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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

In Treatment (HBO) - eine Serie, die sich sehen lassen kann :) - Heilung durch Beziehung

 
Heilung, auch Spontanheilungen bei Krebskranken, Selbstheilungskräfte - die 3sat-Doku "Trotzdem gesund" ist leider nur noch bis 22.01.2020 in der Mediathek verfügbar, unbedingt sehenswert. Wie nicht nur, aber auch ich schon seit Jahren wiederhole:
 
Heilung und Prävention durch
 
- Bewegung
 
- gesunde Ernährung (mit qualitativ guten Nahrungsmitteln, siehe bspw. auch sekundäre Plfanzenstoffe in Gemüse, Obst ...)
 
- Entspannung (Achtsamkeit, Ruhe erleben, empfinden)
und durch Beziehung, Verbundensein, wohltuende Berührung.
 
Das sind die Stich-, Schlagworte.
Es dürfte allerdings jedem unmittelbar erkenntlich sein, dass und warum Heilung stets nur ganzheitlich geschehen kann, nicht durch Apparatemedizin, bloße Symptombehandlung - Mensch ist kein Gegenstand, keine Maschine, die es zu "reparieren" gilt, sondern ein komplexes Gesamtsystem. Heilung kann daher nur physisch und mental sowie psychisch-emotional vonstattengehen, ganzheitlich und prozessual.
 
Gleich verhält es sich mit wirklicher, angemessener Prävention.
 
Es hat dies nichts mit Esoterik zu tun, wohl aber mit Bewusstheit, Bewusstmachung, Selbstreflexion, Gefühlen, innerer Haltung.
 
Unabdingbar ist das Gefühl, verbunden, eingebunden zu sein: in die Gemeinschaft mit anderen Menschen, aber auch "in" die umgebende "Welt", Natur, siehe hierzu säkulare, nicht-religiöse, nicht-metaphysische Spiritualität und Lieben: als Haltung, Gefühl und aktives (!) Tun - nicht bloßes passives Empfangen, Nehmen, Begehren, sondern durch Geben.
 
Verbundenheit erlebt Mensch vor allem im wohltuenden, tragenden Gemeinsamsein mit anderen Menschen - Freundschaft, Beziehung, Liebe (womit gerade nicht ausschließlich oder generell die sogenannt monogame Paar-Beziehung gemeint ist) - und im Naturerlebnis, im Gefühl des Einsseins mit umgebender, intakter Natur, in Stille, innerer Ruhe, im Staunen und dem Gefühl tiefer Freude und Dankbarkeit.

Daraus sowie auch aus guter Nahrung und Bewegung schöpft Mensch Kraft, Energie, Vitalität - gerade auch: zu g e b e n, dies jedoch nicht im Sinne von Leistungsideologie, Effizienz, wirtschaftlicher Funktionalität, Verwertbarkeit, sondern dem Anderen zugewandt, wohltuend, tragend, haltend, im schöpferischen Tun und im Erleben von Verbundenheit, Getragensein durch Nähe, Intimität, körperlicher und emotionaler, wohltuender, tatsächlich heilsamer, stärkender Berührung.
 
Solcher Berührung, Beziehung, solchen Gehalten-, Getragen- Verbundenseins bedürfen insbesondere, aber nicht nur Kinder, sondern alle Menschen: lebenslang.
 
Go for it! ;)
 
-
 
 
In Treatment - diese Serie veranschaulicht so unterhaltsam wie deutlich, dass und wie umfassende und langfristige, dauerhafte Heilung (im Gegensatz zu gängiger, bloßer Symptombehandlung) vor allem durch Beziehung stattfindet, nur auf diese Weise, diesem Wege wirklich gelingen kann.
 
Wie bedeutsam also die Persönlichkeit des Therapeuten und - mehr noch bzw. damit einhergehend, davon abhängig - die Beziehung zwischen Therapeut und Patient für eine gelingende, d.h. heilende Therapie ist - was übrigens gleichermaßen auf die/jede Therapie körperlicher Erkrankungen, Leiden zutrifft.
 
Heilsam sind jedoch nicht nur Beziehungen zwischen Therapeuten und Patienten, sondern das Heilsame in eben auch dieser Beziehung, diesem Verhältnis besteht gerade in der Beziehung als solcher; ausschlaggebend ist also weniger die Fachrichtung, die Methode, der psychologische Ansatz, sondern tatsächlich die zwischenmenschliche Beziehung und was sie im jeweils Anderen, im Gegenüber bewirkt, bewirken kann ... .
 
Das Heilsame einer guten, wohltuenden Beziehung besteht darin, dass der Bedürftige Zuwendung erhält, dass ihm gegeben wird, dass er emotional genährt, aber auch respektvoll (in einem Schutzraum) gespiegelt, gefordert, hinterfragt wird, dass er sich anvertrauen, einlassen, fallenlassen kann, darf und: will. Dass er sich aufgehoben fühlt, verstanden, erkannt - gehalten, getragen, auch und gerade in emotionalen Notsituationen, im Zustand der Haltlosigkeit.
 
Dass für seine Sorgen und Nöte Raum ist, gelassen wird, dass sie ihre Berechtigung haben wie auch seine Gefühle, Zweifel, Ängste, Ambivalenzen, Widersprüche.
Dass er mit ihnen angenommen wird. Dass er erfährt, erlebt, sich selbst verzeihen und annehmen, akzeptieren zu können. Und dass er dafür allerdings eben auch den Anderen, das Du braucht - für seine Entwicklung, seine Selbsterkenntnis, sein Reifen und sein Wohlbefinden.
 
Dass er dabei jedoch nicht in eine hilflose Abhängigkeit vom Beziehungspartner, von somit bspw. also auch dem Therapeuten gerät, sondern durch die Beziehung zum Anderen eine Selbststärkung und Selbstakzeptanz, Selbstliebe erfährt - und dabei, d.h. dafür durchaus auch so etwas wie Dankbarkeit, Wärme, inneren Frieden.
 
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"[...] Die Psychologin Julianne Holt-Lunstad hat 148 solcher Untersuchungen mit den Daten von insgesamt mehr als 300 000 Menschen ausgewertet. Ihr Befund: Wer über soziale Bindungen verfügte, der lebte länger - die Überlebensrate war um 50 Prozent erhöht. Mit anderen Worten: Einsam zu sein ist so schädlich wie Rauchen und abträglicher als Bewegungungsmangel und Übergewicht.
 
Im Fachblatt "PLOS Medicine" zieht Holt-Lunstad sogar Parallelen zu jenen Waisenhäusern, in denen es einst üblich war, Babys sich selbst zu überlassen. Erst als Ärzten auffiel, wie seltsam die Heimkinder sich verhielten, und sie Mitte des vergangenen Jahrhunderts dem Phänomen des Hospitalismus nachspürten, entdeckten sie: Die soziale Vernachlässigung ließ die Kinder sterben.
 
Es bedurfte erst dieser aus heutiger Sicht selbstverständlichen Erkenntnis, um die Zustände in Heimen und Krankenhausstationen menschlicher zu gestalten, woraufhin die Lebenserwartung der Kinder stark stieg.
Die Medizin könne nun noch einmal lernen, sagt Holt-Lunstad, wenn sie endlich auch die Erkenntnis aus der Erwachsenenforschung beherzige: Soziale Beziehungen entscheiden darüber, wie gesund der Mensch ist.
Das gilt ebenfalls für das Verhältnis zwischen Arzt und Patient oder, genauer: zwischen Heiler und dem zu Heilenden. [...]"
 
Quelle: Der Spiegel - "Heilen mit dem Geist", farbliche Hervorhebungen (dunkelblau markiert) habe ich vorgenommen.
 

Zivilisation ohne Mitgefühl - Arno Gruen im Gespräch, Radio srf2 Kultur. - Was Arno Gruen äußerte, ist absolut unentbehrlich.

Auswirkungen von Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung im Kindesalter auf die psychische und physische Gesundheit im Erwachsenenalter

uniklinik-ulm.de

Halten. Kann heilen.

update 12.06.2020
 
Beziehung, mehrere Bezugspersonen (idealerweise unterschiedlichen Geschlechts und Alters) sowie wohltuende, nicht-sexuelle Berührung sind für jeden Menschen lebenslang für dessen psychisches und physisches Wohlbefinden, Wohlergehen unerlässlich.
 
Leider mangelt es aus bekannten Gründen vielen Menschen oft, auch langandauernd an beidem.
Einsamkeit, soziale Isolation, Ausgrenzung - bspw. aufgrund von Armut, Krankheit, eingeschränkter Mobilität ... .
 
"[...] Der Tastsinn bilde sich vor allen anderen Sinnen schon ab der siebten Schwangerschaftswoche aus. Bis zu 900 Millionen Rezeptoren sorgen dafür, dass Menschen Berührungen wahrnehmen können. Seh- und Geruchssinn benötigen nur ein Zehntel und der Geschmackssinn sogar nur 20.000 Rezeptoren. Für die Entwicklung des Menschen sei die Stimulation des Tastsinnsystems essentiell, denn es löse ein Feuerwerk an Emotionen und Gefühlen aus.
 
„Wenn Sie unter einem eklatanten Körperberührungsmangel über Wochen oder Monate leiden, dann können sich depressive Symptome einstellen“, so der Haptik-Forscher. Möglich seien je nach Veranlagung auch Angststörungen. Ebenen, die man nicht unterschätzen dürfe.
 
Fehlende Berührung kann depressiv machen
Welche Folgen das Fehlen von Berührungen haben kann, erlebte Maria bei ihrer Mutter: Sie bekam eine Angststörung, während der Coronazeit. Für die Tochter eine schwierige Situation: „Ich würde sie so gerne einmal in den Arm nehmen und glaube, sie braucht das viel mehr als Hygienemaßnahmen, um halbwegs durch ihren Alltag zu kommen.“
 
Sowohl die Berührung von anderen Menschen, als auch die Selbstberührung sei sehr wichtig, sagt Haptik-Forscher Martin Grunwald und kommt auf die Forderung zu sprechen, sich aus hygienischen Gründen nicht mehr ins Gesicht zu fassen. Das sei faktisch für die Spezies Mensch nicht machbar. Es erhöhe den Stresslevel und so werde das Bedürfnis immer größer, sich selbst ins Gesicht zu fassen.
 
Studien zeigen, dass wir uns täglich 400 bis 800 Mal selbst berühren. Schon der Fötus im Bauch tut das.
 
Sich selbst ins Gesicht fassen, ist beruhigend
Forscher gehen davon aus, dass diese unbewussten Berührungen beruhigen und den Körper in Stresssituationen ins Gleichgewicht bringen. Menschen fassen sich dabei vor allem an Mund und Nase. Genau das ist in Zeiten von Covid-19 problematisch, aber es sei nicht zu ändern, sagt Grunwald. [...]"
 
https://www.deutschlandfunkkultur.de/abstand-wegen-corona-wie-uns-fehlender-koerperkontakt.976.de.html?dram%3Aarticle_id=478410&fbclid=IwAR0Trnc4t7NV9mdkDD_GuCjKh5KYA29_OMuuORrLUHwa5xPiVsbCm8aI7aU
 
Aktualisierung am 26. Dezember 2018
 
Man kann immer wieder nur staunen - dass solche eigentlichen Selbstgänger noch oder wieder als überraschende Neuigkeiten gelten:

Selbstverständlich ist wohltuende Berührung für jeden Menschen, nicht nur für Kinder, unentbehrlich, unersetzlich, auch nicht durch Sex ersetzbar, Sex reicht als "Berührungsmöglichkeit/-mittel" nicht aus.

Jeder Mensch braucht für seine physische (!) und psychische Gesundheit, für Wohlbefinden und Heilung solche wohltuende Berührung: regelmäßig.
 
Und jeder liebende Mensch g i b t solche Berührung geliebten Menschen ganz selbstverständlich und "intuitiv" - aus einem eigenen Bedürfnis zu g e b e n heraus, ohnehin: gibt jede wirklich liebende Mutter ihrem Kind solche liebe- und respektvolle, zärtliche Nähe, Wärme, Geborgenheit, Berührung, Entspannung - auch bspw. durch Massagen.
 
Und selbstverständlich leiden Menschen physisch und psychisch, wenn sie solche nicht-sexuelle Berührung, insbesondere über längere Zeit, unfreiwillig entbehren müssen.
 
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