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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Otto Gross - Psychoanalytiker, Anarchist, Vordenker, Aus- und Weggeschlossener ...

"[...] »Die sexuelle Scham, die dem Konflikt der Menschen mit allem Wahren und Lebendigen in ihnen erschütternden Ausdruck verleiht, ist die markante Geste einer Sexualität, die aufgehört hat, gemeinsames Interesse zu sein. An dessen Stelle ist das Ringen von gegeneinander gestellten Interessen getreten, d.h. ein Kampf um Macht, in welchem und durch welchen der Wille zur Macht immer mehr als Selbstzweck entwickelt, immer mehr zum Automatismus wird und den Kampf der Geschlechter zuletzt zur gegebenen Selbstverständlichkeit macht.«
 
»... stets neu empirisch die Wahrheit zu vermitteln, daß der natürlich angeborene Anspruch des Menschen an den Menschen die freie Beziehung freier Individualitäten ist, im Gegensatz zur Anpassung an den Druck der Außenwelt, aus der die universelle Krankhaftigkeit des menschlichen Trieblebens, die Unterwerfungsbereitschaft sowohl als der Wille zur Macht hervorgehen. Der Wille zur Beziehung im Gegensatz zum Willen zur Macht ist als der elementare Gegensatz der revolutionären zur angepaßten – bürgerlichen – Psyche freizulegen und als das höchste, eigentlichste Ziel der Revolutionen aufzuzeigen.«
 
»Die Rückeroberung des unbewußt gewordenen, durch übermächtigen Druck von außen her in die Verdrängung gezwungenen Anteils des Seelenlebens durch die modernen psychologischen Methoden bedeutet, konsequent und kompromißlos durchgeführt, die Wiederherstellung reinen Menschentums (...); bedeutet in folgerichtiger Weiterführung den Kampf gegen Anpassung überhaupt und damit das Prinzip der Autorität in jeder, zum mindesten in jeder zur Zeit bestehenden Form, im Inneren der Familie und der Beziehung von Mensch zu Mensch wie im Verhältnis zu Staat, Kapital und Institution.«
 
»Das Ziel wird die Befreiung der Liebe von der Sabotage durch die latenten Autoritätsmotive sein, das passive wie das aktive, die Unterwerfungsbereitschaft wie den Willen zur Macht.«
 
»Die revolutionäre Politik ist frei von jedem Glauben an einen inneren Fortschritt als einer Gegebenheit (...) Sie steht auf dem Vertrauen auf eine elementare, wenn auch mehr primitive Menschheitsfähigkeit: auf eine allgemeine Fähigkeit, die aufgenötigt miterlebte Menschlichkeit als höchsten Wert – oder zum mindesten: als Medium einiger Vorteile zu begreifen
 
»Der naturnotwendige Konflikt zwischen dem Individuum und der Allgemeinheit verwandelt sich unter dem Druck des sozialen Zusammenlebens naturnotwendig in einen Konflikt im Individuum selbst, weil sich das Individuum sich selbst gegenüber als der Vertreter der Allgemeinheit zu fühlen beginnt. Erst dieser innere Konflikt ist es, der eigentlich pathogen zu wirken vermag.« "
 
Aus über dem Text befindlichem Link zitiert - farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 

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