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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Der Mann, der nicht kann

 
Der Mann, der nicht kann
 
Vermutlich stellt sich der/dem Lesenden spontan die Frage, ob es in diesem Text um das geht, das der Titel suggeriert. Ja, es geht auch um Sex, vordergründig zumindest. Das eigentliche Thema wird sich im Textverlauf zu erkennen geben. 
 
Was ist es also, das "der" Mann nicht kann – was kann er (wer eigentlich genau?) nicht und auf welche Weise zeigt sich das?
Dies versuche ich im Folgenden zu beschreiben.
 
Noch eine kurze Vorbemerkung - worum es nicht (oder nur randläufig) geht, ist die sogenannte erektile Dysfunktion, die Potenz-, Erektionsstörung also.
 
Der Mann, der nicht kann:
 
ist ein ganz gewöhnlicher Mann - ungeachtet seiner äußeren Erscheinung, seines persönlichen Geschmacks, seines Bildungsniveaus, seines "sozialen Status´", Einkommens, seiner Erwerbstätigkeit, Hobbies, Interessen etc..
 
Er ist bspw. Anfang/Mitte 20, 30, 40, 50, Single oder lebt in Beziehung(en), ist verheiratet oder auch nicht, häufig allerdings ist er kinderlos oder ungewollt Vater geworden. Was durchaus bezeichnende Gründe hat.
Er kann sexuell umtriebig, promisk oder eher zurückhaltend sein, extravertiert oder introvertiert, er kann Porno-Videos konsumieren, ggf. und gar nicht so selten: auch Prostituierte.
Der Mann, der nicht kann, ist folglich keine Rand-, keine Ausnahmeerscheinung, sondern als Typus recht häufig vertreten.
 
Sexuell ist er, um den es hier geht, jedenfalls hetero- oder (seltener offen) bisexuell ausgerichtet, hat somit mehr oder weniger regelmäßigen sexuellen Kontakt mit vorzugsweise Frauen. Und bei eben diesem, dem nicht nur, aber auch sexuellen sowie beziehungspartnerschaftlichen Kontakt, Umgang mit Frauen, liegt so einiges im Argen … beim Mann, der nicht kann.
 
Er selbst mag sich womöglich durchaus für einen "guten Liebhaber" und Partner halten, für sexuell umfassend informiert, erfahren, für einen versierten Könner gar – nicht nur, aber auch in Bezug auf diverse sexuelle Praktiken, Techniken, Spielarten (gängigere oder auch spezifischere).
 
Doch dem gegenüber steht, wie es sich in der sexuellen Praxis tatsächlich mit seiner vermeintlichen Virtuosität und seiner wirklichen "Bilanz" verhält, Frauen sexuell, d.h. also auch ganz körperlich! befriedigen zu können und sich ihnen gegenüber auch emotional sowie sozial in gebotener, wünschenswerter, zugewandter Weise zu verhalten. 
 
Leider besteht exakt hier häufig eine deutliche Diskrepanz, wenngleich sich der Mann, der nicht kann, dieser nicht immer oder nicht zeitnah bewusst sein muss, sie sogar häufig sehr bereitwillig ignoriert, verdrängt, abstreitet.
Wer gilt schon gerne als "schlecht" beim Sex oder als beziehungsunfähig? Eben.
 
So friemelt der Mann, der nicht kann, sich oft jahre-, nicht selten jahrzehnte-, mitunter auch lebenslang sexuell und "beziehungstechnisch" so durch, versucht dabei, im Kontakt mit Frauen also, sich so wenig wie möglich anmerken zu lassen, dass er eigentlich zutiefst unsicher ist – ja, dass er in Wirklichkeit überhaupt nicht weiß, wie es geht: wie er der/dieser (je individuellen) Frau, mit der er jeweils gerade u.a. sexuell Kontakt hat, Lust, körperliche Befriedigung verschaffen, wie er sie in echte - nicht bloß gespielte - sexuelle Ekstase versetzen kann.
 
Nun stellt der Umstand, etwas nicht zu können und/oder zu wissen per se nicht notwendigerweise einen kritikwürdigen (persönlichen) Mangel oder Makel dar.
Man kann – auch in sexueller Hinsicht – nicht "alles" kennen, können, zu vollendeter Virtuosität ausbilden. Muss, will und soll man(n) auch nicht.
 
Sehr wohl kann mann sich hingegen ein bisschen mehr Mühe geben, ein bisschen weniger Maske tragen – sich hinter selbiger versteckend, sich damit "schützend", schonend, die eigenen Unzulänglichkeiten und Unsicherheiten hinter ihr verbergend.
 
Denn genau dies stellt meinen Hauptkritikpunkt in dieser Angelegenheit dar:
 
Der Mann, der nicht kann, hat ein immenses Problem damit, seine Unsicherheit, häufig auch Unerfahrenheit - und in der Praxis sich viele Male wiederholt habende "Erfolglosigkeit" - zunächst ein Mal sich selbst einzugestehen, sie als solche zu erkennen und sie im nächsten Schritt dann auch vor anderen Menschen, insbesondere und gerade Frauen gegenüber (mit denen er vor allem sexuell, aber auch "emotional, sozial" Kontakt hat), offen zuzugeben.
 
Stattdessen mimt dieser Typus Mann stets und beständig den Macker, den vorgeblich souveränen Kerl, der genau weiß, was frau wie will, braucht – wie die Frau sexuell behandelt, vermeintlich angefasst/rangenommen werden will – auch sogar dann, wenn die Frau selbst dies ganz anders sieht, von sich kennt, dies auch entsprechend zum Ausdruck bringt.
Nein, der Mann, der nicht kann, ist schließlich einer, der die Bedürfnisse von Frauen so gut kennt als wären es seine eigenen!  ;)
 
Und so verhält er sich:
 
Er unterstellt der Frau – und redet es ihr nicht selten auch mehr oder weniger offensichtlich, mehr oder weniger subtil oder offensiv ein – dass sie eigentlich doch genau das genau so will, wie es ihm gefällt!
 
Dass ihr selbst dies (noch) nicht bewusst ist oder aber, dass sie sich nicht traut, es offen kundzutun, liegt schlicht darin begründet, dass ihr durch Feminismus und "Gender-Debatte" eine tiefe Verunsicherung hinsichtlich ihrer "Geschlechterrolle" eingepflanzt wurde, dass sie infolgedessen zu ihrer natürlichen/naturgegebenen Rolle als Frau, ihrer (biologischen) weiblichen Natur öffentlich nicht (mehr) stehen zu dürfen meint, sie sich diese nicht mehr zuzugestehen und auszuleben erlaubt – außer eben eventuell beim Sex, in "ihren geheimen sexuellen Phantasien".
Es zeige sich dies augenfällig nicht zuletzt am Erfolg einschlägig bekannter Trivialliteratur (man denke an die 50 Grau-Schattierungen und Ähnliches …).
 
Die Frau will – eigentlich - vom Mann (sexuell) mit fester Hand geführt und ebenso genommen werden!
 
Sie will ihm, dem Mann, gänzlich, vorbehaltlos, hingebungsvoll zu Willen sein, sich unterwerfen und erniedrigen lassen!
 
Sie blüht auf, wenn sie seine Wünsche sämtlich nach seinen Vorgaben erfüllen, seine Bedürfnisse demutsvoll befriedigen kann – sie ist ja nun mal schließlich (nur) eine Frau – zum Dienen also erschaffen – zur sexuellen Dienstleistung am Mann.
Und das: wann, wie und wo immer Er es will, kann, braucht. Und wenn/wann Er gerade mal nicht kann, so hat sie von ihm zu lassen, ihn nicht zu bedrängen, ihm insbesondere keinesfalls auch nur andeutungsweise das Gefühl von Leistungs-, Erfüllungsdruck oder gar Versagen zu geben! … Beispielsweise, indem sie bloß spontane Enttäuschung zeigt.
 
Kurz gesagt:
Der Mann, der nicht kann, versucht mit allen erdenklichen Mitteln, auf noch so zweifelhafte wie unrühmliche und auch meist recht dilettantische Art und Weise, sich seine stark ausgeprägte Unsicherheit - seine Angst vor der (Lust der) Frau – nicht anmerken zu lassen, sondern sie nach Kräften zu überspielen, zu übertünchen und, falls das Gespräch doch einmal konfrontierend darauf kommen sollte, sie rundheraus zu leugnen … und die vonseiten der Frau dahingehend geäußerten Vermutungen, Beobachtungen bspw. ins Lächerliche zu ziehen, als abstrus zu bezeichnen usw.. Abwehrverhalten also.
 
D a s aber ist es, das ihn sich selbst vorführen lässt, womit er sich selbst disqualifiziert, ja lächerlich macht, allenfalls Mitleid erregt, somit gerade keinen Respekt erzeugt, bedauerlicherweise keine Souveränität, keine Charakterstärke erkennen lässt.
 
Er bewirkt mit seinem Verhalten tatsächlich das genaue Gegenteil dessen, das er eigentlich anstrebt und ausstrahlen, darstellen, wofür er eigentlich so gerne gehalten werden möchte: für den großen, starken Mann, der die Macht hat.
 
Wie zeigt sich nun, dass wir es mit einem Mann, der nicht kann, zu tun haben, woran erkennt man einen solchen Mann?
 
Das ist nicht weiter schwer, zumindest dann nicht, wenn frau nicht mehr ganz jung, d.h. im Umgang mit Männern nicht gänzlich unerfahren ist. Denn ja, seine Verhaltensweisen, auch seine Aussagen sind recht offensichtlich, nicht allzu kreativ, nicht originell, höchstens bisweilen etwas verklausuliert, deshalb allerdings trotzdem manipulativ, denn er möchte ja als jemand erscheinen, der er de facto nicht ist, und er möchte etwas erreichen, das er nur mit dem Mittel/der Maske des Verbergens, des Sich-Verstellens, des Schauspiels also erreichen zu können glaubt – seine wahren Gedanken, Gefühle und Ängste möchte er keinesfalls offenlegen.
Er spielt ein falsches Spiel … mit welchem er letztlich – auf Dauer – nur scheitern kann, muss, wird. Immer wieder. Bedauerlicherweise.
 
Hier nun ein paar Beispiele für sein Verhalten:
 
Der Mann, der nicht kann outet sich in Geschlechterangelegenheiten überwiegend (unfreiwillig) als konservativ.
Er ist selbstverständlich unbedingt für Gleichberechtigung, theoretisch zumindest.
Aber in seinem Lebens-, d.h. Sexual- und Beziehungsalltag präferiert er durchaus die traditionelle Rollen- und Aufgabenverteilung. Und dies insbesondere beim Sex.
 
Der Mann, der nicht kann, gibt "im Bett" gerne den Ton an, übernimmt also den dominanten Part.
 
Er penetriert gerne und das vorzugsweise a tergo (doggy).
 
Er legt sich dabei üblicherweise auch gerne energisch ins Zeug, mit ausdrucksstarkem Stoßverhalten. - Sie soll ruhig spüren und zu spüren kriegen, wer hier die Hosen anhat … .
 
Daher greift er gerne regelmäßig auf gängige Standard-Porno-Praktiken zurück – "Klapse" auf den Po der ergebenen, "submissiven" Dame bspw., "Klapse" auch in ihr Gesicht, Würgen ihres Halses, Ejakulation in/auf/über ihr Gesicht, in ihren Mund – wobei er sich demonstrativ in körperlich überlegene Position(en) begibt etc..
 
Es geht schließlich um Demonstration, das Gefühl von Herrschaft, Macht, von Besitzen und im Zuge dessen auch: ums Erniedrigen.
Die Dame hat gefälligst gefügig zu sein – und das mit ausgesucht hingebungsvoller Inbrunst! Mindestens das. – Es ist ja alles nur ein Spiel – das Sex-Spiel. Hat mit dem sonstigen Leben (-salltag), mit gesellschaftlichen (Miss-) Verhältnissen und dergleichen nichts zu tun. Klar. ;)
 
Deshalb mag der Mann, der nicht kann, auch: "Keine Politik im Bett!"
 
Für das "Gender- und Feminismus-Gequake" hat er daher auch nichts übrig, wenn er (mal) ehrlich ist.
Gleichberechtigung im Bett – das kann nicht funktionieren, das ist ausgemachter Blödsinn, ja ein Paradox. Jedenfalls in Bezug auf die Erfüllung seiner Bedürfnisse. Ihm geht es nicht um "gegenseitiges Geben und Nehmen". Sein Fokus liegt auf dem Nehmen. Eben. Drum … .
 
Ins Schwärmen gerät er unterdessen, wenn er auf "Frauen aus Polen oder Russland" zu sprechen kommt – diese seien wahrlich und immerhin noch "echte, richtige Frauen!", die wissen, wie man, d.h. frau – nicht nur, aber auch sexuell – mit einem Mann  angemessen umgeht, mit denen der Sex wenigstens noch Spaß macht (dem Mann zumindest) … ganz im Gegensatz zu all den mäkeligen, zickigen, verwöhnten, überanspruchsvollen, selbstsüchtigen deutschen Frauen, die einen Mann nur noch als Zeugungsinstrument/zum Kindermachen missbrauchen (wollen). 
 
Mit Kritik an seiner Person kann der Mann, der nicht kann, desweiteren grundsätzlich eher schlecht ;) umgehen, er reagiert dann schnell beleidigt, ja trotzig - mit Angriff und/oder Flucht und das schon beinahe reflexartig.
 
Von seinen eigenen Schwächen, Unzulänglichkeiten, seinem Fehlverhalten - seiner Selbstüberschätzung, seiner Eitelkeit, seinem Narzissmus, seiner Kritikunfähigkeit, seinem despotischen Dominanzgebaren, seinen Macho-, Pascha-, Chauvi-Allüren, seiner Empathielosigkeit, seiner Unfähigkeit, Schwäche und Angst zu zeigen, zuzugeben, seiner Selbstgerechtigkeit, Ignoranz, Unsensibilität u.a.m. – will er nichts hören, läuft er unverzüglich davon.
 
Eine für ihn ausgesprochen typische Verhaltensweise.
 
Folglich fällt es ihm auch äußerst schwer, sich für sein Fehlverhalten, Fehleinschätzungen, eigene Schwächen zu entschuldigen oder jemand anderen gar um Verzeihung zu bitten.
 
Er möchte keinesfalls bedürftig erscheinen.
 
Er möchte sich um keinen Preis "eine Blöße geben" – das verbietet ihm sein "Stolz", da bräche ihm ein Zacken aus der (Papp-) Krone.
Er ist schließlich generell im Recht, er geht nicht fehl, er ist der Herrscher und Gebieter – er hat die Macht! – Jedenfalls will er zumindest das Gefühl, den Eindruck haben können, es verhielte sich so.
Und die Illusion dieses Gefühls kann er natürlich gerade bei/mit einer Prostituierten haben. Trotz Bezahlung – wegen dieser.
 
… Der Mann, der nicht kann …
 
Es fällt ihm so unglaublich schwer, zu bitten … .
Es fällt ihm so unsagbar schwer, zu geben.
 
Er lebt fast ausschließlich (wo immer und so lange möglich) nach dem Lustprinzip – er konsumiert gerne und viel … auch Menschen.
Selbst würde er das so nicht formulieren, versteht sich.
 
Er ist ein Hedonist.
 
Er ist ein Pascha, verhält sich so … mal mehr, mal weniger offensichtlich.
Er möchte die Oberhand, das Oberwasser behalten, Recht haben. Er hat ganz einfach Recht! Basta. Selbstredend deshalb, weil er nun mal mit den besseren Argumenten aufwarten kann – warum auch sonst!? ;)
 
Wenn er sagen könnte, was er fürchtet, was ihm peinlich ist, wovor er sich ängstigt … er würde endlich Stärke, Souveränität damit zeigen.
 
Stattdessen dreht er die Dinge, die Situationen so hin und um, dass andere sich unterlegen fühlen (sollen).
 
Sie sollen nicht in die Position geraten (können), ihm etwas abzuverlangen, abzufordern, Ansprüche an ihn zu stellen, die er entweder nicht erfüllen zu können glaubt oder tatsächlich nicht erfüllen kann, weil: er sie nicht erfüllen will.
 
Denn er sucht stets den bequemsten Weg … zur Lust, zum Lustgefühl – über den Konsum … zur "Befriedigung" … seiner Bedürfnisse.
Seine eigenen stehen dabei stets im Vordergrund – er gibt daher nur, wo/wenn er es für unvermeidlich hält - weil "man das eben so macht" (es die Konvention erfordert) oder es die Situation nun einmal unausweichlich notwendig macht – da er anderenfalls sein Ziel nicht erreichen könnte/würde (wie er glaubt).
 
Er kann eines nicht: Geben, um teilzuhaben an der Freude, am Genuss des Anderen.
 
Es muss immer auch für ihn etwas dabei rumkommen, herausspringen – und das nicht erst über "Umwege", sondern so direkt, so unmittelbar, so zeitnah als möglich und: so oft, lange und intensiv wie möglich bzw. wie von ihm gewünscht, gebraucht – für sein Wohlbefinden … .
 
Der Mann, der nicht kann, würde einer Frau also bspw. niemals offen sagen:
 
"Ich weiß nicht, was du gerne wie magst, wie ich dich so berühren kann/sollte, dass du intensive Lust und körperliche Befriedigung, Erfüllung erlebst."
 
Und noch schlimmer: Er will es auch gar nicht wissen – schon aus Angst davor, dass er es – auch dann noch immer – nicht "hinkriegt", dass er "scheitert, versagt". Dieses Gefühl ist ihm absolut unerträglich.
 
Am schlimmsten jedoch: Er will es auch noch nicht einmal ausprobieren, will sich gar nicht auf die Frau einstimmen – aufmerksam, zugewandt, intim, offen, mit der Absicht, dem Wunsch, zu lernen: zu geben, geben zu können, dazu befähigt zu werden … . – Nicht einmal das.
Nicht nur, weil er befürchtet, zu versagen, weil ihn solches Verhalten in die Position des "Schwächeren, Unterlegenen" bringt, sondern auch:
 
weil es ihm Anstrengung und keine Freude bereitet, der Frau (körperlichen) Genuss zu schenken, zu geben.
 
Er hat keine Freude am Geben. – Es strengt ihn an.
 
Es fehlt ihm an Empathie.
Deshalb kann er es nicht, will er es nicht – vermeidet er es aktiv.
Der Mann, der nicht kann, sucht Unzulänglichkeiten, Fehler, "Schuld" ausnahmslos bei anderen. Wenn er etwas (was auch immer) nicht kann, so liegt es an den Anderen, an ihrem (Fehl-) Verhalten. Immer. Niemals an ihm.
Niemals würde/wird er sich daher entschuldigen, um Verzeihung oder um Zuwendung bitten.
 
Ehe er das tut, ehe er von sich aus, unaufgefordert, uneingeladen bitten kommt …, schneidet er sich lieber die Zunge ab, lässt er lieber ein Leben verstreichen.
 
Der Mann, der nicht kann, schenkt, gibt, wenn, nur aus Konvention und/oder Kalkül, Eigennutz. Weil er sich davon verspricht bzw. erwartet, dass es ihm zum Vorteil gereicht, dass er einen Nutzen daraus ziehen kann bzw. wird.
 
Er findet keine Erfüllung in der "bloßen" Erfüllung, im Glück des Anderen.
 
Es fällt ihm unendlich schwer, sich selbst, eigene Bedürfnisse, Wünsche … zurückzunehmen, sich zurückzuhalten, für andere (nahestehende) Menschen freiwillig zu verzichten.
 
Es mangelt ihm an Sensibilität, Empathie bzw. Mitgefühl Selbstbeherrschung, (Selbst-) Disziplin.
 
Komplexität (nicht selten auch Emotionen)  – im zwischenmenschlichen, gesellschaftlichen Miteinander – überfordert ihn schnell und leicht.
Er hat es gerne lieber übersichtlich - einfach, reduziert. Schwarz oder Weiß. Quadratisch-praktisch-gut. Dies im Übrigen auch auf politischer Ebene.
 
Geduld, ein langer Atem, Nachsicht, Weitsicht, Differenzieren, Analysieren und Tolerieren sind seine Sache nicht. Zumindest nur so weit und so lange, bis er sich (s)eine (eherne) Meinung gebildet hat – von der er dann künftig auch kaum bis gar nicht mehr abzubringen ist. Er hat schließlich recht, er ist per se im Recht. Basta. Er kann nicht irren. Und er ist überdies schließlich ausgesprochen "willensstark". Eine erfolgreiche, machtvolle Kämpfer-, eine Siegernatur. Zweifelsohne. ;) ... Gewiss kein Feingeist.
 
Und wenn "gelegentlich" doch etwas nicht nach seinen Vorstellungen läuft, so liegt es daran, dass er "mal wieder ein viel zu gutmütiger Idiot" war. – Niemals kann es an seinem Fehlverhalten liegen.
 
Das Einzige, das er mitnimmt, aus Erlebnissen, Begebenheiten, Interaktionen, die seinen Vorstellungen, Wünschen, Zielen zuwiderliefen, ist Selbstmitleid. Und dieses "kultiviert" und zelebriert er sodann ausgiebig.
 
Der Mann, der nicht kann, will weder sich selbst mit seinen eigenen Schwächen, Fehlern, Ängsten konfrontieren, noch – und schon gar nicht – sich von anderen Menschen damit konfrontieren lassen.
 
Er versteckt, vergräbt, leugnet sie lieber und mimt den "starken Mann" mit der (in-) transparenten Maske ;) … der stets im Recht ist, der sich doch nach Kräften bemüht – im Gegensatz zu all den anderen, die das so häufig, so gemein und selbstsüchtig unterlaufen, ausnutzen, zunichte machen, die: "schuld" sind. Die Anderen sind die ignoranten, "kranken" Egomanen, keinesfalls er!
 
Ja, dahinter "verbirgt" sich recht augenscheinlich Unreife – kindliches Gebaren.
Indessen manches Kind reifer und charakterstärker ist als so einige Erwachsene es sind oder "erkennen lassen".
 
Der Mann, der nicht kann, ist folglich (ein kleines) Kind geblieben. Und er sucht im Grunde mütterlichen Schutz, den mütterlichen Schoß, die prompte, stetige Erfüllung seiner Bedürfnisse und Bestätigung seines (ramponierten, wenngleich übersteigerten) Ego – ohne eine "Gegenleistung" erbringen zu müssen.  
 
Er sucht "das Land, in dem Milch und Honig fließen", er lebt nach dem Lustprinzip – Hedonismus in seiner negativsten Form. Selbstsucht, Narzissmus.
 
Und: Er will daran nichts "ändern". – Komme, was wolle … .
 
Basta!
 
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Aktualisierung am 28. September 2019
 
Psychopathie, Narzissmus, Misogynie, Patriarchat, Gewalt, Kompensation
 
Was der patriarchale Mann - von insbesondere "der" Frau - will und was aus welchen Gründen nicht:
 
Der patriarchale, zumeist auch pathologisch narzisstische (antisozial persönlichkeitsgestörte) Mann will keine Frau auf Augenhöhe, keine Gefährtin (als Partnerin), keine Ebenbürtige (auch im Job btw nicht).
 
Er will nicht Herausforderung, Anregung zur eigenen und gegenseitigen Horizontweitung und Persönlichkeitsreifung.

Er will nicht bedürfnisorientiert-fürsorglich g e b e n, sich zurücknehmen, freiwilligen (!) Verzicht leisten: zum Wohlergehen anderer.
 
Er will nicht hinterfragt, kritisiert werden - Kritik erträgt er auch in homöopathischen Dosen nicht; er braucht Bewunderung, Hofierung, gehorsame Gefolgschaft, Untertanen, Mägde, Knechte: für sein ramponiertes, mickriges Selbstwertgefühl, zu seiner (oberflächlichen, vordergründigen) Selbstbestätigung. Um damit seine persönlichen sozialen, emotionalen, intellektuellen, moralischen Defizite, Unzulänglichkeiten - vermeintlich - zu kompensieren.
 
Er will, braucht aus Kompensationsgründen Macht, Kontrolle, Unterwerfung, Ausbeutung - um sich auf diese Weise vermeintlich "stark" fühlen zu können, um seine Privilegien erhalten, seine Egomanie, Selbstsucht ausagieren zu können, ohne sich dafür moralisch, ethisch rechtfertigen, ohne sein Verhalten zu angemessenem Sozialverhalten hin verändern zu müssen: fair, prosozial, mitfühlend, bedürfnisorientiert, fürsorglich, teilend, gebend, kooperativ, solidarisch, loyal, couragiert, feinfühlig, integer, gewissenhaft, verantwortungsvoll, altruistisch zu sein, zu werden, sich zu verhalten.
 
Er will den für ihn leichtesten, bequemsten, lukrativsten Weg gehen - und geht dabei auch skrupellos vor, wenn es sein muss: über Leichen, bspw. als Regierender, politisch Verantwortlicher, Staats"chef".
 
Er will seinem grenzenlosen Hedonismus, seiner Selbstsucht vollständig die Zügel lassen: dürfen, können. Und er hat deswegen keinerlei Gewissenskonflikte, eben da es ihm am hierfür erforderlichen Mitgefühl erheblich mangelt.
 
Der patriarchale Mann will eine Frau als "Partnerin", die sich ihm devot, ergeben unterwirft, die das überdies für "normal", für selbstverständlich hält oder die zu blöde ist, zu erkennen, was geschieht, was er an ihr tätigt und warum.

Er muss sich ihr überlegen fühlen (können). Sie soll ihn bemuttern, umsorgen, ihre eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Belastungen, Sorgen, Nöte ... vollständig unter, hinter seine stellen, sich selbst für ihn aufgeben - das nennt er "natürliche weibliche Hingabe", so auch beim "Sex".
 
Der patriarchale Mann will nicht reifen, sondern trotzig, stur, ignorant, kalt, gewaltsam seinen Willen t o t a l durchsetzen.
 
Wer dies nicht zulässt, mitvollzieht, wird von ihm aussortiert oder, wenn die betreffende Person nicht einfach geht/gegangen werden will, sondern ihn mit seinem antisozialen, missbräuchlichen, beschädigenden Verhalten konfrontiert: vernichtet. Skrupellos.
 
Der patriarchale Mann ist eine unreife, arme Wurst. Und: Er weiß es. Drum ... .
 
Else, manchmal bist du aber auch unerbittlich. - Ist das nicht auch patriarchal? Nein, das ist Geburtshilfe.
 
-
 
Wie emotional verkrüppelt muss mann sein, auf solche infantil-postpubertär-trotzphasige "Provokation" zu setzen? - Verhält es sich nicht viel mehr so, dass hier ein Mann (in diesem Falle Sloterdijk, aber er ist diesbezüglich keine seltene Randerscheinung) offen ausspricht, was er - wie andere Männer seiner Gesinnung - schon sehr lange denken und das mittels vorgeblicher Ironie, vermeintlichen Humors legitimiert verstanden wissen wollen?
 
Siehe, was wir lange schon auch in Pornos dargestellt sehen: Die gewaltvolle Erniedrigung, Entwertung und Misshandlung der Frau - als solcher. Und warum? Weil es sich bei diesen Männern um solche handelt, die, ich erwähnte es bereits, emotional maximal verarmt sind.
Es sind ihre ureigenen gravierenden emotionalen, sozialen, charakterlichen Unzulänglichkeiten, Defizite, Minderwertigkeitskomplexe und Unterlegenheitsgefühle, die sie mittels solch erbärmlichen Verhaltens übertünchen zu können meinen, da sie sich ihrer schämen. Die Geschichte ist voll von solchen Gestalten - Männern. Und so bis heute ... .
Sie sind offensichtlich sogar tatsächlich geistig zu minderbemittelt, erkennen zu können, dass sie sich mittels solcher Texte, Aussagen und Verhaltensweisen nur demonstrativ selbst enttarnen.
 
"[...] Das Buch ist voll mit solchen schiefen Bildern, dass man einen Annotationsapparat bräuchte, um sie alle geradezurücken. Entsprechend unspektakulär sind die Wege, auf denen die Fünferbande zu neuen Erkenntnissen kommt. Guido Mösenlechzner etwa, einem Ethnologen, wird die Decke über seinem Dasein weggerissen, weil seine Affäre für eine Nacht ihm den Finger in den Hintern schiebt: „Danach liefen die Tränen frei.“ Auf nicht wenige Leser mag die Szene den gleichen Effekt haben. Diese unfreiwillige Komik begegnet einem insbesondere in jenen Szenen, die konkret sein wollen, aber sprachlich doch immer wieder in zotige Allgemeinplätze abkippen. Da wird die Schambehaarung zum „Mösenwald“, Frauen tropfen wie „Kieslaster“ oder sie lassen sich von vier Möbelpackern besteigen. Eine der wenigen schönen Szenen gelingt Sloterdijk, als er über ein Vorspiel schreibt, so stelle er sich Pilze sammeln mit Peter Handke vor. Aber eine Seite weiter schon wippt der Mann auf der Frau „wie ein Fan in der Südkurve“. Das Fazit: „Vögeln ist wie Hobeln.“ Ja, und solche Sätze sind wie Späne. Die können weg. [...]
 
In der Süddeutschen behauptete Sloterdijk etwa allen Ernstes, der Unterschied zwischen Pornografie und Erotik sei einer der Kameraeinstellung. Großaufnahme und Überbelichtung sind für ihn problematisch, weil sie Erwartungen wecken, die nicht erfüllt werden können. Unklar bleibt, ob Fragen nach Machtstrukturen und Erzählmustern ihm bloß lästig sind oder ihn überfordern? [...]"
 
Quelle: der Freitag - "What the fuck"
 
Wie intensiv sexuell unterdrückend, frauen-, sex-, lustfeindlich muss dieser Mann (Peter Sloterdijk) augenfällig geprägt, erzogen worden sein ... .
 
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