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Sabeth schreibt

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arte - Indiens verlorene Töchter ... nicht nur Indiens - Über die weltweit verbreitete männliche Gewalt gegen Frauen und Mädchen

arte - "Indiens verlorene Töchter"

 
WAS IST DAS FÜR EINE BARBARISCHE "TRADITION", WAS IST DAS FÜR EIN LAND UND GLAUBENSSYSTEM, DAS MÜTTER ZWINGT, IHRE (NEUGEBORENEN) TÖCHTER ZU TÖTEN (zu ersticken ...) ? ! ?
 
Was ist das für eine Welt, in der selbst im 21. Jahrhundert Mädchen und Frauen noch immer als weniger wert gelten - nicht allein in Indien: misshandelt gefoltert, unterdrückt, gequält, verachtet, gedemütigt und getöte werden!?
 
WAS SIND DAS FÜR MÄNNER - MENSCHEN ? - DIE IHRE EIGENEN TÖCHTER TÖTEN LASSEN ? !
 
Wie groß muss offensichtlich die Angst  von Männern - weltweit - sein: Die Angst vor der Frau, davor, ihr als Mann psychisch-emotional, sozial, intellektuell, physisch, moralisch, charakterlich unterlegen zu sein, von ihr abhängig zu sein, sich jedenfalls so zu fühlen.
 
Denn es sind nach wie vor Männer, die diese "Traditionen" und Machtverhältnisse aufrechterhalten - und dies um jeden Preis auch wollen. Es sind Männer, die bestimmen, dass die Mädchen sterben müssen - qualvoll. Noch immer. Täglich.
 
Und wie überdeutlich demonstrieren sie damit doch nur ihre augenfällige Schwäche, ihre unerträgliche charakterliche Hässlichkeit, ihre unfassbare Unzulänglichkeit und Unmenschlichkeit s e l b s t.
 
Wenn man sich vergegenwärtigt, was wie verbreitet und wie grausam rund um den Globus noch immer, täglich Mädchen und Frauen von Männern zugemutet und angetan wird und siehe auch, was alles "die Geschichte" dazu beinhaltet, von all dem, das nie je öffentlich, bekannt, überliefert wurde, ganz zu schweigen, kann man bzw. frau sich solcher Gedanken, Gefühle, Fragen nicht erwehren.
 
Frage:
Warum unternehmen Männer, Geschlechtsgenossen der Peiniger also, in einflussreichen politischen und wirtschaftlichen Einfluss-, Entscheidungs-, Verantwortungs-, Führungs-, Machtpositionen, aber auch überall im Lebensalltag je persönlich (!) nicht l ä n g s t  etwas bzw. viel mehr, um an solchen Verhältnissen aktiv, tatkräftig und zeitnah etwas gravierend, umfassend und dauerhaft zu verändern? - Exakt ... . 
 
"[...] Für den Film hat die britische Regisseurin Leslee Udwin ein ausführliches Interview mit einem der zum Tode verurteilten Vergewaltiger geführt. Darin schiebt der Mann dem Opfer die Schuld für das Verbrechen zu: „Eine Frau trägt eine weitaus größere Verantwortung für eine Vergewaltigung als ein Mann“, sagt er. Von Reue keine Spur, vielmehr rechtfertig der Mann seine Tat. „Mit einer Hand kann man nicht klatschen – dazu braucht es zwei Hände.“
 
Die Studentin hätte „nicht abends um 21 Uhr herumstreunen“ sollen. „Mädchen sollten sich um den Haushalt kümmern und sich nicht in Discos und Bars herumtreiben.“ Zu guter Letzt behauptet der Vergewaltiger, die Studentin könnte noch am Leben sein, wenn sie sich nicht gewehrt hätte. „Sie hätte einfach ruhig sein sollen und die Vergewaltigung geschehen lassen. Dann hätten wir sie abgesetzt, nachdem wir mit ihr fertig waren.“ Es ist nur schwer zu erahnen, wie ein Vergewaltigungsopfer sich angesichts solcher Aussagen fühlen muss. [...]
 
Die indische Frauenrechtlerin Ranjana Kumari hingegen lehnt es ab, den Film zu zeigen. „Dieser Film hilft uns Frauen nicht“, sagt die Leiterin des Centre for Social Research in Delhi. „Es ist voyeuristisch, einen Schwerverbrecher zu Wort kommen zu lassen, damit er seine brutale Tat vor Millionen Zuschauern im Fernsehen rechtfertigen kann.“ So etwas sei zutiefst erniedrigend und verletzend.
 
Kumari arbeitet seit vielen Jahren mit Vergewaltigungsopfern zusammen. Aus ihrer Sicht zeigt der Täter ein typisches Verhaltensmuster. „Seine Aussagen sind schockierend, aber nichts Neues. Auch ein Vergewaltiger in Amerika oder Europa versucht seine Tat zu rechtfertigen. Sie alle geben den Frauen die Schuld. Das ist abstoßend und hat im Fernsehen nichts zu suchen.“
 
In Indien ist eine hitzige Debatte entbrannt – leider über einen Film und nicht über das eigentliche Problem. Denn wer Frauen helfen will, muss die rückständige und vollkommen frauenverachtende Denkweise der Männer ändern. Dafür sollte den vorhandenen Gesetzen endlich Geltung verschafft werden. Worüber dieser Tage nämlich keiner spricht: Obwohl die Beweislage im vorliegenden Fall absolut eindeutig ist, ist auch zwei Jahre nach der Tat das Verfahrung noch immer vor den Gerichten anhängig."
 
Quelle: Artikel der taz (siehe oben stehenden Link); farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 

Frauenmorde in Mexiko, Genitalverstümmelungen in Afrika, Vergewaltigungen im eigenen Wohnzimmer - auf der ganzen Welt werden Frauen Opfer männlicher Gewalt. Diese Gewalt spielt sich oft im Verborgenen ab, vielfach gehen die Täter straffrei aus. Menschenrechtsverletzungen an Frauen basieren auf einem Machtungleichgewicht zwischen den Geschlechtern, auf einer Tradition, die Frauen nicht die gleichen Rechte zugesteht wie Männern und sie als deren Besitz betrachtet.

amnesty international

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