchat, exakt. Und dabei handelt es sich um nichts anderes als seit Jahrtausenden einen intensiven Kompensationsdrang, Kompensationsverhalten von Männern, weil sie sich Frauen sozial, psychisch-emotional, moralisch, intellektuell unterlegen und von Frauen existenziell (siehe Mutterschaft) und sexuell abhängig fühlen.
 
So meinen Männer, das mittels Gewalt, pathologisch-narzisstischer Machtdemonstration, Kontrollgebaren und Unterdrückung, Unterwerfung kompensieren zu können.
Faktisch legen sie damit nur demonstrativ ihre Defizite und Unzulänglichkeiten offen und stellen sich damit selbst als in höchstem Maße unsouverän, asozial, unreif dar - sie führen sich selbst vor und ertragen ihre ureigenen Unzulänglichkeiten und ihre Scham über selbige nicht.
 
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Anmerkung:
 
Ja, es gibt auch Frauen, die sich fehlverhalten, ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass es Unsinn ist, wenn zumeist Männer mit dem Einwand kontern, es übten Frauen mehr psychisch-emotionale Gewalt aus und die sei "auch nicht besser". Denn Fakt ist, dass physischer Gewalt immer psychische Gewalt vorausgeht und immer mit physischer Gewalt auch einhergeht. Männer tätigen also beides, Frauen überwiegend, wenn, dann eben "nur" psychische Gewalt.

Die Frage ist, was hat jeweils welche wie schwerwiegenden, belastenden Folgen - für Individuen, aber auch Gesellschaften, Gemeinschaften (auch Familien also).
Bei physischer Gewalt sind die Folgen oft irreversibel, nicht "heilbar" - siehe, wenn Menschen dadurch zu Tode kommen (Mord).

Schließlich geht es mir persönlich auch nicht um Strafe, wohl aber um Verurteilung, um eine Änderung im Denken (infolgedessen auch im Verhalten) sowohl der Einzelpersonen als auch der Gesellschaft, Öffentlichkeit überhaupt erst zu erwirken - Verbote, Verurteilungen sind ja auch ein symbolischer Akt, ein Zeichen, eine Aussage.

Mir geht es um vor allem Prävention, dann aber auch um Therapie und Rehabilitiation bzw. Heilung. Beides kommt m.E. nach wie vor erheblich zu kurz, wird vernachlässigt; noch immer geht es vor allem um patriarchal-autoritäre Definitionsmacht, Deutungshoheit, um Strafe, Kontrolle Druck, Zwang, Konkurrenz, Kampf - Gewalt also, Schwarze Pädagogik: nach wie vor, wenngleich heute oft "subtiler" angewandt.
 
Statt um: Verständnis, Empathie, Sensibilität, Mitgefühl, Vertrauen, je individuell angemessene, bedürfnisorientierte, nicht-paternalistische Unterstützung und Kooperation.

Die Menschen haben ihre "Schäden" zumeist in ihrer Kindheit und Jugend "erworben", erhalten, erlitten. Hier gälte es, mit Prävention - wiederum angemessen, bedürfnisorientiert - anzusetzen, das aber erforderte ein anderes Bild vom Menschen, eine andere Sicht auf Menschen, Kinder und vor allem andere gesellschaftliche Verhältnisse (Stichworte Arbeiten, Wohnen, Wirtschaften, Handeltreiben, Bildung, Sorge-Arbeit, Armut, soziale Gerechtigkeit, Neoliberalismus ...).
 
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